Die wichtigsten Fakten
zur Krankheit Schlaganfall

Holzklötze symbolisieren Bausteine für die Gesundheit

Corina Hajak Prakt. Ärztin, Expertin für integrative Medizin

Experte/Expertin:

Corina Hajak

Prakt. Ärztin, Expertin für integrative Medizin

Letzte Aktualisierung: 23. April 2021

Schlaganfall – die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Schlaganfall – was ist das?

Ausfälle bestimmter Teile des Gehirns und Absterben der Nervenzellen durch Unterversorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff; akute Ursache: plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn (80 % der Fälle) oder Gehirnblutung; Todesursache Nr. 3 in Deutschland und häufigster Grund für bleibende Behinderung im Erwachsenenalter

  • Ursachen & Risikofaktoren:

Lebensstilfaktoren wie ungesunde Ernährung (Western Style Diet), Mikronährstoffmangel, wenig Bewegung, Stress und Rauchen fördern Übergewicht, entgleiste Blutfett- und Blutzuckerwerte, entzündliche Prozesse, Bluthochdruck und oxidativen Stress – sie bilden die Grundlage der Entwicklung einer Atherosklerose und in Folge Durchblutungsstörungen im Gehirn oder Hirnblutungen.

  • Symptome:

einseitige Lähmungen, Sprach- und Sehstörungen, stechende Kopfschmerzen, Übelkeit und Orientierungsverlust

  • Diagnose und Tests:

Anamnese und neurologische Untersuchung, CT/MRT, EKG, Laborparameter, Ultraschall (Echokardiografie, Doppler-Untersuchung mit Intima-Media-Dicke-Messung), Angiografie und EEG

  • Prognose und Verlauf:

Die Prognose und Komplikationen sind abhängig von der Größe und der Lokalisation des betroffenen Hirnareals und der Schnelligkeit der durchgeführten Behandlung, Alter, weiteren Vorerkrankungen und bestehenden Risikofaktoren. Veränderungen im Lebensstil senken das Risiko für einen weiteren Schlaganfall.

  • Empfohlene Ernährung:

Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich – das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt. Anti-entzündlich heißt: reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe. Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Seefisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle. Die mediterrane Diät schützt nachweislich vor Gefäßveränderungen und den Folgen Herzinfarkt und Schlaganfall.

  • Therapie und Prävention: 
    • Mikronährstoffe

Alle Mikronährstoffe in Kombination sind bedeutend für die Minimierung der Risikofaktoren für Atherosklerose, der Prävention von Schlaganfällen und einen optimal funktionierenden Organismus. Eine optimale Mikronährstoffversorgung kann zu einer Reduktion der Intima-Media-Dicke beitragen und ist wichtiger Pfeiler der Atherosklerose-Prophylaxe.

    • Lebensstil:

Sie selbst sind gefragt! Sport und Bewegung, Reduzierung des Nikotin- und Alkoholkonsums, Entspannungsverfahren und erholsamer Schlaf und Schlafhygiene tragen maßgeblich zur Gesamtgesundheit und Prävention eines Schlaganfalls und zu einer effektiven Rehabilitation bei.

    • Konventionelle Therapie:

„Zeit ist Hirn!“ Behandlung auf der Stroke Unit: Thrombolyse innerhalb von 4,5 Stunden nach den ersten Symptomen, mechanische Thrombektomie: Blutpfropf wird über katheter-gestützte Verfahren herausgezogen, Operationen (große Hirnblutungen, Halsarterienverengung), Medikamente zur Therapie und Prophylaxe von hohem Blutdruck, Blutzucker und Blutfettwerten und zur Blutverdünnung

    • Ganzheitliche Therapie:

Die Bestandteile der Rehabilitation zielen alle auf die größtmögliche Wiederherstellung der beeinträchtigen motorischen und kognitiven Fähigkeiten, die Verbesserung der Lebensqualität und Erhaltung der Selbstständigkeit ab; dazu gehören: Physiotherapie, Ergotherapie, Neurofeedback, Sprach- und Schlucktherapie, Musiktherapie, Imaginationen/Training zur Bewegungsvorstellung, transkranielle Magnetstimulation (TMS) und Psychotherapie

Checkliste

Checkliste und Empfehlungen: Das können Sie selbst tun bei einem Schlaganfall

  • Gut informiert sein: Informieren Sie sich und Ihre Angehörigen zu gut wie möglich über Ihre Erkrankung, Therapieoptionen und Unterstützung für den Alltag nach einem Schlaganfall.
  • „Richtige“ Therapeuten: Der Draht zu Ihren Therapeuten (Ärzte, Ernährungsberater, Heilpraktiker…) muss stimmen. Die Beziehung zwischen Patienten und Therapeut muss auf Vertrauen und Sympathie aufbauen. Gute Behandler motivieren im Idealfall, ermutigen und leiten Sie zur Eigeninitiative an.
  • Mikronährstoffe: Achten Sie auf ihren Mikronährstoffhaushalt. Nur wenn alle Mikronährstoffe ausreichend im Organismus vorhanden sind, können lebenswichtige Prozesse optimal ablaufen. Bei einem Schlaganfall stehen alle Vitamine im Fokus, eine Breitbandversorgung ist daher unerlässlich. Eine Checkliste mit Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes finden Sie hier.
  • Ernährung: Die ideale Ernährung in der Schlaganfallprävention und Nachsorge ist die anti-entzündliche Mittelmeerdiät. Vorwiegend pflanzliche Nahrungsmittel (reichlich Gemüse, Obst, Nüsse, Saaten, Getreide und Hülsenfrüchte), fetter Seefisch und wenig probiotische Milchprodukte. Verwenden Sie „gute Fette“ in Form von kaltgepressten Ölen wie Olivenöl, Walnussöl und Leinöl.
  • Sport und Bewegung: Ausdauer und körperliche Fitness sind wichtige präventive Faktoren für Herz- und Gefäßgesundheit. Beugen Sie einem Schlaganfall vor, indem Sie in Bewegung bleiben – auch im Alltag: Treppensteigen statt Lift, Fahrrad statt Auto und Yoga-Stunde statt Fernsehsessel.
  • Stressabbau: Stress ist Gift für unseren gesamten Organismus. Entzerren Sie Ihren Alltag und konzentrieren Sie sich auf Wichtiges – warten Sie damit nicht, bis Ihr Körper die Alarmglocken läutet! Das Erlernen einer Entspannungstechnik wie Yoga oder Tai Chi kann Ihnen zusätzlich aktiv helfen, körperliche und geistige Anspannung und Entspannung zu trainieren, Stress zu reduzieren und auch einfach Zeit für sich zu reservieren.
  • Rauchen und Alkoholkonsum: Rauchen ist ein bedeutender Risikofaktor für die Entwicklung eines Schlaganfalls. Hören Sie möglichst ganz mit dem Rauchen auf und halten Sie Ihren Alkoholkonsum so moderat wie möglich.
  • Psychische Gesundheit: Depressionen sind häufig nach einem Schlaganfall – zögern Sie und Ihre Angehörigen nicht, sich früh Hilfe und Unterstützung zu holen. Ein erfahrener Therapeut kann Ihnen auch helfen, Ihre Krankheit zu akzeptieren – Ihre Motivation und Lebenskraft sind mitentscheidend für den Verlauf der Rehabilitation.