Die wichtigsten Fakten
zur Krankheit chronisches Erschöpfungssyndrom

Holzklötze symbolisieren Bausteine für die Gesundheit

Barbara Tayler Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Experte/Expertin:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 21. April 2021

CFS – die wichtigsten Fakten im Überblick

  • CFS (Chronic Fatigue Syndrome) – was ist das?

CFS, auch als ME (Myalgische Enzephalomyelitis) bezeichnet, ist ein neuroimmunologischer Symptomenkomplex, dessen Entstehung und Ursache noch nicht eindeutig bekannt ist. Die Krankheit geht einher mit konstanter, schwerer Erschöpfung bis hin zu Bettlägerigkeit und Arbeitsunfähigkeit.

    • Vorkommen: Weltweit sind schätzungsweise 17 Millionen betroffen, in Deutschland etwa 300.000, davon deutlich mehr Frauen als Männer. Auch Kinder und Jugendliche können an CFS leiden.
    • Ähnliche Krankheitsbilder: Andere Erkrankungen, die ebenso mit schwerer Erschöpfung, Müdigkeit und fehlender körperlicher wie geistiger Belastbarkeit einhergehen, sind das Tumor-Fatigue-Syndrom, das Burnout-Syndrom, Depressionen und Fibromyalgie.
  • Ursachen & Risikofaktoren:

nicht ausgeheilte virale Erkrankungen, Stress, traumatische Erlebnisse, Phasen hoher psychischer Belastung, hoher oxidativer/nitrosativer Stress mit Schädigung der Mitochondrien

  • Symptome:

ungewöhnlich schwere körperliche und mentale Erschöpfungszustände über mehr als sechs Monate, anhaltende Müdigkeit, Infektanfälligkeit, Schlafstörungen, Schmerzen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Reiz- und Temperaturempfindlichkeit

  • Diagnose und Tests:

Ausschlussdiagnose anderer schwerer Erkrankungen, Differentialdiagnose zu BurnoutDepression und Fibromyalgie, Messwerte für Mitochondrienfunktion und nitrosativen Stress, keine eindeutigen Diagnosemöglichkeiten.

  • Prognose und Verlauf:

schubweiser Verlauf mit Verschlimmerung bei Stress, geringster Anstrengung oder Überforderung, Fortschreiten der Erschöpfung bis hin zu Arbeitsunfähigkeit, Bettlägerigkeit und Invalidität, Begleit- und Folgeerkrankungen, Verbesserung möglich, in einigen Fällen vollständige Ausheilung

  • Empfohlene Ernährung:

antientzündliche, basenbildende Kost, bestehend aus frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln, möglichst aus biologischem Anbau; viel Obst und Gemüse, Nüsse und Saaten, hochwertige Fette und Eiweiße, probiotische Lebensmittel, weizenfreie Ernährung

  • Therapie und Prävention: 
    • Mikronährstoffe

Grundsätzlich ist die tägliche Versorgung mit allen Mikronährstoffen erforderlich. Besonders wichtig sind:

      • für die Stärkung der Mitochondrien: Vitamin-B-Komplex, Coenzym Q10, Selen und D-Ribose
      • für Darmflora und Immunsystem: Vitamin A, Vitamin C, Vitamin D, Vitamin K, Eisen, Magnesium, Kupfer, Zink, Aminosäuren (z. B. Carnitin, L-Glutamin, Cystein), Polyphenole, Grüntee-Catechine, D-Ribose
    • Lebensstil:

Stressreduzierung und Resilienztraining, Entspannungstechniken, ausreichend Schlaf, mäßige, aber regelmäßige Bewegung, Verzicht auf Rauchen und Alkohol, viel Trinken, positive Lebenshaltung

    • Konventionelle Therapie:

symptomatische medikamentöse Behandlung je nach Art der Beschwerden

    • Ganzheitliche Therapie:

Darmsanierung, Entsäuerung, hochdosierte Vitamin-C-Infusionen, Bewegungstherapie, Ordnungstherapie, Psychotherapie, Heilpflanzen wie Ginseng, Rosenwurz, Baldrian, Lavendel und Passionsblume

Checkliste

Checkliste und Empfehlungen: Das können Sie selbst tun bei CFS

  • Gut informiert sein: Informieren Sie sich rundum um Ihre Erkrankung und erlernen Sie die richtige Zahnpflege.
  • „Richtige“ Therapeuten: Der Draht zu Ihren Therapeuten (Ärzte, Ernährungsberater, Heilpraktiker…) muss stimmen. Die Beziehung zwischen Patienten und Therapeut muss auf Vertrauen und Sympathie aufbauen.
  • Gesunde Ernährung: anti-entzündlich, überwiegend pflanzlich, viel „Bio“, weniger Kohlenhydrate, gesunde Fette (Seefisch und pflanzliche Öle), viele Kräuter und Gewürze
  • Mikronährstoffe: Achten Sie auf ihren Mikronährstoffhaushalt. Nur wenn alle Mikronährstoffe ausreichend im Organismus vorhanden sind, können lebenswichtige Prozesse optimal ablaufen. Bei CFS stehen alle Vitamine im Fokus, eine Breitbandversorgung ist daher unerlässlich. Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, Nüssen, (pflanzlichen) Eiweißquellen, hochwertigen Ölen und Vollkornprodukten versorgt Ihren Körper mit allen wichtigen Mikro- und Makronährstoffen.
  • Lebensstil: Verzichten Sie auf Rauchen und Alkohol, trinken Sie ausreichend, achten Sie auf guten Schlaf und ausreichend Zeiten der Entspannung und Erholung. Entspannungstechniken, Stressreduzierung und Resilienztraining sind wichtige Bausteine, um der chronischen Erschöpfung entgegenzuwirken.
  • Darmsanierung: Eine gesunde Darmflora ist Voraussetzung für eine intakte Immunabwehr und wesentlicher Baustein in der ganzheitlichen CFS-Therapie. Ein Aufbau des Mikrobioms sowie eine darmgesunde Ernährung verbessern rasch Ihr Wohlbefinden und lassen Infekte schneller abklingen.
  • Ganzheitliche Therapieansätze: Eine Kombination aus Bewegungs-, Ordnungs- und Verhaltenstherapie hilft den Patienten, ihren Alltag strukturieren und mit ihrer Krankheit besser zurechtzukommen. Entsäuerung und Entgiftung entlasten den gesamten Organismus, verbessern die Regeneration und stärken das Immunsystem. Zusätzlich können Eigenblutbehandlungen oder Vitamin C hochdosiert eine Verbesserung der Immunlage bewirken und die Erschöpfungssymptome reduzieren. Heilpflanzen wie Ginseng oder Rosenwurz wirken stärkend und verringern Müdigkeit sowie Kraftlosigkeit. Baldrian, Lavendel und Passionsblume wirken auf natürliche Weise beruhigend, senken innere Anspannung und fördern den erholsamen Schlaf.