Ernährung & Mikronährstoffe bei Kryptopyrolurie (KPU)

Mikronährstoffe spielen bei Kryptopyrolurie (KPU) eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.




Frau leidet an Kryptopyrolurie

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 29. Juli 2021

Mikronährstoffe bei Kryptopyrolurie (KPU)

Die Kryptopyrolurie (KPU) ist eine weit verbreitete Stoffwechselkrankheit, die langsam in den Fokus rückt. Schätzungsweise 1% der Männer und 10% der Frauen sind betroffen. Bestimmte Stoffwechselprozesse sind gestört, was dazu führt, dass einige Enzyme und Stoffwechselprodukte (z.B. Hämoglobin) fehlerhaft sind, die rasch wieder ausgeschieden werden müssen, und Mikronährstoffe zum Teil nur unzureichend aufgenommen werden. Zudem sammeln sich Giftstoffe und Schwermetalle im Organismus an. Die Folgen aufgrund des Mikronährstoffmangels sind vielfältig: Erschöpfung, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Stimmungslabilität bis hin zu depressiven Phasen, geringe Belastbarkeit, Blutarmut, Infektanfälligkeit, Magen-Darm-Störungen, Gelenkbeschwerden, Hormonstörungen etc.

Daher spielen Mikronährstoffe bei der ursächlichen Behandlung der Kryptopyrolurie eine bedeutende Rolle. Sie steuern Stoffwechselprozesse, regeln die Energieproduktion in den Zellen, fördern die Entgiftung und Ausleitung von Stoffwechselabfällen und Schadstoffen und sind wichtig für eine gesunde Darmschleimhaut sowie die Besiedelung des Darms mit der physiologisch wichtigen Bakterienflora.

Insbesondere Zink, Mangan und Vitamin B6 müssen substituiert werden, da aufgrund der Stoffwechselstörung hier ein chronischer Mangel vorliegt. Dadurch kommt es auch zu Mangelerscheinungen bei anderen Mikronährstoffen, da sie ihre Wirksamkeit eingeschränkt sind.

 

Folgende Mikronährstoffe sind essentiell, um die Beschwerden der KPU ursächlich zu behandeln:

 

  • Vitamin B6 sollte in aktivierter Form (Pyridoxal-5-Phospat, P5P) substituiert werden, da der Stoffwechsel von KPU-Patienten nicht in der Lage ist, Vitamin B6 selbst zu aktivieren. Vitamin B6 wird u. a. für die Bildung von Hämoglobin, Botenstoffen im Nervensystem und Hormonen sowie für verschiedene Entgiftungsprozesse benötigt. Auch psychische Labilität, Reizbarkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen gehen mit einem Vitamin B6-Mangel einher.
  • Zink ist essentiell für die Immunabwehr und die Herstellung zahlreicher Hormone und regt die Entgiftung von v. a. Schwermetallen an und stoppt Entzündungsprozesse. Vitamin D benötigt Zink, um im Organismus richtig verwertet werden zu können. Depressionen oder Stimmungsschwankungen können mit einem Zinkmangel einhergehen.
  • Mangan aktiviert Entgiftungsenzyme, ist Bestandteil von Neurotransmittern und wichtig für den Aufbau gesunder Knochen- und Zahnsubstanz sowie im Eiweiß- und Kohlenhydratstoffwechsel. Bei einem Manganmangel kommt es zu einer Ansammlung von Giftstoffen im Körper, was verschiedene Störungen hervorruft und anfällig macht für umweltgiftbedingte Krankheiten.
  • Antioxidantien: Oxidativer Zellstress entsteht durch ein Überangebot an freien Radikalen, die gesunde Zellen schädigen und ihre Funktionsfähigkeit einschränken oder zerstören. Umweltgifte, Mobilfunk- und elektromagnetische Strahlung, Stress, Fehlernährung etc. sind Ursachen für oxidativen Stress, der bei KPU-Patienten zahlreiche Beschwerden auslöst. Um die freien Radikale unschädlich zu machen, sind sogenannte Antioxidantien erforderlich. Dazu zählen z.B. die Vitamine A, C und E sowie Coenzym Q10, Zink und Selen.
  • Der Vitamin B-Komplex wird benötigt, um das entzündungsfördernde Homocystein, das ein Abfallprodukt des Eiweißstoffwechsels ist, abzubauen. Ein hoher Homocysteinspiegel ist mitverantwortlich für den hohen oxidativen Stress in den Zellen, die Auslösung von Entzündungen sowie die gestörte Energieproduktion.
  • Vitamin D reguliert Stoffwechselprozesse und das Immunsystem. Entzündungen, Infektanfälligkeit und Stimmungsschwankungen werden bei einem ausreichend hohen Vitamin D-Spiegel verbessert. Allerdings braucht es Zink, damit der Organismus bestimmte Eigenschaften von Vitamin D nutzen kann.
  • Magnesium ist überall im Körper vorhanden und zählt zu den Mikronährstoffen, die mengenmäßig am meisten im Körper vorkommen. Bei KPU-Patienten kann das Magnesium nicht optimal aufgenommen werden und wird zum Teil ungenutzt wieder ausgeschieden. Daher kann es u. a. zu Muskelkrämpfen oder -schwäche kommen, Infektanfälligkeit, Nervosität oder Schlafstörungen.
  • Die für unseren Körper essentiellen Omega 3-Fettsäuren wirken anti-entzündlich und sind Gegenspieler zu den entzündungsfördernden Omega 6-Fettsäuren, die in unserer heutigen Ernährung vorherrschen. Die Fettsäuren sind u. a. wichtig für die Hormonproduktion, für gesunde Schleimhäute, für den Fettstoffwechsel und das Nervensystem.
  • MSM (Methylsulfonylmethan), eine organische Schwefelverbindung, ist an unzähligen lebenswichtigen Stoffwechselprozessen beteiligt, unter anderen auch an der Herstellung von Glutathion. Bei einem Glutathionmangel steigt das Risiko für chronische und entzündliche Erkrankungen drastisch. Die Zufuhr von MSM verringert laut Forschungen Entzündungsreaktionen, wirkt beruhigend auf das Nervensystem, stresslindernd, immunstärkend und verstärkt die Wirkung anderer Mikronährstoffe.
  • Bitterstoffe aus Mariendistel, Schöllkraut, Schafgarbe, Tausendgüldenkraut oder Wirkstoffe der Süßholzwurzel helfen der Leber bei ihrer Entgiftungsarbeit, regen die Produktion von Verdauungssäften an und Verbessern Stoffwechselprozesse.

 

Da alle Mikronährstoffe erforderlich sind, damit die fein aufeinander abgestimmten Vorgänge im Organismus optimal funktionieren, sollten Patienten, die an einer Kryptopyrolurie oder unter umwelt- bzw. schadstoffbedingten Erkrankungen leiden, neben den bei KPU essentiellen Mikronährstoffen Zink, Vitamin B6 und Mangan ein Mikronährstoffpräparat wählen, das aus natürlichen Quellen hergestellt wird. Somit werden dem Körper möglichst alle wertvollen Wirkstoffe in Obst, Gemüse und Kräutern dem Körper zugeführt. Auf diese Weise können auch latent vorhandene Mikronährstoffmängel ausgeglichen werden, ohne dass die Gefahr einer Überdosierung besteht.

 

Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur nämlich niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft.

Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Kryptopyrolurie – zusätzlich zu Zink, Vitamin B6 und Mangan – eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen und verschlimmert die KPU-Beschwerden bzw. erhöht das Risiko für Begleiterkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Achten Sie zusätzlich darauf, regelmäßig probiotische, nicht pasteurisierte Lebensmittel wie frisches Sauerkraut, Kefir, Kombucha, Kimchi oder fermentiertes Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Die darin enthaltenden lebenden Milchsäurebakterien fördern eine gesunde Darmflora.
  • Vermeiden Sie ein Übermaß an Kohlenhydraten, da diese Entzündungsprozesse befeuern und das Stress-System unseres Organismus aktivieren, wodurch der oxidative Stress in den Zellen ansteigt. Bevorzugen Sie Kartoffeln statt Nudeln, Leinsamencracker statt Brot zum Salat, wählen Sie Pilze, Topinambur oder Süßkartoffeln und Gemüse als Beilage statt Reis.
  • Hören Sie auf Ihren Körper und lassen Sie die Lebensmittel weg, auf die Sie mit Verdauungsproblemen oder Unwohlsein reagieren. Bevorzugen Sie glutenfreie Kost, reduzieren Sie Fruktose und Laktose in Ihrer Ernährung, da häufig Unverträglichkeiten auftreten.
  • Mit einer gesunden, biologischen und anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie unterstützen den Aufbau einer gesunden Darmflora und tragen so aktiv zu einer Stärkung des Immunsystems bei.
    • Sie vermeiden Pestizide und weitere Giftstoffe, was die Entgiftungsarbeit Ihres Körpers erleichtert und Ihre Leber entlastet.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus, aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport, oder wenn Sport aufgrund der Erschöpfung und Kraftlosigkeit nicht möglich ist alternativ spazieren gehen oder Trampolinschwingen, nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit. Stressreduktion ist bei KPU-Patienten Grundlage der Therapie, da Stress die Symptome auslöst und befeuert.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration. Melatonin kann helfen, leichter in den Schlaf zu finden, damit Entgiftungs- und Regenerationsprozesse in der Nacht ungestört ablaufen können.
  • Der Aufenthalt im Freien und Aktivitäten im Garten oder in der Natur tragen zum Wohlbefinden und der Reduzierung von Stresssymptomen bei. Das natürliche Tageslicht aktiviert Stoffwechselprozesse, von Frühjahr bis Herbst wird zudem die Bildung des wichtigen Vitamin D angeregt.
  • Sauna, Wechselduschen und Kneippanwendungen trainieren unsere Abwehrkräfte, verbessern die Durchblutung des Körpers und die Ausscheidung von Giftstoffen. Regelmäßig angewendet haben Kälte-Wärme-Anwendungen viele positive Auswirkungen auf unseren gesamten Organismus.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Mit Achtsamkeit erkennen Sie rechtzeitig, wann Ihr Körper Pause braucht und können Ihrem Ruhebedürfnis nachgehen. Außerdem fällt es Ihnen leichter, Faktoren zu identifizieren, die Ihre Symptome verschlimmern, und entsprechend darauf zu reagieren.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen