Ernährung bei Histaminintoleranz: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei Histaminintoleranz eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Diagnose: Histaminintoleranz

Theresa Müller - Ernährungsberaterin, Selfcare- & Achtsamkeitstrainerin

Experte/Expertin:

Theresa Müller

Ernährungsberaterin, Selfcare- & Achtsamkeitstrainerin

Letzte Aktualisierung: 22. April 2021

Ernährung & Mikronährstoffe bei Histaminintoleranz

Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft, geht man davon aus, dass eine Histaminintoleranz durch eine erworbene oder (seltener) angeborene Störung im Histaminabbau ausgelöst wird. Sobald eine gewisse Menge an Histamin im Körper überschritten wird, kommt es zu Beschwerden wie Juckreiz, Hautauschläge etc. da das Histamin nicht mehr in ausreichender Menge abgebaut werden kann. Der Körper stellt den Botenstoff nicht nur selbst her, sondern er wird auch durch histaminhaltige Nahrung zugeführt. Deswegen ist aufauf die sorgsame Auswahl der Lebensmittel und deren Histamingehalt, sowie eine ausreichende Mikronährstoffversorgung zu achten, um dem Organismus alle notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen, damit der Haushalt an Histamin ausgeglichen bleibt und Beschwerden gar nicht erst auftreten. Mit einer guten Mikronährstoffversorgung können Sie schon sehr viel tun. Doch welche Mikronährstoffe sind bei einer Histaminintoleranz besonders wichtig?

 

Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe etc.) spielen bei der ganzheitlichen Behandlung von Histaminintoleranz eine immer größere Rolle. Mikronährstoffe sind elementar für ein starkes Immunsystem, sie regeln die Energieproduktion in den Zellen und sind wichtig für eine gesunde Abwehr und einen ausgeglichenen Nährstoffhaushalt.

 

Inzwischen gibt es einige Studien, die belegen, dass vor allem Vitamin C eine histaminsenkende Wirkung hat. Das wasserlösliche Vitamin ist ein essentieller Nährstoff. Es ist an vielen Stoffwechselreaktionen wie dem Aufbau von Bindegewebe, Knochen, Knorpeln und Zahnfleisch beteiligt. Außerdem gilt es als Antioxidans und schützt so vor Zellschäden. Sinkt nun der Vitamin-C-Spiegel im Blutplasma unter einen Grenzwert von 10 Milligramm pro Liter, so steigt der Histaminspiegel im Blut parallel dazu an. Dies beweist einen direkten Zusammenhang zwischen Vitamin C und Histamin und erklärt warum das Vitamin so unverzichtbar ist bei einer Histaminintoleranz.

 

Vitamin B6 ist ebenfalls ein sehr wichtiges Vitamin für ein gesundes Immunsystem und einen ausgeglichenen Histaminhaushalt. Studien haben ergeben, dass Personen mit einer Histaminintoleranz oft auch einen Mangel an B6 aufweisen. Da das Vitamin B6 an mehr Körperfunktionen beteiligt ist, als jedes andere Vitamin ist es sehr wichtig, dass genügend über die Nahrung zugeführt wird, da der Körper das Vitamin nicht selbst herstellen kann. Vitamin B6 unterstützt die Leber bei der Entgiftung von Histamin und kontrolliert die Entzündungen. Zudem ist Vitamin B6 eine Art Co-Pilot verschiedener Enzyme wie der Diaminoxidase (DAO). Ohne diesen, ist das DAO nicht funktionsfähig und kann das Histamin nicht richtig abbauen. Da Vitamin B6 außerdem für viele andere Stoffwechselwege wie der Energiegewinnung und der Regeneration des Organismus notwendig ist, ist eine ausreichende Versorgung durch ein Mikronährstoffkonzentrat zu empfehlen.

Auch Calcium reguliert die Freisetzung von Histamin. Es kann helfen die Ausschüttung von Histamin bei Allergien zu reduzieren. Vor allem bei Hautproblemen aufgrund von Histaminintoleranz ist Calcium besonders nützlich, denn es dichtet die Gefäßwände ab, sodass keine großen Mengen an Histamin ins Gewebe mehr übertreten können. Dadurch können Hautausschlag, Rötungen und Quaddel Bildungen gemindert werden.

Außerdem sollte auf eine ausreichende Versorgung von Magnesium geachtet werden, denn ein Magnesiummangel führt zu einer verstärkten Ausschüttung von Histamin im Körper. So ist Magnesium auch für die Funktionsweise der DAO erforderlich. Ein zu wenig an Magnesium kann die Allergiebereitschaft des Körpers erhöhen. Deshalb kann es sogar sein, dass ein reiner Magnesiummangel sogar Ursache einer Histaminintoleranz ist.

Weitere wichtige Mikronährstoffe in Bezug auf eine Histaminintoleranz sind Kupfer, denn auch dieses ist an der Synthese der DAO beteiligt. Quercetin stabilisiert die Mastzellen, wodurch es verhindert, dass große Mengen an Histamin ausgeschüttet werden.

Es ist also nicht nur wichtig, histaminarme Lebensmittel zu wählen, sondern Nahrung zu sich zu nehmen, die dem Körper die Mikronährstoffe gibt, die er braucht. Ein gezieltes Auffüllen von Nährstoffen kann helfen, Beschwerden zu lindern und mehr Lebensqualität zu gewinnen.

 




Experten-Tipps

Worauf sollten Sie achten?

  • Nehmen Sie täglich ein natürliches Mikronährstoffkonzentrat, das neben Vitamin D und Spurenelementen auch Omega-3-Fettsäuren und Coenzym Q10 enthält.
  • Mikronährstoffpräparate in flüssiger Form kann der Körper deutlich besser und physiologischer verwerten als Tabletten oder Pulver.

Mikronährstoffe kommen in der Natur nämlich niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Histaminintoleranz eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden natürliche, flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt  (Hier erhalten Sie eine Übersicht empfohlener Präparate).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Vermeiden Sie histaminreiche Lebensmittel oder Lebensmittel die den Abbau von Histamin hemmen. Folgende Übersicht, soll Ihnen als kleine Stütze dienen:
    • gepökeltes, mariniertes, geräuchertes oder stark zerkleinertes Fleisch, Innereien, roher Schinken
    • Fisch wie Thunfisch, Makrele, Hering, Sardinen, Sardellen
    • Schalen- und Krustentiere wie Muscheln, Krebse, Krabben, Shrimps
    • Milch- und Milchprodukte wie Hartkäse, Halbhartkäse, Weichkäse, Schmelzkäse, Schimmelkäse, Emmentaler, Parmesan, Fondue, alter Gouda. Je älter der Käse desto höher grundsätzlich der Histamingehalt.
    • Gemüse wie Sauerkraut, Spinat, Tomaten (inkl. Tomatenmark und Ketchup), Aubergine, Avocado, Oliven, Soja, Keime und Sprossen, Linsen, Bohnen, Soja, Tofu, eingelegtes Gemüse, Steinpilze, Morcheln, Champignons
    • Obst wie Erdbeeren, Himbeeren, Orangen, Zitrusfrüchte, Banane, Ananas, Kiwi, Birnen, Obstkonserven
    • Nüsse z. B. Walnüsse, Cashew-Nüsse, Erdnüsse
    • Getränke wie schwarzer und grüner Tee, Brennnesseltee, Tomatensaft, Obstsäfte aus Zitrusfrüchten, Energydrinks, Sojamilch, Rotwein, Weißwein, Sekt und Weißbier
    • Süßwaren wie Kakao, braune und dunkle Schokolade, Marzipan, Nougat, Marmelade, Erdnusscreme
    • auch Geschmacksverstärker, Sojasauce, scharfe Gewürze, Hefe, Konserven, Fertig- und Halbfertigprodukte, Wein- und Balsamicoessig sollten gemieden werden
  • Folgende Lebensmittel sind in der Regel histaminarm:
    • Käse: Kurz gereifte Sorten wie Frischkäse, Butterkäse, Hüttenkäse, Mozzarella, Ricotta oder Topfenkäse
    • Fleisch: Kochschinken, Fleischwurst
    • Fisch: fangfrischer Weißfisch oder hochwertige Tiefkühlware
    • Getreide: Reis, Mais, Quinoa, Dinkel, Hafer, Amaranth, Hirse
    • Teigwaren: Dinkel-, Mais- und Reisnudeln, hefefreies Brot, Knäckebrot, Reiswaffeln
    • Snacks: Fruchtgummi, Bonbons, Salzstangen, Kartoffelchips
    • Kräutertee und Obstsäfte aus den Früchten, die sie auch als Obststück vertragen
    • pflanzliche Milcherzeugnisse wie Reis-, Mandel-, Hafer- oder Kokosmilch
    • Milch, Sahne, Sauerrahm
    • Honig, Agavendicksaft, Ahornsirup, Apfeldicksaft
    • Apfelessig, Pflanzliche Öle
    • frisches Obst außer Bananen, Ananas, Orangen, Grapefruit, Zitrusfrüchte, Kiwi, Himbeeren und Erdbeeren
    • Gemüse: Kohlsorten: Brokkoli, Grünkohl, Rotkohl, Blumenkohl, Gurke, Kürbis, Zucchini, Kartoffel, Paprika, Fenchel, Karotte, Knollensellerie, Pastinake, Radieschen, Rote Bete, Schwarzwurzel, Süßkartoffel, Zwiebel, Lauch, Mangold, Rhabarber, Salat (alle Sorten bis auf Rucola) und Spargel

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sportnachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken
  • Zeiten der Erholung und Entspannungkönnen Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann die Entstehung von Histaminintoleranz verhindern.
  • Gewöhnen Sie es sich an, morgens nach dem Aufstehen ein großes Glas (ca. 500 ml) lauwarmes Wasser zu trinken. Dadurch wird der Flüssigkeitsverlust der Nacht ausgeglichen, Stoffwechsel und Entgiftungsprozesse werden angeregt und auch die Verdauung wird verbessert.Nehmen Sie regelmäßig Schwarzkümmelöl ein, denn dies schützt vor Entzündungen und senkt die Anzahl der Mastzellen und somit den Histaminspiegel im Gewebe.
  • Versuchen Sie es einmal mit Zeolith – ein Vulkangestein, das Giftstoffe im Darm bindet und über den Stuhl ausscheidet. Es hat die Fähigkeit den Darm zu reinigen und reduziert damit den Histamingehalt im Körper.
  • Heilerde ist ebenfalls sehr empfehlenswert und ausgleichend. Denn es wirkt ähnlich wie Zeolith, bindet aber neben Histamin auch andere biogene Amine. Zu viele dieser biogenen Amine im Darm sorgen dafür, dass die DAO in ihrer Funktion überlastet wird und das Histamin nicht mehr ausreichend abgebaut werden kann