Ernährung bei Magenschmerzen: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei Magenschmerzen eine wichtige Rolle. Die elementare Basis jeder Therapie sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

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Dr. med. Harald Hüther Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Experte/Expertin:

Dr. med. Harald Hüther

Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Ernährung & Mikronährstoffe bei Magenschmerzen

Mikronährstoffe spielen bei der ganzheitlichen Behandlung von Magenschmerzen eine große Rolle, denn die Ursachen von Magenschmerzen sind vielfältig.

Neben Stress, zu vielen Genussmitteln wie Kaffee, schwarzem Tee und Alkohol, Ernährungsfehlern und Medikamenten, können auch Entzündungen, Sodbrennen, ein Magengeschwür oder emotionale Belastung („etwas schlägt uns auf den Magen“) der Auslöser für Magenschmerzen sein.

Unabhängig von der Ursache ist eine optimale Versorgung mit Mikronährstoffen wichtig, um die Schmerzen zu lindern und eine Verschlimmerung oder Chronifizierung der Beschwerden zu verhindern.

 

Zum Schutz der Schleimhaut und zur Hemmung von entzündlichen Prozessen sind vor allem Antioxidantien erforderlich.

Sie fangen die freien Radikale, die bei Entzündungen, durch Zellgifte und Stress vermehrt freigesetzt werden. Oxidativer Zellstress entsteht durch das Überangebot an freien Radikalen, die gesunde Zellen schädigen, die Durchblutung der Magenschleimhaut und -muskulatur beeinträchtigen, somit deren Funktion beeinträchtigen und ihre Versorgung mit Mikronährstoffen stören.

Die Mikronährstofftherapie zielt primär darauf ab, den Magen vor dem oxidativen Stress und irreversiblen Schäden zu schützen. Zu den wichtigen Antioxidantien zählen u.a. die Vitamine A, C und E sowie Coenzym Q10, Zink, Selen und sekundäre Pflanzenstoffe wie Astaxanthin, Resveratrol oder die Grüntee-Catechine.

Die antioxidative Wirkung der Mikronährstoffe entfaltet sich am besten in einer Kombination der verschiedenen Antioxidantien, da sie einander in ihrer Wirksamkeit ergänzen.

 

Darüber hinaus sind folgende Mikronährstoffe wichtig für die Magengesundheit:

  • B-Vitamine: Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12 sind signifikant wichtig bei Zellbildung und Zellteilung. Bei chronischen Magenproblemen kann ein (latenter) Vitamin B12-Mangel entstehen, da der Intrinsic Factor, ein Protein, das im Magen gebildet wird, erforderlich ist, um Vitamin B12 aufnehmen zu können. Außerdem senken die B-Vitamine den Homocystein-Spiegel im Blut, eine entzündungsfördernde und zellschädigende Aminosäure.
  • Vitamin D wirkt entzündungshemmend und unterstützt die Bildung einer gesunden Magenschleimhaut.
  • Magnesium stärkt den Schließmuskel am Mageneingang, wodurch Sodbrennen gelindert wird, entspannt die Muskeln des Magens und lindert so Krämpfe und hat eine entzündungshemmende Wirkung.
  • Zink wirkt ebenso entzündungshemmend, ist an unzähligen Stoffwechselprozessen beteiligt und unterstützt zusammen mit Vitamin C die Bekämpfung von Keimen, die die Magenschleimhaut reizen.
  • Auch Selen schützt die Magenschleimhaut vor einer Entzündung und vor der Entartung von Zellen.
  • Omega 3-Fettsäuren sind entzündungshemmend und Gegenspieler zu den entzündungsfördernden Omega 6-Fettsäuren, die in unserer heutigen Ernährung vorherrschen. Studien ergaben, dass die Omega 3-Fettsäure EPA (Eicosapentaensäure) Entzündungen der Schleimhaut im Verdauungstrakt nachweislich reduziert.
  • Sekundäre Pflanzenstoffe:
  • Curcumin, ein Wirkstoff aus der Gelbwurz (Kurkuma), hat eine hoch antioxidative Wirkung, beruhigt den Magen und schützt vor Entzündungen.
  • Astaxanthin kann zusammen mit Vitamin C das Magenbakterium Helicobacter pylori bekämpfen, Magengeschwüre und Verdauungsprobleme lindern.
  • Quercetin hat entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften und hemmt eine übermäßige Magensaftproduktion.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Magenschmerzen eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen, auch bei Magenschmerzen, für die keine eindeutige Ursache gefunden werden kann. Silent inflammation (unbemerkte Entzündungsprozesse) verursachen anfangs diffuse Beschwerden, bis eine ernsthafte Erkrankung entsteht.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie Ihre Beschwerden selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor anderen Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie können ernsthaften Magenerkrankungen vorbeugen.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
    • Achten Sie auf regionale, saisonale Bio-Nahrungsmittel –
    • Umweltgifte wie Pestizide können Magenschmerzen auslösen.
  • Vermeiden Sie ein Übermaß an Kohlenhydraten, da diese Entzündungsprozesse befeuern und das Stress-System unseres Organismus aktivieren. Bevorzugen Sie Kartoffeln statt Nudeln, Leinsamencracker statt Brot zum Salat, wählen Sie Pilze, Topinambur oder Süßkartoffeln und Gemüse als Beilage statt Reis.
  • Probieren Sie Intervallfasten Die Nahrungskarenz für 12-16 Stunden kann sich positiv auf Ihren Magen auswirken.

 

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome zu lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger moderater Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken. Exzessiver Sport bewirkt jedoch das Gegenteil und schadet Ihrer Gesundheit mehr als er nutzt.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit. Stressreduktion und Gelassenheit sind wichtige Faktoren für die Magengesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration. Essen Sie möglichst 3-4 Stunden vor dem Zubettgehen nichts mehr, um Ihrem Magen in der Nacht Ruhe zu gönnen.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen.
  • Halten Sie auch den Konsum von koffeinhaltigen Getränken bei Magenschmerzen moderat.