Ernährung & Mikronährstoffe bei Nagelpilz

Wie Sie in unserem Leitartikel „Nagelpilz: Hautbarriere und Immunsystem nachhaltig stärken“ bereits lesen konnten, spielen Mikronährstoffe eine wichtige Rolle bei Nagelpilz.

Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

 

Nagelpilz an den Zehen

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Nagelpilz

Mikronährstoffe spielen bei der ganzheitlichen Behandlung eines Nagelpilzes eine große Rolle. Er entsteht aufgrund einer gestörten Hautbarriere, die es ermöglicht, dass sich der Pilz ausbreiten und im Bereich des Nagelbettes einnisten kann. Er kann auch begleitend zu chronischen Hauterkrankungen, bei Diabetes, Durchblutungsstörungen, chronischer Immunschwäche, bei starken Rauchern oder als Folge einer Verletzung und Entzündung des Bereichs um den Nagel auftreten. Bevorzugt tritt der Nagelpilz im Bereich der Fußnägel auf, da er dort das feuchtwarme Klima vorfindet, in dem er gut gedeihen kann, besonders dann, wenn zu enge Schuhe oder Socken aus synthetischem Material getragen werden.

Der Ansatz der Mikronährstofftherapie besteht darin, den gesamten Mikronährstoffhaushalt ins Gleichgewicht zu bringen, da ein Organismus, der optimal mit allen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen versorgt ist, in der Lage ist, die Ursachen für den Nagelpilz zu beheben, so dass diesem die Lebensgrundlage entzogen wird.

Eine intakte Hornschicht des Nagels verhindert, dass sich der Pilz einnisten kann.

 

Für das Wachstum gesunder Nägel benötigt der Nagel unter anderem:

  • Biotin wird für die Bildung des Proteins Keratin benötigt, dem Hauptbestandteil von Nägeln. In einer Studie wurde bestätigt, dass Biotin nachweislich die Bildung geunder Nägel fördert.
  • Auch Aminosäure Cystein ist beteiligt an der Keratinbildung. Zusammen mit den Mineralstoffen Kalzium, Silicium und Mangan wird das Haar- und Nagelwachstum (Haare bestehen aus demselben Material wie Nägel) angeregt, Silicium festigt die Keratinverbindungen und trägt so zu einer intakten Hornschicht bei.
  • Auch Zink ist Bestandteil von Keratin und zudem ein wichtiger Baustein in unserer Immunabwehr. Somit fördert die optimale Versorgung mit Zink nicht nur die Bildung gesunder Nägel, sondern trägt darüber hinaus auch zur Bekämpfung der Pilzinfektion bei.
  • Omega-3-Fettsäuren wirken nicht nur entzündungshemmend, sondern fördern zudem die Bakterienvielfalt der gesunden Bakterienflora, die einen Großteil unseres Immunsystems ausmachen. Sie ist mitverantwortlich, um einen hartnäckigen Nagelpilz loszuwerden.
  • Auch auf die Bakterienflora der Haut haben Omega-3-Fettsäuren, ebenso wie Polyphenole, eine positive Wirkung, wodurch der Pilz eingedämmt und bekämpft werden kann.

 

Diese Mikronährstoffe brauchen Sie zudem noch, um die Haut und Nägel gegen das Eindringen von Pilzen zu stärken:

  • Vitamin A: fördert die Bildung von Abwehrzellen, stärkt die Immunbarriere von Haut und Schleimhaut.
  • B-Vitamine: stärken die Hautbarriere, steuern die Zellteilung und Zellneubildung und bauen entzündungsfördernde Faktoren im Blut ab. Vitamin B3 kann laut einer Studie sogar das Pilzwachstum hemmen.
  • Vitamin C: ist essentiell für die Immunabwehr und die Bekämpfung einer Pilzerkrankung.
  • Vitamin E: fördert die Erneuerung von Abwehrzellen, stärkt die Abwehrbarriere und verhindert das Eindringen und Ausbreiten von Pilzsporen.
  • Selen wirkt immunstimulierend, hemmt Entzündungen, schützt vor Zellschäden und trägt zum Erhalt gesunder Nägel bei.

 

Eine antimykotische Wirkung haben bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe:

  • Pflanzenextrakte, B. aus Granatapfel, Grapefruitkernen, Lavendel, Nelken, Oregano, Ringelblume, Rosmarin, Teebaumöl und Thymian haben antientzündliche Eigenschaften. Darüber hinaus wurden bei diesen Pflanzen auch pilzhemmende Wirkstoffe entdeckt.
  • Senfölglykoside aus Meerrettich, Kapuzinerkresse oder Senfsaat sind ein natürliches Antimykotikum und können den Pilzen die Lebensgrundlage entziehen.
  • Caprylsäure ist eine Fettsäure, die u.a. im Kokosöl vorkommt und entzündungshemmende sowie antimykotische Eigenschaften hat. Sie kann die Zellmembran der Pilze zerstören, wodurch die Pilze absterben und sich die Nagelplatte regenerieren kann.

 

Sorgen Sie außerdem für einen hohen Antioxidantienspiegel, um oxidativen und nitrosativen Stress abzubauen. Andernfalls können Zellstrukturen und Eiweiße Schaden nehmen, der Organismus, besonders auch die Nägel, werden anfällig für Infektionen und Störungen der Zellneubildung.

Neben allen oben genannten Mikronährstoffen, sind hier auch das Coenzym Q10 und Aminosäuren wie L-Carnitin und Glutathion von Bedeutung. Sie unterstützen die Mitochondrien, die Energiekraftwerke der Zelle, steuern somit den Zellaufbau und die Zellfunktionen und schützen die Mitochondrien.

 




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Nagelpilz eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen, auch bei einer Nagelpilzerkrankung.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
    • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie dem Pilz die Lebensgrundlage entziehen und Ihr Immunsystem stärken:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor anderen Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Achten Sie auf regionale, saisonale Bio-Nahrungsmittel und probiotische, nicht pasteurisierte Lebensmittel wie frisches Sauerkraut, Kefir, Kombucha, Kimchi oder fermentiertes Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Die darin enthaltenden lebenden Milchsäurebakterien fördern eine gesunde Darmflora und stärken dadurch die Immunabwehr.
  • Vermeiden Sie ein Übermaß an Kohlenhydraten, da diese Entzündungsprozesse befeuern und dem Nagelpilz eine ideale Ernährungs- und Vermehrungsgrundlage bieten.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, den Nagelpilz dauerhaft in den Griff zu bekommen. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken. Achten Sie beim Sport darauf, Schuhe und Socken aus atmungsaktivem Material, z. B. Bambus oder Baumwolle, zu tragen und ein feuchtes Milieu zu vermeiden.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen. Nikotin führt zu Durchblutungsstörungen und ist ein Risikofaktor für eine Nagelpilzerkrankung.
  • Pflegen Sie Ihre Haut und Nägel mit Kokosöl. Es verhindert einerseits ein Austrocknen, was dem Pilz das Einnisten erleichtert. Andererseits enthält es Substanzen, die das Pilzwachstum hemmen und die Regeneration der geschädigten Haut und Nägel anregen.