Ernährung bei Gürtelrose: darauf sollten Sie achten

Wie Sie in unserem Leitartikel „Gürtelrose (Herpes Zoster): Immunsystem stärken durch antientzündlichen Lebensstil“ bereits lesen konnten, spielen Mikronährstoffe bei Gürtelrose eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Gürtelrose Symptome auf der Haut

Corina Hajak Prakt. Ärztin, Expertin für integrative Medizin

Experte/Expertin:

Corina Hajak

Prakt. Ärztin, Expertin für integrative Medizin

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Gürtelrose

Bei der Infektionskrankheit Gürtelrose (Herpes Zoster), die durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst wird, leiden Betroffene typischerweise unter juckendem, gürtelförmigem Hautausschlag und oft starken neuralgischen Schmerzen. Damit eine Gürtelrose nicht immer wieder ausbricht (rezidivierender Verlauf), ist vor allem ein starkes Immunsystem wichtig. Konventionelle Maßnahmen können durch eine komplexe Mikronährstofftherapie wirksam ergänzt werden, die auch den erhöhten Mikronährstoffverbrauch beim Gebrauch von Schmerzmedikamenten wie z. B. NSAR ausgleicht.

Wichtige Mikronährstoffe bei Gürtelrose sind:

  • Antioxidantien wie Vitamin A, C und E wirken als Schutz vor freien Radikalen und Zell- und Gewebeschäden. Außerdem kann die antientzündliche Wirkung dazu beitragen, Schmerzen bei Gürtelrose zu reduzieren.
  • B-Vitamine wie B6, B12 und Folsäure sind wichtig für einen reibungslosen Homocystein-Abbau, einem Verstärker von oxidativem Stress.
  • Vitamin D wird mit einer positiven Wirkung auf den Verlauf einer Gürtelrose assoziiert. Außerdem scheinen Menschen mit Vitamin-D-Mangel verstärkt unter Schmerzen bei Gürtelrose zu leiden.
  • Sekundäre Pflanzenstoffe wie Grüntee-Katechine wirken antientzündlich und antioxidativ. Weitere sekundäre Pflanzenstoffe sind Sulfide, Flavonoide und Anthocyane, die direkt viren- und bakterientötend wirken.
  • Zink und Selen sind an zahlreichen Funktionen des Immunsystems beteiligt, wirken antioxidativ und antientzündlich – eine gute Versorgung kann den Krankheitsverlauf bei Gürtelrose verbessern.
  • Magnesium ist essentiell für eine normale Muskel- und Nervenfunktion und kann schmerzlindernd bei Gürtelrose wirken.
  • Coenzym Q10 wirkt antioxidativ und entzündungshemmend.
  • Omega-3-Fettsäuren haben eine entzündungshemmende Wirkung und einen positiven Einfluss auf die Darmflora, einem wichtigen Modulator des Immunsystems.
  • Lysin (Gegenspieler von Arginin) bremst die Vermehrung der Viren.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Gürtelrose eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Verzichten Sie auf zu viele raffinierte Kohlenhydrate, Fastfood, Industrieprodukte und zu viel rotes Fleisch.
  • Vermeiden Sie stark Arginin-haltige Lebensmittel wie dunkle Schokolade und Gelatine und integrieren mehr Lysin-haltige Lebensmittel wie Eier, Käse, Hülsenfrüchte, Erdnüsse und fetten Seefisch.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten. Generell und besonders bei Gürtelrose gilt es das Immunsystem zu stärken.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
  • Trinken Sie jeden Tag 2-3 Tassen Grünen Tee, um die antientzündliche Wirkung der enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zu nutzen.
  • Halten Sie die Haut bei Gürtelrose feucht, damit die typischen Bläschen nicht aufplatzen und austrocknen. Gut geeignet sind Kohlwickel, die zusätzlich antioxidativ und antientzündlich wirken
  • Gürtelrose ist hochansteckend: Meiden Sie Kontakt zu Risikogruppen wie älteren Menschen oder schwangeren Frauen.