Ernährung & Mikronährstoffe bei Seitenstrangangina

Mikronährstoffe spielen bei der Seitenstrangangina eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.




Seitenstrangangina: Frau leidet unter Rachenentzündung

Theresa Müller - Ernährungsberaterin, Selfcare- & Achtsamkeitstrainerin

Experte/Expertin:

Theresa Müller

Ernährungsberaterin, Selfcare- & Achtsamkeitstrainerin

Letzte Aktualisierung: 18. Mai 2021

Mikronährstoffe bei Seitenstrangangina

Die Seitenstränge sind Lymphbahnen, die rechts- und linksseitig an der hinteren Rachenwand verlaufen und bei einer Entzündung anschwellen und schmerzhafte Hals- und Ohrenschmerzen verursachen können.

Die Seitenstrangangina ist eine eher seltene Form der Rachenentzündung. Sie wird meist durch Viren ausgelöst, eine bakterielle Superinfektion kann die Beschwerden noch verschlimmern.

Zur begleitenden Behandlung einer Seitenstrangangina spielen Mikronährstoffe eine große Rolle und sind wesentlich für ein optimal funktionierendes Immunsystem. Zur Bekämpfung der akuten Infektion und der vielfältigen Entzündungsprozesse im Körper verbraucht der Organismus große Mengen von Mikronährstoffen, die substituiert werden müssen. Außerdem trägt eine optimale Mikronährstoffversorgung dazu bei, dass der Patient sich rasch von dem viralen Infekt erholen und eine Ausbreitung oder ein Wiederaufflammen der Infektion verhindert werden kann.

Mehrere wissenschaftliche Forschungen haben bereits die große Bedeutung einer optimalen Mikronährstoffversorgung für die Immunabwehr herausgestellt. Die Forscher konnten belegen, dass die Gesamtheit der Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sowie die Omega 3-Fettsäuren DHA und EPA die Basis für ein gesundes Immunsystem sind.

 

Oxidativer Zellstress ist eine der Hauptursachen für eine Abwehrschwäche. Er entsteht durch ein Überangebot an freien Radikalen, die u.a. die Aktivität der Immunzellen hemmen, so dass sich die Erreger rasch vermehren und Entzündungen verursachen können. Um die freien Radikale unschädlich zu machen, sind sogenannte Antioxidantien erforderlich. Dazu zählen z.B. die Vitamine A und C sowie Coenzym Q10 und Zink.

  • Vitamin A ist wichtig für den Aufbau und den Erhalt von Haut und Schleimhäuten, was einerseits eine natürliche Barriere gegen das Eindringen von Krankheitserregern schafft, andererseits die Schleimhäute vor Entzündungen und ihre Regeneration fördert. Außerdem unterstützt Vitamin A die Produktion von Antikörpern und regt die Phagozyten an, die die Krankheitserreger beseitigen.
  • Vitamin C hat eine wichtige Funktion im Immunsystem und der Zellregeneration. Die Fähigkeit unserer Abwehrkräfte, Krankheitserreger zu beseitigen (Phagozytose) wird durch eine Verabreichung von hochdosiertem Vitamin C erheblich gesteigert.
  • Zink und Vitamin C ergänzen einander noch in ihrer immunstärkenden Wirkung. Laut einer Studie wird die Aktivität der Fresszellen bei Zinkmangel beeinträchtigt, und Bakterien können sich rascher vermehren, was zu einem deutlich schwereren Krankheitsverlauf führt.
  • Coenzym Q10 ist essentiell für die Energieproduktion in den Mitochondrien – Voraussetzung dafür, dass die Abwehrzellen leistungsfähig sind und sich der Körper nach der Infektion rasch wieder erholt.

 

Einen weiteren großen Einfluss auf das Immunsystem und auf den Krankheitsverlauf der Seitenstrangangina hat Vitamin D. Es verbessert nicht nur die Zusammenarbeit der Abwehrzellen, sondern wirkt darüber hinaus entzündungshemmend, fördert die Bildung von Substanzen, die die Vermehrung der Erreger hemmen und eine Ausbreitung der Entzündungsprozesse verhindern.

 

Weitere Mikronährstoffe, deren entzündungshemmende Wirkung den Krankheitsverlauf von Seitenstrangangina positiv beeinflussen und die Symptome mildern können sind z.B. Omega 3-Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe wie Grüntee-Catechine, Senföle (z.B. Meerrettich, Kapuzinerkresse, Senfkörner), Anthocyane (Holunderbeere, Heidelbeere), Allicin (Knoblauch, Zwiebel, Bärlauch) oder Resveratrol (Beeren, Brokkoli, dunkelgrünes Gemüse).

Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei einer Seitenstrangangina eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen bzw. kann Komplikationen und schwere Krankheitsverläufe begünstigen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Vermeiden Sie zuckerhaltige Getränke und Snacks. Sie fördern nicht nur die Entzündungssymptome, sondern schädigen auch die Darmflora.
  • Achten Sie zusätzlich darauf, regelmäßig probiotische, nicht pasteurisierte Lebensmittel wie frisches Sauerkraut, Kefir, Kombucha, Kimchi oder fermentiertes Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Die darin enthaltenden lebenden Milchsäurebakterien fördern eine gesunde Darmflora, eine wesentliche Voraussetzung für eine gesunde Immunabwehr.
  • Frischer, gekühlter Kombucha oder Smoothies aus frischem Obst, Gemüse und Kräutern kann bei Fieber nicht nur den erhöhten Flüssigkeitsbedarf decken, sondern auch die Halsentzündung lindern und zugleich die Abwehrkräfte unterstützen.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken. Wenn Sie an Seitenstrangangina erkrankt sind oder nach einer Erkrankung noch geschwächt sind, sollten Sie Überanstrengung vermeiden.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
  • Trinken Sie ausreichend stilles Wasser oder ungesüßten Grün- oder Kräutertee. Die Schleimhäute werden befeuchtet und die Zirkulation der Abwehrzellen im Blut und im Lymphsystem wird gefördert.