Ernährung bei prämenstruellem Syndrom (PMS): Darauf sollten Sie achten

Wie in unseren Leit-Artikel „Prämenstruelles Syndrom (PMS): Stressreduktion und Entspannung spielen eine zentrale Rolle zur Linderung der Beschwerden“beschrieben, spielt ein ausgewogener Mikronährstoffhaushalt und eine entsprechende Ernährung eine essentielle Rolle für eine erfolgreiche Therapie.

Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

PMS bei einer Frau

Dr. med. Harald Hüther Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Experte/Expertin:

Dr. med. Harald Hüther

Prakt. Arzt, Experte für Naturheilverfahren

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei PMS

Ein ausgeglichener Mikronährstoffhaushalt beugt zahlreiche Beschwerden und Erkrankungen vor – so auch das prämenstruelle Syndrom. Aktuelle Studien haben eindeutig ergeben, dass die Versorgung mit Mikronährstoffen einen bedeutenden Einfluss auf die Symptomatik von PMS hat. Die Mikronährstofftherapie zielt darauf ab, Mangelerscheinungen im Körper zu beseitigen und ihn so ins Gleichgewicht zu bringen, wobei besonders Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und essentielle Fettsäuren von großer Bedeutung sind. Ein wesentlicher Vorteil dieser Behandlungsmethode ist, dass der Körper weder durch Nebenwirkungen von Medikamenten noch durch eine Hormonbehandlung belastet wird.

 

Der wichtigste Baustein in der Mikronährstofftherapie zur Linderung der Beschwerden von PMS ist das Gleichgewicht der Mineralien, da dieses von den Zyklus-Hormonen stark beeinflusst wird. Unter den Mineralstoffen zeigt sich laut zahlreichen Studien Magnesium als besonders wirksam. Neben der Schmerzlinderung eignet sich Magnesium auch zur Behandlung psychischer Veränderungen bei betroffenen Frauen. Dem Mineralstoff wird ebenso eine präventive Wirkung gegen Krämpfe sowie Migräneattacken zugeschrieben.

Im Kampf gegen Kopfschmerzen und Migräne, die in besonders schweren Fällen bis zur Ohnmacht führen können, eignet sich auch Kalzium sowie Vitamin D.
Untersuchungen haben gezeigt, dass Frauen, die unter dem prämenstruellen Syndrom leiden, einen deutlich niedrigeren Gehalt an Kalzium, Chrom, Kupfer und Mangan im Blut aufweisen. Da der Körper diese Stoffe nicht selbst herstellen kann, wird eine zusätzliche Zufuhr hier dringend angeraten, da diese positive Effekte auf die somatische und psychosomatische Symptomatik gezeigt hat.

Des Weiteren haben auch die Gruppe der B-Vitamine ihre Wirksamkeit bei PMS bewiesen, da sie für die Neubildung von Hormonen und Neurotransmittern unerlässlich sind. Vor allem dem Zusammenspiel aus Vitamin B6 und Kalzium wird eine zuverlässige, biochemische Wirksamkeit nachgesagt.
Zu guter Letzt sind auch die Omega-3-Fettsäuren sowie Pflanzenextrakte (beispielsweise aus Grüntee) positiv hervorzuheben.

Eine Mikronährstoffbehandlung eignet sich nicht nur zur Prävention sondern auch zur Therapie, wenn die Krankheit bereits eingetreten ist. In zahlreichen Studien wurde eindeutig nachgewiesen, dass Mikronährstoffe wie Mineralien (Kalzium, Magnesium, Chrom, Kupfer), Vitamine (Vitamin D, B-Vitamine) als auch Omega-3-Fettsäuren zur Linderung der Beschwerden beitragen.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei PMS eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mit beeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie trägt ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So konnte regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessern die Durchblutung des Organismus, die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
  • Positive Lebenseinstellung: Auch wenn das PMS unangenehm ist – finden Sie täglich mehrere Gründe, was trotzdem schön ist und wofür Sie dankbar sind. Verändern Sie Ihre Perspektive und entwickeln Sie eine positive Grundhaltung. Der Fokus richtet sich nicht mehr vorrangig auf die Beschwerden.