Ernährung bei Nierensteinen: Darauf sollten wir achten

Mikronährstoffe spielen bei Nierensteinen eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

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Theresa Müller - Ernährungsberaterin, Selfcare- & Achtsamkeitstrainerin

Experte/Expertin:

Theresa Müller

Ernährungsberaterin, Selfcare- & Achtsamkeitstrainerin

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Nierensteinen

Heftige Krämpfe und starke Schmerzen im Bauchbereich können Anzeichen für Nierensteine sein. Meist treten diese das erste Mal zwischen 20 und 40 Jahren auf. Männer sind dabei öfter betroffen als Frauen. Man geht davon aus, dass der Entstehung von Nierensteinen eine genetische Veranlagung zugrunde liegt, aber auch eine starker, dauerhafter Flüssigkeitsmangel oder eine Stoffwechselstörung kann Nierensteine begünstigen.

 

Symptome verursachen die Nierensteine meist erst dann, wenn sie in die Harnleiter wandern. Denn die kleinen Steine führen zu Verstopfungen und es kommt zu einer schmerzhaften Nierenkolik. Mit einer mineralstoff- und vitalstoffreichen Ernährung und einer ausreichenden Versorgung mit wichtigen Mikronährstoffen tun sie sich und Ihrem Körper viel Gutes und beugen Nierensteinen vor.

 

Zu den wichtigsten Mikronährstoffen in Zusammenhang mit Nierensteinen gehören Kalium, Magnesium, Calcium, Vitamin B6, Omega3-Fettsäuren und Antioxidantien wie Vitamin E, Vitamin C und Selen.

 

Citrate wie Kalium- und Magnesiumcitrat regulieren die Menge an Citrat im Urin, indem sie freies Calcium binden, so dass es sich nicht zusammen mit Oxalsäure zu unlöslichen Steinen (vor allem von Calciumoxalat-Steinen) kristallisiert und die Harnleiter verstopft. Auch sorgen die Kalium- und Magnesiumcitrate für einen weniger sauren Urin, indem sie den pH-Wert erhöhen, denn ein niedriger pH-Wert fördert die Bildung von Nierensteinen.

 

Calcium im Darm kann Oxalsäure aus den aufgenommen Lebensmitteln abfangen. Dadurch kommt weniger Oxalsäure in den Nieren an, einer Entstehung von Nierensteinen (vor allem von Calciumoxalat-Steinen) wird vorgebeugt. Um die gewünschte Wirkung zu erzielen, ist jedoch die regelmäßige Einnahme von Calcium zu den Mahlzeiten zu empfehlen.

 

Laut einigen Untersuchungen, kann Vitamin B6 den Abbau von Oxalat fördern. Da zu viel Oxalat im Urin die Bildung von Nierensteinen fördert, kann eine zusätzliche Einnahme von Vitamin B6 z.B. durch ein Nährstoffkonzentrat helfen, Nierensteinen vorzubeugen.

 

Auch Omega-3-Fettsäuren senken vermutlich die Ausscheidung von Calcium- und Oxalat über den Urin. Beide Mikronährstoffe können daher helfen die Entstehung neuer Steine zu verhindern.

 

Zudem gilt oxidativer Stress als möglicher Risikofaktor für Nierensteine, denn zu viel freie Radikale im Körper können Nierenzellen schädigen. Antioxidantien wie Vitamin E, Vitamin C und Selen helfen oxidativen Stress zu reduzieren und Nierensteinen entgegen zu wirken.

Mikronährstoffexperten empfehlen daher die Einnahme eine Mikronährstoffkonzentrats um eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen sicher zu stellen und so Nierensteinen vorzubeugen.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur nämlich niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Nierensteinen eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Greifen Sie auf Lebensmittel zurück die Omega-3-Fettsäuren enthalten, wie Leinöl und Leinsamen, Walnussöl und Walnüsse, sowie Fische wie Thunfisch, Hering, Lachs, Ölsardinen, Makrele oder Bückling.
  • Vermeiden sie oxalsäurereiche Lebensmitteln wie Rhabarber, Spinat, Mangold, Rote Bete, Sesamsamen, Mandeln sowie Tee, Kakao, Cola oder Kaffee, diese können Nierensteine begünstigen.
  • Trinken Sie möglichst viel: Etwa 1,5 – 2 Liter sollten es sein. Am besten geeignet ist hierfür stilles Wasser, denn so bleibt der Urin verdünnt und es lagern sich keine Mineralien ab.
  • Ernähren Sie sich calciumreich. Das Calcium aus der Nahrung verhindert im Darm die Oxalat-Aufnahme und damit die Bildung von Nierensteinen. Gut geeignete Quellen sind hierfür Milchprodukte, Orangen und Brokkoli.
  • Nutzen Sie kaliumreiche Früchte wie Bananen und Zitrusfrüchte, denn sie schützen am besten vor Nierensteinen, aber auch Zitrusfrüchte (vermeiden sie jedoch Grapefruit) sind eine gut Wahl.
  • Ernähren Sie sich magnesiumreich. Denn Magnesium hilft das Wachstum von Calciumoxalat-Steinen zu verhindern. Greifen sie dazu vor allem zu Getreideprodukten, Hülsenfrüchten, Beerenobst, Bananen, Gemüse oder Milch.
  • Nutzen Sie nur wenig Salz. Denn das Natrium aus dem Kochsalz könnte sich mit dem Oxalat verbinden und Nierensteine begünstigen. Experten empfehlen daher eine maximale Menge von 1500 Milligramm Natrium pro Tag.
  • Vermeiden Sie tierisches Eiweiß, denn dieses erhöht das Risiko für Nierensteine. Essen Sie vor allem möglichst wenig rotes Fleisch.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sportnachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannungkönnen Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen.
  • Vermeiden Sie Fertiggerichte oder Konserven, denn diese enthalten gerne besonders viel Zusatzstoffe und Salze.
  • Vermeiden Sie Übergewicht, bzw. versuchen Sie dieses zu reduzieren, denn zu viel Gewicht auf der Waage kann ebenfalls Nierensteine begünstigen.