Ernährung bei Reiseübelkeit:
Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei Reiseübelkeit eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Reiseübelkeit: Frau übergibt sich im Auto

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 25. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Reiseübelkeit

Wenn die Fahrt mit dem Bus oder dem Auto oder eine Schifffahrt zur Tortur werden, weil Schwindelgefühle, Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen jeden Ausflug verleiden, kann die Mikronährstoffmedizin möglicherweise Abhilfe verschaffen.

Sie zielt darauf ab, die Ursachen der Reisekrankheit und der damit einhergehenden Begleitsymptome zu behandeln.

 

Mikronährstoffe regulieren z. B. die Durchblutung, auch die der feinen Kapillaren im Innenohr, wo das Gleichgewichtsorgan sitzt, regen den Abbau kleinster Ablagerungen an den Sinneszellen des Gleichgewichtsorgans an, steuern die Muskeltätigkeit und sind an der Weiterleitung von Nervenimpulsen und Sinnesreizen ans Gehirn beteiligt.

 

Folgende Mikronährstoffe können die Ursachen der Reisekrankheit ganzheitlich behandeln und so nachhaltig die unangenehmen Beschwerden lindern:

  • Vitamin D-Mangel geht mit einem schleichenden Knochenabbau einher. Davon können auch die Steinchen betroffen sein, die sich an den Sinneszellen im Ohr anlagern. Wenn sich diese lösen, können sie in die Ohrschnecke gelangen und dort zu Fehlreizen im Gleichgewichtsorgan führen.
  • Der Vitamine B2, B6, B12 und Folsäure werden benötigt, um das entzündungsfördernde Homocystein, das ein Abfallprodukt des Eiweißstoffwechsels ist, abzubauen. Ein hoher Homocysteinspiegel ist mitverantwortlich für hohen oxidativen Zellstress, Durchblutungsstörungen und Mikroentzündungen. Studien zeigten, dass Schwindel oft mit hohen Homocystein-Werten einhergeht. Außerdem sind B-Vitamine essentiell für die Bildung von Nervenzellen und die Reizweiterleitung von Sinnesreizen.
  • Antioxidantien wie Vitamin A, C und E und reduzieren den oxidativen Zellstress, schützen die Zellen vor Schäden und erhalten die normalen Zellfunktionen.
  • Eisenmangel geht mit Blutarmut und Schwindel einher, da der Organismus nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Der Eisenmangel kann daher die Beschwerden bei der Reisekrankheit noch befeuern.
  • Magnesium entspannt Gefäße und Muskeln, wirkt entzündungshemmend und verbessert die Durchblutung. Verspannungen der Nackenmuskulatur, aber auch erhöhte Gefäßspannung kann zu Durchblutungsstörungen des Kopfbereiches und im Besonderen auch des Innenohrs führen.
  • Alpha-Liponsäure schützt, ebenso wie Omega-3-Fettsäuren, Nervenzellen vor oxidativem Stress und ist Bestandteil der Zellmembrane und der Myelinscheiden, die Nervenzellen umhüllen. Verschiedene Studien haben die positive Wirkung von Alpha-Liponsäure und Omega-3-Fettsäuren auf Gehirn und Nervensystem sowie deren Schutzwirkung vor entzündlichen Veränderungen belegt. Somit ist die positive Auswirkung der wertvollen Fettsäuren auch auf die Beschwerden bei Reisekrankheit naheliegend.
  • Sekundäre Pflanzenstoffe sind ebenso hilfreich, Übelkeit und Erbrechen beim Reisen zu lindern. Besonders gut erforscht sind Wirkstoffe aus Pfefferminze, Ingwer und Gingko. Die Durchblutung wird angeregt und Übelkeitsgefühle werden reduziert. Ingwer war schon bei den Chinesen ein wirksamer Schutz vor Seekrankheit.

 

Da alle Mikronährstoffe erforderlich sind, damit die fein aufeinander abgestimmten Abläufe bei der Reizverarbeitung und im Gleichgewichtsorgan optimal funktionieren, sollten Patienten, die an Reisekrankheit leiden, ein Mikronährstoffpräparat wählen, das aus natürlichen Quellen hergestellt wird. Somit werden dem Körper möglichst alle wertvollen Wirkstoffe in Obst, Gemüse und Kräutern dem Körper zugeführt. Auf diese Weise können auch latent vorhandene Mikronährstoffmängel ausgeglichen werden, ohne dass die Gefahr einer Überdosierung besteht. Die subtilen Ursachen für die unangenehmen Begleiterscheinungen beim Reisen werden somit sanft und nachhaltig behoben.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die Kombination erhöht die Bioverfügbarkeit der einzelnen Vitalstoffe. Zudem ergänzen und verstärken sie einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Krankheit auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Reisekrankheiten eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie unterstützen den Aufbau einer gesunden Darmflora und mindern das Risiko, dass die Autoimmunerkrankung weiter fortschreitet.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Trinken Sie vor und während einer Reise keine säurehaltigen Säfte (Orangen-, Ananassaft) oder Kaffee. Die Reizung der Magenschleimhaut kann die Übelkeit erst auslösen.
  • Essen Sie nichts Fettes oder Süßes während einer Autofahrt, wenn Ihnen dabei leicht übel wird. Besser ist eine leichte eiweißhaltige Mahlzeit mit Gemüse und Kartoffeln, oder essen Sie Gemüsesticks oder Reiswaffeln.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus, aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport, oder wenn dies krankheitsbedingt nicht möglich ist, spazieren gehen oder Trampolinschwingen nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nutzen Sie Pausen, um sich an der frischen Luft zu bewegen, zu dehnen, sich zu lockern, vielleicht einen kurzen Spaziergang zu machen. Das regt die Durchblutung an und kann die Symptome rasch beruhigen.
  • Sauna, Wechselduschen und Kneippanwendungen trainieren unsere Abwehrkräfte, verbessern die Durchblutung des Körpers und schärfen unsere Wahrnehmung über die Sinne. Regelmäßig angewendet haben Kälte-Wärme-Anwendungen viele positive Auswirkungen auf unseren gesamten Organismus.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Alkohol und Zigarettenrauch können die Beschwerden beim Reisen sogar noch befeuern.