Ernährung bei Hypotonie: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei Hypotonie eine wichtige Rolle. Die elementare Basis jeder Therapie sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

 

60 zu 90 Blutdruck

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 22. April 2021

Ernährung & Mikronährstoffe bei Hypotonie

Mikronährstoffe können zur Behandlung der Hypotonie (niedriger Blutdruck) bzw. zur Stabilisierung des Kreislaufs eingesetzt werden. Von Hypotonie spricht man, wenn Männer einen Blutdruck von unter 110/60 mm Hg aufweisen, Frauen einen Wert von unter 100/60 mm Hg.

Neben Flüssigkeitsverlust (z.B. durch Schwitzen, Durchfall, entwässernde Tees, Menstruation etc.), geringer Trinkmenge oder bestimmten Grunderkrankungen können auch Hitze, salzarme Ernährung, Schwangerschaft, Hormonschwankungen oder Untergewicht Ursache für niedrigen Blutdruck sein. Auch der Mangel an wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen kann der Hypotonie zugrunde liegen.

 

Die Mikronährstofftherapie zielt darauf ab, Mangelerscheinungen auszugleichen, die Schlagkraft des Herzens zu erhöhen und die Durchblutung zu verbessern.

 

Um die Schlagkraft des Herzmuskels zu stärken, sind Calcium und Vitamin D von Bedeutung. Calcium steuert den Herzrhythmus und die Herzkontraktionen. Bei einem Calciummangel wird der Herzschlag verlangsamt, auch die Schlagkraft ist schwächer, wodurch das Blut mit weniger Druck aus dem Herzen in die Gefäße gepumpt wird. Zudem wird die Gefäßeng- und -weitstellung durch Calcium reguliert. Bei einem Mangel sinkt somit auch der Blutdruck in den Gefäßen.

Damit Calcium im Darm aufgenommen werden kann, ist Vitamin D erforderlich. Außerdem konnte in Studien der Zusammenhang von Vitamin D mit der Blutdruckregulation festgestellt werden.

Vitamin K2 wird benötigt, um den Blutcalciumspiegel zu senken und das überschüssige Calcium in den Knochen einzulagern.

 

In mehreren wissenschaftlichen Untersuchungen wurde belegt, dass Vitamin B12 Hypotonie-Symptome verbessert. Auch Folsäure scheint an der Blutdruckregulation beteiligt zu sein.

 

Auch ein Mangel an Eisen kann zu Schwindel und niedrigem Blutdruck führen, da es zu einem Mangel an Erythropoetin kommt, das für den Sauerstofftransport durch die roten Blutkörperchen benötigt wird. Ausreichend Eisen regt die Bildung von neuen Blutkörperchen an, wodurch alle Körperzellen mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden.

 

Eine (latente) Schilddrüsenunterfunktion geht ebenso mit einem niedrigen Blutdruck einher. Die Schilddrüse benötigt Jod, um ausreichend Hormone zu bilden und damit auch den Kreislauf stabil zu halten. Am besten kann Jod in Form von Kaliumjodid oder Natriumjodid aufgenommen werden.

 

Kalium und Natrium kommen in großen Mengen im menschlichen Körper vor. Sie regulieren den Flüssigkeitshaushalt und sorgen dafür, dass die Zellen sowie das Gewebe mit ausreichend Wasser versorgt ist. Kommt es zu einem Ungleichgewicht der beiden Mikronährstoffe, wirkt sich das u.a. auf den Kreislauf und den Blutdruck aus.

 

Sekundäre Pflanzenstoffe wie Epigallocatechingallat aus Grünem Tee, Koffein aus der Kaffeebohne oder Oligomere Proanthocyanidine (OPC) wirken regulierend auf den Blutdruck.




Experten-Tipps

Worauf sollten Sie achten?

  • Nehmen Sie täglich ein natürliches Mikronährstoffkonzentrat, das neben Vitamin D und Spurenelementen auch Omega-3-Fettsäuren und Coenzym Q10 enthält.
  • Mikronährstoffpräparate in flüssiger Form kann der Körper deutlich besser und physiologischer verwerten als Tabletten oder Pulver.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Hypotonie eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden natürliche, flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt  (Hier erhalten Sie eine Übersicht empfohlener Präparate).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen, auch die Hypotonie kann durch latente Funktionsstörungen im Organismus oder eine Grunderkrankung verursacht werden.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie die Verbesserung Ihrer Beschwerden selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor anderen Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht –Untergewicht ist häufig mitverantwortlich für einen niedrigen Blutdruck und Kreislaufschwankungen.
  • Trinken Sie ausreichend stilles Wasser und kreislaufanregende Kräutertees (Rosmarin, Weißdorn, Hirtentäschel, Grüner Tee). Die Flüssigkeit ist wichtig, um den Kreislauf in Schwung zu bringen, die Kräuter regen zusätzlich die Durchblutung an.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Hypotonie bzw. die Kreislaufschwankungen zu verbessern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Kreislaufproblemen und niedrigen Blutdruck.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken. Sport regt die Durchblutung an, stärkt den Herzmuskel und kann nachhaltig den Blutdruck stabilisieren.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit. Bestimmte Yogaübungen verbessern die Durchblutung und Selbstregulationsmechanismen des Körpers.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden. Niedergeschlagenheit oder Lethargie begünstigen eine Hypotonie.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen.
  • Wechselduschen oder Kneipp-Anwendungen am Morgen bringen den Kreislauf in Schwung und können – regelmäßig angewendet – den Blutdruck dauerhaft stabilisieren.
  • Ab und an genossen, können koffeinhaltige Getränke (Kaffee, schwarzer Tee) den Kreislauf anregen. Für den regelmäßigen Genuss bevorzugen Sie jedoch Alternativen wie Grünen Tee, Guarana, Ingwerwasser oder heiße Zitrone.