Ernährung bei Haarausfall: darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei Haarausfall eine wichtige Rolle.

Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Junge Frau ist erschrocken über Ihren Haarausfall

Dr. med. Harald Hüther Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Experte/Expertin:

Dr. med. Harald Hüther

Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Haarausfall

Unabhängig vom Krankheitswert im körperlichen Sinne leiden sehr viele Menschen unter dem Verlust der Haare. Frauen fühlen sich dadurch weniger attraktiv, aber auch das Selbstwertgefühl von Männern wird durch lichtes Haar beeinträchtigt. Die psychische Belastung stellt das eigentliche Problem dar. Eine allgemeingültige Antwort darauf, wie man den Haarausfall stoppen kann, gibt es leider nicht. Es besteht jedoch die Möglichkeit für gesundes Haar zu sorgen und somit das Risiko eines Haarausfalls stark einzudämmen.

 

In mehreren Studien konnte bereits belegt werden, dass sich eine ausreichende Versorgung mit natürlichen Mikronährstoffen positiv auf die Haarstruktur auswirkt. Mikronährstoffe, das sind alle Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und sekundären Pflanzenstoffe. Sie sind wichtig für die Gesundheit und das Erscheinungsbild der Haare.

 

Vitamin C, Carnitin und die B-Vitamine fördern so zum Beispiel das Haarwachstum und wirken einem Ausfall der Haare entgegen. Für ein elastisches und glänzendes Aussehen der Haare sorgen Zink und Omega-3-Fettsäuren. Sie unterstützen zudem das Wachstum der Haare und stärken deren Struktur. Jeder Frisör kann bestätigen, dass die Haarqualität sehr empfindlich auf Nährstoffmängel reagiert. Solange die Zellen jedoch im Haaransatz mit ausreichenden Mikronährstoffen versorgt sind, können sie auch neues, gesundes Haar aufbauen.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Vitamin E verbessert die Durchblutung der Kopfhaut und ist besonders für Betroffene nach einer Krebstherapie empfehlenswert, da es gegen Haarausfall nach einer Chemotherapie oder Bestrahlung hilft. Essentiell für ein normales Haarwachstum ist das Vitamin Biotin. Es verhindert außerdem ein frühzeitiges Ergrauen der Haare. Zwar ist das Ergrauen des Haares eine unausweichliche Begleiterscheinung des Alterns, es kann jedoch vorzeitig aufgrund von Nährstoffmängel herbeigeführt werden.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Haarausfall eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie trägt ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So konnte regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessern die Durchblutung des Organismus, die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
  • Waschen Sie Ihre Haare nicht jeden Tag. Die Haare werden dadurch brüchig und verlieren an Glanz und Elastizität.
  • Verbessern Sie die Durchblutung, in dem Sie sich täglich sanft mit den Fingerspitzen die Kopfhaut massieren.
  • Bestimmte Frisuren, wie straff gebunden Zöpfe, können auf Dauer an manchen Stellen zu Haarausfall führen. Tragen Sie Ihre Haare deshalb besser offen oder binden Sie sie nur locker zusammen.