Die wichtigsten Fakten
zur Krankheit Reflux

Holzklötze symbolisieren Bausteine für die Gesundheit

Claudia Miersch Ökotrophologin, Expertin für ernährungsabhängige Erkrankungen

Experte/Expertin:

Dr. oec. troph. Claudia Miersch

Ökotrophologin, Expertin für ernährungsabhängige Erkrankungen

Letzte Aktualisierung: 22. April 2021

Refluxkrankheit – die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Refluxkrankheit– was ist das?

Bei der Refluxkrankheit oder gastroösophagealen Refluxerkrankung gelangt Magensäure in die Speiseröhre, wo sie beeinträchtigende Symptome verursacht und/oder zu nachweisbaren Veränderungen in der Speiseröhre führt.

  • Ursachen & Risikofaktoren:

Häufig ist es ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, aber allgemein gilt: kein Reflux ohne Funktionseinschränkungen des Schließmuskels im unteren Teil der Speiseröhre. Weitere Ursachen können sein: vermehrte Magensäureproduktion, erhöhter Druck im Bauchraum, verlangsamte Magenentleerung, gestörte Selbstreinigung der Speiseröhre oder ein Zwerchfellbruch.

  • Symptome:

Sodbrennen, saures Aufstoßen, Schluckstörungen, Brennen im Rachen und Husten, Übelkeit und Erbrechen, Druckgefühl und Schmerzen im Oberbauch

  • Diagnose und Tests:

Zur Diagnose gehören Anamnese, körperliche Untersuchung, Endoskopie (Spiegelung) der Speiseröhre und des Magens, Langzeit-pH-Metrie und Druckmessung der Speiseröhre.

  • Prognose und Verlauf:

Ohne Behandlung verläuft die Krankheit häufig chronisch. Sie verläuft teilweise fortschreitend. Mundgeruch, Zahnschäden, Kehlkopf- und Lungenentzündungen sowie in seltenen Fällen Krebs können als Komplikationen auftreten.

  • Empfohlene Ernährung:

Eine anti-entzündliche Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und pflanzlichen Ölen ist.

  • Therapie und Prävention: 
    • Mikronährstoffe

Mikronährstoffe sind hilfreich, um die Behandlung zu unterstützen und um Medikamenten-bedingte Mikronährstoffdefizite auszugleichen. Von besonderer Bedeutung sind: Kalzium, Magnesium, Eisen, Zink Vitamin C, Vitamin D3, Folsäure und Vitamin B12

    • Lebensstil:

richtige Schlafposition, Bewegung, Entspannung, Verzicht auf Rauchen und Alkohol

    • Konventionelle Therapie:

Medikamente zur Säurebindung bzw. -neutralisierung (z. B. Protonenpumpeninhibitoren, Antazida), operative Therapien gegen Schließmuskelschwäche

    • Ganzheitliche Therapie:

Phytotherapie mit Heilpflanzen, Hausmittel, Heilerde, Osteopathie

Checkliste

Checkliste und Empfehlungen: Das können Sie selbst tun bei einer Refluxkrankheit

  • Gut informiert sein: Informieren Sie sich rundum um Ihre Erkrankung und erlernen Sie die richtige Zahnpflege.
  • „Richtige“ Therapeuten: Der Draht zu Ihren Therapeuten (Ärzte, Ernährungsberater, Heilpraktiker…) muss stimmen. Die Beziehung zwischen Patienten und Therapeut muss auf Vertrauen und Sympathie aufbauen.
  • Mikronährstoffe: Achten Sie auf ihren Mikronährstoffhaushalt. Nur wenn alle Mikronährstoffe ausreichend im Organismus vorhanden sind, können lebenswichtige Prozesse optimal ablaufen. Bei einer Refluxkrankheit stehen alle Vitamine im Fokus, eine Breitbandversorgung ist daher unerlässlich. Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.
  • Gesunde Ernährung: anti-entzündlich, überwiegend pflanzlich, weniger Kohlenhydrate, gesunde Fette (Fisch und naturbelassene Öle), wenig Kaffee, Alkohol und kohlensäurehaltige Getränke, viele Kräuter statt scharfer Gewürze, kleine, regelmäßige Mahlzeiten
  • Bewegung: regelmäßige moderate körperliche Aktivität, 2-3 x wöchentlich
  • Schlaf und Stressbewältigung: mit erhöhtem Oberkörper schlafen, um Reflux vorzubeugen, 3-4 Stunden vor dem Schlaf nichts mehr essen, ausreichend Schlaf zur Erholung, regelmäßige Entspannungsübungen zum Stressabbau
  • Heilpflanzen, Hausmittel, homöopathische Mittel und Osteopathie zur Unterstützung bei Beschwerden.