Ernährung bei Magengeschwür: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei einem Magengeschwür eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

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Theresa Müller - Ernährungsberaterin, Selfcare- & Achtsamkeitstrainerin

Experte/Expertin:

Theresa Müller

Ernährungsberaterin, Selfcare- & Achtsamkeitstrainerin

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei einem Magengeschwür

Kommt es zu einer starken Schädigung der Magenwand, kann sich dort ein Geschwür (Ulkus) bilden. Meist entsteht ein Magengeschwür (Ulcus ventriculi) durch ein Zuviel an Magensäure. Häufiger Auslöser ist auch das Bakterium Helicobacter pylori. Magengeschwüre zählen zu den häufigsten Magen-Darm-Erkrankungen. Sie zeigen sich durch Schmerzen im Oberbauch, Völlegefühl und Übelkeit. Rechtzeitig behandelt, heilt das Geschwür meist problemlos aus. Neben der schulmedizinischen Therapie werden auch die Mikronährstoffe zur Linderung der Beschwerden sowie der erfolgreichen Therapie immer bewusster eingesetzt. Mikronährstoffe sind in der Lage, durch ihre immunfördernde Wirkung den Körper bei der Ausübung vielzähliger Stoffwechselvorgänge zu unterstützen und einen gesunden Organismus und somit das persönliche Wohlbefinden und eine hohe Lebensqualität zu fördern.

 

Bei einer Erkrankung des Magens wie einem Magengeschwür, ist vor allem auf die ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen wie dem Vitamin B12, Vitamin C, D und E, Folsäure, Calcium, Magnesium, Zink sowie Omega 3 Fettsäuren zu achten.

Ein Magengeschwür erhöht das Risiko eines Vitamin B12 Mangels, denn eine geschädigte Magenschleimhaut hat Schwierigkeiten, die benötigten Mengen an gewissen Eiweißen, wie dem intrinsischen Faktor (IF) zu produzieren. Dieser Faktor ist jedoch sehr wichtig, da er für die Aufnahme von Vitamin B12 nötig ist. Fehlt es an dem so wichtigen Vitamin im Dünndarm, kommt es zu einem Mangel, der wiederrum zu Müdigkeit, Leistungsschwäche, Blutarmut, Nervenstörungen oder auch psychischen Symptomen führt. Ein Vitamin B12 Mangel sollte daher möglichst schnell z.B. mit einem Mikronährstoffpräparat ausgeglichen werden.

Vitamin C ist mit das wichtigste Antioxidans der Magenschleimhaut. Es hilft freie Radikale zu neutralisieren und bekämpft oxidativen Stress. Außerdem kann Vitamin C bei der Bekämpfung des Magenkeims Helicobacter pylori helfen, denn es hilft, den Säureschutz des Keims aufzuheben.

Auch Vitamin E ist wichtig für die Magenschleimhaut. Es reduziert die Bildung entzündungsfördernder Stoffe, hilft oxidativen Stress zu verringern und lindert Schmerzen.

Vitamin D unterstützt ein gesundes Immunsystem und hilft daher die körpereigene Abwehr aktiv zu halten und damit Entzündungen im Körper gar nicht erst entstehen zu lassen.

Einige Medikamente, die in der Schulmedizin zum Einsatz kommen, können langfristig einen Mangel an bestimmten Mikronährstoffen hervorrufen. Dazu gehören z.B. Folsäure, Calcium, Magnesium und Zink. Durch die längerfristige Einnahme von Medikamenten, kann es aufgrund der unzureichend vorhandenen Magensäure zu einem Mangel kommen. Mikronährstoffexperten empfehlen daher, sich möglichst ausgewogen und magenfreundlich zu ernähren, sowie für die Grundversorgung auf ein Mikronährstoffkonzentrat zurück zu greifen, dass alle nötigen Mineralien, Spurenelemente und Antioxidantien für die eigene Gesundheit beinhaltet, so dass Magengeschwüre in der Zukunft gar nicht erst auftreten.

 




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur nämlich niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Magengeschwüren eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Schonen Sie Ihren Magen vor allem in den ersten 3 Tagen. Trinken sie ausreichend, etwa 1,5 Liter pro Tag. Trinken Sie am besten ausgleichende Getränke wie stilles Wasser, Kräutertees wie Salbei, Kamille oder Fenchel- Anis Tee. Sie beruhigen den Magen und wirken gegen eine Entzündung. Meiden Sie außerdem zu heiße oder zu kalte Getränke, da diese bei einem Geschwür nicht geeignet sind.
  • Verwenden sie keinen Zucker, sondern wenn möglich nur Honig, dieser wirkt ebenfalls antibakteriell und entzündungshemmend.
  • Schlürfen Sie nach Belieben etwas leichte Gemüsebrühe. Sie enthält Mineralstoffe, die der Körper braucht. Die Brühe sollte jedoch keinesfalls zu salzig oder zu fett sein.
  • Auch Kohlensäure oder Früchtetees enthalten Säuren, auf die Ihr Magen empfindlich reagieren könnte.
  • Hören Sie auf Ihren Bauch und essen Sie anfangs nur kleine Mengen Schonkost um den Magen wieder langsam an feste Kost zu gewöhnen und nicht zu überlasten.
    • Versuchen Sie z.B. etwas Zwieback in Brühe einzutauchen.
    • Weichen Sie Haferflocken in etwas Wasser ein und essen diesen gekocht als Haferschleim oder Porridge.
    • Beginnen Sie mit zerdrückten Salzkartoffeln, Reis oder Weißbrot. Vollkornbrot ist hier weniger geeignet, da es schwerer zu verdauen ist und länger im Magen bleibt.
    • Greifen Sie zu gekochten und püriertem Gemüse wie Zucchini, Möhren oder Kohlrabi.
  • Vermeiden Sie dauerhaft zu scharfe, zu fette oder zu zuckerhaltige Speisen, sie können den Magen schädigen

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sportnachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannungkönnen Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und beugt Magengeschwüren vor.
  • Vermeiden Sie zu viel Koffein. Greifen Sie lieber zu Alternativen wie Lupinenkaffee zurück, diese sind natürliche Alternativen aus der Süsslupine.
  • Vermeiden Sie Stress, denn dieser kann zu Stress im Körper und damit zu Entzündungen wie Magengeschwüren führen
  • Identifizieren Sie belastende Situationen oder Umstände in Ihren Leben. Auch diese können auf Dauer zu Beschwerden im Magen-Darm-Bereich führen. Vielleicht ist es an der Zeit sich mit bestimmten Themen in Ihrem Leben auseinander zu setzen um zu heilen.