Ernährung bei Lebererkrankungen: Darauf sollten Sie achten

Wie in unseren Leit-Artikel „Lebererkrankungen: Bitterstoffe, mediterrane Ernährung & Heilfasten als Basistherapie bei Fettleber oder erhöhten Leberwerten“ beschrieben, spielt ein ausgewogener Mikronährstoffhaushalt und eine entsprechende Ernährung eine essentielle Rolle für eine erfolgreiche Therapie.

Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel bieten wir einen Überblick zum Thema und geben Ihnen hilfreiche Tipps, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Person leidet an Lebererkrankung

Dr. med. Harald Hüther Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Experte/Expertin:

Dr. med. Harald Hüther

Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Lebererkrankungen

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Mikronährstoffe deutlich positive Auswirkungen auf die Lebergesundheit haben. Als wichtigstes Entgiftungsorgan ist die Leber einer großen oxidativen Belastung ausgesetzt. Daher ist eine ausreichende Versorgung mit Antioxidantien Grundvoraussetzung für die Gesunderhaltung des Organs. Da die Leber ebenfalls als „Enzymzentrale“ des Körpers fungiert, benötigt sie sämtliche Mikronährstoffe, die für die Funktion und Wirkungsweise der Enzyme verantwortlich sind.

An oberster Stelle steht daher die Versorgung mit dem Mineralstoff Zink, da dieser in mehr als 300 Enzymen enthalten ist. Durch eine zusätzliche Supplementierung von Zink verbessert sich unter anderem die Bildung des Retinolbindungsproteins, was wiederrum die Aufnahme von Vitamin A vereinfacht. Ebenso ist ein ausreichender Vitamin B6-Haushalt entscheidend, um die Aufrechterhaltung des Harnstoffzyklus zu gewährleisten.

Wer bereits an einer virusbedingen Lebererkrankung leidet, kann vor allem von Antioxidantien wie Vitamin C profitieren. Zusätzliche Antioxidantien sind nötig, da die Viren nicht nur die Leber sondern auch die darin ablaufenden oxidativen Prozesse beeinträchtigen. Studien haben gezeigt, dass die Gabe von Vitamin C eine deutliche Verbesserung bestimmter histologischer Parameter und damit auch einer Reduzierung der Viruslast hervorrufen kann.

Als weitere wichtige Mikronährstoffe im Kampf gegen Lebererkrankungen sind außerdem sekundäre Pflanzenstoffe zu nennen. Es konnte beispielsweise gezeigt werden, dass Curcumin zu einer Verbesserung der Zellstruktur und gleichzeitig zum Rückgang der Transminasen führt.

 

Eine Mikronährstoffbehandlung eignet sich nicht nur zur Prävention sondern auch zur Therapie, wenn die Krankheit bereits eingetreten ist. In zahlreichen Studien wurde eindeutig nachgewiesen, dass Mikronährstoffe wie Mineralien (vor allem Zink), Vitamine (Vitamin A und Vitamin B6) als auch sekundäre Pflanzenstoffe zu einer Linderung der Beschwerden beitragen.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Lebererkrankungen eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mit beeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Eine kohlehydratarme, mikronährstoffreiche Kost ist Basis bei Lebererkrankungen. Achten Sie auf hochwertige Proteinquellen wie (fetten) Meeresfisch, Hülsenfrüchte, Samen und Nüsse und reichern Sie Ihre Mahlzeiten mit hochwertigen Ölen an. Dazu zählen Leinöl, Weizenkeimöl, Hanföl oder Walnussöl.

Anpassungen im Lebensstil

  • Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie trägt ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.
    • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So konnte regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als die Häufigkeit von Komplikationen senken.
    • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit
    • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
    • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
    • Leberwellness in Form von feucht-heißen Wickeln, Entgiftungstagen oder Heilfasten tut der Leber gut, unterstützt den Regenerationsprozess und wirkt dem Fortschreiten von Lebererkrankungen entgegen.
    • Darmsanierung: Eine gesunde Darmflora ist eine wichtige Voraussetzung für einen optimal funktionierenden Organismus. Mit probiotischen Lebensmitteln, allen voran fermentierten Gemüsen und Getränken wie Kombucha oder Kefir, schaffen Sie ideale Voraussetzung für die Besiedelung des Darms mit den lebenswichtigen Milchsäurebakterien.
    • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessern die Durchblutung des Organismus, die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.