Ernährung bei Leukämie: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei der Therapie der Leukämie eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Darstellung von Leukaemie-Zellen

Theresa Müller - Ernährungsberaterin, Selfcare- & Achtsamkeitstrainerin

Experte/Expertin:

Theresa Müller

Ernährungsberaterin, Selfcare- & Achtsamkeitstrainerin

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Leukämie

Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe etc.) spielen bei der Behandlung aller Krebsarten und speziell bei der Leukämie eine immer größere Rolle. Sie regeln die Energieproduktion in den Zellen, sind wichtig für die Steuerung des Immunsystem und helfen bei der Entgiftung. Es ist nicht verwunderlich, dass es heute zahlreiche Studien gibt, die eine Verbesserung der Symptomatik nach der Gabe von Mikronährstoffen gezeigt haben.

So ist mittlerweile ganz klar, dass ein guter Vitamin-D-Spiegel entscheidend dazu beiträgt, das Immunsystem zu steuern. Vitamin D ist auch – genauso wie Vitamin A – an der Zellteilung beteiligt. Deutlich zu niedrige Vitamin-D-Spiegel sind in unseren Breiten sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen weit verbreitet.

In einer Studie der Kinderklinik in Philadelphia wurden bei 55 Prozent Kinder und Jugendlichen zu niedrige Vitamin-D-Spiegel gemessen. Bei Kindern und Jugendlichen sollte unbedingt auf eine gute Vitamin-D-Versorgung geachtet werden, da Vitamin D über seine Bedeutung als Knochenvitamin hinaus sehr vielfältige regulatorische Funktionen im Stoffwechsel hat.

 

Wichtig zu wissen ist, dass es für zahlreiche Mikronährstoffe nachgewiesen ist, dass sie die Wirkung einer Chemotherapie verstärken können. Zudem schützen die gesunden Zellen vor den negativen Wirkungen der Chemo.

Zu diesen Stoffen zählen Spurenelemente wie Selen und Zink ebenso wie Vitamin C und die noch immer unterschätzten sekundären Pflanzenstoffe. Für letztere gibt es einige Studien, dass sie während einer Chemotherapie sehr wichtig sind, dass sie aber auch eigene Wirkungen gegen Leukämie haben.

Ein gutes, natürliches Mikronährstoffprodukt enthält aber nicht nur Vitamine, Mineralien und sekundäre Pflanzenstoffe, auch Omega-3-Fettsäuren und Coenzym Q10 sollten enthalten sein.

Omega-3-Fettsäuren sind wichtig für die gesunde Bildung von Blutzellen und können Entzündungen bekämpfen helfen. Coenzym Q10 hat vor, während und nach einer Therapie gegen Leukämie wichtige Funktionen, vor allem in den Zellkraftwerken.

 




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die Kombination erhöht die Bioverfügbarkeit der einzelnen Vitalstoffe. Zudem ergänzen und verstärken sie einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Krankheit auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Leukämie eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Das Immunsystem wird optimiert, zu schwache Anteile werden aktiviert, überaktive Teile werden gebremst.
    • Die Energieproduktion in allen Zellen wird verbessert, was auch zu einem schnelleren Absterben nicht funktionaler Zellen (Apoptose) führt.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz auszuheilen. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken. Selbstverständlich sollten Sie das Maß der Belastung von Ihrem körperlichen Zustand abhängig machen und im Zweifel mit Ihrem Arzt reden.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Trinken Sie ausreichend (stilles) Wasser. Es ist wichtig für die Funktion der Blutzellen und des Knochenmarks und es fördert die Entgiftung.