Ernährung bei Tennisarm: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei einem Tennisarm eine wichtige Rolle. Die elementare Basis jeder Therapie sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Person fasst sich an den Ellenbogen wegen Tennisarm

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 1. Juni 2021

Ernährung & Mikronährstoffe bei Tennisarm

Bei einem Tennisarm (Epicondylitis) wurden die Unterarmmuskulatur und bestimmte Sehnen im Bereich des Ellenbogens überlastet. Sehnen sind der bindegewebige Teil des Muskels, der ihn mit dem Knochen bzw. Gelenk verbindet.

Es kommt zu Mikroentzündungen, die Schmerzen verursachen und mit einer Bewegungseinschränkung des Ellbogengelenks sowie einem Gefühl der Kraftlosigkeit in der Hand einhergehen.

Begünstigt wird eine Entzündung bei einseitiger Belastung oder monotonen Bewegungen (z.B. bei der Arbeit mit Tastatur und Maus, Handy-/Computerspiel, falsche Technik bei Schlägersportarten, einseitige Handgriffe bei Haus- oder Gartenarbeit etc.).

Die moderne Mikronährstoffmedizin hat zum Ziel, die Schmerzen zu lindern, die entzündlichen Vorgänge zu stoppen und die Beweglichkeit der Muskulatur wieder herzustellen.

 

Primär soll oxidativer Stress im betroffenen Bereich gestoppt werden. Er gilt als Hauptursache für die Beschwerden. Zu den Antioxidantien zählen z. B. die Vitamine A, C und E, Zink, Selen, Coenzym Q 10 und die Alpha-Liponsäure. Zudem haben auch zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe wie Quercetin, Resveratrol, Grüntee-Extrakt oder Curcumin starke antioxidative Eigenschaften und hemmen die Tätigkeit bestimmter Schmerzenzyme.

Antioxidantien binden freie Radikale, stoppen die entzündlichen Vorgänge, lindern die Schmerzen und regen die Regeneration der durch die Überlastung geschädigten Zellen und Gewebe an.

 

Zur Schmerzbehandlung werden in der Mikronährstofftherapie zudem B-Vitamine, Vitamin D, Magnesium und Omega-3-Fettsäuren eingesetzt.

Die B-Vitamine erhöhen den Noradrenalin- und Serotoninspiegel im Blut, wodurch die Schmerzwahrnehmung und die Schmerzweiterleitung in den Nervenzellen reduziert wird. Magnesium blockiert Schmerzrezeptoren im Nervensystem und lindert so die Beschwerden. Besonders in Form von Magnesiumöl scheint es für eine lokale Besserung der Beschwerden zu sorgen. Zudem ist Magnesium wichtig für die Muskelentspannung, die mit der einseitigen Belastung einhergeht.

Omega-3-Fettsäuren haben nachweislich antientzündliche sowie schmerzlindernde Eigenschaften und scheinen die Verarbeitung der Schmerzreize in den Nervenzellen zu beeinflussen.

 

Da die Sehnen hauptsächlich aus Kollagen (Material zum Aufbau von Bindegewebe) bestehen, werden Mikronährstoffe wie Chondroitin, Glucosamin, Vitamin C, Silizium, Zink, Mangan, Kupfer oder MSM (Methylsulfonylmethan) zum Aufbau von gesundem Bindegewebe und zur Neubildung von Zellen in den Sehnen benötigt.

Eine Studie wies bei Patienten mit Sehnenerkrankungen nach, dass die Einnahme von Vitamin C, Glucosamin, MSM und Kollagen innerhalb von 10 Tagen akute Schmerzen deutlich linderten.

 




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei einem Tennisarm eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen, und kann die Entzündung in den Sehnen und im Muskelgewebe noch befeuern und die Beschwerden verschlimmern.
  • Trinken Sie viel Wasser und ungesüßte Kräutertees. Die Flüssigkeit ist wichtig, um die Sehnen feucht und elastisch zu halten und entzündungsfördernde Stoffe auszuscheiden.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie den weiteren Krankheitsverlauf selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor anderen Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern.

Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung und ein Wiederaufflammen der Beschwerden.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken. Abwechslungsreiche Bewegung fördert die Durchblutung und die Elastizität der Sehnen.
  • Lassen Sie sich bei Schlägersportarten von einem erfahrenen Trainer die richtige Technik zeigen und üben Sie diese ein, bis Sie sie sicher beherrschen.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit. Stellen Sie den überlasteten Arm ruhig mit einer Schiene, um Überanstrengung zu vermeiden.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration. Achten Sie lediglich darauf, dass Sie in der Seitenschläferposition nicht den angewinkelten Arm als Stütze für Ihren Kopf nutzen. Auch das kann Grund für einen Tennisarm sein.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen.
  • Wenn Sie viel am Computer arbeiten oder einseitige Tätigkeiten ausführen, gönnen Sie der beanspruchten Sehne Ruhe. Schütteln Sie die Hand aus, dehnen Sie sich. Nehmen Sie einen weichen Ball und kneten Sie ihn mehrmals täglich in Ihrer Hand. Lockern Sie das Ellbogen- und Handgelenk sowie die Unterarmmuskulatur.
  • Kühlen oder Wärmeauflagen können die akuten Schmerzen lindern. Probieren Sie aus, was Ihnen guttut.