Ernährung bei Neurodermitis: Darauf sollten Sie achten

Wie Sie in unserem Artikel „Neurodermitis: Darm und Immunsystem sind die Schlüssel zur erfolgreichen Therapie“ bereits lesen konnten, spielen Mikronährstoffe eine wichtige Rolle bei Neurodermitis.

Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Rötung am Arm wegen Neurodermitis

Dr. med. Harald Hüther Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Experte/Expertin:

Dr. med. Harald Hüther

Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Letzte Aktualisierung: 2. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Neurodermitis

Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe etc.) spielen bei praktisch allen Stoffwechselreaktionen eine große Rolle. Sie steuern auch die Produktion und Ausschüttung der Hormone und Botenstoffe und sind zudem an deren Abbau beteiligt. Am bekanntesten und am besten untersucht ist die Wirkung von Vitamin C als natürliches Antihistaminikum: Es beschleunigt nachweislich den Histaminabbau.

 

Zahlreiche weitere Mikronährstoffe haben ebenfalls Antihistamin-Wirkungen und beugen so auch Neurodermitis vor. So verlangsamen Vitamin B3, Kalzium und Zink die Ausschüttung von Histamin im Körper, weil sie die Zellwände der Histamin-produzierenden Zellen stabilisieren.

 

Auch Vitamin D, für das in Mitteleuropa ein weitverbreiteter Mangel nachgewiesen ist, scheint für die Behandlung von Neurodermitis wichtig zu sein. Ganz neue Erkenntnisse zeigen, dass ein adäquater Vitamin-D-Spiegel relevant für die Bildung gesunder Hautzellen ist. Außerdem ist Vitamin D wichtig für das Immunsystem der Haut. Es kann beispielsweise virale oder bakterielle Infektionen der Haut verhindern.

Omega-3-Fettsäuren sind wichtige Gegenspieler zu den heute in der Ernährung dominierenden tierischen Fetten. Während die in den tierischen Fetten überwiegenden gesättigten Fette die Bildung von Entzündungsbotenstoffen stimulieren, hemmen Omega-3-Fettsäuren diesen Stoffwechselprozess und helfen so, Entzündungen im Körper und auf der Haut zu reduzieren.

 

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Behandlung von Neurodermitis ist die Förderung der Darmgesundheit. Denn Allergien entwickeln sich häufig aus der Arbeitslosigkeit der in der Darmwand sitzenden Immunzellen, die sich dann falsche Feinde suchen. Die positive Beeinflussung der Darmflora durch milchsauer vergorene Lebensmittel wurde bereits Anfang des letzten Jahrhunderts wissenschaftlich untersucht. Aktuelle Studien weisen auf einen Effekt vor allem bei Kindern hin. So konnten in einer placebokontrollierten Studie mit mehr als 100 Kindern die allergiespezifischen Symptome sowie Blutwerte, die auf eine Verbesserung der Darmgesundheit schließen lassen, verbessert werden. Dadurch sank die Rate der an Neurodermitis erkrankten Kinder um 60 %.

 

Offensichtlich sind im Kampf gegen Neurodermitis unzählige Mikronährstoffe notwendig. In der modernen Mikronährstofftherapie bevorzugt man deshalb heute als Basisunterstützung bei Neurodermitis eine moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischung mit Vitaminen, Spurenelementen, pflanzlichen Ölen und sekundären Pflanzenstoffen.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Neurodermitis eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mit beeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

 

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie trägt ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So konnte regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessern die Durchblutung des Organismus, die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.