Ernährung bei Mandelentzündung: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei einer Mandelentzündung eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Kind wird auf Mandelentzündung im Mund untersucht

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 23. März 2021

Mikronährstoffe bei einer Mandelentzündung

Bei einer Mandelentzündung, die durch Viren oder Bakterien ausgelöst wird, leiden Betroffene typischerweise unter Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, oft sind auch die Lymphknoten geschwollen. Um zu verhindern, dass die Mandelentzündung immer wieder kehrt, ist vor allem ein starkes Immunsystem wichtig. Eine Antibiotikatherapie kann durch eine komplexe Mikronährstofftherapie wirksam ergänzt werden, die auch den erhöhten Mikronährstoffverbrauch ausgleicht, der mit dem Einsatz von Antibiotika einhergeht. Außerdem schützen Mikronährstoffe die Darmschleimhaut vor Schäden und unterstützen die Regeneration der Darmflora.

 

Forschungen haben bereits die große Bedeutung einer optimalen Mikronährstoffversorgung auf die Immunabwehr herausgestellt. Die Forscher konnten belegen, dass die Gesamtheit der Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sowie die Omega 3-Fettsäuren DHA und EPA die Basis für ein gesundes Immunsystem sind. Die Infektanfälligkeit nimmt ebenso ab wie das Risiko, dass die Erreger noch andere Schleimhäute oder Organe befallen.

 

Oxidativer Zellstress ist eine der Hauptursachen für eine Abwehrschwäche. Er entsteht durch ein Überangebot an freien Radikalen, die gesunde Zellen schädigen, die Durchblutung des Körpers beeinträchtigen und die Aktivität unserer Immunzellen hemmen, so dass Krankheitserreger sich mehr oder weniger ungehindert ausbreiten und Entzündungen verursachen können.

Um die freien Radikale unschädlich zu machen, sind sogenannte Antioxidantien erforderlich. Dazu zählen z.B. die Vitamine A, C und E sowie Coenzym Q10, Zink und Selen.

 

Zink und Vitamin C spielen zudem eine wichtige Rolle in der Immunabwehr und ergänzen einander. Sie aktivieren die Phagozyten, die die Krankheitserreger beseitigen, stoppen Entzündungen und verkürzen die Krankheitsdauer. Vitamin C wird beim Einsatz von Antibiotika (z.B. Tetracycline) vermehrt ausgeschieden, was sich negativ auf die Abwehrkräfte auswirkt, und sollte daher unbedingt substituiert werden.

 

Weitere wichtige Mikronährstoffe bei einer Mandelentzündung sind:

  • Vitamin D: verbessert die Kommunikation der Abwehrzellen untereinander, wirkt entzündungshemmend, hemmt die Vermehrung von Viren und Bakterien und verhindert die Ausbreitung des Infekts.
  • Selen: Ein ausreichend hoher Selenspiegel schützt vor entzündlichen Erkrankungen, regt die Antikörperproduktion an und wirkt antioxidativ.
  • Magnesium: Es ist wichtig für die Mitochondrien, um Energie zu produzieren, die bei einer Mandelentzündung vor allem von den Abwehrkräften zur Bekämpfung der Krankheitserreger gebraucht wird, und hat entzündungshemmende Eigenschaften.
  • Enzyme wie Bromelain und Papain sind an der Steuerung des Immunsystems beteiligt, stärken die Abwehrkräfte, wirken schmerzstillend, verkürzen den Krankheitsverlauf und stoppen Entzündungen.
  • Beta-Glucan (z.B. aus Hefe) setzt zahlreiche Abwehrprozesse in Gang und reduziert das Krankheitsgefühl.
  • Sekundäre Pflanzenstoffe wie z.B. Grüntee-Catechine, Senföle (z.B. Meerrettich, Kapuzinerkresse, Senfkörner), Anthocyane (Holunderbeere, Heidelbeere), Allicin (Knoblauch, Zwiebel, Bärlauch) oder Resveratrol (Beeren, Brokkoli, dunkelgrünes Gemüse).




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei einer Mandelentzündung eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
    • Stärken Sie Ihre Abwehrkräfte und reduzieren die Infektanfälligkeit.
  • Achten Sie zusätzlich darauf, regelmäßig probiotische, nicht pasteurisierte Lebensmittel wie frisches Sauerkraut, Kefir, Kombucha, Kimchi oder fermentiertes Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Die darin enthaltenden lebenden Milchsäurebakterien fördern eine gesunde Darmflora, eine wesentliche Voraussetzung für eine gesunde Immunabwehr.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken. Wenn Sie an Mandelentzündung erkrankt sind oder nach einem Infekt noch geschwächt sind, sollten Sie Überanstrengung vermeiden. Ein täglicher Spaziergang an der frischen Luft fördert die Vitamin D-Bildung, trainiert die Abwehrkräfte und verbessert sanft Ihre Kondition und körperliche Belastbarkeit.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
  • Trinken Sie ausreichend stilles Wasser oder ungesüßten Grün- oder Kräutertee. Die Schleimhäute werden befeuchtet, die Ausscheidung der Erreger sowie von Substanzen, die Immunsystem und Stoffwechsel belasten, wird gefördert.
  • Probieren Sie die wohltuende Wirkung von Halswickeln aus. Feuchtwarme Umschläge, ein erwärmtes Kirschkernkissen und ein dicker Schal unterstützen die Abwehrprozesse und lindern Schwellung und Schmerzen.