Ernährung & Mikronährstoffe bei Morbus Menière

Mikronährstoffe spielen bei Morbus Menière eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.




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Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 29. Juli 2021

Mikronährstoffe bei Morbus Menière

Morbus Menière ist eine Erkrankung des Innenohrs, die meist anfallsartig auftritt und mit heftigem Drehschwindel, Übelkeit, Erbrechen, Tinnitus und Hörverlust einhergehen.

Die Ursache ist ein Stau der Lymphflüssigkeit im Innenohr.

Die Mikronährstoffmedizin zielt darauf ab, die Ursachen der Beschwerden von Morbus Menière und der damit einhergehenden Begleitsymptome zu behandeln und die konventionelle Therapie zu unterstützen.

 

Mikronährstoffe regulieren z. B. die Durchblutung, auch die der feinen Kapillaren im Innenohr, wo das Gleichgewichtsorgan sitzt, regen den Lymphfluss an, steuern die Muskeltätigkeit, beeinflussen den Blutkreislauf und die Sauerstoffversorgung der Zellen und sind an der Weiterleitung von Nervenimpulsen und Sinnesreizen ans Gehirn beteiligt.

 

Folgende Mikronährstoffe können die Ursachen der Morbus Menière ganzheitlich behandeln und so nachhaltig die unangenehmen Beschwerden lindern:

 

  • Antioxidantien (z.B. Vitamin A, C, E, Zink, Selen, Coenzym Q10) schützen die Zellen vor Schäden und Entzündungen, können erneuten Menière-Attacken vorbeugen und unterstützen die Regeneration geschädigter Zellen. Außerdem können Antioxidantien die Regeneration des Hörvermögens bei Tinnitus oder nach einem Hörsturz laut einer Studie deutlich verbessern. Auch Coenzym Q10 fiel in Studien positiv auf, was vermutlich damit zusammenhängt, dass die Energieproduktion in den Zellen gewährleistet ist und damit alle Zellfunktionen wiederhergestellt werden.
  • Der Vitamine B2, B6, B12 und Folsäure werden benötigt, um das entzündungsfördernde Homocystein, das ein Abfallprodukt des Eiweißstoffwechsels ist, abzubauen. Ein hoher Homocysteinspiegel ist mitverantwortlich für hohen oxidativen Zellstress, Durchblutungsstörungen und Mikroentzündungen. Außerdem sind B-Vitamine essentiell für die Bildung von Nervenzellen und die Reizweiterleitung von Sinnesreizen.
  • Magnesium entspannt Gefäße und Muskeln, wirkt entzündungshemmend und verbessert die Durchblutung. Verspannungen der Nackenmuskulatur, aber auch erhöhte Gefäßspannung kann zu Durchblutungsstörungen des Kopfbereiches und im Besonderen auch des Innenohrs führen und Morbus Menière-Attacken auslösen. Magnesiummangel kann eine Übererregbarkeit der Nervenzellen begünstigen und für die Ohrgeräusche bei Tinnitus mitverantwortlich sein.
  • Alpha-Liponsäure schützt, ebenso wie Omega-3-Fettsäuren, Nervenzellen vor oxidativem Stress und ist Bestandteil der Zellmembran sowie der Myelinscheiden, die die Nervenzellen umhüllen. Verschiedene Studien haben die positive Wirkung von Alpha-Liponsäure und Omega-3-Fettsäuren auf Gehirn und Nervensystem sowie deren Schutzwirkung vor entzündlichen Veränderungen und nervlichen Fehlregulationen belegt. Somit ist die positive Auswirkung der wertvollen Fettsäuren auch auf die Beschwerden bei Morbus Menière naheliegend.
  • Sekundäre Pflanzenstoffe sind ebenso hilfreich, Morbus Menièregefühle zu lindern. Besonders gut erforscht sind Wirkstoffe aus Grüntee-Extrakt, Kakao-Extrakt, Resveratrol, Quercetin und Gingko. Die Durchblutung wird angeregt und die Fließeigenschaften des Blutes und der Lymphe werden verbessert. Oligormere Procynidine (OPC) sind hochwirksame Antioxidantien, die den Hörnerv und das Innenohr vor Zellschädigungen schützen und den Blutfluss verbessern. Eine Studie mit Hörsturz-Patienten ergab eine deutliche Verbesserung der Beschwerden nach nur 6 Monaten, was auch bei Morbus Menière Hoffnung bringt.

 

Da alle Mikronährstoffe erforderlich sind, damit die fein aufeinander abgestimmten Abläufe bei der Reizverarbeitung von Sinneswahrnehmungen und im Gleichgewichtsorgan optimal funktionieren, sollten Patienten, die an Morbus Menière leiden, ein Mikronährstoffpräparat wählen, das aus natürlichen Quellen hergestellt wird. Die meisten Mikronährstoffe entfalten ihre volle Wirkung nur in einem Zusammenspiel mit anderen Mikronährstoffen.

Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft.

Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Morbus Menière eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie unterstützen den Aufbau einer gesunden Darmflora und mindern das Risiko, dass die Autoimmunerkrankung weiter fortschreitet.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Trinken Sie ausreichend Wasser. Flüssigkeitsmangel ist eine Ursache für Durchblutungsstörungen, Schwindel, Kopfschmerz und Kreislaufprobleme. Als Faustregel gilt 30-40ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht.
  • Achten Sie auf eine salzarme Ernährung. Studien haben gezeigt, dass eine Reduktion von Salz die Schwere der Symptome und die Häufigkeit der Anfälle von Morbus Menière deutlich reduzierte. Achten Sie besonders auf verstecktes Salz in Fertiggerichten, Brot und Knabbereien.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger moderater Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken. Bewegung – vor allem in der frischen Luft – bringt den Kreislauf in Schwung und versorgt die Zellen mit Sauerstoff. Auch die Durchblutung und der Lymphfluss im Innenohr werden angeregt.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Sauna, Wechselduschen und Kneippanwendungen trainieren unsere Abwehrkräfte, verbessern die Durchblutung des Körpers und bauen Stress ab. Regelmäßig angewendet haben Kälte-Wärme-Anwendungen viele positive Auswirkungen auf unseren gesamten Organismus.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Alkohol und Zigarettenrauch können Morbus Menière-Attacken noch befeuern.