Ernährung & Mikronährstoffe bei trockener Haut

Mikronährstoffe spielen bei trockener Haut eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.




Trockene Haut löst sich vom Körper

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 18. Mai 2021

Mikronährstoffe bei trockener Haut

Trockene und empfindliche Haut wird spröde, rau und rissig und neigt zu Juckreiz und Entzündungen. Die Ursache liegt in einer Störung der Feuchtigkeits- und Fettregulation der Haut, die hormonell oder altersbedingt sein kann. Aber auch Kälte, UV-Strahlung, Stress, häufiges Desinfizieren der Hände, der Umgang mit Chemikalien, Kalk, Reinigungsmitteln ohne Schutzhandschuhe, Fehlernährung, Mikronährstoff- und Flüssigkeitsmangel sowie (Stoffwechsel-) Erkrankungen können trockene Haut begünstigen.

Die Mikronährstoffmedizin setzt an der Wurzel an und verwendet entsprechende Mikronährstoffe sowohl innerlich als auch äußerlich zur Pflege und Regeneration der Haut.

 

Mikronährstoffe wie Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe, Omega-3-Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe sind für alle Vorgänge in unserem Körper essentiell. Nur wenige kann unser Organismus selbst synthetisieren und/oder speichern. Das bedeutet, dass wir uns tagtäglich neu mit allen Mikronährstoffen über unsere Nahrung versorgen müssen.

 

Von besonderer Bedeutung sind die so genannten Antioxidantien (z.B. Vitamin A, C, E, Zink, Selen, Coenzym Q10).

  • Vitamin A: Zellbildung und Regeneration der obersten Hautschicht, Stärkung der Schutzbarriere gegen das Eindringen von Keimen; Regulation des Fettgehalts der Haut; entzündungshemmend;
  • Vitamin E: reguliert Talgproduktion der Haut; Schutz vor Entzündungen; fördert Zellregeneration; schützt vor Schäden durch UV-Strahlung
  • Vitamin C: Schutz vor Entzündungen; Immunaktivator; fördert Kollagenbildung und Hautfestigkeit; beschleunigt Wundheilung; Zellschutz vor freien Radikalen
  • Zink: Radikalfänger; wichtig für Abwehrprozesse; Aktivierung von Reparaturenzymen bei Hautrissen oder Wunden; stärkt die Hautbarriere; reguliert Fettstoffwechsel der Haut
  • Selen: Bestandteil des zellerhaltenden Enzymsystems; schützt vor Zellschäden durch UV-Strahlung; lindert Hautentzündungen

 

Weitere Mikronährstoffe, die für die Regeneration der Haut und Regulierung des Hautstoffwechsels von Bedeutung sind:

  • Vitamin D: beschleunigt Neubildung von Hautzellen, wundheilungsfördernd, immunstärkend, Aufbau von Bindegewebe und Hautzellen
  • B-Vitamine: Förderung der Abheilung von Hautrissen, Anregung des Mitochondrienstoffwechsels etc.
  • B3 (Nicotinamid): fängt freie Radikale, hemmt Entzündungen, stärkt die Hautbarriere, verhindert Feuchtigkeitsverlust durch die Haut
  • B5 (Pantothensäure): antibakterielle Eigenschaften; reguliert Fettstoffwechsel der Haut; Neubildung von Hautzellen; reguliert die Hautfeuchtigkeit
  • Vitamin B12, Vitamin B6, Folsäure: Abbau von Homocystein; zu hohe Homocysteinspiegel schädigen Gefäße und somit die Hautdurchblutung, schwächen die Abwehr und verstärken Entzündungen
  • Biotin: Bildung von Kollagen und Bindegewebe, essentiell für gesunde Haut, Haare und Nägel
  • Eisen: wichtig für Zellteilung und Sauerstoffversorgung der Zellen; stärkt Abwehrfunktionen; wichtige Funktion im Zell- und Energiestoffwechsel
  • Magnesium & Calcium: Stärkung des Bindegewebes; essentielle Bestandteile gesunder Haut- und Bindegewebszellen; Zellneubildung der Haut
  • Omega-3-Fettsäuren: antientzündliche Wirkung; wichtig für die Immunabwehr; fördern die Wundheilung; regulieren den Fettstoffwechsel der Haut
  • Arginin: wichtig für Hautstoffwechsel, verbessert die Durchblutung, fördert Zellneubildung und Bildung von Bindegewebe
  • sekundäre Pflanzenstoffe Astaxanthin, Carotinoide, Terpene, Grüntee-Extrakt und Quercetin: starke Antioxidantien; Stärkung der Abwehrbarriere der Haut und der Abwehrkräfte; entzündungshemmend; gewebsregenerierend; aktiver Zellschutz; Verbesserung der Hautdurchblutung, Hautfeuchtigkeit und Festigkeit des Bindegewebes

Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei trockener Haut eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Das Auge isst mit: Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Achten Sie zusätzlich darauf, dass Sie möglichst täglich probiotische Lebensmittel wie Kefir, Kombucha, Kimchi oder fermentiertes Obst und Gemüse zu sich nehmen. Die darin enthaltenden lebenden Milchsäurebakterien fördern eine gesunde Darmflora und intakte Haut und Schleimhäute.
  • Frischer Kombucha oder frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte stärken den Organismus und sind Mikronährstoffquellen.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
    • Die Regulation des Hautstoffwechsels und die Barrierefunktion der Haut werden gestärkt – natürliche Hautpflege geht vor allem von innen aus.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport und Bewegung stabilisieren das Immunsystem, gleichen das vegetative Nervensystem aus und aktivieren den Stoffwechsel sowie die Darmaktivität. So kann regelmäßige Bewegung nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit, die Reduktion von Stress verbessert das Hautbild und fördert den natürlichen Hautstoffwechsel.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und wirkt sich positiv auf Ihre Haut aus.
  • Achten Sie bei trockener Haut auf eine natürliche Hautpflege. Wählen Sie Pflegeprodukte mit ausschließlich natürlichen Inhaltsstoffen aus biologischem Anbau.