Ernährung & Mikronährstoffe bei Typhus

Mikronährstoffe spielen bei Typhus eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.




Typhus

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 29. Juli 2021

Mikronährstoffe bei Typhus

Typhus ist eine bakterielle Infektion mit einer Salmonellenart. Die Erreger sind hauptsächlich in Afrika, Südamerika und Südostasien verbreitet. Die Erreger werden durch verunreinigtes Wasser bzw. kontaminierte Lebensmittel, gravierende Hygienemängel und Schmierinfektion übertragen. Bei entsprechend geschwächter Immunlage treten Bauchschmerzen, (schwere) Durchfälle und Benommenheit auf.

 

Um einer Typhuserkrankung vorzubeugen oder die Regeration nach einer Infektion zu unterstützen, sind Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe etc.) von großer Bedeutung. Sie sind elementar für ein starkes Immunsystem, das Bakterien und andere Durchfallerreger bekämpft. Zudem regeln sie die Energieproduktion in den Zellen, was für die rasche Abwehr und die Rekonvaleszenz wichtig ist. Mikronährstoffe fördern den Aufbau einer gesunden Darmschleimhaut sowie die Besiedelung des Darms mit der physiologisch wichtigen Bakterienflora.

Da bei Typhus neben dem Flüssigkeitsverlust auch viele Mineralstoffe verloren gehen, müssen diese während und nach einer Infektion wieder ausgeglichen werden.

 

Folgende Mikronährstoffe sind für ein starkes Immunsystem und für einen gesunden Darm erforderlich:

  • Zink: Neben seiner wichtigen Funktion in der Immunabwehr wirkt es entzündungshemmend und regeneriert die geschädigte Darmschleimhaut. Studien haben belegt, dass eine optimale Zinkversorgung die Dauer von Durchfallerkrankungen signifikant verkürzen kann.
  • Mineralstoffe wie Magnesium, Natrium, Kalzium und Kalium werden bei Typhus in großer Menge ausgeschieden und sollten in ausreichender Menge täglich zugeführt werden. Diese Mineralstoffe sind essentiell und an allen Stoffwechselprozessen beteiligt. Außerdem sind sie erforderlich für den Flüssigkeitshaushalt und den Blutkreislauf sowie zur Reizweiterleitung in den Nerven und für die Muskeltätigkeit.
  • Quercetin und Rutin zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen. Für beide wurden antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften nachgewiesen. Quercetin hat zudem eine antibakterielle Wirkung, das heißt, die Ausbreitung krank machender Bakterien wird durch Quercetin verhindert. Außerdem stärkt es die Darmbarriere und verhindert dadurch die Resorption von Giftstoffen. Nachweislich konnte das C-reaktive Protein, ein wichtiger Entzündungsmarker, gesenkt werden. Die gereizte Darmschleimhaut kann sich beruhigen und entzündliche Prozesse können abklingen.
  • Grüntee-Extrakte schützen den Darm vor Infektionen, die Durchfälle auslösen können, und können bestehende Darmentzündungen lindern. In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird Grüntee unter anderem zur Behandlung von Durchfällen verwendet.
  • Extrakte aus Römischer Kamille und Myrrhe wirken nachweislich antibakteriell, entzündungshemmend, krampflösend und lindern Durchfallerkrankungen. Eine Studie aus dem Jahr 2016 hat gezeigt, dass die Kombination von Kamille, Myrrhe und Kaffeekohle nicht nur Entzündungsprozesse hemmt, sondern die erfolgreiche Behandlung verschiedener Darmerkrankungen unterstützt. Die Wirkstoffe verstärken einander und können selbst bei einer schweren Durchfallerkrankung deutliche Verbesserungen bewirken.
  • Auch das Vitamin A ist für die Bildung und den Erhalt gesunder Schleimhäute essentiell. Es hat außerdem eine antioxidative, entzündungshemmende und immunstärkende Wirkung.
  • Vitamin D, oft auch als „antibiotisches Vitamin“ bezeichnet, verhindert die Ausbreitung von Durchfallerregern. Außerdem ist Vitamin D wichtig für die Darmschleimhaut, indem es die Regeneration der Schleimhautzellen fördert und die Darmbarriere gegen das Eindringen von Giftstoffen und Keimen stärkt.
  • Vitamin C hemmt die Vermehrung und Aktivität von Krankheitserregern. Zudem stärkt eine optimale Vitamin C-Versorgung das Immunsystem, verkürzt die Krankheitsdauer, steigert die Fähigkeit unserer Abwehrkräfte, Krankheitserreger zu beseitigen (Phagozytose) und senkt das Risiko für Infektionskrankheiten.
  • Omega 3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend und sind Gegenspieler zu den entzündungsfördernden Omega 6-Fettsäuren, die in unserer heutigen Ernährung vorherrschen. Studien ergaben, dass die Omega 3-Fettsäure EPA (Eicosapentaensäure) Entzündungen der Darmschleimhaut nachweislich reduzierte.

 

Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Typhus eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Achten Sie zusätzlich darauf, regelmäßig probiotische, nicht pasteurisierte Lebensmittel wie frisches Sauerkraut, Kefir, Kombucha, Kimchi oder fermentiertes Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Die darin enthaltenden lebenden Milchsäurebakterien fördern eine gesunde Darmflora, hemmen die Vermehrung von Durchfallerregern und stärken das Abwehrsystem.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Für eine gesunde Verdauung und die Linderung von Durchfallerkrankungen sowie eine optimale Zusammensetzung der Darmflora sind Ballaststoffe unerlässlich. Sie quellen im Darm auf, binden die überschüssige Flüssigkeit und darmreizende Substanzen. Ballaststoffe finden sich vor allem in Leinsamen, Haferflocken, Weizenkleien, Hülsenfrüchten, Trockenpflaumen und -aprikosen (am besten in Wasser eingeweicht), Äpfeln und Nüssen.
  • Trinken Sie ausreichend stilles, mineralstoffreiches Wasser und darmberuhigende Kräutertees. Die Flüssigkeit ist wichtig, um die erhöhte Wasserausscheidung auszugleichen, die Mineralstoffe wirken Mangelerscheinungen entgegen.

 

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sportnachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannungkönnen Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
  • Wenn Sie in Risikogebieten unterwegs sind, achten Sie verstärkt auf Hygiene. Vermeiden Sie Leitungswasser zum Trinken, Waschen von Gemüse und Obst oder Zähneputzen. Essen Sie nur gut erhitzte Speisen, wenn Sie zu Darminfektionen neigen.
  • Heilerde oder Zeolith im Handgepäck kann bei Verdacht auf eine Typhusinfektion als Erste-Hilfe-Maßnahme die Erkrankung bereits im Keim ersticken.