Ernährung bei Schwindel: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei Schwindel eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Frau muss wegen Schwindel inne halten

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 24. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Schwindel

Schwindel ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom, das verschiedene Ursachen haben kann. Manche Schwindelattacken sind so heftig, dass Übelkeit, Erbrechen, Unwohlsein und Kopfschmerzen mit einhergehen können. Aufgrund ihres ganzheitlichen Ansatzes kann die Mikronährstoffmedizin möglicherweise Abhilfe verschaffen.

Sie zielt darauf ab, die Ursachen des Schwindel und der damit einhergehenden Begleitsymptome zu behandeln.

Mikronährstoffe regulieren z. B. die Durchblutung, auch die der feinen Kapillaren im Innenohr, wo das Gleichgewichtsorgan sitzt, regen den Abbau kleinster Ablagerungen an den Sinneszellen des Gleichgewichtsorgans an, steuern die Muskeltätigkeit, beeinflussen den Blutkreislauf und die Sauerstoffversorgung der Zellen und sind an der Weiterleitung von Nervenimpulsen und Sinnesreizen ans Gehirn beteiligt.

 

Folgende Mikronährstoffe können die Ursachen der Schwindel ganzheitlich behandeln und so nachhaltig die unangenehmen Beschwerden lindern:

  • Vitamin D-Mangel geht mit einem schleichenden Knochenabbau einher. Davon können auch die Steinchen betroffen sein, die sich an den Sinneszellen im Ohr anlagern. Wenn sich diese lösen, können sie in die Ohrschnecke gelangen und dort zu Fehlreizen im Gleichgewichtsorgan führen.
  • Der Vitamine B2, B6, B12 und Folsäure werden benötigt, um das entzündungsfördernde Homocystein, das ein Abfallprodukt des Eiweißstoffwechsels ist, abzubauen. Ein hoher Homocysteinspiegel ist mitverantwortlich für hohen oxidativen Zellstress, Durchblutungsstörungen und Mikroentzündungen. Studien zeigten, dass Schwindel oft mit hohen Homocystein-Werten einhergeht. Außerdem sind B-Vitamine essentiell für die Bildung von Nervenzellen und die Reizweiterleitung von Sinnesreizen.
  • Antioxidantien wie Vitamin A, C und E, Zink, Selen und Coenzym Q10 reduzieren den oxidativen Zellstress, schützen die Zellen vor Schäden, stoppen Entzündungen und erhalten die normalen Zellfunktionen.
  • Eisenmangel geht mit Blutarmut und Schwindel einher, da der Organismus nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Der Eisenmangel kann daher die Schwindelattacken noch verschlimmern.
  • Magnesium entspannt Gefäße und Muskeln, wirkt entzündungshemmend und verbessert die Durchblutung. Verspannungen der Nackenmuskulatur, aber auch erhöhte Gefäßspannung kann zu Durchblutungsstörungen des Kopfbereiches und im Besonderen auch des Innenohrs führen und Schwindelgefühle auslösen.
  • Alpha-Liponsäure schützt, ebenso wie Omega-3-Fettsäuren, Nervenzellen vor oxidativem Stress und ist Bestandteil der Zellmembran sowie der Myelinscheiden, die die Nervenzellen umhüllen. Verschiedene Studien haben die positive Wirkung von Alpha-Liponsäure und Omega-3-Fettsäuren auf Gehirn und Nervensystem sowie deren Schutzwirkung vor entzündlichen Veränderungen und nervlichen Fehlregulationen belegt. Somit ist die positive Auswirkung der wertvollen Fettsäuren auch auf die Beschwerden bei Schwindel naheliegend.
  • Sekundäre Pflanzenstoffe sind ebenso hilfreich, Schwindelgefühle zu lindern. Besonders gut erforscht sind Wirkstoffe aus Grüntee-Extrakt, Kakao-Extrakt, Resveratrol, Quercetin und Gingko. Die Durchblutung wird angeregt und die Fließeigenschaften des Blutes werden verbessert.

Da alle Mikronährstoffe erforderlich sind, damit die fein aufeinander abgestimmten Abläufe bei der Reizverarbeitung von Sinneswahrnehmungen und im Gleichgewichtsorgan optimal funktionieren, sollten Patienten, die an Schwindel leiden, ein Mikronährstoffpräparat wählen, das aus natürlichen Quellen hergestellt wird. Somit werden dem Körper möglichst alle wertvollen Wirkstoffe in Obst, Gemüse und Kräutern dem Körper zugeführt. Auf diese Weise können auch latent vorhandene Mikronährstoffmängel ausgeglichen werden, ohne dass die Gefahr einer Überdosierung besteht. Die subtilen Ursachen für die unangenehmen Begleiterscheinungen beim Reisen werden somit sanft und nachhaltig behoben.

 




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die Kombination erhöht die Bioverfügbarkeit der einzelnen Vitalstoffe. Zudem ergänzen und verstärken sie einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Krankheit auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Schwindel eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mit beeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
    • Sie erhöhen die Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit der Muskeln.
  • Trinken Sie ausreichend Wasser. Flüssigkeitsmangel ist eine Ursache für Schwindel, Kopfschmerz und Kreislaufproblemen. Als Faustregel gilt 30-40ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht. Wenn niedriger Blutdruck die Ursache des Schwindels ist, kann Kaffee – in Maßen genossen – zu einer Besserung der Beschwerden führen.
  • Essen Sie eine Kleinigkeit, wenn der Blutzuckerspiegel abfällt und zu Schwindelgefühlen führt. Ein Apfel, eine Banane oder eine Handvoll Trockenfrüchte mit Nüssen können rasch für eine Besserung sorgen.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome zu lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf die Belastbarkeit der Muskeln.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger moderater Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken. Bewegung – vor allem in der frischen Luft – bringt den Kreislauf in Schwung und versorgt die Zellen mit Sauerstoff. Schwindelgefühle können sich dadurch rasch und nachhaltig verbessern.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Sauna, Wechselduschen und Kneippanwendungen trainieren unsere Abwehrkräfte, verbessern die Durchblutung des Körpers und schärfen unsere Wahrnehmung über die Sinne. Regelmäßig angewendet haben Kälte-Wärme-Anwendungen viele positive Auswirkungen auf unseren gesamten Organismus.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Alkohol und Zigarettenrauch können Schwindelattacken noch befeuern.