Ernährung bei Grauem Star: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen beim Grauen Star eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Nahaufnahme einer jungen schwarzen Frau

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Grauem Star

Die Eintrübung der Augenlinse und damit verbundene Sehstörungen treten meist erst nach dem 60. Lebensjahr auf. Die Entwicklung des Grauen Stars kann über Jahre und Jahrzehnte verlaufen und geht typischerweise ohne Beschwerden einher.

Risikofaktoren für einen Grauen Star sind Diabetes mellitus, Medikamente, Rauchen, Entzündungen, intensiver UV-Strahlung, langjährige Bildschirmarbeit und Mikronährstoffmangel.

Mikronährstoffe wie Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe, Omega-3-Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe sind für alle Vorgänge in unserem Körper essentiell wichtig. Nur wenige kann unser Organismus selbst synthetisieren und/oder speichern. Das bedeutet, dass wir uns tagtäglich neu mit allen Mikronährstoffen über unsere Nahrung versorgen müssen.

Ziel der Mikronährstofftherapie bei Grauem Star ist primär die Prävention bei entsprechendem Risiko, jedoch kann sie auch begleitend zur konventionellen Therapie sinnvoll eingesetzt werden.

  • Antioxidantien: Freie Radikale spielen bei der Entstehung des Grauen Stars eine große Rolle. Daher ist eine optimale Versorgung mit Antioxidantien wie Vitamin A, C und E, Zink oder Coenzym Q10 wichtig für eine gute Sehfähigkeit. Außerdem verhindern sie Entzündungen und Zellschädigungen.
  • Vitamin A: „Augenvitamin“- bewahrt die Sehkraft; Zellschutz; verhindert Trockenheit der Augen
  • Vitamin E: Unsere Augen sind besonders stark UV-Licht-exponiert und damit anfällig für die übermäßige Bildung von freien Radikalen. Vitamin A, C und E wirken antioxidativ und als Schutz vor Entzündungen.
  • Vitamin C: antioxidative Wirkung als Radikalfänger, Schutz vor Entzündungen
  • Vitamin B-Komplex: wichtig für normale Zellteilung, Eiweißsynthese, schützt vor oxidativem Stress
  • Vitamin B12, Vitamin B6, Folsäure: wichtig für Erhalt von Proteinstrukturen in der Linse; Abbau von Homocystein – zu hoher Homocysteinspiegel schädigt Gefäße und somit die Durchblutung des Auges und fördert Entzündungen;
  • Zink und Selen: an zahlreichen Stoffwechselvorgängen am Auge beteiligt, besonders hohe Zink-Konzentration in Netzhaut und Aderhaut
  • Omega-3-Fettsäuren: essentieller Baustein der Netzhaut (60 % sind ungesättigte Fettsäuren, v. a. DHA), anti-entzündliche Wirkung; wichtig für Tränenfilm und Schutz vor Augentrockenheit;
  • sekundäre Pflanzenstoffe Lutein und Zeaxanthin (Carotinoide), Resveratrol, Grüntee-Extrakte: Bestandteilteil des Makulapigments, schützen die Makula (gelber Fleck) vor kurzwelligem Licht und vermindern Blendeempfindlichkeit und verbessern Kontrastsehen; fangen freie Radikale und schützen die Zellen der Augenlinse vor Schäden




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Grauem Star eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Das Auge isst mit: Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Neben Obst und Gemüse enthalten vor allem Mikroalgen wie Chlorella, Spirulina oder Afa-Algen viele Carotine, Antioxidantien, B-Vitamine und sonstige Mikronährstoffe, die für die Erhaltung der Sehkraft wichtig sind.
  • Vermeiden Sie ein Übermaß an Kohlenhydraten, da diese Entzündungsprozesse befeuern und das Stress-System unseres Organismus aktivieren, wodurch der oxidative Stress in den Zellen ansteigt.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
  • Trinken Sie täglich mindestens 2 L stilles Wasser, um trockenen Augen vorzubeugen.
  • Machen Sie Pausen bei der Bildschirmarbeit. Das Auge muss sich permanent auf die Nahzone fokussieren, was sie einseitig belastet und überlastet. Oxidativer Stress, Schäden an Zellen im Auge und Risse im Tränenfilm aufgrund trockener Augen schaden außerdem der Sehkraft.




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