Ernährung & Mikronährstoffe bei Morbus Raynaud

Mikronährstoffe spielen bei Morbus Raynaud eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.




Morbus Raynaud

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 29. Juli 2021

Mikronährstoffe bei Morbus Raynaud

Blasse bis blutleere, kalte Finger, gelegentlich auch Zehen, die mit Taubheitsgefühlen oder Schmerzen einhergehen – Morbus Raynaud ist eine Gefäßkrankheit, bei der es zu Durchblutungsstörungen aufgrund von Gefäßkrämpfen kommt.

Die Ursachen sind nicht eindeutig. Störungen im Hormon- oder Nervensystem, Erkrankungen oder Schädigungen der Blutgefäße, Rauchen, silent inflammation, Stress oder Vorerkrankungen können zu den unangenehmen Beschwerden führen.

Mikronährstoffe spielen – unabhängig von der Ursache – bei der Behandlung von Morbus Raynaud eine große Rolle.

Die Mikronährstofftherapie hat zum Ziel, die Durchblutungsstörungen zu lindern und die Ursachen und Risikofaktoren von Morbus Raynaud zu behandeln.

 

Grundsätzlich sind Antioxidantien (Vitamin A, C, E, Zink, Selen, Coenzym Q10 etc.) empfehlenswert, um oxidativen Stress, der sowohl Ursache von Morbus Raynaud sein kann, zu reduzieren und eine Schädigung von Zellen und Geweben zu verhindern. Sie stoppen Entzündungen, fördern Heilungsprozesse und die normalen Zellfunktionen. Auch sekundäre Pflanzenstoffe wie Resveratrol, Quercetin oder Polyphenole fangen freie Radikale und schützen Blutgefäße, Nerven und Zellen vor oxidativem Stress.

 

Vitamin C hat neben seiner antioxidativen Wirkung und antientzündlichen Wirkung blutverdünnende Eigenschaften. Damit hat es Einfluss auf die Fließeigenschaften des Blutes und fördert somit die Durchblutung.

 

Vitamin K zählt neben den Vitaminen A, D und E zu den fettlöslichen Vitaminen. Es ist an der Calciumeinlagerung in die Knochen beteiligt und verhindert die Verhärtung der Gefäße. Außerdem beugt es (diabetesbedingten) Durchblutungsstörungen vor, die Morbus Raynaud als Folgeerkrankung auslösen können.

 

Omega-3-Fettsäuren können vom Körper nicht selbst hergestellt werden, sind aber von großer Bedeutung für den Schutz der Blutgefäße. Sie wirken entzündungshemmend, gefäßerweiternd und regulieren die Durchblutung.

 

Zur Regulierung des Blutdrucks sind u. a. Coenzym Q10 und Magnesium von Bedeutung. Coenzym Q10 ist essentiell für die Energiegewinnung in den Mitochondrien – die Voraussetzung für ein gesundes Herz-Kreislaufsystem, die Regulierung des Blutdrucks und normale Zell- und Gefäßfunktionen. Magnesium steuert die Muskelfunktionen, wirkt krampflösend und reguliert die Gefäßweit- und -engstellung, wodurch auch die Durchblutung der Finger, Zehen und Kapillaren gewährleistet ist.

 

Die Vitamine B6, B12 und Folsäure senken hohe Homocysteinspiegel. Homocystein, ein Abbauprodukt des Eiweißstoffwechsels, löst Entzündungsprozesse aus und ist auch für Gefäßerkrankungen verantwortlich. Der Vitamin B-Komplex ist an zahlreichen Stoffwechselprozessen und an der Blutbildung beteiligt und regt die Durchblutung an. Zudem sind die B-Vitamine wichtig für das Nervensystem und die Reizübertragung von Nerven auf Muskeln.

 

Auch Aminosäuren wie L-Arginin spielen eine Rolle für die Durchblutung. L-Arginin wird von den Gefäßinnenwänden in Stickstoffmonoxid umgewandelt und steuert so die Gefäßmuskulatur und damit den Blutdruck.

 

Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Morbus Raynaud eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen, auch bei Durchblutungsstörungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie die Durchblutungsstörungen und ihre Ursachen selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor anderen Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
    • Achten Sie auf regionale, saisonale Bio-Lebensmittel. Pestizide und andere Schadstoffe im Essen belasten den Körper und können Ursache für Durchblutungsstörungen sein.
  • Trinken Sie ausreichend stilles Wasser oder ungesüßte Tees, um die Durchblutung zu verbessern, Giftstoffe und Stoffwechselabfälle auszuscheiden und die Versorgung aller Zellen mit den wichtigen Mikronährstoffen zu erleichtern.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

 

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken. Sport regt die Durchblutung an und trainiert das Herz-Kreislaufsystem.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit. Stressreduktion und die Fähigkeit, entspannen zu können, sind wichtige Faktoren, um Morbus Raynaud langfristig in den Griff zu bekommen.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und ist einer der wichtigsten Faktoren für eine optimale Durchblutung auch der Kapillargefäße. Rauchen zählt zu den Hauptrisikofaktoren für Morbus Raynaud.
  • Trinken Sie jeden Tag 2-3 Tassen Grünen Tee, um die antientzündliche Wirkung der enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zu nutzen.