Ernährung bei Parkinson: Darauf sollten Sie achten

Wie Sie in unserem Artikel „Parkinson: Wie die Rolle der Darm-Hirn-Achse entscheidend die Therapie bestimmt“ bereits lesen konnten, spielen Mikronährstoffe eine wichtige Rolle bei Parkinson.

Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

Seniorin leidet an Parkinson

Dr. med. Harald Hüther Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Experte/Expertin:

Dr. med. Harald Hüther

Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Letzte Aktualisierung: 9. Dezember 2020

Mikronährstoffe bei Parkinson

Bei Parkinson gibt es einige spannende Ansätze aus der Mikronährstofflehre. Homocystein ist auch hier ein Gefahrenfaktor, um an Parkinson zu erkranken. Die „Anti-Homocystein-Vitamine“ B6, B12 und Folsäure wirken Homocystein entgegen und mindern so das Risiko dieser Erkrankung.

 

Zusätzlich senken natürliche, antioxidativ wirksame Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe etc.) das Risiko an Parkinson zu erkranken. Auch für Extrakte aus grünem Tee wurde diese Wirkung mehrfach beschrieben. Von zahlreichen anderen sekundären Pflanzenstoffen wurden in den letzten Jahren schützende Effekte speziell der dopaminproduzierenden Nervenzellen nachgewiesen.

 

Eine weitere sehr attraktive Substanz im Kampf gegen Parkinson ist Coenzym Q10. Es konnte gezeigt werden, dass die zusätzliche Gabe von Coenzym Q10 den Verlauf einer Parkinson- Erkrankung verlangsamt und neurologische Ausfälle reduzieren kann.

 

In der Parkinson-Therapie spielt die Wiederherstellung der Energieproduktion in den Nervenzellen eine ganz wichtige Rolle. Hier konnten sowohl für Coenzym Q10 als auch für L-Carnitin positive Effekte bei der Behandlung von Parkinson gezeigt werden, da diese für die Ausschüttung der Nervenbotenstoffe im Gehirn benötigt werden.

 

Auch Omega-3-Fettsäuren haben eine positive Wirkung auf die Parkinson-Erkrankung. Hochwertige Omega-3-Fettsäuren sind für die Stabilisierung der Zellmembranen der Neuronen wichtig. In einigen Studien mit Mäusen konnte gezeigt werden, dass sie die von der Erkrankung betroffenen Nervenzellen der Tiere vor dem Absterben bewahren und sogar das dopaminherstellende System regenerieren können.

 

Wie man aus den oben erwähnten Beispielen sehr gut erkennen kann, geht die Wirkung von Mikronährstoffen nicht von einem einzelnen Nährstoff aus. Die Gesamtheit macht den Effekt. In der modernen Mikronährstofftherapie bevorzugt man deshalb heute zur Vorbeugung und bei der Behandlung der Parkinson-Symptome eine natürliche Mikronährstoffmischung.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Parkinson eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mit beeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie trägt ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So konnte regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessern die Durchblutung des Organismus, die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.