Ernährung bei Prostatakrebs: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei Prostatakrebs eine wichtige Rolle. Die elementare Basis jeder Therapie sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

 

Mann erhält die Diagnose: Prostatakrebs

Theresa Müller - Ernährungsberaterin, Selfcare- & Achtsamkeitstrainerin

Experte/Expertin:

Theresa Müller

Ernährungsberaterin, Selfcare- & Achtsamkeitstrainerin

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Ernährung & Mikronährstoffe bei Prostatakrebs

Der Prostatakrebs zählt zu den Krebsarten, die bei Männern am häufigsten auftreten. Als Ursache wird neben Alter – ca. 90% der Betroffenen sind älter als 60 Jahre – werden genetische Faktoren, eine kohlenhydrat-, fett- und fleischreiche Ernährung sowie Bewegungsmangel und die (berufliche) Exposition von Schwermetallen und Strahlen vermutet. Eine gestörte Darmflora, (unbemerkte) Entzündungen, Alkohol, Nikotin und Mikronährstoffmangel etc. können die Entstehung des Tumors begünstigen.

Mikronährstoffe spielen zur Prävention und zur ganzheitlichen Behandlung von Prostatakrebs eine wichtige Rolle. Sie sind elementar für ein starkes Immunsystem, das Entzündungsprozesse eindämmt und entartete Zellen erkennt und abbaut, sie steuern eine normale Zellteilung, regeln die Energieproduktion in den Zellen und sind wichtig für die Entgiftung von Schwermetallen und anderen zelltoxischen Substanzen. Außerdem können sie die Nebenwirkungen der Krebstherapie mildern und die Bildung neuer, gesunder Zellen anregen.

 

Diese Mikronährstoffe brauchen Sie, um Prostatakrebs vorzubeugen oder die Krebsbehandlung zu begleiten:

  • Antioxidantien: fangen freie Radikale, stoppen oxidativen Zellstress, schützen vor Entzündungen, Störungen der Zellteilung und Zellentartungen, reparieren Schäden an den Mitochondrien, lindern Nebenwirkungen und Folgen von Krebstherapien, entgiften Schwermetalle
  • Vitamin A: wichtig für Regeneration und Neubildung von Zellen, steuert die normale Funktion des Immunsystems, Antioxidans
  • B-Vitamine: wichtig für Stoffwechsel, Zellteilung und -neubildung; Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12 senken den Homocysteinspiegel, der als Zellgift Schäden und Entzündungen verursacht
  • Vitamin C aktiviert einerseits das Immunsystem, das die entarteten Zellen vernichtet, andererseits zerstört es Krebszellen und kann zusammen mit anderen Antioxidantien die Nebenwirkung von Chemo- und Strahlentherapie um bis zu 70% senken.
  • Ein hoher Vitamin D-Spiegel ist ein natürlicher Schutz, an Krebs zu erkranken und hemmt die Bildung von Metastasen.
  • Magnesium wird für die Aktivierung von Vitamin D benötigt und sollte daher in entsprechender Dosis substituiert werden; entzündungshemmende Wirkung.
  • Zink: entzündungshemmend, an unzähligen Stoffwechselprozessen beteiligt, immunstärkend, antioxidativ, schützt vor Cadmium- und Bleivergiftung
  • Selen ist entzündungshemmend, antioxidativ, schmerzlindernd und immunregulierend, schützt die Zellen vor Mutationen und Krebs, fördert Ausscheidung von Quecksilber und anderen Schwermetallen, reduziert Strahlenschäden
  • Omega-3-Fettsäuren sind an der Synthese wichtiger Hormone beteiligt, stoppen (chronische) Entzündungen und senken nachweislich das Prostatakrebs-Risiko, antikanzerogene Eigenschaften
  • Aminosäuren wie Cystein, Arginin, Taurin oder Glutamin stabilisieren u. a. das Immunsystem, können die Nebenwirkungen der Krebstherapie abmildern und haben eine stark antioxidative Wirkung.
  • Sekundäre Pflanzenstoffe wie Resveratrol, Grüntee-Extrakt und Weihrauch-Extrakt sind starke Antioxidantien und können Krebszellen in ihrer Teilung hemmen. Besonders das Curcumin, ein Wirkstoff aus der Gelbwurz (Kurkuma), fiel bei wissenschaftlichen Untersuchungen positiv auf. Curcumin hat eine hoch antioxidative Wirkung, das heißt, es ist in der Lage freie Radikale zu binden, die für die Schädigung, Zerstörung und Entartung körpereigener Zellen verantwortlich sind.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Prostatakrebs eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Achten Sie zusätzlich darauf, regelmäßig probiotische, nicht pasteurisierte Lebensmittel wie frisches Sauerkraut, Kefir, Kombucha, Kimchi oder fermentiertes Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Die darin enthaltenden lebenden Milchsäurebakterien fördern eine gesunde Darmflora und damit ein starkes Immunsystem.
  • Vermeiden Sie ein Übermaß an Kohlenhydraten, da diese Entzündungsprozesse befeuern und das Stress-System unseres Organismus aktivieren.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
    • Sie senken aktiv Ihr Prostatakrebsrisiko.
  • Trinken Sie ausreichend stilles Wasser oder ungesüßte Tees. Die Flüssigkeit ist wichtig, um Giftstoffe möglichst rasch aus dem Körper auszuscheiden und den Stoffwechsel zu verbessern.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sportnachweislich sowohl die Krebsrisiko als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken. Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und die Entstehung von Prostatakrebs verhindern. In zahlreichen Studien wurde der Zusammenhang von Rauchen und erhöhtem Krebsrisiko belegt.