Ernährung bei Schlafapnoe: darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei Schlafapnoe eine wichtige Rolle. Die elementare Basis jeder Therapie sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

 

Schlafapnoe ist ein Atemstillstand im Schlaf

Theresa Müller - Ernährungsberaterin, Selfcare- & Achtsamkeitstrainerin

Experte/Expertin:

Theresa Müller

Ernährungsberaterin, Selfcare- & Achtsamkeitstrainerin

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Ernährung & Mikronährstoffe bei Schlafapnoe

Die Schlafapnoe (lautes Schnarchen mit Atemaussetzern während des Schlafes) zählt zu den Schlafstörungen, die die Betroffenen selbst oft gar nicht bemerken. Die Atemaussetzer können Sekunden bis zu zwei Minuten andauern und sich zu bedrohlichen Atemstillständen entwickeln, in denen der Körper unter Sauerstoffmangel leidet. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen und neurologische Erkrankungen stehen mit der Schlafapnoe in Zusammenhang.

Ursachen für die Schlafapnoe sind insbesondere Übergewicht, Alter, Medikamenteneinnahme, anatomische Besonderheiten im Bereich von Kiefer, Gaumen und Nase, Fettstoffwechselstörungen, erschlaffte Muskeln im Nasen-Rachen-Bereich, Rauchen und Alkohol.

 

Ein Mikronährstoffmangel, der mit den oben genannten Ursachen einhergeht, kann die Schlafapnoe noch befeuern.

Ziel der Mikronährstofftherapie ist es, den Körper mit essentiellen Mikronährstoffen zu versorgen, um die Ursachen zu behandeln und damit auch das Schnarchen und die Atemaussetzer günstig beeinflussen zu können. Außerdem sollen Schäden in den Mitochondrien repariert werden, damit dort ausreichend ATP gebildet werden kann. ATP liefert die Energie für den reibungslosen Ablauf aller Stoffwechselvorgänge, für Muskel- und Nervenkoordination und Reflexe (z.B. Atemreflex).

 

Diese Mikronährstoffe werden bei einer Schlafapnoe empfohlen:

  • Antioxidantien wie Vitamin A, C und E wehren freie Radikale ab, die durch den Atemstillstand vermehrt auftreten, schützen die Zellen vor Schäden und sind Grundlage der ganzheitlichen Therapie aller chronischen Erkrankungen.
  • B-Vitamine: Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12 sind wichtig für den Abbau des Homocysteins, einem zellschädigenden Abfallprodukt des Eiweißstoffwechsels. Zudem sind die B-Vitamine wichtig für das Gehirn und das Nervensystem und die Reizweiterleitung, z.B. Meldung von Sauerstoffmangel, um den Atemimpuls im Schlaf frühzeitig zu aktivieren. Ein hoher Alkoholkonsum führt zu einem Vitamin B-Mangel, was wiederum die Schlafapnoe noch befeuert.
  • Vitamin D ist an allen Stoffwechselprozessen beteiligt, wirkt günstig auf den Blutzucker- und Blutfettspiegel und schützt Gehirn und Nerven vor Entzündungen und Zellschäden. Vitamin D erhöht auch die Sauerstoffverbrauchsrate in den Zellen und fördert daher die Sauerstoffaufnahme ins Blut.
  • Magnesium sorgt für eine ausreichende Melatonin-Bildung („Schlafhormon“), ist wichtig für eine gesunde Nerven- und Muskelfunktion und verbessert die Schlafqualität. Zudem ist Magnesium am Energiestoffwechsel in den Mitochondrien beteiligt und somit essentiell für sämtliche Abläufe und Reflexe im Körper.
  • Kupfer ist an der Bildung von Hämoglobin beteiligt, das wichtig für den Sauerstofftransport ist.
  • Eisen ist essentiell für die Blutbildung und für den Sauerstofftransport zu den Zellen.
  • Omega-3-Fettsäuren sind an der Synthese wichtiger Hormone und Botenstoffe beteiligt, unterstützen den Abbau von Ablagerungen in den Gefäßen und senken den Blutfettspiegel. Außerdem schützen sie Nervenzellen vor Schäden durch Sauerstoffmangel und fördern die Durchblutung.
  • L-Carnitin und Coenzym Q10 werden für die Energieproduktion in den Mitochondrien benötigt. Liegt eine Störung der Mitochondrien vor, können auch lebenswichtige Vorgänge im Körper wie der Atemreflex davon betroffen sein.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei der Schlafapnoe eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen, auch bei Schlafstörungen und Atemaussetzern im Schlaf.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle, die reich an Omega 3-Fettsäuren sind.
  • Vermeiden Sie fettreiche Nahrung, insbesondere tierische und raffinierte Fette. Eine Studien konnte einen Zusammenhang zwischen der Fettzufuhr und der Ausprägung der Schlafapnoe feststellen.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie Ihre Schlafqualität selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor anderen Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht –Übergewicht ist eine der Hauptursachen für die Schlafapnoe.
    • Sie beugen ernährungsbedingten Krankheiten vor, die Ihre Atemaussetzer im Schlaf noch begünstigen.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Schlafapnoe und ihre Begleiterscheinungen zu verbessern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf die Schlafqualität.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger moderater Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken. Nebenbei werden überschüssiges Fett abgebaut und das Körpergewicht reduziert, was die Schlafapnoe verbessern kann.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit. Stressreduktion und Gelassenheit sind wichtige Faktoren zur Verbesserung der Schlafapnoe.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration. Vermeiden Sie daher, nach 18 Uhr noch etwas zu essen und verzichten Sie insbesondere auf fettreiche Speisen.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und zählt zu den wichtigsten Faktoren für gesunden Schlaf und die Verbesserung des Schnarchens und der Atemaussetzer in der Nacht.
  • Streben Sie eine sanfte, aber nachhaltige Gewichtsreduktion an. Das allein kann schon für eine deutliche Verbesserung Ihrer Beschwerden sorgen.