Ernährung bei Nierenzyste: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei einer Nierenzyste eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Mann hält seine Arme im Nierenbereich

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Nierenzysten

Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe etc.) spielen bei der ganzheitlichen Behandlung von Nierenzysten eine wichtige Rolle. Mikronährstoffe steuern Stoffwechselprozesse, sind am Auf- und Abbau von Körperzellen beteiligt sowie für die Regulation des Wasserhaushalts und des Blutdrucks von großer Bedeutung und sind für eine gesunde Nierentätigkeit essentiell.

Eine Nierenzyste ist eine mit Flüssigkeit gefüllte Bindegewebskapsel, die sich z.B. aufgrund von entzündlichen Prozessen, Schädigungen und Reizungen im Nierengewebe, Übersäuerung, Bluthochdruck, Störungen bei der Zellbildung oder aufgrund epigenetischer Faktoren entwickeln kann.

Einzelne, kleinere Nierenzysten sind in der Regel harmlos und verursachen keine Beschwerden.

 

Zur Behandlung einer Nierenzyste und um zu verhindern, dass sie sich vergrößert oder unter ungünstigen Bedingungen entartet, setzt die moderne Mikronährstofftherapie an der Wurzel an und versorgt den Organismus mit allen wichtigen Mikronährstoffen, um eine gesunde Nierenfunktion zu erhalten und den Körper zur Rückbildung der Zyste anzuregen.

 

Die Mineralstoffe Zink, Kalzium und Magnesium zählen nicht nur zu den Mikronährstoffen, die am häufigsten im Körper vorkommen, da sie an allen Stoffwechselprozessen und der Regulierung von Blutdruck, Wasser- und Nährstoffhaushalt beteiligt sind. Darüber hinaus haben diese Mikronährstoffe eine basische Wirkung und können der Übersäuerung des Organismus entgegensteuern. Besonders die Nieren sind von der Säurelast betroffen, da sie die Harnsäure ausscheiden müssen und aufgrund zahlreicher Faktoren oft damit überfordert sind. Die Folge ist neben der Bildung von Harnsäurekristallen die Entstehung von anfangs unbemerkten Entzündungen, die zu einer schleichenden Schädigung des Nierengewebes führen und die Bildung von Nierenzysten begünstigen können.

 

Oxidativer Stress ist ursächlich an der Entstehung von Nierenzysten beteiligt. Oxidativer Stress entsteht durch ein Überangebot an freien Radikalen, die gesunde Zellen schädigen können, die Durchblutung der feinen Gefäße in den Nieren beeinträchtigen und die Filtrationsleistung der Niere stören. Eine Ansammlung von Harnsäure, eine gestörte Zellneubildung oder unbemerkte Entzündungsprozesse (silent inflammation) können die Folge sein.

Um die freien Radikale unschädlich zu machen, sind sogenannte Antioxidantien erforderlich.

Die Mikronährstofftherapie zielt primär darauf ab, die Niere vor dem oxidativen Stress und irreversiblen Schäden zu schützen. Bei einer Nierenzyste sind u.a. die Vitamine A, C und E sowie Coenzym Q10 und Selen als Radikalfänger sinnvoll. Wichtig zu wissen ist, dass sich die antioxidative Wirkung der Mikronährstoffe am besten in einer Kombination der verschiedenen Antioxidantien entfaltet, da sich die Mikronährstoffe in ihrer Wirksamkeit ergänzen. Des Weiteren verhindern Antioxidantien, dass es zu unbemerkten oder chronischen Entzündungen kommt, die eine Nierenzyste zur Folge haben können.

 

Auch die B-Vitamine spielen eine Rolle, um die Bildung von Nierenzysten zu verhindern, da sie – zusammen mit anderen Mikronährstoffen wie den Aminosäuren Cholin und Betain – den Homocysteinspiegel senken. Homocystein fördert Entzündungen und Ablagerungen in Gefäßen und Geweben. Erhöhte Homocysteinwerte wurden auch gehäuft bei Patienten mit Nierenschwäche festgestellt.

 

Eine britische Studie hat ergeben, dass Zitrusfrüchte die Bildung von Nierenzysten verhindern. Der darin enthaltene sekundäre Pflanzenstoff Naringenin ist nachweislich in der Lage, das Fortschreiten der Erkrankung und die Neubildung weiterer Zysten zu verhindern.

 

In Studien konnte nachgewiesen werden, dass Omega 3-Fettsäuren eine Schutzwirkung haben auf die feinen Nierengefäße und die Nierenkörperchen, in denen das Blut gefiltert wird und Giftstoffe in den Harn abgegeben werden. Dadurch wird die Durchblutung der Nieren verbessert, Harnsäure und Giftstoffe werden rascher ausgeschieden, was zu einer Entlastung der Nieren führt.

Außerdem haben Omega 3-Fettsäuren eine entzündungshemmende Wirkung und sind für die Regulierung des Blutdrucks von großer Bedeutung. Ein zu hoher Blutdruck belastet die Nierenkapillaren, wodurch die Bildung von Nierenzysten begünstigt wird.

 

Da grundsätzlich alle Mikronährstoffe erforderlich sind, um eine gesunde Nierenfunktion zu erhalten und die Bildung weiterer Nierenzysten zu verhindern, sollten Sie, wenn bei Ihnen eine Nierenzyste entdeckt wurde, ein Mikronährstoffpräparat wählen, das aus natürlichen Quellen hergestellt wird, um möglichst alle wertvollen, natürlichen Wirkstoffe aus Obst (Zitrusfrüchte!), Gemüse und Kräutern dem Körper zuzuführen. So werden auch latent vorhandene Mikronährstoffmängel ausgeglichen, ohne dass die Gefahr einer Überdosierung besteht.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Denn Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei einer Nierenzyste eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, vor allem Zitrusfrüchte, Vollkornprodukte, fetter Fisch (reich an Omega-3-Fettsäuren), Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
    • Sie unterstützen auf natürliche Weise die Fettverdauung und verhindern die Bildung von Gallensteinen in der Leber oder Entzündungen in den Gallenwegen.
    • Sie fördern die optimale Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit.
  • Vermeiden Sie ein Übermaß an Kohlenhydraten, da diese Entzündungsprozesse befeuern und das Stress-System unseres Organismus aktivieren, wodurch der oxidative Stress in den Zellen ansteigt. Bevorzugen Sie Kartoffeln statt Nudeln, Leinsamencracker statt Brot zum Salat, wählen Sie Pilze, Topinambur oder Süßkartoffeln und Gemüse als Beilage statt Reis.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie trägt ihren Teil dazu bei, die Beschwerden bei Gallensteinen zu lindern und die (Neu-)Bildung von Gallensteinen zu verhindern.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So konnte regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als die Häufigkeit von Komplikationen senken. Auch auf einen eventuell bereits bestehenden Bluthochdruck hat regelmäßiger Sport, ohne sich zu verausgaben, eine positive Wirkung.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihre Beschwerden positiv beeinflussen.
  • Trinken Sie ausreichend stilles Wasser und nierenstärkende Kräutertees (Brennessel, Birkenblätter, Goldrute, Ackerschachtelhalm, Grüntee). Die Flüssigkeit ist wichtig, um die Ausscheidung von Giftstoffen und Harnsäure über die Nieren anzuregen. Als Faustregel gilt: 40ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht täglich