Ernährung & Mikronährstoffe bei Trigeminusneuralgie

Mikronährstoffe spielen bei Trigeminusneuralgie eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.




Frau leidet an Trigeminusneuralgie

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 29. Juli 2021

Mikronährstoffe bei Trigeminusneuralgie

Die Trigeminusneuralgie ist eine neurologische Erkrankung, bei der es zu plötzlich einschießenden Schmerzen entlang des Verlaufs des Trigeminusnervs (Augenpartie, Ober- und Unterkiefer) in einer Gesichtshälfte kommt. Ursache ist vermutlich Druck auf den Nerv, der von vergrößerten Blutgefäßen, verspannten Muskeln und Faszien oder Tumoren ausgeübt werden kann. Aber auch Nervenschädigungen durch Suchtmittelmissbrauch, Vorerkrankungen wie Multiple Sklerose oder Diabetes, (chronische) Infektionskrankheiten wie Herpes oder Borreliose und vor allem Mikronährstoffmangel können die Ursache einer Trigeminusneuralgie sein.

Ziel der Mikronährstofftherapie ist einerseits die Ursachen der Trigeminusneuralgie zu behandeln, andererseits die Nervenzellen mit allen wichtigen Mikronährstoffen zu versorgen, damit sich die schützende Myelinschicht neu bilden und sich die Nervenzellen regenerieren können.

Wichtige Mikronährstoffe bei Trigeminusneuralgie sind:

  • Antioxidantien wie Vitamin A, C und E oder Alpha-Liponsäure wirken als Schutz vor freien Radikalen und Zell- und Gewebeschäden. Außerdem kann die antientzündliche Wirkung dazu beitragen, Schmerzen bei der Trigeminusneuralgie zu reduzieren.
  • B-Vitamine wie B6, B12 und Folsäure sind wichtig für einen reibungslosen Homocystein-Abbau, einem Verstärker von oxidativem Stress. Außerdem werden B-Vitamine für den Aufbau der Myelinschicht und die Reizweiterleitung in den Nerven benötigt. Besonders bei Alkoholikern kommt es häufig zu einem Vitamin B-Mangel.
  • Vitamin D wird mit einer positiven Wirkung auf den Verlauf einer Trigeminusneuralgie assoziiert. Außerdem scheinen Menschen mit Vitamin-D-Mangel verstärkt unter Nervenschmerzen zu leiden.
  • Sekundäre Pflanzenstoffe wie Curcumin, Grüntee-Extrakte und Quercetin können ebenso Nervenschmerzen, entzündliche Prozesse und Gewebeschäden lindern. Außerdem haben sie eine antientzündliche und antioxidative Wirkung. Weitere hilfreiche sekundäre Pflanzenstoffe sind Sulfide, Flavonoide und Anthocyane.
  • Cannabinoide haben, ersten Studien zufolge, das Potential, die Nervenschmerzen rasch und nachhaltig zu lindern.
  • Zink senkt den oxidativen Zellstress und schützt die Nervenfasern und -hüllen vor Schäden.
  • Magnesium ist essentiell für eine normale Muskel- und Nervenfunktion und kann schmerzlindernd bei Nervenschmerzen wirken.
  • Coenzym Q10 wirkt antioxidativ und entzündungshemmend.
  • Omega-3-Fettsäuren haben eine entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung. In einer Vorstudie mit Diabetikern konnten Nervenschmerzen gelindert und die Durchblutung verbessert werden.
  • L-Carnitin ist zuständig für die Energieproduktion in den Nervenzellen und für den Erhalt gesunder Nervenzellen. Zudem trägt es laut wissenschaftlicher Studien zur Linderung von Nervenschmerzen bei.
  • Enzyme wie Bromelain oder Papain beschleunigen Heilungsprozesse und stoppen Entzündungen.

 

Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei einer Trigeminusneuralgie eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Verzichten Sie auf raffinierte Kohlenhydrate, Fastfood und Industrieprodukte, um die Entzündungsprozesse nicht noch zu befeuern.
  • Probieren Sie Heilfasten oder Basenfasten aus, um Ihren Organismus zu entlasten und die Umstellung zu einer antientzündlichen Kost zu erleichtern.

 

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

 

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
  • Trinken Sie jeden Tag 2-3 Tassen Grünen Tee, um die antientzündlichen und schmerzlindernden Wirkstoffe der enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zu nutzen.