Ernährung bei Sarkoidose: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei Sarkoidose eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Sarkoidose äußert sich bei einem Mann durch Husten

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Sarkoidose

Sarkoidose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, bei der sich Knötchen im Bindegewebe bilden. Vorrangig sind der Atemtrakt und die Lymphknoten betroffen. Betroffene leiden typischerweise unter trockenem Husten und grippeähnlichen Beschwerden.

Auslöser ist vermutlich ein überaktives Immunsystem. In jedem Fall steht in der Mikronährstofftherapie die Stärkung des Immunsystems, die Verringerung von oxidativem Stress und die Neubildung der Mitochondrien, die Energieproduzenten des Körpers, im Vordergrund.

 

Wichtige Mikronährstoffe bei Sarkoidose sind:

  • Antioxidantien: Studien zufolge scheint ein Übermaß an freien Radikalen an der Entstehung der Sarkoidose beteiligt zu sein. Sie lösen Entzündungen aus und schädigen Zellen. Um den oxidativen Stress zu verringern, werden Antioxidantien wie Vitamin C und E, Zink und Selen benötigt, die die freien Radikale einfangen. In Studien mit Sarkoidose-Patienten wurde beobachtet, dass die Patienten einen um 25% niedrigeren Antioxidantienspiegel vorwiesen als Gesunde.
  • Vitamin A stärkt die Schleimhäute und die Abwehrbarrieren gegen das Eindringen von Erregern. Zudem hat Vitamin A antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften.
  • B-Vitamine: Viele Vitamine aus dem B-Komplex sind wichtig für die Zellneubildung und Zellteilung. Zudem senken die Vitamine den Homocysteinspiegel im Blut, der das Entzündungsgeschehen noch befeuert.
  • Vitamin D ist im Immunsystem von großer Bedeutung. Es regt u.a. die Bildung von Abwehrzellen, hemmt Entzündungsprozesse und verhindert ein Fortschreiten der Erkrankung. Studien haben ergeben, dass ein Vitamin D-Mangel mit chronischen Erkrankungen, einer gestörten Zellneubildung und Schleimhautregeneration sowie geschwächten Immunlage im Zusammenhang steht.
  • Magnesium entspannt die (Atem-)Muskulatur und hat eine entzündungshemmende Wirkung.
  • N-Acetylcystein und Glutathion stoppen Entzündungen, wirken antioxidativ, liefern Energie für die Bildung neuer Abwehr- und Schleimhautzellen und regen Heilungsprozesse an. N-Acetylcystein findet zudem vor allem bei Atemwegserkrankungen Anwendung.
  • Omega-3-Fettsäuren sind von großer Bedeutung für den gesamten Organismus. Sie hemmen Infektionen und Entzündungen, stärken die Abwehrkräfte und sorgen für gesunde Zellen. Zahlreiche Studien haben ihre positive Wirkung bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen bereits bestätigt.
  • Sekundäre Pflanzenstoffe wie Resveratrol, Quercetin oder OPC haben antientzündliche und antioxidative Eigenschaften, aktivieren die Abwehrkräfte und fördern die Bildung neuer Abwehrzellen. Quercetin kann zudem die Neubildung der Mitochondrien, die Energieproduzenten in den Zellen, anregen, was zu einer Steigerung der Abwehrkräfte und einer beschleunigten Regeneration der Entzündungsherde führt und den geschwächten Patienten wieder zu Kräften kommen lässt.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Sarkoidose eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreichzu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor anderen Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht
  • Achten Sie auf regionale, saisonale Bio-Lebensmittel – Umweltgifte wie Pestizide und Zusatzstoffe in Fertigprodukten schwächen unseren Organismus und die Immunabwehr.
  • Wenn Sie aufgrund der Infektion wenig Appetit haben, nehmen Sie bevorzugt frisches Obst und Gemüse zu sich, gegebenenfalls auch als frisch gepresster Saft – so führen Sie Ihrem Körper die wichtigen Mikronährstoffe zu, die er für die Regeneration benötigt.
  • Vermeiden Sie ein Übermaß an Kohlenhydraten, da diese Entzündungsprozesse befeuern und das Stress-System unseres Organismus aktivieren.
  • Trinken Sie ausreichend stilles Wasser und ungesüßten Kräuter- oder Grüntee. Die Flüssigkeit ist wichtig für die Schleimbildung und die Ausscheidung der Reizstoffe und Krankheitserreger über die Lunge.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome zu lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger, moderater Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken. Wenn Sie an Sarkoidose leiden, bevorzugen Sie Spaziergänge an der frischen Luft, da eine körperliche Überlastung die Beschwerden verschlimmern kann, und steigern Sie Ihre Leistungsfähigkeit langsam.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Atemübungen trainieren und entspannen Ihre Atemmuskulatur, unterstützen das Abhusten und die Ausscheidung über die Schleimhäute.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen. Gerade bei Sarkoidose sollten diese Substanzen tabu sein, da sie das Fortschreiten der Erkrankung noch befeuern.