Ernährung bei Laktoseintoleranz: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei Laktoseintoleranz eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Frau leidet an Laktoseintoleranz verursacht durch Milch

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 13. April 2021

Ernährung & Mikronährstoffe bei Laktoseintoleranz

Bei der Laktoseintoleranz liegt ein Mangel des Verdauungsenzyms Laktase zugrunde, der dafür verantwortlich ist, dass der Milchzucker (Laktose) in der Nahrung im Dünndarm nicht aufgespalten und verdaut werden kann. Die Verstoffwechselung der Laktose findet dann im Dickdarm durch Darmbakterien statt. Es kommt zur Bildung von Gasen und darmreizenden Stoffwechselprodukten, die Verdauungsbeschwerden auslösen. Die wirksamste Behandlung liegt im Verzicht auf Milchprodukte.

Da jedoch Laktose im Alltag oft nicht vermieden werden kann, da sie vielen verarbeiteten Nahrungsmitteln zugesetzt wird, ist das Ziel der Mikronährstoffmedizin, zum einen die fehlende Laktase zu ersetzen und somit den gereizten Darm zu beruhigen und die Beschwerden zu reduzieren. Zum anderen wird die Darmflora wieder ins Gleichgewicht gebracht und eventuelle Mikronährstoffmängel ausgeglichen.

 

Laktase wird natürlicherweise von Zellen der Dünndarmschleimhaut gebildet. Kann der Körper das milchspaltende Enzym nicht oder nur unzureichend bilden, kann es auch als Präparat eingenommen werden. Mehrere Studien konnten belegen, dass die Wirkung der synthetisch hergestellten Laktase der körpereigenen entspricht.

 

Für die Erneuerung der Darmschleimhaut werden Vitamin A und die B-Vitamine benötigt, da sie die Zellteilung steuern und vor Schäden schützen. Vitamin A hat zudem eine antioxidative und immunstärkende Wirkung. Die B-Vitamine sind wichtig für den Homocysteinabbau, welches Entzündungen und Schädigungen der gereizten Schleimhaut verursachen kann. Daher kann die Substitution der B-Vitamine bei Laktoseintoleranz angezeigt sein.

 

Ebenso wichtig ist die Versorgung mit ausreichend Vitamin D und Calcium. Neben der großen Bedeutung für den Knochenstoffwechsel und das Wachstum im Kindesalter ist die Kombination dieser beiden Mikronährstoffe erforderlich, um die Osteoporose als gefürchtete Spätfolge zu vermeiden.

Das Vitamin D spielt darüber hinaus eine große Rolle im Immunsystem: es regt die Abwehrzellen zur Teilung an, um auf Infektionen rasch reagieren zu können. Außerdem hat seine antientzündliche Wirkung eine Schutzwirkung auf die Darmschleimhaut.

Vitamin C in Kombination mit Zink ist essentiell für die Immunabwehr und u.a. wichtig für die Regeneration der Schleimhaut und Bekämpfung entzündlicher Prozesse. Dadurch wird die Schleimhautbarriere im Darm gestärkt und die Entwicklung eines Leaky Gut verhindert, wodurch aufgrund undichter Zellverbindungen Krankheitserreger, unverdaute Moleküle aus der Nahrung oder Giftstoffe in den Körper gelangen können.

 

Vitamin A, C, E, Selen und Zink zählen auch zu den sogenannten Antioxidantien, die die Darmschleimhaut vor oxidativen Stress und weiteren irreversiblen Schäden schützen und Stoffwechselprozesse störungsfrei ablaufen lassen.

Zu den Antioxidantien zählen u.a. auch Coenzym Q10 und zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe (z.B. Grüntee-Extrakte, Quercetin, Curcumin). Wichtig zu wissen ist, dass sich die antioxidative Wirkung der Mikronährstoffe am besten in einer Kombination der verschiedenen Antioxidantien entfaltet, da sich die Mikronährstoffe in ihrer Wirksamkeit ergänzen.

Auch Omega 3-Fettsäuren hemmen Entzündungsprozesse und sind wichtig für eine gesunde Verdauung und eine gesunde Darmflora.

Nicht zuletzt ist es auch sinnvoll, Prä- und Probiotika zu substituieren, um die Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen und eine gesunde Darmfunktion zu unterstützen. Die Darmflora hält gasbildende Bakterien in Grenzen, arbeitet mit unserem Immunsystem zusammen und verstoffwechselt die Nahrung weiter, so dass die einzelnen Makro- und Mikronährstoffe für unseren Körper verfügbar und verwertbar sind. Probiotika enthalten Bakterienstämme, die dazu beitragen, unsere Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen, Präbiotika sind Ballaststoffe, die den „guten“ Darmbakterien als Nährstoffquelle dienen und damit ihre Vermehrung fördern.

 




Experten-Tipps

Worauf sollten Sie achten?

  • Nehmen Sie täglich ein natürliches Mikronährstoffkonzentrat, das neben Vitamin D und Spurenelementen auch Omega-3-Fettsäuren und Coenzym Q10 enthält.
  • Mikronährstoffpräparate in flüssiger Form kann der Körper deutlich besser und physiologischer verwerten als Tabletten oder Pulver.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Laktoseintoleranz eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden natürliche, flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt  (Hier erhalten Sie eine Übersicht empfohlener Präparate).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen und befeuert Verdauungsbeschwerden noch zusätzlich.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle (Leinöl, Walnussöl).
  • Achten Sie zusätzlich darauf, regelmäßig probiotische, nicht pasteurisierte Lebensmittel wie frisches Sauerkraut, Kombucha, Kimchi oder fermentiertes Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Die darin enthaltenden lebenden Milchsäurebakterien fördern eine gesunde Darmflora.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
    • Sie können Verdauungsprobleme wieder in den Griff bekommen und eine gesunde Darmflora pflegen.
  • Für eine gesunde Verdauung und eine optimale Zusammensetzung der Darmflora sind Ballaststoffe unerlässlich. Ballaststoffe finden sich vor allem in Leinsamen, Hülsenfrüchten, getrockneten Aprikosen, Äpfeln und Nüssen. Besonders empfehlenswert ist resistente Stärke (v.a. Linsen, Hirse, Gemüse, Kartoffelstärke, Tapiokastärke). Sie zählt zu den Ballaststoffen, die unverdaut in den Dickdarm gelangen und dort den Darmbakterien als Nahrung dienen.
  • Pflanzliche Milchalternativen sind bei Laktoseintoleranz sehr empfehlenswert. Verwenden Sie Produkte aus Hafer, Hirse, Mandeln oder Reis zum Kochen, Backen, ins Müsli oder einfach pur.
  • Laktosefreie Produkte gibt es inzwischen überall in Supermärkten oder im Naturkostladen zu kaufen und erleichtern die Essenszubereitung, besonders wenn Sie für die Familie kochen müssen.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sportnachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannungkönnen Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
  • Nehmen Sie Laktasetabletten vor einer Mahlzeit ein, wenn Sie z. B. bei einer Einladung zum Essen laktosehaltige Speisen nicht vermeiden können. Trinen Sie dazu ein großes Glas Wasser, um sicherzugehen, dass die Laktase auch im Dünndarm ankommt und nicht durch die Magensäure Schaden nimmt.