Ernährung & Mikronährstoffe bei Karies

Mikronährstoffe spielen bei Karies eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.




Patientin wird beim Arzt aufgrund Parodontose behandelt

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 29. Juli 2021

Mikronährstoffe bei Karies

Karies betrifft nahezu jeden. In Europa sind ca. 98% an Karies erkrankt. Das Gleichgewicht von Abbau der Zahnsubstanz (Demineralisation) und Wiedereinlagerung von Mineralstoffen in den Zahn (Remineralisation) ist gestört. Bestimmte Bakterien bilden bei der Verstoffwechselung von Kohlenhydraten Säuren, die Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium, Kalzium, Zink oder Silicium aus der Zahnsubstanz herauslösen und die Zähne beschädigen. Mikronährstoffmangel, kohlenhydrat-/zuckerreiche Ernährung, mangelnde Zahnpflege, Dysbiose der Mundflora, Rauchen, Alkohol und oxidativer Stress sind häufige Ursachen der Karies

 

Mikronährstoffe spielen bei der ganzheitlichen Behandlung der Karies eine wichtige Rolle. Mikronährstoffe sind erforderlich für die Remineralisierung des Zahnschmelzes, für eine gesunde Mundflora und für die Bekämpfung kariesverursachender Bakterien.

 

Oxidativer Stress ist an jeder Art von Zell- und Gewebsschäden beteiligt. Ein Überangebot an freien Radikalen schädigt gesunde Zellen und beeinträchtigt die Durchblutung des Zahnfleisches, so dass die Aktivität der Immunzellen im Mundraum sowie die Versorgung der Zahnsubstanz mit Mikronährstoffen beeinträchtigt wird.

Um die freien Radikale unschädlich zu machen, sind sogenannte Antioxidantien erforderlich.

Die Mikronährstofftherapie zielt primär darauf ab, die Zähne vor oxidativem Stress und irreversiblen Schäden zu schützen. Zu den Antioxidantien zählen u. a. die Vitamine A, C und E sowie Coenzym Q10 und Selen.

Die antioxidative Wirkung der Mikronährstoffe entfaltet sich am besten in einer Kombination der verschiedenen Antioxidantien, da sich die Mikronährstoffe in ihrer Wirksamkeit ergänzen und einander unterstützen.

Ein weiterer sehr wichtiger Mikronährstoff zur Eindämmung der Karies ist Vitamin D. Das Sonnenvitamin ist für die permanente Remineralisierung der Zähne wichtig. Außerdem regt Vitamin D die Bildung von bestimmten Abwehrzellen an, die Kariesbakterien unschädlich machen.

Vitamin K ist in Kombination mit Vitamin D für den Einbau von Calcium in Zähne und Knochen zuständig. Es baut eingelagertes Calcium aus Blutgefäßen ab, wodurch Atherosklerose verhindert wird, und sorgt dafür, dass Calcium an die richtigen Stellen im Körper gelangt.

Weitere entzündungshemmende Mikronährstoffe sind Omega 3-Fettsäuren. Sie können von unserem Organismus nicht selbst hergestellt und müssen daher über die Ernährung aufgenommen werden. Ein Mangel führt zu einer Erhöhung entzündungsfördernder Substanzen und schwächt Abwehrprozesse. Außerdem verbessern die Fettsäuren die Calciumresorption aus dem Darm und den Einbau in die Zahnsubstanz und reduzieren die Mineralstoffausscheidung über die Nieren.

 

Silicium ist immer dort von Bedeutung, wo Knochen oder Zähne remineralisiert werden. Der Körper erhöht die Siliciumkonzentration an der Stelle, an der der Zahn remineralisiert wird, solange bis die Remineralisierung abgeschlossen ist.

 

Auch Kalium ist essentiell für gesunde Zähne. Kalium zählt neben Magnesium, Zink, Calcium und Silicium etc. zu den basenbildenden Mikronährstoffen. Ein hoher Kaliumspiegel sorgt für eine stabile Zahnsubstanz und einen gesunden Zahnschmelz.

 

Magnesiummangel erhöht die Demineralisierung der Zähne. Ein ausreichend hoher Magnesiumspiegel senkt nicht nur entzündliche Prozesse in der Mundhöhle, sondern verbessert den Knochenaufbau der Zähne und reduziert die Kariesanfälligkeit, da Säuren im Mundraum neutralisiert werden können.

 

Aber auch sekundäre Pflanzenstoffe können effektiv zur Prävention und Therapie der Karies eingesetzt werden. Hier einige Beispiele, deren Wirksamkeit vielfach wissenschaftlich belegt wurde:

  • Grüner Tee enthält wertvolle Flavonoide. Ihre antientzündliche Wirkung verhindert zudem das Eindringen krankmachender Keime in Zahnfleisch und Mundschleimhaut und verringert Zahnbelag.
  • In Polyphenolen konnte neben antibakteriellen Wirkstoffen ein Schutzeffekt vor dem gefürchteten Knochenabbau im Kieferknochen nachgewiesen werden. Da Zähne ebenfalls aus knochenartiger Substanz bestehen, können mit hoher Wahrscheinlichkeit Polyphenole auch bei Karies ihre Schutzwirkung erfahren.

Weitere sekundäre Pflanzenstoffe, die bei der Prävention von Karies förderlich sind, wurden unter anderem im Salbei, Kamille, Kurkuma und in Meeresalgen nachgewiesen

Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute zur Prävention oder als Basistherapie bei Karies eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen. Zudem entstehen im Stoffwechsel Säuren, die den Zahnschmelz angreifen und die Kariesgefahr erhöhen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Folgen der Karies wie Zahnwurzelentzündung, Parodontose oder Zahnverlust, was sich zusätzlich negativ auf die Zahngesundheit auswirken kann.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Achten Sie besonders darauf, kohlenhydratreiche und zuckerhaltige Speisen zu vermeiden. Sie fördern die Vermehrung der schädlichen Bakterien in der Mundhöhle, die kariesverursachende Säuren bilden.
  • Knabbern sie häufig Gemüsesticks! Sie massieren das Zahnfleisch, schaffen ein basisches Milieu im Mund und regen die Durchblutung von Zahnfleisch und Schleimhaut an. Zudem entfernen sie schädliche Plaques auch in den Zahnzwischenräumen.

 

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, Karies in den Griff zu bekommen. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken. Sport baut Stress ab, der wiederum für Störungen in der Darm- und Mundflora verantwortlich ist.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Lassen sie abends nach dem Zähneputzen einen Löffel Xylit im Mund zergehen. Der Birkenzucker vertreibt schädliche Bakterien in der Mundflora und schafft ein Milieu, das die Remineralisierung des Zahnschmelzes fördert.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen. Der Verzicht kann auch Ihre Beschwerden positiv beeinflussen. Ihrem Körper zuliebe sollten Sie möglichst ganz auf Alkohol und Nikotin verzichten, da beide Substanzen die Mundschleimhaut schädigen und zu den Hauptrisikofaktoren für Karies zählen.
  • Putzen Sie Ihre Zähne nach jeder Mahlzeit und pflegen Sie Ihr Zahnfleisch täglich. Mit einer Munddusche können Sie sanft die Zahnzwischenräume reinigen, das Zahnfleischmassieren und die Bakterienzahl reduzieren, wenn Sie dem Wasser einige Tropfen Salbeiöl hinzufügen.
  • Praktizieren Sie täglich Ölziehen, um schädliche Bakterien und Gifte aus der Mundhöhle zu entfernen.