Ernährung bei Zahnfleischentzündung: Darauf sollten Sie achten

Mikronährstoffe spielen bei einer Zahnfleischentzündung eine wichtige Rolle. Die elementare Basis aller Therapien sollte eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung sein. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus. In diesem Artikel wollen wir uns eingehender mit diesem Thema beschäftigen und Ihnen hilfreiche Tipps geben, wie Sie selbst die Initiative ergreifen können, um Körper und Psyche ganzheitlich zu stärken.

 

Zahnfleischentzündung bei Junge

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 24. Juni 2021

Mikronährstoffe bei Zahnfleischentzündung

Eine Zahnfleischentzündung (Parodontose, Parodontitis) entsteht durch Bakterien von Zahnbelägen, die auch Entzündungen des Zahnfleisches verursachen können. Dadurch bilden sich Zahnfleischtaschen, wo sich die Bakterien dauerhaft einnisten und zu einem allmählichen Zahnfleischrückgang und freiliegenden Zahnhälsen führen. Wenn die Entzündung nicht gestoppt werden kann, lockern sich die Zähne und fallen aus. Mangelnde Zahnpflege, ungesunde Ernährung, Rauchen, Alkohol und oxidativer Stress sind häufige Ursachen der Zahnfleischentzündung

 

Mikronährstoffe spielen bei der ganzheitlichen Behandlung der Zahnfleischentzündung eine wichtige Rolle. Mikronährstoffe sind elementar für die Eindämmung von Entzündungen, sie regeln die Energieproduktion in den Zellen, sind für den Aufbau von Zahnfleisch und Schleimhäuten sowie für die einen festen Zahnhalteapparat von großer Bedeutung.

 

Oxidativer Stress entsteht einerseits bei Entzündungen, andererseits ist der Zellstress ursächlich für die Entstehung von Entzündungen. Ein Überangebot an freien Radikalen schädigen gesunde Zellen und beeinträchtigen die Durchblutung des Zahnfleisches, so dass die Aktivität der Immunzellen gehemmt wird.

Um die freien Radikale unschädlich zu machen, sind sogenannte Antioxidantien erforderlich.

Die Mikronährstofftherapie zielt primär darauf ab, das Zahnfleisch vor oxidativem Stress und irreversiblen Schäden zu schützen. Bei einer Entzündung sind u.a. die Vitamine A, C und E sowie Coenzym Q10 und Selen als Radikalfänger wichtig.

Die antioxidative Wirkung der Mikronährstoffe entfaltet sich am besten in einer Kombination der verschiedenen Antioxidantien, da sich die Mikronährstoffe in ihrer Wirksamkeit ergänzen und einander unterstützen.

 

Die Vitamine B2, B6, B12 und Folsäure werden u.a. benötigt, um das entzündungsfördernde Homocystein, das ein Abfallprodukt des Eiweißstoffwechsels ist, abzubauen. Ein hoher Homocysteinspiegel ist mitverantwortlich für den hohen oxidativen Stress in den Zellen, für Zahnfleischentzündungen und die Zerstörung des Zahnhalteapparats.

 

Weitere entzündungshemmende Mikronährstoffe sind Omega 3-Fettsäuren. Sie können von unserem Organismus nicht selbst hergestellt und müssen daher über die Ernährung aufgenommen werden. Zudem erhalten die Fettsäuren zusammen mit den B-Vitaminen, Vitamin C, Eisen, Zink und Silicium das Bindegewebe und damit den Zahnhalteapparat.

 

Ein Zinkmangel scheint einen Risikofaktor für die Erkrankung von Zahnfleisch und Mundschleimhaut darzustellen. Zink ist zudem wesentlich für eine starke Immunabwehr und die Bekämpfung von entzündungsfördernden Bakterien.

Ein weiterer sehr wichtiger Mikronährstoff zur Eindämmung von Entzündungen ist Vitamin D. Zahlreiche aktuelle Studien zeigen, dass die Schwere einer Parodontitis-Erkrankung mit einem Vitamin-D-Mangel eng in Verbindung steht. Wichtig zu wissen ist, dass ein Vitamin-D-Mangel in ganz Europa in allen Altersstufen sehr weit verbreitet ist, was die Häufigkeit von Zahnfleischentzündungen erklärt.

 

Aber auch sekundäre Pflanzenstoffe können effektiv zur Therapie einer Parodontitis eingesetzt werden. Hier einige Beispiele, deren Wirksamkeit vielfach wissenschaftlich belegt wurde:

  • Grüner Tee enthält wertvolle Flavonoide. Ihre antientzündliche Wirkung verhindert zudem das Eindringen krankmachender Keime in Zahnfleisch und Mundschleimhaut, die die Entzündung noch befeuern können.
  • In Polyphenolenaus Mangos konnte ein Schutzeffekt vor dem gefürchteten Knochenabbau bei chronischer Zahnfleischentzündung nachgewiesen werden.
  • Weitere sekundäre Pflanzenstoffe, die bei der Behandlung einer Zahnfleischentzündung förderlich sind, wurden unter anderem im Salbei, Kamille, Kurkuma und in Beeren nachgewiesen




Experten-Tipp

Darauf sollten Sie achten

  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung täglich mit Mikronährstoffen.
  • Achten Sie auf ein ganzheitliches Präparat, das neben allen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen möglichst auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Flüssige Mikronährstoffkonzentrate können vom Körper besser verwertet werden als Tabletten.
  • Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.

Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden, denn die Kombination erhöht die Bioverfügbarkeit der einzelnen Vitalstoffe. Zudem ergänzen und verstärken sie einander in ihrer Wirkkraft. Diese Synergieeffekte führen somit zu einer verbesserten Zellfunktion, was sich spürbar positiv auf Ihre Krankheit auswirkt.

 

In der modernen Mikronährstofftherapie wird daher heute als Basistherapie bei einer Zahnfleischentzündung eine natürliche Mikronährstoffmischung bevorzugt, die isolierten oder synthetisch hergestellten Mikronährstoffen überlegen ist.

Von vielen Fachleuten empfohlen werden flüssige Mikronährstoffkonzentrate  – diese können vom Körper besser aufgenommen werden als Tabletten oder Pulver, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern sie alle Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (Hier finden Sie eine Checkliste zur Unterstützung bei der Produktauswahl).

Empfohlene Ernährung

  • Achten Sie darauf, sich anti-entzündlich und abwechslungsreich zu ernähren. Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen.
  • Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten.
  • Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:
    • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/ nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
    • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
    • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die sich zusätzlich negativ auf die Beschwerden auswirken können.
    • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.
  • Achten Sie besonders darauf, kohlenhydratreiche und zuckerhaltige Speisen zu vermeiden. Sie fördern die Vermehrung der schädlichen Bakterien in der Mundhöhle und befeuern zudem noch entzündungsfördernde Prozesse.
  • Knabbern sie häufig Gemüsesticks! Sie massieren das Zahnfleisch, schaffen ein basisches Milieu im Mund und regen die Durchblutung von Zahnfleisch und Schleimhaut an.

Anpassungen im Lebensstil

Doch nicht nur die Ernährung und Mikronährstofftherapie tragen ihren Teil dazu bei, die Zahnfleischentzündung in den Griff zu bekommen. Auch Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von Krankheiten.

  • Sport stabilisiert das Immunsystem, gleicht das vegetative Nervensystem aus und aktiviert den Stoffwechsel und die Darmaktivität. So kann regelmäßiger Sport nachweislich sowohl die Krankheitshäufigkeit als auch die Häufigkeit von Komplikationen senken.
  • Zeiten der Erholung und Entspannung können Symptome lindern und fördern den Schlaf und das psychische Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Qi Gong haben darüber hinaus viele weitere positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit.
  • Erholsamer Schlaf ist wichtig für die körperliche und psychische Regeneration.
  • Nicht nur bei einer Erkrankung fördert eine positive Lebenseinstellung und eine Haltung der Dankbarkeit das Wohlbefinden und trägt dazu bei, mit den Widrigkeiten des Lebens leichter fertig zu werden.
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol verbessert die Durchblutung des Organismus sowie die Mikronährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen. Der Verzicht kann auch Ihre Beschwerden positiv beeinflussen. Ihrem Körper zuliebe sollten Sie möglichst ganz auf Alkohol und Nikotin verzichten, da beide Substanzen die Mundschleimhaut schädigen und Rauchen zudem einer der Hauptrisikofaktoren für eine Zahnfleischentzündung ist.
  • Putzen Sie Ihre Zähne nach jeder Mahlzeit und pflegen Sie Ihr Zahnfleisch täglich. Mit einer Munddusche können Sie sanft die Zahnzwischenräume reinigen, das Zahnfleischmassieren und die Bakterienzahl reduzieren, wenn Sie dem Wasser einige Tropfen Salbeiöl hinzufügen.
  • Praktizieren Sie täglich Ölziehen, um schädliche Bakterien und Gifte aus der Schleimhaut zu entfernen.