Die wichtigsten Fakten
zur Krankheit Gicht

Letzte Aktualisierung: 21. April 2021

Gicht – die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Gicht – was ist das?

Gicht ist eine Purinstoffwechselerkrankung, die mit einem erhöhten Harnsäurespiegel im Blut einhergeht und anfallsweise auftritt. Die Harnsäurekristalle lagern sich in Gelenken und Geweben ab und verursachen dort Schmerzen und Entzündungen.

  • Ursachen & Risikofaktoren:

Fehlernährung, meist eiweiß- und purinlastig, chronische Übersäuerung, übermäßiger Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, strenge Diäten, (Hoch-) Leistungssport, Nierenerkrankungen, Medikamente

  • Symptome:
    • akuter Gichtanfall: plötzliche, starke Schmerzen in einem Gelenk, meist Großzehengrundgelenk, mit Schwellung, Rötung und Berührungsempfindlichkeit, evtl. Fieber
    • chronische Gicht: abwechselnd symptomlose und entzündliche Phasen, Bildung von Gichttophi, zunehmende Gelenkschmerzen und -veränderungen
  • Diagnose und Tests:

Anamnese, körperliche Untersuchung, Laborwerte, Röntgen

  • Prognose und Verlauf:

unbehandelt Gefahr des chronischen Verlaufs mit Gelenkdeformation, Potenzstörungen, Nierensteine, Nierenerkrankungen bis hin zum Nierenversagen, Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall

  • Empfohlene Ernährung:

Eine anti-entzündliche Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollwertprodukten, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und pflanzlichen Ölen ist. Bei Gicht ist der Verzicht auf Alkohol, Fleisch und Innereien und fructosehaltige Produkte dringend angeraten.

  • Therapie: 
    • Mikronährstoffe

Vitamin B, C, D, E, Magnesium, Zink, Omega 3-Fettsäuren, sekundäre Pflanzenstoffe, z. B. in Sauerkirschextrakt

    • Lebensstil:

Stressreduktion, Abbau von Übergewicht, mäßiger Sport und Bewegung, Erhöhung der Trinkmenge

    • Konventionelle Therapie:

schmerz- und entzündungshemmende Arzneimittel wie Cortison, Diclofenac, Ibuprofen; Medikamente mit Wirkstoffen, die die Harnsäureproduktion hemmen oder die Ausscheidung fördern (Allopurinol, Benzbromaron); Änderungen in Lebensstil und Ernährung (purinarme Kost, Alkoholverzicht)

    • Ganzheitliche Therapie:

Heilpflanzen, die die Nierentätigkeit anregen und die Harnsäureausscheidung fördern (z. B. Brennnessel, Birke, grüner Hafer, Schwarzpappel, Chanca Piedra, Goldrute, Clerodendranthus spicatus), Bindung und Ausleitung der Harnsäure mit Bentonit, Entsäuerung & Entgiftung, Homöopathie

Checkliste

Checkliste und Empfehlungen: Das können Sie selbst tun bei Gicht

  • Gut informiert sein: Informieren Sie sich und Ihre Angehörigen zu gut wie möglich über Ihre Erkrankung.
  • „Richtige“ Therapeuten: Der Draht zu Ihren Therapeuten (Ärzte, Ernährungsberater, Heilpraktiker…) muss stimmen. Die Beziehung zwischen Patienten und Therapeut muss auf Vertrauen und Sympathie aufbauen.
  • Mikronährstoffe: Achten Sie auf Ihren Mikronährstoffhaushalt. Nur wenn alle Mikronährstoffe ausreichend im Organismus vorhanden sind, können lebenswichtige Prozesse optimal ablaufen. Bei Gicht stehen alle Mikronährstoffe im Fokus – eine Breitbandversorgung ist daher unerlässlich. Wir haben für Sie eine Liste empfohlener Mikronährstoffkonzentrate zusammengestellt.
  • Ernährungsumstellung: Wichtig ist eine purinarme Kost, das heißt Verzicht auf Wurst- und Fleischprodukte, Innereien und bestimmte Fischarten. Auch fructosehaltige Produkte wie Fruchtjoghurts, Süßigkeiten, Softdrinks, Fruchtsäfte sind zu meiden. Obst ist grundsätzlich unbedenklich, lediglich große Mengen fruchtzuckerreicher Sorten wie Weintrauben, Äpfel oder Orangen können Beschwerden verursachen.
  • Zwischenmahlzeiten sind zu vermeiden, da durch den erhöhten Insulinspiegel die Harnsäureausscheidung behindert wird
  • Erhöhung der Trinkmenge: Stilles Wasser ist zu bevorzugen. Als Faustregel gilt: 40 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht; bei einem Gewicht von 80 kg sind das ca. 3 Liter.
  • Lebensstil:
    • Sport und Bewegung: Beginnen Sie mit einem mäßigen Muskeltraining und nehmen Sie sich täglich etwas Zeit für Bewegung wie Spazierengehen oder Nordic Walking.
    • Gewichtsreduktion: Bauen Sie langsam Übergewicht ab. Fasten oder Crash-Diäten sind bei Gicht verboten. Anzustreben ist eine langsame Gewichtsreduktion in Kombination mit mäßiger sportlicher Betätigung.
    • Entspannung & Stressreduzierung: Fehlende Ruhephasen, körperliche Überlastung und Stress können Gichtanfälle auslösen. Daher sind ausreichend Schlaf und (psychische) Entspannung wichtig für eine erfolgreiche Gichttherapie.
    • Verzichten Sie konsequent auf Nikotin und Alkohol. Vor allem Bier, Liköre und Alkoholmischgetränke begünstigen einen Gichtanfall.
  • Ganzheitliche Therapie:
    • Wärmeanwendungen: Während der symptomfreien Phase ist es wichtig, den Körper vor Unterkühlung zu schützen, Gelenke und andere schlecht durchblutete Körperregionen warm zu halten. Regelmäßige Saunabesuche oder die Nutzung von Dampfbädern fördern zusätzlich die Ausleitung von Säuren und Giftstoffen.
    • Entsäuerung: Basenbildende Kost, Säureausscheidung durch basische Anwendungen und die Einnahme von Bentonit
    • Heilpflanzen: harntreibende, entzündungshemmende, nierenanregende und harnsäureausleitende Wirkstoffe aus Brennessel, Birke, Clerodendranthus spicatus, Schwarzpappel, Goldrute, Chanca Piedra oder Grüner Hafer
    • Homöopathie: Ledum als eines der homöopathischen Hauptarzneimittel bei einem Gichtanfall; homöopathische Komplexmittel zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen sowie zur Ausleitung der Harnsäure über das Lymphsystem