Ernährung & Mikronährstoffe bei Wetterfühligkeit

Mikronährstoffe spielen bei Wetterfühligkeit eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.




Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 29. Juli 2021

Mikronährstoffe bei Wetterfühligkeit

Wetterfühligkeit äußert sich in Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Migräneattacken, Schwindel, Abgeschlagenheit, Schlafstörungen oder Reizbarkeit. Das vegetative (autonome) Nervensystem reagiert auf den Luftmassenaustausch bei einem Wetterwechsel oder, wie in Süddeutschland, bei Föhn, dem warmen Fallwind in der Voralpenregion, bei manchen Menschen empfindlich. Rheumatiker berichten ebenfalls oft von einer Verschlimmerung ihrer Beschwerden, wenn sich das Wetter ändert. Persönliche Umstände wie Stress, hormonelle Schwankungen, chronische Immunschwäche oder psychische Belastungen können die Beschwerden bei Wetterfühligkeit auslösen oder befeuern.

Die moderne Mikronährstofftherapie setzt nun an der Wurzel der Beschwerden an und führt dem Körper die für ein stabiles vegetatives Nervensystem wichtigen Mikronährstoffe zu und hat zum Ziel, die Wetterfühligkeit zu lindern.

 

Vitamin D spielt in der Therapie von Wetterfühligkeit eine große Rolle. Es wird für die Bildung von Hormonen benötigt und spielt eine wichtige Rolle für die einwandfreie Funktion des Nervensystems. Außerdem hat eine Studie ergeben, dass Patienten nach der Beseitigung des Mikronährstoffmangels wieder deutlich besser schlafen konnten und Konzentration, Belastbarkeit, Müdigkeit und Stressresistenz deutlich verbessert wurden.

 

Der Vitamin B-Komplex steuert u. a. die Bildung von Nervenbotenstoffen, die Erregungsleitung und das Nervenwachstum und wird für die Regeneration der Nerven benötigt. Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B erhöht die nervliche Belastbarkeit, gleicht Stimmungsschwankungen aus, reduziert das Schmerzempfinden, erhöht die Stressresistenz und verbessert den Schlaf.

Der Vitamine B2, B6, B12 und Folsäure werden benötigt, um das entzündungsfördernde Homocystein, das ein Abfallprodukt des Eiweißstoffwechsels ist, abzubauen. Ein hoher Homocysteinspiegel ist mitverantwortlich für den hohen oxidativen Stress in den Zellen, die Auslösung von Entzündungen sowie die Störung der normalen Zellfunktionen.

Auch Vitamin B1 ist für eine normale Nervenfunktion essentiell – ein Mangel kann zu einer Übererregbarkeit führen und das Einschlafen sowie die Konzentrationsfähigkeit erschweren.

 

Auch ein Mangel an Vitamin C kann Ursache für ein empfindliches Nervensystem sein. Neben seiner Funktion als Antioxidans und der Bekämpfung des oxidativen Zellstresses ist Vitamin C an der Synthese von Serotonin beteiligt, das für die psychische Belastbarkeit wichtig ist die Grundlage für die Melatoninbildung darstellt, was wichtig für gesunden Schlaf ist. Ein Mangel an Vitamin C kann Nervosität und Reizbarkeit verursachen und Schlafstörungen verursachen. Vitamin C verbessert die Fließeigenschaften des Blutes und kann Kopfschmerzen bei Wetterfühligkeit lindern.

 

Am wohl bekanntesten für die Behandlung von nervösen Beschwerden wie der Wetterfühligkeit ist Magnesium. Es ist essentiell für eine gesunde Nervenfunktion und die Reizverarbeitung und -übertragung. Ein Magnesiummangel führt nicht nur zu vermehrter Anspannung, Muskelschmerzen und Nervosität, auch Gehirnfunktionen können beeinträchtigt sein. Zudem wirkt Magnesium u.a. entzündungshemmend, verbessert die Durchblutung und entspannt Gefäße und Muskeln. Studien konnten eine signifikante Verbesserung der Schlafqualität bei einer täglichen Magnesiumsubstitution beobachten. Auch innere Anspannung, depressive Verstimmungen und Unruhezustände sowie stressbedingte Kopfschmerzen konnten verringert werden.

 

Die für unseren Körper essentiellen Omega 3-Fettsäuren wirken anti-entzündlich und sind Gegenspieler zu den entzündungsfördernden Omega 6-Fettsäuren, die in unserer heutigen Ernährung vorherrschen. Studien ergaben, dass sich die Einnahme von Ölen, die reich an Omega 3-Fettsäuren sind wie Fisch- oder Algenöl oder der Verzehr von fettem Seefisch, positiv auf nervenbedingte Beschwerden wie Wetterfühligkeit und depressive Verstimmungen auswirken. Die Durchblutung wird gefördert, Nervenreize können besser verarbeitet und Kopfschmerzen gelindert werden.

 

Bestimmte Aminosäuren wie L-Theanin aus grünem Tee oder Tryptophan können vom Körper nicht selbst aufgenommen werden, haben eine beruhigende Wirkung auf das vegetative Nervensystem. Tryptophan ist eine Vorstufe von Serotonin. Es zählt zu den natürlichen, schlaffördernden und nervenstärkenden Substanzen und ist bis zu einer täglichen Dosierung von 3mg laut Wissenschaftlern unbedenklich. L-Theanin beruhigt die Übererregbarkeit im Nervensystem, wirkt angstlösend und verringert die Auswirkungen von Stress.

 

GABA (Gamma-Aminobuttersäure) zählt zu den Wirkstoffen, die eine rasche entspannende, nervenberuhigende und schlaffördernde Funktion haben. Sie ist ein Neurotransmitter, der – in ausreichender Menge – für das emotionale Gleichgewicht, die Verbesserung der Konzentration, für die Beruhigung des vegetativen Nervensystems und für erholsamen Schlaf von Bedeutung ist.

 

Aber nicht nur Vitamine und Mineralstoffe sind für eine gesunde Immunabwehr und eine ganzheitliche Behandlung von Wetterfühligkeit von Bedeutung. Auch sekundäre Pflanzenstoffe sind an den komplexen Prozessen unseres Abwehrsystems beteiligt. Wirkstoffe in grünem Tee, Kakao, Amaranth und Quinoa sowie Resveratrol, Quercetin oder Curcumin haben eine stabilisierende, stimmungsaufhellende Wirkung und stimulieren den Parasympathikus, den Teil des vegetativen Nervensystems, der für die Entspannung und erholsamen Schlaf zuständig ist.

 

 

Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur nämlich niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft.

Diese Synergieeffekte erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Symptomatik auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei Wetterfühligkeit eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleute empfohlen

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Verzichten Sie auf isolierte Kohlenhydrate wie Zucker, Weißmehlprodukte oder geschälten Reis. Sie verstärken vegetative Beschwerden, fördernd Entzündungen und Entgleisungen im Hormonsystem und Stoffwechsel.
  • Essen Sie vermehrt tryptophanhaltige Lebensmittel wie Amaranth, Quinoa, Vollkornhafer, Kakao, Erdnüsse, Cashewkerne, Hülsenfrüchte, fetten Seefisch oder Pilze.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
    • Sie unterstützen die Regulierung von hormonellen Störungen oder Störungen im Nervensystem, was sich günstig auf Ihr Wohlbefinden und letztlich auch auf die Wetterfühligkeit auswirkt.

 

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Krankheit und ihre Symptome lindern oder ganz zu verhindern. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

 

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus, aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport, oder wenn dies krankheitsbedingt nicht möglich ist, spazieren gehen oder Trampolinschwingen nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken. Tägliche Bewegung an der frischen Luft baut Stresshormone ab, fördert einen erholsamen Schlaf und kann der Wetterfühligkeit entgegenwirken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration und ein starkes Nervensystem. Lüften Sie Ihr Schlafzimmer, vermeiden Sie, am Abend fernzusehen oder am Computer zu arbeiten. Machen Sie einen Spaziergang, lesen Sie ein Buch, trinken Sie schlaffördernde Tees aus Lavendel, Melisse, Hopfen oder Baldrianwurzel.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen und kann Ihre nervliche Belastbarkeit positiv beeinflussen.
  • Hören Sie Mindwaves bei Stress oder Beschwerden wegen eines Wetterwechsels. Die Frequenz der Melodien wirkt sich auch auf die Frequenz der Gehirnwellen aus und regeneriert das angespannte Nervenkostüm.