Ernährung bei Refluxkrankheit: Darauf sollten Sie achten

Wie Sie in unserem Artikel Refluxkrankheit (gastroösophagealer Reflux): Darauf sollten Sie bei der Ernährung besonders achten bereits lesen konnten, spielen Mikronährstoffe eine wichtige Rolle bei Reflux. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Frau hält sich an die Brust wegen Reflux Erkrankung

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Reflux

Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe etc.) spielen bei der ganzheitlichen Behandlung von Reflux eine immer größere Rolle. Sie sind einerseits an der Bildung der Magensäure beteiligt und steuern Verdauungsprozesse sowie Ausschüttung der Verdauungssäfte, andererseits sind sie für den Aufbau einer gesunden Schleimhaut in Magen und Speiseröhre verantwortlich.

Außerdem sorgt eine umfassende Mikronährstoffversorgung für die Regeneration der gereizten oder entzündeten Schleimhäute, die von der aufsteigenden Magensäure in die Speiseröhre geschädigt wurden.

Zudem werden vom Arzt oft Medikamente verordnet (Protonenpumpenhemmer, Antazida), die die Bildung von Magensäure reduzieren oder neutralisieren sollen. Diese Medikamente hemmen jedoch die Aufnahme lebenswichtiger Mikronährstoffe (z.B. Magnesium, Zink, Eisen, Vitamin C, D3 und B12) im Darm, so dass es schleichend zu einem Mikronährstoffmangel kommen kann. Daher sollte bei einer unvermeidlichen medikamentösen Behandlung auf eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen geachtet werden.

 

Folgende Mikronährstoffe können bei der Therapie und Prävention der Refluxkrankheit eingesetzt werden:

Für den Aufbau einer festen Muskulatur und die Ansteuerung der Muskulatur durch Nervenreize, damit der Schließmuskel am Mageneingang das Zurückfließen von Magensäure in die Speiseröhre verhindert, sind Mikronährstoffe wie beispielsweise Magnesium, Coenzym Q10 und L-Carnitin erforderlich.

Studien zeigten ein deutlich verringertes Risiko für die Refluxerkrankung und eine Schließmuskelschwäche, wenn Magnesium in einer ausreichend hohen Dosis verabreicht wurde.

 

Auch oxidativer Stress ist mit an einer eingeschränkten Muskelfunktion beteiligt und verursacht Entzündungen. Er entsteht durch ein Überangebot an freien Radikalen, die gesunde Zellen schädigen, die Durchblutung und Regeneration der Schleimhäute beeinträchtigen und die Aktivität entzündungshemmender Substanzen einschränken.

Um die freien Radikale unschädlich zu machen, sind sogenannte Antioxidantien erforderlich.

Die Mikronährstofftherapie zielt primär darauf ab, die Speiseröhre wie auch den Schließmuskel am Mageneingang vor dem oxidativen Stress und vor einer chronischen Entzündung der Speiseröhre zu schützen.

Zu den Antioxidantien zählen u.a. die Vitamine A, C und E sowie Coenzym Q10 und Selen.

Vitamin C aktiviert darüber hinaus entzündungshemmende Stoffe, die unser Abwehrsystem bilden kann, und stärkt die Barrierefunktion der Schleimhäute. Dadurch wird krankmachenden Keimen das Eindringen und das Anhaften an der Schleimhaut erschwert und somit eine bakterielle Sekundärinfektion verhindert.

 

Die antioxidative Wirkung der Mikronährstoffe entfaltet sich jedoch am besten in einer Kombination der verschiedenen Antioxidantien, da sich die Mikronährstoffe in ihrer Wirksamkeit ergänzen und einander unterstützen.

 

Der sogenannte Vitamin B-Komplex spielt eine wichtige Rolle bei der Erregungsleitung und Reizweiterleitung im Nervensystem und senken den Homocysteinspiegel – ein Eiweiß, das Entzündungsprozesse noch fördert und die gereizten Schleimhäute noch mehr schädigt.

 

Vitamin D ist an allen Stoffwechsel- und Regenerationsprozessen im Körper beteiligt, stärkt das Immunsystem und hemmt entzündliche Reaktionen. Ebenso wichtig sind die Omega 3-Fettsäuren, die für ihre antientzündlichen Eigenschaften bekannt sind. Experten betrachten Omega 3-Fettsäuren sogar als eine alternative Behandlungsoption für entzündete Schleimhäute.

Auch die Gefahr, einen Barrett-Ösophagus (Vorstufe von Speiseröhrenkrebs) zu entwickeln ist unter Gabe von Omega 3-Fettsäuren deutlich reduziert.

 

Grundsätzlich sind alle Mikronährstoffe erforderlich, damit eine Erschlaffung des Schließmuskels am Mageneingang vermieden werden kann und Schleimhautentzündungen abheilen. Daher sollten Sie ein Mikronährstoffpräparat wählen, das aus natürlichen Quellen hergestellt wird, um möglichst alle wertvollen, natürlichen Wirkstoffe aus Obst, Gemüse und Kräutern dem Körper zuzuführen. So werden auch latent vorhandene Mikronährstoffmängel ausgeglichen, ohne dass die Gefahr einer Überdosierung besteht.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei der Refluxkrankheit eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Legen Sie eine große Essenspause vor dem Schlafen Die letzte Mahlzeit vor dem Zubettgehen sollte mindestens 3 – 4 Stunden zurückliegen, um einen Reflux zu verhindern.
  • Essen Sie Lebensmittel, die wenig Magensäure bei der Verdauung erfordern. Vermeiden Sie Kaffee, Zucker und Fleisch, bevorzugen Sie eine pflanzenreiche und eher vegetarische Kost.
  • Lassen Sie sich Zeit beim Essen, kauen Sie jeden bissen ausgiebig, um dem Magen die Verdauungsarbeit zu erleichtern.
  • Kleine, leichte Mahlzeiten sind für Reflux-Geplagte besser verträglich. Vermeiden Sie, über den Hunger hinaus zu essen.
  • Bevorzugen Sie säurearme Früchte wie Bananen und Erdbeeren, und vermeiden Sie fette und scharfe Speisen, um Ihren Magen zu entlasten.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration. Lagern Sie Ihren Oberkörper leicht erhöht, das nimmt den Druck auf den Schließmuskel am Mageneingang und verhindert den Reflux.
  • Bauen Sie Übergewicht ab. Dadurch wird Druck auf den Magen verringert und der gesamte Organismus entlastet, was sich positiv auf den Reflux auswirkt.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
  • Trainieren Sie tiefe Bauchatmung. Damit sorgen Sie nicht nur für Entspannung, sondern trainieren den Zwerchfellmuskel sowie die Muskulatur am Mageneingang und können somit auf natürliche Weise dem Reflux entgegenwirken.
  • Tragen Sie bequeme, nicht einengende Kleidung. Dies verhindert Druck auf den Bauchraum und somit auf den Mageneingang.