Die wichtigsten Fakten
zur Krankheit Epilepsie

Holzklötze symbolisieren Bausteine für die Gesundheit

Ursula Andrien - Ärztin (Fachrichtung Gynäkologie), Expertin für Akupunktur und TCM

Experte/Expertin:

Dr. med. Ursula Andrien

Ärztin (Fachrichtung Gynäkologie), Expertin für Akupunktur und TCM

Letzte Aktualisierung: 22. April 2021

Epilepsie – die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Epilepsie – was ist das?

Eine kurzzeitige plötzliche Funktionsstörung im Gehirn, die mit oder ohne Bewusstlosigkeit einhergehen kann. Es wird unterschieden zwischen epileptischen Anfällen ohne erkennbaren äußeren Reiz (nicht provoziert) und mit erkennbar auslösenden Einflüssen (provoziert).

  • Ursachen & Risikofaktoren:

Vielfach ist keine Ursache erkennbar; es sind jedoch auch genetische Defekte bekannt. Weitere Ursachen sind Beeinträchtigungen des Gehirns aufgrund von Durchblutungsstörungen mit Sauerstoffmangel, Entzündungen und Tumore im Gehirn, ebenso wie Hirnverletzungen nach Unfällen, aber auch Stoffwechselstörungen.

  • Symptome:

Es gibt keinen einheitlichen Verlauf. Von einer leichten Abwesenheit über Zuckungen einzelner Körperteile bis hin zu schwer krampfenden Muskeln ist alles möglich. Mitunter gibt es eventuelle Warnzeichen, die man Prodrome oder Auren nennt. Ein Prodrom kann Stunden bis Tage einem Anfall vorausgehen und äußert sich in Reizbarkeit, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Ruhelosigkeit oder Stimmungsschwankungen, während eine Aura nur Sekunden dauert und Halluzinationen, seltsame Gefühle, Blitze sehen oder Geruchs- und Geschmackswahrnehmungen, Angst- oder Glücksgefühle auslösen kann.

  • Diagnose und Tests:

Wichtig ist eine ausführliche Anamnese bzw. Fremdanamnese über den Ablauf des Anfalls. Ergänzend werden die Gehirnaktivität (durch EEG oder MEG) sowie die Gehirnstruktur (mittels MRT, PET oder CCT) dargestellt.

  • Prognose und Verlauf:

Die meisten Epilepsieformen lassen eine normale körperliche und geistige Entwicklung zu. Manche Epilepsien verlieren sich während der Pubertät von allein. Andere Epilepsieformen hängen nicht nur von der Art der Anfälle, ihrer Häufigkeit sowie der Ursache und dem Ausmaß einer möglichen Hirnschädigung ab, sondern auch von der eigenen Verhaltens- und Lebensweise (ausreichender Schlaf, Balance zwischen Arbeit und Auszeit, regelmäßige Bewegung, Verzicht auf Nikotin und Alkohol, eine Ernährung mit vielen Mikronährstoffen sowie ausreichenden Trinkmengen an stillem Wasser und Entspannungstechniken).

  • Empfohlene Ernährung:

Eine anti-entzündliche Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollwertprodukten, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und pflanzlichen Ölen ist. Bei manchen Epilepsieformen hat sich eine ketogene Ernährungsweise bewährt, die jedoch unter ärztlicher Kontrolle durchgeführt werden muss.

  • Therapie und Prävention: 
    • Mikronährstoffe

Da es durch verschiedene Antiepileptika zu Störungen in der Mikronährstoffversorgung kommt, ist deren Ergänzung besonders wichtig. Dazu gehören: Vitamin D, Vitamin K, Folsäure, Biotin, weiterhin die Vitamine B1, B6, E, A, C sowie Carnitin, Zink, Selen, Mangan, Magnesium und sekundäre Pflanzenstoffe.

    • Lebensstil:

Er spielt eine große Rolle bei der Reduzierung von Anfällen: siehe unter Prognose und Krankheitsverlauf. Zu den empfohlenen Entspannungstechniken zählen Autogenes Training und Yoga. Eine positive Lebenseinstellung unterstützt zusätzlich einen ausgeglichenen Lebensrhythmus.

    • Konventionelle Therapie:

Es werden als Medikamente die sogenannten Antiepileptika oder Antikonvulsiva (von lat. convulsio = Krampf) eingesetzt, die einen erneuten Krampfanfall verhindern oder die Häufigkeit von epileptischen Anfällen reduzieren sollen. Dabei handelt es sich um eine symptomatische Behandlung, da es keine Heilung gibt.

    • Ganzheitliche Therapie:

Unterstützend können folgende Anwendungen zum Einsatz kommen: Biofeedback, Akupressur, Homöopathie, Kinesiologie, Osteopathie und Heilpflanzen.

Checkliste

Checkliste und Empfehlungen: Das können Sie selbst tun bei Epilepsie

  • Gut informiert sein: Informieren Sie sich rundum um Ihre Erkrankung und erlernen Sie die richtige Zahnpflege.
  • „Richtige“ Therapeuten: Der Draht zu Ihren Therapeuten (Ärzte, Ernährungsberater, Heilpraktiker…) muss stimmen. Die Beziehung zwischen Patienten und Therapeut muss auf Vertrauen und Sympathie aufbauen.
  • Mikronährstoffe: Achten Sie auf ihren Mikronährstoffhaushalt. Nur wenn alle Mikronährstoffe ausreichend im Organismus vorhanden sind, können lebenswichtige Prozesse optimal ablaufen. Bei Epilepsie stehen alle Vitamine im Fokus, eine Breitbandversorgung ist daher unerlässlich. Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.
  • Lebensstil: Er spielt eine große Rolle bei der Reduzierung von Anfällen: Daher haben ausreichender Schlaf, eine geregelter Tag- und Nachtrhythmus, ein Gleichgewicht zwischen Arbeit und Ruhephasen im Alltag sowie regelmäßige Bewegung einen günstigen Einfluss auf die Krankheit. Empfehlenswert ist zudem der Verzicht auf alkoholische Getränke und Nikotin. Entspannungstechniken wie Yoga, Qi Gong, Autogenes Training sowie zahlreiche andere Meditationen und Progressive Muskelentspannung nach Jakobson können zusammen mit einer positiven Lebenseinstellung zu einem ausgeglichenen Lebensstil beitragen.
  • Ernährung: Eine gesunde Ernährung, möglichst selbst zubereitet mit einem hohen Anteil an Gemüsen, Nüssen und Samen, wenig Fleisch- und Milchprodukten oder zuckerhaltigen Nahrungsmitteln sind empfehlenswert. Ebenso der Verzicht auf industriell gefertigte Nahrungsmittel, da sie meist Konservierungsstoffe, Stabilisatoren, künstliche Aromen und vieles mehr enthalten, die den Organismus zusätzlich belasten. Bei manchen Epilepsieformen hat sich die ketogene Ernährung bewährt, die jedoch nur unter ärztlicher Kontrolle durchgeführt werden sollte.
  • Ausreichende Trinkmengen: Wasser ist der wichtigste „Stoff“, den unser Organismus zum Überleben benötigt. Daher ist auf eine täglich ausreichende Trinkmenge an stillem oder Leitungswasser zu achten. Zellen brauchen Flüssigkeit, um ihre vielfältigen Aufgaben wie beispielsweise Transportfunktionen oder Entgiftung entsprechend gut bewerkstelligen zu können.
  • Darmsanierung: Eine Darmsanierung kann das Mikrobiom wieder in die Balance bringen. Die Darmsanierung besteht aus einer Darmreinigung und dem Wiederaufbau der Darmflora. Durch die Sanierung der Darmflora wird die Darmbarriere gestärkt und ihre Schutzfunktionen reaktiviert sowie das Immunsystem mobilisiert.
  • Heilpflanzen: Verschiedene Faktoren können Schlafstörungen verursachen oder wie ein zusätzlicher Verstärker wirken (schlechte Ernährung, wenig Bewegung, fehlender Tagesrhythmus, vermehrtes Gedankenkreisen, gesteigerter Genussmittelkonsum usw. Wenn Schlafstörungen durch Stress und Belastung entstehen, können Baldrian, Lavendel, Passionsblume, Melisse und Hopfen helfen, Ein- und Durchschlafstörungen zu verringern. Die Anwendungsart ist breit gefächert: Tees, Kissen, fertig gemischte Präparate, Wickel und Auflagen.