Ernährung nach einem Herzinfarkt: Darauf sollten Sie achten

Wie Sie in unserem Artikel „Herzinfarkt: Mediterrane Ernährung minimiert die Risikofaktoren der Atherosklerose“ bereits lesen konnten, spielen Mikronährstoffe eine wichtige Rolle bei Herzinfarkt.

Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel bieten wir einen Überblick zum Thema und geben Ihnen hilfreiche Tipps, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Frau erleidet Herzinfarkt und wird von Mann unterstützt

Dr. med. Harald Hüther Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Experte/Expertin:

Dr. med. Harald Hüther

Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Herzinfarkt

Die zusätzliche Einnahme von Mikronährstoffen (Vitamine, Spurenelemente, Mineralien & sekundäre Pflanzenstoffe) gilt bei Herz-Kreislauferkrankungen heute als fester Bestandteil der Behandlung. Dafür sprechen unzählige Studien.
Viele Studien wurden durchgeführt um die Wirkungen von verschiedenen Mikronährstoffen auf den gesamten Organismus und insbesondere auf das Herz-Kreislaufsystem zu erforschen. Die Resultate waren durchgehend positiv. So fanden Wissenschaftler heraus, dass durch die zusätzliche Einnahme von natürlichen Antioxidantien, das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden, erheblich sinkt.

 

Einer der wichtigsten Risikofaktoren für einen Herzanfall sind hohe Homocystein- und hohe oxidierte Cholesterin-Werte. Diese Risikofaktoren lassen sich durch eine zusätzliche Zufuhr von B-Vitaminen und Vitamin C eindämmen. Mikronährstoffe senken den Homocystein-Wert deutlich und machen sogar die hochgefährliche Verkalkung durch Ablagerungen in den Arterien rückgängig.

 

Auch die zusätzliche Einnahme von Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundären Pflanzenstoffen, wie die in Olivenöl enthaltenen Flavonoide, sind bedeutende Mikronährstoffe, wenn es darum geht, sich vor einem Infarkt zu schützen. Sie ermöglichen einen effektiven Schutz der höchst empfindlichen Innenwand (Endothel) der Blutgefäße.

 

Omega-3-Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen gelten heute als wichtiger Bestandteil einer Herzinfarktprävention. Es konnte gezeigt werden, dass eine regelmäßige zusätzliche Einnahme von niedrig-dosierten Omega-3-Fettsäuren den Blutdruck senkt, die oxidativen Schäden am Gewebe reduziert und auch das Cholesterin-Profil im Blut verbessert.

 

Doch die Mikronährstoffe fungieren nicht nur als optimale Präventionsunterstützer. Sie helfen auch bei einem akuten Infarkt. Aus einer weiteren Studie geht hervor, dass durch die rechtzeitige Einnahme von Magnesium, L-Carnitin sowie Vitamin C die infarktbedingten Schäden am Herzmuskel vermindert werden.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Herzinfarkt eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mit beeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie trägt ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

    • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So konnte regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als die Häufigkeit von Komplikationen senken.
    • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit
    • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
    • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
    • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessern die Durchblutung des Organismus, die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.