Ernährung bei Norovirus: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei der Norovirus-Infektion eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Noroviren verursachen eine Magen-Darm-Infektion

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 13. April 2021

Ernährung & Mikronährstoffe bei Norovirus

Eine Infektion mit dem Norovirus ist über den Kontakt mit Infizierten oder Schmierinfektion möglich. Jedoch erkrankt nicht jeder am Norovirus. Dafür müssen entsprechende Grundlagen gegeben sein wie eine gestörte Darmflora bzw. Darmschleimhaut, ein geschwächtes Immunsystem, Fehlernährung, Stress, Alkohol, Nikotin etc.

Mikronährstoffe spielen bei der Prävention und (Nach-) Behandlung von viralen Erkrankungen eine wichtige Rolle.

Mikronährstoffe sind elementar für ein starkes Immunsystem, das Viren und Entzündungen bekämpft. Zudem regeln sie die Energieproduktion in den Zellen und sind wichtig für eine gesunde Darmschleimhaut sowie die Besiedelung des Darms mit der physiologisch wichtigen Bakterienflora.

Da bei einer Norovirus-Infektion neben dem Flüssigkeitsverlust auch viele Mineralstoffe verloren gehen, müssen diese unbedingt wieder ausgeglichen werden, um Folgeerkrankungen zu verhindern.

 

Mehrere wissenschaftliche Forschungen haben bereits die große Bedeutung einer optimalen Mikronährstoffversorgung auf die Immunabwehr herausgestellt. Die Forscher konnten belegen, dass die Gesamtheit der Mikronährstoffe die Basis für ein gesundes Immunsystem sind. Die Infektanfälligkeit nimmt ebenso ab wie das Risiko von Komplikationen oder Folgeerkrankungen.

 

Oxidativer Zellstress ist eine der Hauptursachen für eine Abwehrschwäche. Er entsteht durch ein Überangebot an freien Radikalen, die gesunde Zellen schädigen und die Aktivität unserer Immunzellen hemmen, so dass die Viren sich mehr oder weniger ungehindert ausbreiten können.

Um die freien Radikale unschädlich zu machen, sind sogenannte Antioxidantien erforderlich. Dazu zählen z.B. die Vitamine A, C und E sowie Coenzym Q10 und Selen.

 

Der Einfluss von Vitamin C auf das Immunsystem und auf Viren wurde in zahlreichen Studien bereits nachgewiesen. So konnte belegt werden, dass die hochdosierte Verabreichung von Vitamin C (1000 – 5000 mg/Tag) die Krankheitsdauer bei Virusinfekten deutlich verkürzt. Die Leistungsfähigkeit unserer Abwehrkräfte wird erheblich gesteigert und das Risiko für virale Infekte gesenkt.

Zink und Vitamin C ergänzen einander in ihrer immunstärkenden Wirkung. Auch bei Zink haben Studien gezeigt, dass eine unzureichende Zinkversorgung die Bildung der Leukozyten sowie die Aktivität verschiedener Abwehrzellen beeinträchtigen.

 

Einen weiteren großen Einfluss auf den Verlauf von viralen Erkrankungen hat das Vitamin D. Es verbessert nicht nur die Kommunikation der Abwehrzellen untereinander, sondern es wirkt darüber hinaus entzündungshemmend und bremst die Vermehrung des Norovirus.

Studien konnten sogar belegen, dass ein ausreichend hoher Vitamin D-Spiegel bestimmte Antikörper im Blut signifikant senkt, was auf eine effektive Infektbekämpfung hinweist.

 

Mineralstoffe wie Magnesium, Kalzium und Kalium werden bei Norovirus in großer Menge ausgeschieden und sollten substituiert werden. Diese Mineralstoffe sind essentiell für viele Körperfunktionen und an allen Stoffwechselprozessen beteiligt. Da diese Mikronährstoffe jedoch überdosiert u. a. Krämpfe auslösen können, sollten sie nicht isoliert, sondern in natürlichem Verbund mit anderen Mikronährstoffen aufgenommen werden.

 

Aber auch sekundäre Pflanzenstoffe können effektiv zur Prävention und Folgebehandlung nach einer Norovirus-Infektion eingesetzt werden.

Grüntee-Catechine können die Aktivität von Viren blockieren und ihre Vermehrung verhindern. Außerdem haben sie antioxidative und immunstärkende Eigenschaften sowie eine Schutzwirkung auf den Darm. In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird Grüntee unter anderem zur Behandlung von Durchfällen verwendet.

Senföle enthalten antibiotische und antivirale Substanzen, die die Ausbreitung der Infektion eindämmen und das Immunsystem bei der Bekämpfung der Noroviren unterstützen.

Lysin ist eine Aminosäure, die dem Virus die Grundlage entzieht, sich vermehren zu können.

Allicin ist in der Lage, Krankheitserreger, v.a. auch Viren, zu bekämpfen und ihre Reproduktion zu hemmen.

Quercetin und Rutin haben antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften und stärken die Darmbarriere. Nachweislich konnte das C-reaktive Protein, ein wichtiger Entzündungsmarker, gesenkt werden. Die gereizte Darmschleimhaut kann sich beruhigen und entzündliche Prozesse können abklingen.

Extrakte aus Römischer Kamille, Myrrhe und Kaffeekohle wirken nachweislich antibakteriell, entzündungshemmend, krampflösend und lindern Norovirus-Erkrankungen. Eine Studie aus dem Jahr 2016 hat gezeigt, dass die Kombination dieser Wirkstoffe nicht nur Entzündungsprozesse hemmt, sondern die erfolgreiche Behandlung verschiedener Darmerkrankungen unterstützt.

 




Experten-Tipps

Worauf sollten Sie achten?

  • Nehmen Sie täglich ein natürliches Mikronährstoffkonzentrat, das neben Vitamin D und Spurenelementen auch Omega-3-Fettsäuren und Coenzym Q10 enthält.
  • Mikronährstoffpräparate in flüssiger Form kann der Körper deutlich besser und physiologischer verwerten als Tabletten oder Pulver.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie nach einer Norovirus-Erkrankung eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden natürliche, flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt  (Hier erhalten Sie eine Übersicht empfohlener Präparate).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Achten Sie zusätzlich darauf, regelmäßig probiotische, nicht pasteurisierte Lebensmittel wie frisches Sauerkraut, Kefir, Kombucha, Kimchi oder fermentiertes Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Die darin enthaltenden lebenden Milchsäurebakterien fördern eine gesunde Darmflora.
  • Vermeiden Sie ein Übermaß an Kohlenhydraten, da diese Entzündungsprozesse befeuern und das Stress-System unseres Organismus aktivieren und die Immunabwehr schwächen.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Für eine gesunde Verdauung sind Ballaststoffe unerlässlich. Sie quellen im Darm auf, binden die überschüssige Flüssigkeit und Reizstoffe im Darm. Ballaststoffe finden sich vor allem in Leinsamen, Haferflocken, Weizenkleien, Hülsenfrüchten, Trockenpflaumen und -aprikosen (am besten in Wasser eingeweicht), Äpfeln und Nüssen.
  • Trinken Sie ausreichend stilles, mineralstoffreiches Wasser und darmberuhigende Kräutertees. Die Flüssigkeit ist wichtig, um die erhöhte Wasserausscheidung auszugleichen, die Mineralstoffe wirken Mangelerscheinungen entgegen.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sportnachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannungkönnen Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann unsere Abwehrkräfte stärken.