Ernährung bei Schlafstörung:
Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei Schlafstörung eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Frau leidet unter Schlafstörung

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 25. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Schlafstörung

Schlafstörungen wie Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen oder frühes Erwachen sind auf Dauer sehr belastend. Häufig ist ein Melatoninmangel Ursache für die fehlende Müdigkeit. Aber auch Stress, schwere Mahlzeiten am Abend, koffeinhaltige Getränke, Alkohol, Nikotin, äußere Faktoren sowie verschiedene psychische und körperliche  Erkrankungen können Schlafstörungen verursachen.

Die moderne Mikronährstofftherapie setzt nun an der Wurzel der Autoimmunerkrankung an und führt dem Körper die für einen gesunden Schlaf wichtigen Mikronährstoffe zu.

Sie hat u. a. zum Ziel, dass wieder ausreichend Melatonin gebildet wird, dass das vegetative Nervensystem zur Ruhe kommt und hormonelle Ursachen behandelt werden.

 

Vitamin D spielt in der Therapie von Schlafstörungen eine große Rolle. Es wird für die Bildung von Hormonen benötigt und spielt eine wichtige Rolle für die einwandfreie Funktion des Nervensystems. Außerdem hat eine Studie ergeben, dass Patienten mit Schlafstörungen nach der Beseitigung des Mikronährstoffmangels wieder deutlich besser schlafen konnten und der Schlaf erholsam war.

 

Der Vitamine B2, B6, B12 und Folsäure werden benötigt, um das entzündungsfördernde Homocystein, das ein Abfallprodukt des Eiweißstoffwechsels ist, abzubauen. Ein hoher Homocysteinspiegel ist mitverantwortlich für den hohen oxidativen Stress in den Zellen, die Auslösung von Entzündungen sowie die Störung der normalen Zellfunktionen.

Vitamin B6 reguliert darüber hinaus noch die Schlaf-Wach-Rhythmen und regt die Serotoninbildung an, aus dem der Körper Melatonin bildet und hat eine antidepressive Wirkung.

Auch Vitamin B1 ist an der Synthese von Melatonin beteiligt und ist für eine normale Nervenfunktion essentiell – ein Mangel kann zu einer Übererregbarkeit führen und das Einschlafen erschweren.

Darüber hinaus steuern B-Vitamine die Bildung von Nervenbotenstoffen und stärken insgesamt das Nervensystem.

 

Auch ein Mangel an Vitamin C kann Ursache für Schlafstörungen sein. Neben seiner Funktion als Antioxidans und der Bekämpfung des oxidativen Zellstresses ist Vitamin C an der Synthese von Serotonin beteiligt, das die Grundlage für die Melatoninbildung darstellt. Ein Mangel an Vitamin C kann Nervosität und Reizbarkeit verursachen und die Melatoninproduktion stören.

 

Am wohl bekanntesten für die Behandlung von Schlafstörungen ist Magnesium. Es ist essentiell für eine gesunde Nervenfunktion und die Reizverarbeitung und -übertragung. Ein Magnesiummangel führt nicht nur zu vermehrter Anspannung, Muskelschmerzen und Nervosität, auch Gehirnfunktionen können beeinträchtigt sein. Zudem wirkt Magnesium u.a. entzündungshemmend, verbessert die Durchblutung und entspannt Gefäße und Muskeln. Studien konnten eine signifikante Verbesserung der Schlafqualität bei einer täglichen Magnesiumsubstitution beobachten. Auch innere Anspannung, depressive Verstimmungen und Unruhezustände konnten verringert werden.

 

Die für unseren Körper essentiellen Omega 3-Fettsäuren wirken anti-entzündlich und sind Gegenspieler zu den entzündungsfördernden Omega 6-Fettsäuren, die in unserer heutigen Ernährung vorherrschen. Studien ergaben, dass sich die Einnahme von Ölen, die reich an Omega 3-Fettsäuren sind wie Fisch- oder Algenöl oder der Verzehr von fettem Seefisch, positiv auf nervenbedingte Schlafstörungen und Depressionen auswirken. Die Durchblutung wird gefördert, Nervenreize können besser verarbeitet werden, auch bei Schlafstörungen unterschiedlicher Genese konnten die Fettsäuren Besserung erzielen.

 

Bestimmte Aminosäuren wie L-Theanin aus grünem Tee oder Tryptophan können vom Körper nicht selbst aufgenommen werden, spielen jedoch eine zentrale Rolle für die Melatoninbildung. Tryptophan ist eine Vorstufe von Serotonin. Es zählt zu den natürlichen, schlaffördernden Substanzen und ist bis zu einer täglichen Dosierung von 3mg laut Wissenschaftlern unbedenklich. L-Theanin beruhigt die Übererregbarkeit im Nervensystem, wirkt angstlösend und verringert die Auswirkungen von Stress, wodurch sich der Schlaf leichter einstellt.

 

GABA (Gamma-Aminobuttersäure) zählt zu den Wirkstoffen, die eine rasche entspannende, nervenberuhigende und schlaffördernde Funktion haben. Sie ist ein Neurotransmitter, der – in ausreichender Menge – für das emotionale Gleichgewicht, die Verbesserung der Konzentration und für die Schlafförderung von Bedeutung ist.

 

Aber nicht nur Vitamine und Mineralstoffe sind für eine gesunde Immunabwehr und eine ganzheitliche Behandlung von Schlafstörungen von Bedeutung. Auch sekundäre Pflanzenstoffe sind an den komplexen Prozessen unseres Abwehrsystems beteiligt. Wirkstoffe in Lavendel, Hopfen, Melisse oder Baldrian haben eine beruhigende Wirkung auf das zentrale Nervensystem und stimulieren den Parasympathikus, den Teil des vegetativen Nervensystems, der für die Entspannung und erholsamen Schlaf zuständig ist.




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die Kombination erhöht die Bioverfügbarkeit der einzelnen Vitalstoffe. Zudem ergänzen und verstärken sie einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Krankheit auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Schlafstörung eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Verzichten Sie auf schwere Mahlzeiten am Abend. Eine leichte, eiweißreiche Kost mit gedünstetem Gemüse überlastet das Verdauungssystem nicht und lässt den Körper leichter zur Ruhe kommen.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
    • Sie unterstützen die Regulierung von hormonellen Störungen oder Störungen im Nervensystem, was sich günstig auf Ihr Wohlbefinden und langfristig auch auf den Schlaf auswirkt.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus, aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport, oder wenn dies krankheitsbedingt nicht möglich ist, spazieren gehen oder Trampolinschwingen nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken. Tägliche Bewegung an der frischen Luft baut Stresshormone ab und fördert eine natürliche Müdigkeit und einen erholsamen Schlaf.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration. Lüften Sie Ihr Schlafzimmer, vermeiden Sie, am Abend fernzusehen oder am Computer zu arbeiten. Machen Sie einen Spaziergang, lesen Sie ein Buch, trinken Sie schlaffördernde Tees aus Lavendel, Melisse, Hopfen oder Baldrianwurzel.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihre Schlafqualität positiv beeinflussen.
  • Hören Sie Mindwaves vor dem Zubettgehen. Die Frequenz der Melodien wirkt sich auch auf die Frequenz der Gehirnwellen aus und erleichtert das Einschlafen.