Ernährung & Mikronährstoffe bei Morbus Scheuermann

Mikronährstoffe spielen bei Morbus Scheuermann eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.




Morbus Scheuermann

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 29. Juli 2021

Mikronährstoffe bei Morbus Scheuermann

Die Krankheit beginnt im Jugendalter mit Rundrücken und hängenden Schultern. In diesem Alter kann das weitere Fortschreiten durch gesunde Ernährung, eine optimale Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen und vor allem Sport und Stärkung der Rückenmuskulatur noch aufgehalten werden.

Im Erwachsenenalter treten vermehrt Schmerzen und Bewegungseinschränkungen auf, es kann zur Einschränkung der Atmung und Bandscheibenvorfällen kommen.

 

Mikronährstoffe spielen neben der Stärkung der Rückenmuskulatur bei der ganzheitlichen Behandlung von Morbus Scheuermann eine große Rolle. Sie steuern den Knochen- und Knorpelstoffwechsel, sorgen für Elastizität im Bindegewebe und die Regeneration der Bandscheiben. Außerdem sind Mikronährstoffe wichtig für den Aufbau und Erhalt der Muskulatur und die Schmerzweiterleitung im Nervensystem.

 

Mikronährstoffe sind in der Pubertät und im Wachstum wichtig für die Ausbildung einer gesunden Wirbelsäule und einer kräftigen Muskulatur. Wenn der Rundrücken bereits Probleme bereitet, können sie dennoch die Beschwerden lindern und Komplikationen vorbeugen.

 

Folgende Mikronährstoffe können bei Morbus Scheuermann hilfreich sein:

  • Kalzium wirkt Übersäuerung entgegen, stärkt Wirbelsäule und Bandscheiben. Kalziummangel führt zu einer Degeneration und nachlassenden Elastizität der Bandscheiben.
  • Magnesium und Kalzium ergänzen einander beim Aufbau von Knochen und Bindegewebe. Auch Magnesium schützt vor Übersäuerung. Außerdem steuert es die Muskeltätigkeit und senkt die Erregbarkeit von Nervenzellen, was Schmerzen und Krämpfe lindert und hat eine muskelentspannende Funktion.
  • Silicium ist ebenso Baustein in Knochen und Bandscheiben und trägt zu ihrer Stabilität und Flexibilität bei. Silicium ist in Zusammenhang mit Glucosamin und Chondroitin an der Produktion von Kollagen, einem wichtigen Protein, das im Bindegewebe und in Knorpeln für Elastizität und die Speicherung von Wasser zuständig ist, beteiligt.
  • Neben den oben genannten Mineralstoffen sind auch Bor, Mangan, Kupfer und Zink unverzichtbar für den Bewegungsapparat und ein festes sowie gleichzeitig flexibles Binde-, Knochen- und Knorpelgewebe.
  • B-Vitamine sind für das Nervensystem, die Zellteilung und den Energiestoffwechsel wichtig. Erste wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass B-Vitamine Rückenschmerzen und Nervenschmerzen spürbar lindern konnte. Bei Morbus Scheuermann sollten Sie daher auf eine ausreichende Versorgung mit den B-Vitaminen, allen voran Vitamin B1, B6 und B12 achten. Sie wirken nicht nur schmerzstillend, sondern verbessern die Weiterleitung der Nervenimpulse und verhindern chronische Schmerzzustände. Zudem senken die B-Vitamine einen hohen Homocysteinspiegel. Homocystein ist ein Abfallprodukt des Eiweißstoffwechsels, das Entzündungen fördert und Körpergewebe schädigt.
  • Vitamin D ist nicht nur für stabile Knochen, sondern auch für flexibles und belastbares Binde- und Knorpelgewebe essentiell. Es trägt zur Regeneration komprimierter Bandscheiben bei, senkt den oxidativen Zellstress, der Schmerzen noch verstärken kann. Besonders für den Einbau von Kalzium in Knochen und Knorpel ist Vitamin D unerlässlich. Zudem soll laut einer Studie ein hoher Vitamin D-Spiegel zur Linderung und Vorbeugung chronischer Schmerzen von Bedeutung sein.
  • Vitamin K hat die Aufgabe, dass Calcium in die Knochen eingelagert wird.
  • Omega 3-Fettsäuren sind bekannt für ihre Wirkung bei chronischen Schmerzen. Zwar ist der Zusammenhang vor allem bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen gut erforscht, aber auch bei Rücken- und Muskelschmerzen ohne einer Entzündung als Ursache gibt es erste Erkenntnisse. Zudem sind sie für den Muskelaufbau und die Muskelkraft von Bedeutung.
  • Zahlreiche Aminosäuren wie Isoleucin, Leucin, Valin und Arginin sind Bausteine der Muskelzellen und werden für den Aufbau und Erhalt kräftiger Skelettmuskeln benötigt.

 

Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Morbus Scheuermann eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Trinken Sie ausreichend stilles Wasser und ungesüßte Tees. Die Flüssigkeit ist wichtig, damit die Mikronährstoffe in alle Körperzellen transportiert werden und die Bandscheiben sich in Ruhephasen wieder regenerieren können. Softdrinks wie Colagetränke, Limonaden, Energydrinks etc. entziehen den Knochen und dem Bindegewebe wertvolle Nährstoffe.
  • Achten Sie auf eine Ernährung, die reich an Vitamin D, Calcium, Magnesium und Zink Dazu zählen u.a. grünes Blattgemüse, Hirse, Hülsenfrüchte, kaltgepresste Öle, Nüsse und Samen.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken. Zudem wird die Rückenmuskulatur gestärkt, was die Wirbelsäule entlastet, die natürliche Krümmung fördert und Morbus Scheuermann vorbeugen wie auch das Fortschreiten stoppen kann.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit. Auch die Dehnübungen beim Yoga können der Fehlhaltung entgegenwirken.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
  • Stärken Sie Ihre Rückenmuskulatur durch „aktives“ Sitzen, z.B. mit Hilfe eines orthopädischen oder Ballsitzkissens, einem Gymnastikball oder einem Pendelhocker.