Ernährung bei Lungenfibrose: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei Lungenfibrose eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Arzt erkennt auf Röntgenbild COPD

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Lungenfibrose

Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe etc.) spielen bei der ganzheitlichen Behandlung der Lungenfibrose eine immer größere Rolle. Sie sind am Aufbau einer gesunden Lungenschleimhaut beteiligt, sie unterstützen die Ausscheidung von Giftstoffen über die Atmung sowie die Bildung von Schleim, um Krankheitserreger und Reizstoffe aus der Lunge zu entfernen. Außerdem regeln sie die Energieproduktion in den Zellen, sind wichtig für das Immunsystem und die Eindämmung von Entzündungen und sorgen für eine optimale Durchblutung.

Die Lungenfibrose, die Umwandlung von aktivem Lungengewebe in inaktives Bindegewebe und damit Einschränkung der Lungenfunktion und des Atemvolumens, ist Folge von schädigenden Substanzen (Asbest, Stäube, Nikotin, Chemikalien), Strahlentherapie, chronischen Lungenerkrankungen, Herzerkrankungen oder schweren Infekten.

 

Bei der Lungenfibrose steht im Vordergrund, Entzündungsprozesse zu stoppen und eine weitere Schädigung des Lungengewebes zu verhindern. Außerdem spielt die Regeneration der Schleimhaut sowie das Abhusten des infektiösen oder mit Schadstoffen versetzen Schleims eine große Rolle, um die Lungenfunktion soweit wie möglich noch zu erhalten. Sekundäre Pflanzenstoffe wie Quercetin, OPC oder Resveratrol haben ebenfalls entzündungshemmende Eigenschaften und reduzieren den oxidativen Zellstress.

 

 

Oxidativer Stress ist ursächlich an der Lungenfibrose beteiligt. Oxidativer Stress entsteht durch ein Überangebot an freien Radikalen, die gesunde Zellen schädigen können, die Durchblutung der feinen Gefäße in den Lungen beeinträchtigen und die Regeneration der Schleimhaut stören. Eine Ansammlung von schädigenden Substanzen, die chronische Entzündungen auslösen können und das Lungengewebe dauerhaft reizen, befeuert die Entwicklung der Lungenfibrose noch. Eine gestörte Zellneubildung, eine zu geringe Schleimbildung oder eine zunehmende Vernarbung der Schleimhaut können die Folge sein.

Um die freien Radikale unschädlich zu machen, sind sogenannte Antioxidantien erforderlich.

Die Mikronährstofftherapie zielt primär darauf ab, die Lunge vor dem oxidativen Stress und irreversiblen Schäden zu schützen. Bei der Lungenfibrose sind u.a. die Vitamine A, C und E sowie Coenzym Q10, Selen und Zink als Radikalfänger sinnvoll. Wichtig zu wissen ist, dass sich die antioxidative Wirkung der Mikronährstoffe am besten in einer Kombination der verschiedenen Antioxidantien entfaltet, da sich die Mikronährstoffe in ihrer Wirksamkeit ergänzen. Des Weiteren verhindern Antioxidantien, dass es zu unbemerkten oder chronischen Entzündungen kommt, die eine Lungenfibrose zur Folge haben können. In Studien mit Sarkoidose-Patienten wurde beobachtet, dass die Patienten einen um 25% niedrigeren Antioxidantienspiegel vorwiesen als Gesunde.

 

Die Omega 3-Fettsäuren EPA und DHA können Entzündungen vorbeugen oder bei chronischen Lungenerkrankungen eine antientzündliche Wirkung entfalten und so das weitere Fortschreiten der Erkrankung verzögern. Zwar liegen explizit für die Lungenfibrose noch keine Studien vor, jedoch wurde der Zusammenhang einer ausreichenden Versorgung mit Omega 3-Fettsäuren und anderen chronischen bzw. entzündlichen Erkrankungen bereits gut erforscht. Bei rheumatischen bzw. chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und Autoimmunkrankheiten konnte der Krankheitsverlauf günstig beeinflusst und sogar gestoppt werden.

 

Ebenso ist das Vitamin D von großer Bedeutung. Es reguliert Immunprozesse, wirkt entzündungshemmend und unterstützt den Heilungsprozess bei geschädigtem Gewebe. Studien haben ergeben, dass ein Vitamin D-Mangel mit chronischen Erkrankungen, einer gestörten Zellneubildung und Schleimhautregeneration sowie geschwächten Immunlage im Zusammenhang steht. Auch wurde herausgefunden, dass ein Vitamin D-Mangel das Risiko, an COPD zu erkranken, erhöht. Ein hoher Vitamin D-Spiegel reduziert in jedem Fall Entzündungsprozesse und verhindert die Vernarbung von gesundem Lungengewebe.

 

Magnesium erleichtert das Abhusten von Schleim wie auch das Atmen, da es die Atemmuskulatur und die feinen Muskeln in den Bronchien entspannt und so die Atemwege erweitert. Außerdem haben Forscher einer kalifornischen Universität belegt, dass Magnesium zu den Mikronährstoffen zählt, die die höchste antientzündliche Wirkung haben. Somit haben Lungenfibrose-Patienten einen doppelten Nutzen, wenn sie auf ihre tägliche Magnesiumzufuhr achten.

 

Da jedoch alle Mikronährstoffe erforderlich sind, um das weitere Fortschreiten der Lungenfibrose aufzuhalten, sollten Betroffene ein Mikronährstoffpräparat wählen, das aus natürlichen Quellen hergestellt wird, um möglichst alle wertvollen Wirkstoffe in Obst, Gemüse und Kräutern dem Körper zuzuführen. So werden auch latent vorhandene Mikronährstoffmängel ausgeglichen, ohne dass die Gefahr einer Überdosierung besteht.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Denn Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Lungenfibrose eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Vermeiden Sie ein Übermaß an Kohlenhydraten, da diese Entzündungsprozesse befeuern und das Stress-System unseres Organismus aktivieren. Bevorzugen Sie Kartoffeln statt Nudeln, Leinsamencracker statt Brot zum Salat, wählen Sie Pilze, Topinambur oder Süßkartoffeln und Gemüse als Beilage statt Reis.
  • Trinken Sie ausreichend stilles Wasser und schleimlösende, lungenstärkende Kräutertees (Süßholzwurzel, Thymian, Huflattich, Lungenkraut, Königskerze). Die Flüssigkeit ist wichtig, um die Schleimbildung und Ausscheidung von Giftstoffen und Krankheitserregern über die Lunge anzuregen. Als Faustregel gilt: 40ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht täglich

 

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Gerade bei Lungenfibrose sollten diese Substanzen tabu sein, da sie das Fortschreiten der Erkrankung noch befeuern.
  • Atemübungen trainieren und entspannen Ihre Atemmuskulatur, unterstützen das Abhusten und die Ausscheidung von Reizstoffen über die Schleimhäute.