Die wichtigsten Fakten
zur Krankheit Hypothyreose

Holzklötze symbolisieren Bausteine für die Gesundheit

Melanie Wirtgen - Ökotrophologin, Expertin für Ernährungstherapie und Prävention

Experte/Expertin:

Dipl. oec. troph. Melanie Wirtgen

Ökotrophologin, Expertin für Ernährungstherapie und Prävention

Letzte Aktualisierung: 20. Mai 2021

Hypothyreose – die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Hypothyreose – was ist das?

Die Hypothyreose ist eine Unterfunktion der Schilddrüse. Es gibt eine primäre, sekundäre oder tertiäre Form der Hypothyreose. Die häufigste Form ist die primäre Hypothyreose, bei der die Schilddrüse angeregt wird, Hormone zu bilden, ihrer Aufgabe aber nicht mehr ausreichend nachkommen kann. Bei einer manifesten Hypothyreose sind die Schilddrüsenwerte im Blut verändert, eine latente Unterfunktion kann lange durch Wachstum der Schilddrüse kompensiert werden.

  • Ursachen & Risikofaktoren:

Ursachen für eine Unterfunktion können sein: Jodmangel, Mangel an weiteren Nährstoffen, wie Selen, Eisen, Zink, Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen, operative Eingriffe an der Schilddrüse, Strahlentherapie und Schäden durch Umwelteinflüsse oder Medikamente. Oxidativer Stress in den Zellen, eine ungesunde Lebensweise, eine genetische Veranlagung und anderweitige Störungen im Hormonregelsystem sind Risikofaktoren.

  • Symptome:

Erste Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion sind körperliche Leistungsminderungen, verbunden mit Müdigkeit, Abgeschlagenheit und geistiger Leistungsminderung. Auftreten können trockene und schuppige Haut oder Haare, brüchige Nägel, Haarausfall, auch Schwellungen am Augenlid oder im gesamten Gesicht (Ödeme). Das Kälteempfinden ist erhöht, Patienten frieren leicht. Meist ist eine Unterfunktion auch begleitet von einer Gewichtszunahme oder Schwierigkeiten das Gewicht zu halten. In der Verdauung macht sich die Unterfunktion in der Neigung zu Verstopfung bemerkbar. Auch eine verlangsamte Sprache, eine heisere, raue Stimme, Menstruationsbeschwerden, Libidoverlust, Hör-, Riech- und Geschmacksstörungen können auf eine Unterfunktion hindeuten.

  • Diagnose und Tests:

umfangreiche Anamnese mit Fragen nach Schilddrüsenerkrankungen in der Familie, Veränderungen des Halsumfangs, Symptomen, Einnahme bestimmter Medikamente, Vorerkrankungen; Abtasten (Palpation) der Schilddrüse; körperliche Untersuchung; zur weiteren Abklärung: Ultraschalluntersuchung, Szintigraphie, Feinnadelbiopsie; Labordiagnostik: TSH, freies T3 (fT3) und freies T4 (fT4), eventuell rT3, Antikörpertest zum Ausschluss einer autoimmunbedingten Hypothyreose

  • Prognose und Verlauf:

Bei fehlender Behandlung vergrößert sich die Schilddrüse immer mehr, bis hin zum Kropf (Struma) und es kommt zum deutlichen Absinken der Schilddrüsenhormongehalte im Blut. Das Fehlen an Schilddrüsenhormonen führt zum Absinken der Stoffwechselleistung im menschlichen Körper mit vielen unangenehmen Begleiterscheinungen: Der Grundumsatz sinkt. Häufig kommt es zu einer Gewichtszunahme und zu erhöhten Blutfettwerten. Das Risiko für koronare Herzerkrankungen ist erhöht. Eine frühzeitige Therapie ist sehr wichtig. Je früher mit entsprechenden Maßnahmen begonnen wird, desto besser lassen sich Stoffwechselentgleisungen beheben und Symptome abmildern.

  • Empfohlene Ernährung:
    • Eine anti-entzündliche Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und pflanzlichen Ölen ist.
    • an den niedrigen Grundumsatz angepasste Kalorienzufuhr, eiweißreich, gute Qualität an Fetten, wenig schnell resorbierbare Kohlenhydrate
    • hochwertige Lebensmittel, frisch und selbst gekocht
    • darmgesunde Ernährung mit Ballaststoffen und Probiotika
    • die Leber entlastende Kostform mit viel Eiweiß
  • Therapie und Prävention: 
    • Mikronährstoffe

optimale Zufuhr an wichtigen Mineralstoffen, Vitaminen, Antioxidantien. Die wichtigsten sind Selen, Jod, Eisen und Zink, sowie die Vitamine A, E und C.

    • Lebensstil:

Stressreduktion, ausreichend Erholung, Schlaf und Entspannung, moderate Bewegung

    • Konventionelle Therapie:

Hormonersatztherapie mit auf die Symptome und Blutwerte abgestimmter Dosierung

    • Ganzheitliche Therapie:

Heilpflanzen, Homöopathie, Darmsanierung und Entgiftung der Leber können eine medikamentöse Therapie sinnvoll unterstützen.

Checkliste

Checkliste und Empfehlungen: Das können Sie selbst tun bei Hypothyreose

  • Gut informiert sein: Informieren Sie sich und Ihre Angehörigen so gut wie möglich über Ihre Erkrankung.
  • „Richtige“ Therapeuten: Der Draht zu Ihren Therapeuten (Ärzte, Ernährungsberater, Heilpraktiker…) muss stimmen. Die Beziehung zwischen Patienten und Therapeut muss auf Vertrauen und Sympathie aufbauen.
  • Mikronährstoffe: Achten Sie auf Ihren Mikronährstoffhaushalt. Nur wenn alle Mikronährstoffe ausreichend im Organismus vorhanden sind, können lebenswichtige Prozesse optimal ablaufen. Bei Hypothyreose stehen alle Mikronährstoffe im Fokus – eine Breitbandversorgung ist daher unerlässlich. Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.
  • Frische gesunde Mahlzeiten: Essen Sie hochwertige, selbstgekochte Gerichte von guter Qualität, am besten saisonal, regional und aus Bio-Anbau.
  • Gewichtsprobleme: Reduzieren Sie Kalorien, essen Sie jedoch mikronährstoffreich.
  • Gesunder Lebensstil: Sorgen Sie für gesündere Gewohnheiten: Rauchen Sie nicht, reduzieren Sie Alkohol, Koffein, Zucker, Transfette, Schadstoffe und Umweltgifte so oft wie möglich.
  • Stressreduktion: Entspannungsmethoden, Achtsamkeitstraining, moderater Sport, Bewegung im Freien, guter Schlaf und Stressresilienz unterstützen die Schilddrüse.
  • Gesunder Darm: Ein gesunder Darm ist wichtig für das Gleichgewicht im Hormonsystem. Eine darmgesunde Ernährung oder eine Darmsanierung mit Pro- und Präbiotika kann unterstützend wirken.
  • Leberentgiftung: Entlasten Sie Ihre Leber durch eine gesunde Ernährung und wenige Genussmittel, damit unterstützen Sie auch die Schilddrüse. Eine regelmäßige Leberentgiftung kann sinnvoll sein.
  • Heilpflanzen und Homöopathie: Komplementäre Therapien können eine Ergänzung sein und unliebsame Symptome der Hypothyreose abmildern.