Ernährung bei Psychose: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei einer Psychose eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Frau leidet an einer Schizophrenie

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Psychose

Unter dem Begriff „Psychose“ fasst man eine Reihe (in vielen Fällen vorübergehender) psychischer Störungen zusammen, bei denen die Betroffenen die Realität verändert wahrnehmen oder verarbeiten. Das Krankheitsbild bei Psychosen ist sehr vielfältig. In den letzten Jahren konnten Studien belegen, dass Vitalstoffe (Mikronährstofftherapie), vor allem die B-Vitamine – ein wichtiger Bestandteil der Therapie darstellen. Sie unterstützen die Wirkung der Medikamente oftmals positiv, so dass es zu einer verbesserten Symptomatik kommt.

Denn Vitamine und Mineralstoffe spielen für gesunde Gehirnfunktionen eine sehr wichtige Rolle. So weiß man durch vielzählige Studien inzwischen, dass ein Vitaminmangel zu oxidativen Schäden, und damit zusammenhängend der Zerstörung von Nervenzellen und Einbußen in Methylierungsprozessen führen kann. Bei diesen Prozessen, die im Körper hundertfach ablaufen, werden sog. Methylgruppen an andere Moleküle angehängt. Auf diese Weise werden enzymatische Reaktionen ein- und abgeschaltet. Die sogenannte Methylierung ist vor allem für die Entgiftung, für gesunde Immunreaktionen, für Heilprozesse (Gewebereparaturen), für erholsamen Schlaf und für eine antientzündliche Wirkung sehr wichtig.

Aber auch Neurotransmitter wie das „Wohlfühlhormon“ Serotonin werden über diesen Prozess aktiviert oder deaktiviert. Denn vor allem ein ausgeglichener Neurotransmitterspiegel ist für die psychische Gesundheit entscheidend. Um die Methylgruppen ausreichend zu versorgen werden z.B. die Aminosäure Methionin oder auch das Vitamin B12 benötigt. Daher ist eine ausreichende Versorgung mit diesen wichtigen Vital- bzw. Mikronährstoffen unerlässlich.

Insbesondere auch die Vitamine D, C und E spielen eine wichtige Rolle bei einer Psychose.

Denn Vitamin D ist ein wichtiger Mikronährstoff, um die Symptome einer Psychose gering zu halten. Denn Vitamin D hat entzündungshemmende Eigenschaften und reguliert das Immunsystem. Ebenso ist Vitamin D für die normale Entwicklung und gesunde Funktion des Gehirns unerlässlich, da es die Nervenzellen schützt und an vielen Abläufen im Gehirn beteiligt ist.

Zudem werden Antioxidantien wie Vitamin C und E oftmals eingesetzt um oxidativer Stress zu reduzieren und damit einhergehende weitere Zellschädigungen reduziert werden. Oxidativer Stress steht unter Verdacht die körpereigenen Zellen zu schädigen.

Auch Omega-3-Fettsäuren wie Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) sind sehr wichtige Bestandteile für gut funktionierende Nervenfunktionen im Körper. Die Fettsäuren schützen vor Entzündungen und somit auch vor oxidativem Stress und schützen die Zellen vor Schädigungen. Zudem tragen Omega-3-Fettsäuren zur Weiterleitung von Nervensignalen bei und fördern die Bildung von körpereigenen Substanzen, die zur Regeneration von Nervenzellen wichtig sind.

 

Probiotika unterstützen den Darm und eine gesunde Darmflora. Inzwischen wurde zahlreich belegt, dass eine gesunde Darmflora immens wichtig, für ein intaktes Immunsystem sowie für eine ausgeglichene Psyche und damit direkt eine hohe Lebensqualität.

 




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur nämlich niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei einer Psychose eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Eine probiotische Ernährung kann eine gute Darmgesundheit unterstützen und so auch die Stimmung positiv beeinflussen. Konsumieren Sie daher vermehrt Produkte wie Joghurt, Kefir, Sauerkraut, Kombucha (fermentierter Tee), Apfelessig oder Käse.
  • Konsumieren Sie Lebensmittel die reich an der Aminosäure Tryptophan sind um die Stimmung zu heben. So sind zum Beispiel Käse, Fisch, Fleisch, Hülsenfrüchte, Getreide, Nüsse und Eier reich an diesem natürlichen Eiweißstoff.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sportnachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannungkönnen Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen.
  • Nutzen Sie regelmäßige kardiometabolische Untersuchungen um körperliche Beschwerden in Schach zu halten, welche oftmals als Begleiterscheinung mit der Erkrankung einhergehen können.
  • Besuchen Sie speziell zugeschnittene Ernährungsberatungen, denn über die Ernährung kann viel Gutes für eine Verbesserung der Lebensqualität erreicht werden.




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