Ernährung bei Lungenkrebs: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei Lungenkrebs eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Röntgenbild auf dem Lungenkrebs zu erkennen ist

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Ernährung & Mikronährstoffe bei Lungenkrebs

Chronische Lungenerkrankungen, jahrelanges Rauchen oder Inhalation von krebserregenden Stoffen oder die Absiedelung von Metastasen von anderen Krebsherden können Lungenkrebs entstehen lassen.

Die Mikronährstofftherapie zielt vor allem auf die Krebsprävention, die Reduzierung der krebsauslösenden Faktoren ab. Auch als begleitende Krebstherapie und als Schutz für die Mitochondrien, die Energieproduzenten des Körpers, finden Mikronährstoffe Einsatz.

 

Mikronährstoffe sind am Aufbau einer gesunden Lungenschleimhaut beteiligt, sie unterstützen die Ausscheidung von Giftstoffen über die Atmung sowie die Bildung von Schleim, um Krankheitserreger und Reizstoffe aus der Lunge zu entfernen. Außerdem sind sie wichtig für das Immunsystem, für eine kontrollierte Zell(neu)bildung und können die Nebenwirkungen der Chemo- oder Strahlentherapie lindern.

 

Oxidativer Stress ist ursächlich an der Entstehung von Lungenkrebs beteiligt. Er entsteht durch ein Überangebot an freien Radikalen, die gesunde Zellen schädigen und eine unkontrollierte Zellbildung begünstigen können. Um die freien Radikale unschädlich zu machen, sind sogenannte Antioxidantien erforderlich.

Die Mikronährstofftherapie zielt primär darauf ab, die Lunge vor dem oxidativen Stress und irreversiblen Schäden zu schützen. Radikalfänger wie die Vitamine A, C und E sowie Coenzym Q10, Selen und Zink werden hochdosiert eingesetzt. Wichtig zu wissen ist, dass sich die antioxidative Wirkung der Mikronährstoffe am besten in einer Kombination der verschiedenen Antioxidantien entfaltet, da sie sich in ihrer Wirksamkeit ergänzen.

Insbesondere Vitamin C wurde hinsichtlich seiner Auswirkung auf Krebszellen und den weiteren Krankheitsverlauf intensiv erforscht. Die Lebensqualität und die Überlebensrate war bei der hochdosierten Verabreichung von Vitamin C signifikant erhöht.

 

Sekundäre Pflanzenstoffe wie Quercetin, OPC oder Resveratrol haben ebenfalls entzündungshemmende Eigenschaften und reduzieren den oxidativen Zellstress.

 

Mehrere wissenschaftliche Studien konnten belegen, dass bestimmte Mikronährstoffe wie L-Carnitin, Selen oder Vitamin D positiven Einfluss auf die Wirksamkeit konventioneller Krebstherapien haben und Nebenwirkungen lindern können.

Vitamin D ist bei der Krebstherapie generell von großer Bedeutung. Es reguliert Immunprozesse, wirkt entzündungshemmend, verlangsamen das Tumorwachstum und unterstützt den Heilungsprozess bei geschädigtem Gewebe. Studien haben ergeben, dass ein Vitamin D-Mangel mit chronischen Erkrankungen, einer gestörten Zellneubildung und Schleimhautregeneration sowie geschwächten Immunlage im Zusammenhang steht. Auch das Krebsrisiko ist erhöht.

 

Die Omega 3-Fettsäuren EPA und DHA können Entzündungen vorbeugen oder bei chronischen Lungenerkrankungen eine antientzündliche Wirkung entfalten und so das weitere Fortschreiten der Erkrankung verzögern sowie das Lungenkrebsrisiko senken.

 

Ein ausreichend hoher Magnesiumspiegel senkt zudem das Risiko für verschiedene Krebsarten. Magnesium ist an mehr als 300 enzymatischen Reaktionen beteiligt und in allen Gewebearten des Körpers in großer Menge vorhanden. Außerdem spielt es eine wichtige Rolle bei der Reparatur geschädigter DNA – eine entscheidende Ursache bei der Entstehung von Krebs.

Außerdem haben Forscher einer kalifornischen Universität belegt, dass Magnesium zu den Mikronährstoffen zählt, die die höchste antientzündliche Wirkung haben. Somit haben Lungenkrebs-Patienten einen doppelten Nutzen, wenn sie auf ihre tägliche Magnesiumzufuhr achten.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Lungenkrebs eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Insbesondere Kohl, Brokkoli, Karotten, Tomaten und Zitrusfrüchte senken laut wissenschaftlicher Untersuchungen das Krebsrisiko um 59%!
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie senken aktiv Ihr Krebsrisiko.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Vermeiden Sie ein Übermaß an Kohlenhydraten, da diese Entzündungsprozesse befeuern und das Stress-System unseres Organismus aktivieren. Bevorzugen Sie Kartoffeln statt Nudeln, Leinsamencracker statt Brot zum Salat, wählen Sie Pilze, Topinambur oder Süßkartoffeln und Gemüse als Beilage statt Reis.
  • Trinken Sie ausreichend stilles Wasser und Kräutertees Die Flüssigkeit ist wichtig, um die Schleimbildung und Ausscheidung von Giftstoffen und Krankheitserregern über die Lunge anzuregen.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Gerade hinsichtlich Lungenkrebs sollten diese Substanzen tabu sein, da sie das Krebsrisiko deutlich erhöhen und das Fortschreiten der Erkrankung noch befeuern.
  • Nehmen Sie psychotherapeutische Hilfe in Anspruch, wenn Sie oder einer Ihrer Angehörigen an Krebs erkrankt sind, da die Diagnose für alle sehr belastend sein kann.