Ernährung bei Herzmuskelentzündung: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei Herzmuskelentzündung eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

 

Herzmuskelentzuendung: Frau fasst sich ans Herz

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 22. April 2021

Ernährung & Mikronährstoffe bei Herzmuskelentzündung

Eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) ist eine Erkrankung, die nach einem grippalen Infekt oder einer eitrigen bakteriellen Infektion auftreten kann. Da sie oft keine oder eher unauffällige Symptome zeigt, wird die Diagnose erschwert.

Mikronährstoffe spielen bei der ganzheitlichen Behandlung einer Herzmuskelentzündung eine wichtige Rolle. Mikronährstoffe sind am Aufbau des Herzmuskels beteiligt, sie regulieren den Blutdruck, sind essentiell für gesunde Blutgefäße, stoppen Entzündungen und sind wichtig für das Immunsystem.

 

In der Mikronährstofftherapie steht im Vordergrund, die Entzündung zu stoppen, die Herzmuskelzellen zu regenerieren, die Abwehrkräfte zu stärken und Folgeschäden zu verhindern.

 

Sekundäre Pflanzenstoffe wie Quercetin, Epigallocatechin, OPC oder Resveratrol haben entzündungshemmende Eigenschaften, reduzieren den oxidativen Zellstress und schützen die Herzmuskelzellen sowie die Blutgefäße vor Schäden.

 

Oxidativer Stress ist ursächlich an der Herzmuskelentzündung beteiligt. Er entsteht durch ein Überangebot an freien Radikalen, die gesunde Zellen schädigen können. Um die freien Radikale unschädlich zu machen, sind sogenannte Antioxidantien erforderlich.

Zu den Radikalfängern zählen die Vitamine A, C und E sowie Coenzym Q10, Selen und Zink. Die antioxidative Wirkung der Mikronährstoffe entfaltet sich am besten in einer Kombination der verschiedenen Antioxidantien, da sich die verschiedenen Mikronährstoffe in ihrer Wirksamkeit ergänzen.

Coenzym Q10 ist zudem essentiell für die Energieproduktion in den Mitochondrien der Herzmuskelzellen.

 

Die Omega 3-Fettsäuren EPA und DHA können bei einer Herzmuskelentzündung eine antientzündliche Wirkung entfalten und so einer Verschlimmerung vorbeugen. Wissenschaftliche Untersuchungen konnten den Zusammenhang einer ausreichenden Versorgung mit Omega 3-Fettsäuren und chronischen-entzündlichen (Lungen-) Erkrankungen bestätigen. Außerdem sind sie wichtig für gesunde Gefäße und senken den Blutdruck, wodurch das Herz entlastet wird.

 

Ebenso ist das Vitamin D von großer Bedeutung. Es reguliert Immunprozesse, wirkt entzündungshemmend und unterstützt den Heilungsprozess bei geschädigtem Gewebe. Studien haben ergeben, dass ein Vitamin D-Mangel mit chronischen Erkrankungen, einer gestörten Zellneubildung und Gewebsregeneration sowie mit einer geschwächten Immunlage im Zusammenhang steht.

 

Kalium spielt eine wichtige Rolle bei der Reizübertragung von den Nerven auf Muskelzellen, so auch im Herzmuskel. Ein geringes Ungleichgewicht kann den Herzmuskel bereits aus dem Gleichgewicht bringen.

 

Magnesium erleichtert das Abhusten von Schleim wie auch das Atmen, da es die Atemmuskulatur und die feinen Muskeln in den Bronchien entspannt und so die Atemwege erweitert. Außerdem haben Forscher einer kalifornischen Universität belegt, dass Magnesium zu den Mikronährstoffen zählt, die die höchste antientzündliche Wirkung haben. Somit haben Patienten, die an einer Herzmuskelentzündung erkrankt sind, einen doppelten Nutzen, wenn sie auf ihre tägliche Magnesiumzufuhr achten.

 

Da bei einer Entzündung der Homocysteinspiegel im Blut steigt, wodurch es zu einer weiteren Schädigung der Mitochondrien kommt, ist eine hohe Zufuhr an B-Vitaminen erforderlich. Insbesondere Vitamin B6, B12 und Folsäure bauen Homocystein ab. B1 ist von großer Bedeutung für die Schlagkraft des Herzens.

 

Die Aminosäure L-Carnitin transportiert wichtige Fettsäuren in den Herzmuskel, die er zu Energiegewinnung benötigt. Eine optimale Versorgung mit L-Carnitin ist demnach wichtig, um das Herz nach einer Erkrankung wieder zu stärken und seine Leistungsfähigkeit zu erhöhen.




Experten-Tipps

Worauf sollten Sie achten?

  • Nehmen Sie täglich ein natürliches Mikronährstoffkonzentrat, das neben Vitamin D und Spurenelementen auch Omega-3-Fettsäuren und Coenzym Q10 enthält.
  • Mikronährstoffpräparate in flüssiger Form kann der Körper deutlich besser und physiologischer verwerten als Tabletten oder Pulver.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei einer Herzmuskelentzündung eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden natürliche, flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt  (Hier erhalten Sie eine Übersicht empfohlener Präparate).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
    • Sie schützen Ihr Herz und Gefäßsystem.
  • Vermeiden Sie ein Übermaß an Kohlenhydraten, da diese Entzündungsprozesse befeuern und das Stress-System unseres Organismus aktivieren.Bevorzugen Sie Kartoffeln statt Nudeln, Leinsamencracker statt Brot zum Salat, wählen Sie Pilze, Topinambur oder Süßkartoffeln und Gemüse als Beilage statt Reis.
  • Trinken Sie ausreichend stilles Wasser und Tees. Die Flüssigkeit ist wichtig, um die Ausscheidung von Giftstoffen und Krankheitserregern über die Lunge anzuregen, und damit der Blutfluss erleichtert wird.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken. Regelmäßiges, sanftes Ausdauertraining verbessert die Belastbarkeit des Herzens. Während oder unmittelbar nach einer Herzmuskelentzündung sollten Sie jedoch jede Art von körperlicher Belastung vermeiden!
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration. Besonders bei einer Herzmuskelentzündung ist Bettruhe und Schonung wichtig!
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
  • Stressreduktion und mehr Gelassenheit entlasten das Herz, senken den Blutdruck und fördern Ihren Genesungsprozess, damit die Herzmuskelentzündung ohne Folgen bleibt.