Herzinfarkt – Ursache, Symptome, ganzheitliche Therapie und Prävention

Hatten Sie bereits einen Herzinfarkt oder leiden an koronarer Herzerkrankung (KHK)? Wir stellen Ihnen hier alle Fakten zum Herzinfarkt verständlich vor: Ursachen, Risikofaktoren, Prävention, Warnsignale, Diagnose, schnelle Ersthilfe und langfristige Therapie. Wir zeigen Ihnen neben den klassischen viele natürliche Therapiemöglichkeiten für das Leben nach dem Herzinfarkt und wie es gar nicht erst so weit kommen muss – dabei spielt Ihr persönlicher Lebensstil eine große Rolle.

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Experte:

Corina Hajak

Prakt. Arzt, Experte für Humanmedizin

Letzte Aktualisierung: 2. September 2020

Herzinfarkt– die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Was ist ein Herzinfarkt? Akuter Verschluss eines Herzkranzgefäßes nach langjähriger „Arterienverkalkung“ – Herzmuskel stirbt ohne Sauerstoff ab – ohne Behandlung akuter Herztod, mit Behandlung meist in Folge Herzschwäche; Herz-Kreislauf-Erkrankungen Platz Nr. 1 der Todesursachen, Männer häufiger betroffen als Frauen. Ursachen: chronische Entzündung Atherosklerose („Arterienverkalkung“) durch langjähriges Übergewicht, Typ-2-Diabetes, Stress, hohe Blutfettwerte, Rauchen und Bluthochdruck sowie nicht beeinflussbare Risikofaktoren.
  • Symptome: sehr plötzliche, starke Beschwerden: ausstrahlende Schmerzen in der Brust, Todesangst, kalter Schweiß, Übelkeit und Erbrechen
  • Prognose und Verlauf: Überleben ist stark abhängig von schneller Behandlung und auftretenden Komplikationen beim akuten Herzinfarkt
  • Diagnose und Tests: Krankengeschichte, Erstversorgung (Rettungsteam), EKG, Laborparameter, Herz-Ultraschall, Herzkatheter
  • Therapie: Mikronährstoffe, um Folgen zu vermindern und Nebenwirkungen von Medikamenten zu reduzieren
  • Empfohlene Ernährung: Eine anti-entzündliche kardioprotektive (das Herz schützende) Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollwertprodukten, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und pflanzlichen Ölen ist.
  • Integrative Therapie: Heilpflanzen wie Crataegus oder Knoblauch, Psychotherapie, Entspannungstechniken, Raucherentwöhnung, Physiotherapie, Sport und Bewegung
  • Medikamentöse Therapie und OP: Soforttherapie, Medikamente und Physiotherapie: akut: Herzkatheter mit Ballondilatation und Stent-Einsatz (oder Lyse durch Medikamente), Dauermedikation; Bypass-Operation
  • Checkliste und Empfehlungen: Das können Sie selbst tun bei einem Herzinfarkt

Was ist ein Herzinfarkt (Myokardinfarkt)?

Das-Wichtigste-in-Kürze

Herzinfarkt in der Übersicht

  • der Herzinfarkt ist medizinisch akut und muss so schnell als möglich behandelt werden – einer von drei Menschen mit einem Herzinfarkt stirbt vor der Einlieferung ins Krankenhaus
  • Akuter Verschluss eines Herzkranzgefäßes nach langjähriger „Arterienverkalkung“ – Herzmuskel stirbt ohne Sauerstoff ab – ohne Behandlung akuter Herztod; in Folge meist Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
  • Neben Vererbung ist vor allem Ihr Lebensstil ausschlaggebend, wie weit eine entzündliche Atherosklerose („Arterienverkalkung“) sich entwickelt und zu den gefürchteten Folgen wie einem Herzinfarkt und/oder plötzlichem Herztod führen kann
  • Besonders ungünstige Faktoren sind ungesunde, typisch „westliche Ernährung“ und in Folge Typ-2-Diabetes, Übergewicht (Wohlstandsbauch) und schlechte Blutfettwerte. Weitere Verstärker der Atherosklerose sind Bluthochdruck, Rauchen und Bewegungsmangel.
  • Auslöser und Verstärker eines ungesunden Lebensstils ist sehr oft Stress.

Vorkommen und Auftreten

Obwohl Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen (v. a. Herzinfarkt, koronare Herzerkrankung, periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK, „Raucherbein“ und Schlaganfall) in Deutschland  langsam seltener wird, sind die Erkrankungen des Herzens und des Herz-Kreislauf-Systems noch immer auf Platz Nr. 1 der Todesursachen. Der Rückgang ist vorwiegend durch immer besser werdende Behandlungsmethoden zu erklären. 2016 gingen 37,2 % aller Todesfälle auf Herzerkrankungen zurück. Besonders der Lebensstil (Ernährung, Bewegung, Rauchen, Stress) hat erheblichen Einfluss auf die Entwicklung eines Herzinfarkts.

Männer (60 %) sind etwas häufiger betroffen als Frauen und Herzinfarkte treten etwa zehn Jahre früher bei Männern auf als bei Frauen.

 

Entstehung eines Herzinfarkts

Unser Herz, die „Pumpe“ unseres Blutkreislaufs, muss auch selbst permanent mit Blut und somit Sauerstoff über die Herzkranzgefäße (Koronararterien) versorgt werden, um zu funktionieren. Wenn es zu einem Verschluss, einer Blockierung, der Gefäßäste kommt, entsteht ein lebensbedrohliches Ereignis – der Herzinfarkt. Vielleicht hatten Sie schon vorher eine langjährige Atherosklerose, bei der die Herzkranzgefäße verengt (Koronare Herzerkrankung KHK) sind und ein akuter Totalverschluss der Arterien durch Einreißen der Gefäßplaques entsteht.

Jahrelang wurde abgelagertes Cholesterin aus fett- und cholesterinreicher Ernährung in den Arterien für die „Verstopfung“ verantwortlich gemacht. Wissenschaftler wissen heute mehr über die entzündliche Genese, die zur Atherosklerose führt. Plaques in den Arterienwänden, die beim Aufplatzen ein Blutgerinnsel bilden, sind die Ursache für den Verschluss eines Gefäßes und für die gefürchteten Folgen Herzinfarkt und Schlaganfall. In der Mehrzahl der Fälle ist eine Plaqueruptur für den Infarkt verantwortlich, bei einem Drittel Plaqueerosionen.

 

Ausflug in die Wissenschaft

Atherosklerose ist eine chronische Entzündung

In Zukunft werden im Labor bei Atherosklerose nicht nur die Blutfettwerte im Rahmen für ein Risikoprofil für Herz-Kreislauf-Erkrankungen kontrolliert werden müssen, sondern auch Entzündungsparameter wie CRP1 und Fibrinogen, ebenso wie die Aminosäure Homocystein. Manche Experten messen dem hochsensitiven CRP (hsCRP) sogar eine größere Bedeutung bei der Erstellung und Kontrolle des Atherosklerose-Risikoprofils bei als LDL2. Vitamin B12, B6 und Folsäure sind für einen reibungslosen Abbau von Homocystein nötig.

Auch ohne vorherige Atherosklerose kann es zu einem Herzinfarkt kommen, diese Entstehungswege sind jedoch seltener: Verantwortlich ist dann eine Verkrampfung der Herzkranzgefäße (Koronarspasmus) oder ein verschlepptes Blutgerinnsel (Koronararterienembolie).

Die verschiedenen Teile des Herzmuskels (Myokard) werden durch unterschiedliche Gefäße versorgt. Je nachdem, in welchem Teil des Muskels der Verschluss stattfindet, können Teile des Herzens durch die Unterversorgung mit Sauerstoff absterben. Wenn diese Unterversorgung mehrere Stunden anhält, kann der betroffene Teil komplett absterben und im schlimmsten Fall stirbt man an einem Herzinfarkt (akuter Herztod).

Wenn der Herzinfarkt behandelt und überlebt wird, gelangt die Herzfunktion meist nicht wieder zu ihrer alten Stärke zurück. Die Herzmuskulatur kann sich im Gegensatz zu vielen anderen Organen nicht oder nur sehr eingeschränkt regenerieren. Das Gewebe vernarbt und kann seinen Aufgaben nicht mehr nachkommen: Die nun auftretende Pumpschwäche kann deshalb zu einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) führen.

Der Herzinfarkt hat viele Namen: medizinisch Myokardinfarkt, umgangssprachlich: Herzanfall, Herzattacke, Herzschlag oder Herzkasper. Infarkt leitet sich aus dem Lateinischen infarcere ab, was verstopfen bedeutet.

 

Ursachen und Risikofaktoren des Herzinfarkts

Die Hauptursache für einen Herzinfarkt ist eine Verengung der Herzkranzgefäße, die koronare Herzkrankheit (KHK). Die koronare Herzkrankheit entsteht meist über Jahre hinweg durch eine Reihe an Risikofaktoren, die vorwiegend auf Lebensstilfaktoren basieren und eng mit unserer „westlichen“ Lebensweise verknüpft sind. Eine große Rolle spielt das metabolische Syndrom, eine Gruppe an Risikofaktoren, die gemeinsam das Risiko für einen Herzinfarkt bedeutend erhöhen: Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes, Übergewicht und ungünstige Konstellation der Blutfettwerte. Ausgangsbasis für die Entwicklung eines ungesunden Lebensstils ist sehr häufig Stress und chronische Überbelastung.

 

Western diet: hochkalorisch, zuckerreich, gesättigte Fettsäuren, Transfettsäuren, salzreich, viele Konservierungsstoffe und hochverarbeitete Produkte (Fastfood, Fertigprodukte, „Junkfood“) – dagegen wenig frisches Obst und Gemüse, keine hochwertigen Pflanzenöle, komplexe Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe

Die Hauptrisikofaktoren für einen Herzinfarkt sind:

  • Vererbung: Herz-Kreislauf-Erkrankungen können familiär gehäuft auftreten (genetische Veranlagung), d.h., wenn bereits Großvater und Vater einen Herzinfarkt hatten, lohnt es sich besonders einen gesunden Lebensstil im Auge zu behalten.3
  • Alter: Risiko für einen Herzinfarkt steigt für Männer ab 40, für Frauen ab 50 Jahren an
  • Geschlecht: Männer haben ein höheres Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen
  • Ernährung: ungesunde, mikronährstoffarme, pro-entzündliche, hochkalorische Ernährung (Western diet) über Jahrzehnte führen zu Übergewicht, Typ-2-Diabetes und chronischen Entzündungen in den Gefäßen, die für die Plaquebildung (Grundlage der Atherosklerose) mitverantwortlich sind.
  • Übergewicht/Bauchfett: Besonders Bauchfett fördert die Ausbildung von entzündungsfördernden Hormonen, die Atherosklerose auslösen/verschlimmern
  • Typ-2-Diabetes: Permanent hohe Blutzuckerspiegel verstärken oxidativen Stress und Atherosklerose.
  • Rauchen: Raucher haben ein dreifach erhöhtes Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben als Nichtraucher.
  • Cholesterin/Blutfettwerte: hohes LDL niedriges HDL bei gleichzeitig erhöhten Triglyzeriden.
  • Bluthochdruck: Bluthochdruck treibt die Atherosklerose weiter voran
  • Chronisch-entzündliche Erkrankungen: Das Erkranken an Rheumatoider Arthritis, Schuppenflechte (Psoriasis) oder auch einer Zahnfleischentzündung (Parodontitis) erhöhen das Risiko einer Atherosklerose.

Symptome und Anzeichen eines Herzinfarkts erkennen

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Symptome in der Übersicht

  • Herzinfarkt kann unterschiedlich ablaufen
  • die Mehrzahl der Betroffenen hat sehr plötzliche, starke Beschwerden: ausstrahlende Schmerzen in der Brust, Todesangst, kalter Schweiß, Übelkeit und Erbrechen und Brennen/Engegefühl hinter dem Brustbein
  • manche Menschen spüren vorher Warnsignale, bei anderen läuft der komplette Infarkt „stumm“ ab
  • Das Wichtigste für Angehörige ist: Sofort den Notarzt (112) anrufen! „Time is muscle!“ – Zeit bedeutet (Herz-)Muskel!

Frühe Symptome des Herzinfarkts: Warnsignale und Angina pectoris

Manchmal kündigt sich ein Herzinfarkt vorher an durch das immer wieder auftretende Gefühl der Brustenge (Angina pectoris). Vielleicht haben Sie dieses Engegefühl oder diese Brustschmerzen besonders in Situationen, die belastend sind wie körperliche Anstrengung oder Aufregung oder sind bereits deswegen in Behandlung.

 

Typische akute Symptome des Herzinfarkts

  • Starke Schmerzen in der Brust, die länger als fünf Minuten anhalten. Typischerweise strahlt der Schmerz aus in den linken oder rechten Arme oder beide, in den Oberbauch, Kiefer oder die Schulterblätter. Betroffene beschreiben den Schmerz als vernichtend, der Todesangst auslöst.
  • Brennen und/oder Engegefühl hinter dem Brustbein
  • Übelkeit, Erbrechen, kalter Schweiß, Atemnot und Blässe: Diese diffusen Symptome treten oft bei Frauen auf, Schmerzen in der Brust können hier gänzlich fehlen.

Stummer Herzinfarkt

Ältere Menschen, die oft an Demenz oder Typ-2-Diabetes erkrankt sind und/oder Frauen haben öfter einen Herzinfarkt ohne die typischen Schmerzen in der Brust. Mediziner sprechen dann von einem „stummen Infarkt“. Hier dominieren meistens diffuse Symptome wie Übelkeit, Schwindel und Atemnot.

Möglicher Krankheitsverlauf und Prognose

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Prognose in der Übersicht

  • Die ersten zwei Stunden nach einem Herzinfarkt sind entscheidend für die Kurz- und Langzeitprognose bei Menschen mit koronarer Herzerkrankung.
  • Kurzfristig ist besonders eine schnelle Erstbehandlung ausschlaggebend für das Überleben.
  • Langfristig beeinflussen v. a. die Änderung des Lebensstils und das Alter das Fortschreiten der Atherosklerose und die Entwicklung eines erneuten Infarkts.

Die Kurzzeitprognose ist vor allem davon abhängig, ob Herz-Rhythmus-Störungen auftreten (Kammerflimmern) und/oder das Herz aufhört zu pumpen (Pumpversagen, kardiogener Schock). Die ersten zwei Stunden nach dem Infarkt und eine erfolgreiche Behandlung sind ausschlaggebend für die Vermeidung dieser Komplikationen. Etwa jeder 10. Patient mit einem Herzinfarkt entwickelt ein Kammerflimmern. Beim Kammerflimmern schlägt Ihr Herz unkoordiniert über 320/Minute und kann kein Blut mehr in den Körperkreislauf pumpen. In vielen Fällen hilft hier ein beherzter Schlag auf das Brustbein des Betroffenen als Notfallmaßnahme, um den Herzrhythmus wieder zu normalisieren.

Die Langzeitprognose hängt von verschiedenen Faktoren ab und ist neben der schnellen Behandlung nach dem Infarkt vor allem von einer Änderung des Lebensstils abhängig:

  • Ist es möglich gewesen, in dieser Zeit die geschlossenen Herzkranzarterien wieder zu öffnen und den Teil des Herzens vor dem Absterben zu retten? Wie groß ist der Teil des Herzmuskels (Myokard), der bei dem Infarkt betroffen war?
  • Kann das Fortschreiten der Atherosklerose aufgehalten oder sogar rückgängig gemacht werden?
  • Wird der Lebensstil verändert z. B. die Ernährung umgestellt, Rauchen aufgegeben und mehr Sport getrieben?

 

5-10 % der Patienten, die aus dem Krankenhaus entlassen werden, sterben innerhalb von zwei Jahren an plötzlichem Herztod. Das Alter spielt eine große Rolle: Menschen über 75 Jahre haben dafür ein dreifach erhöhtes Risiko als jüngere Betroffene.

Zunehmend wieder in den Fokus rückt die integrative Medizin, die das Beste und Passende für den Patienten aus Schulmedizin und alternativen Therapien kombiniert. Beim Herzinfarkt spielt die Prävention die eigentliche größte Rolle – damit es gar nicht erst zu einem Herzinfarkt oder erneuten Herzinfarkt kommt.

Wichtig

Die gleichen Lebensstiländerungen, die für die Herzinfarkt-Prävention wichtig sind, gelten auch therapeutisch für das Leben nach dem ersten Herzinfarkt. Das ganze Leben auf den Kopf stellen kann anfangs schwierig und fast unmöglich nach einem Herzinfarkt erscheinen, in kleinen Schritten ist jedoch vieles machbar. Ihr Herz hat eine sehr deutliche Warnung ausgesprochen: „Ich kann nicht mehr, ich brauche Entlastung auf allen Ebenen“.

Diagnose und Test: Herzinfarkt feststellen

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Diagnose in der Übersicht

  • Der Herzinfarkt ist ein Notfall!
  • Der Notarzt und die Rettungssanitäter werden als Erstes einen venösen Zugang legen, Blutdruck und Puls messen, Ihre Krankengeschichte erfragen, ein EKG schreiben und ggfs. Medikamente, verabreichen, die die Bildung von Blutgerinnseln vermeiden sollen.
  • Im Krankenhaus werden Blutparameter (Infarktmarker, Herzenzyme) gemessen, ein Herz-Ultraschall gemacht und ein Herzkatheter durchgeführt, um das verschlossene Gefäß am Herzen lokalisieren und behandeln zu können.

Krankengeschichte und körperliche Untersuchung

Die Beschwerden, die bei einem Herzinfarkt auftreten, sind nicht eindeutig nur für diese Erkrankung. Bei vielen anderen Erkrankungen können ähnliche Symptome auftreten, z. B. bei Gallenkoliken, Herzbeutelentzündungen (Perikarditis), Lungenentzündungen (Pneumonie), einem Einriss der Körperschlagader (Aortendissektion), einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) oder einer Lungenembolie. Am häufigsten wird ein Herzinfarkt mit den Schmerzen von blockierten Brustwirbeln verwechselt. Besonders die schnelle körperliche Untersuchung zielt darauf ab, diese weiteren Erkrankungen bei Ihnen auszuschließen. Typische äußere Anzeichen für einen Herzinfarkt sind blasse Haut, kaltes Schwitzen, Angst und Übelkeit. Puls und Blutdruck werden ebenfalls gemessen.

Ihre Krankengeschichte ist wichtig (der Arzt befragt, wenn möglich, die Angehörigen), um in Erfahrung zu bringen, ob Sie bereits einen Herzinfarkt hatten oder an Herzerkrankungen leiden, welche anderen Erkrankungen Sie haben und welche Medikamente Sie einnehmen.

 

Elektrokardiografie (EKG)

Elektrokardiografie EKG: Die Elektrokardiografie zeichnet alle elektrischen Aktivitäten Ihres Herzens auf, es entsteht das Elektrokardiogramm. Mithilfe dieses Verfahrens kann die Funktion Ihres Herzens untersucht und Störungen festgestellt werden. Die Herzstromkurve besteht aus verschiedenen Wellen, Zacken und Kurven und gibt u. a. Auskunft, wie schnell das Herz schlägt, ob es rhythmisch schlägt, wie das Herz im Brustkorb liegt und ob die Vorhöfe und Kammern regelmäßig und rhythmisch erregt werden. Daraus können Ärzte Rückschlüsse auf bestimmte Krankheiten oder Notfallsituationen ziehen. Das EKG ist ein einfaches diagnostisches Mittel, kann direkt vor Ort durchgeführt werden und verursacht keine Schmerzen.

Das EKG ist die wichtigste Untersuchung bei einem Herzinfarkt. Der Arzt kann so feststellen, wo der Herzinfarkt stattfindet (Vorder- oder Hinterwand des Herzens) und ob Herzrhythmusstörungen vorliegen. Verschiedene Infarkt-Typen werden in der Medizin definiert – bei manchen ist das EKG ausreichend, bei anderen müssen zusätzlich Laborparameter bestimmt werden. Diese Unterscheidung ist sehr wichtig für die sofortigen Therapiemaßnahmen.

 

Laborparameter: Herzenzyme und Infarktmarker

Nach einer Blutentnahme werden die sog. Infarktmarker bestimmt: Troponin T und Troponin I. Diese Infarktmarker zeigen das Absterben der Herzmuskelzellen an und geben Auskunft über die Größe des Infarktgebiets und den Zeitpunkt. Wenn Herz- oder Skelettmuskelzellen geschädigt werden, steigen auch die „Herzenzyme“ an: Gesamt-Creatininkinase (Gesamt-CK) und CK-MB (vorwiegend im Herzmuskel); die Infarktgröße korreliert dabei mit dem Anstieg. Seit die Troponine existieren, hat die Bestimmung der Herzenzyme an Bedeutung verloren.

 

Herzultraschall (Echokardiografie)

Auch das Herz kann per Ultraschall (Echokardiografie) untersucht werden – bei einem Herzinfarkt kann per Ultraschall die Verdachtsdiagnose manifestiert werden. Wie beim EKG bereits erklärt, wird bei Ihnen eher ein Herzultraschall durchgeführt, wenn der Infarkt im EKG nicht klar ersichtlich ist. Der Herzultraschall ist ebenfalls nicht invasiv, hat keine Nebenwirkungen und ist schnell und unkompliziert durchführbar.

 

Herzkatheter-Untersuchung (Koronarangiografie)

Die invasive Herzkatheter-Untersuchung dient sowohl zur Diagnose als auch zur wichtigen therapeutischen Methode.

Therapie des Herzinfarkts

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Mikronährstoffe

  •  sind unentbehrliche Mikrohelfer in unserem Organismus.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit allen Mikronährstoffen bei koronarer Herzerkrankung und nach einem Herzinfarkt. Besonders wichtig sind B-Vitamine, Vitamin C, Omega-3-Fettsäuren, Folsäure, Coenzym-Q10 und viele sekundäre Pflanzenstoffe.
  • Einige der typischen Herz-Medikamente erhöhen zusätzlich Ihren Mikronährstoffbedarf. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihren Mikronährstoffbedarf ausreichend über die Ernährung zu decken, können moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischungen sinnvoll sein.
  • Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.

 

Ernährung

  • Eine anti-entzündliche kardioprotektive (das Herz schützende) Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollwertprodukten, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und pflanzlichen Ölen ist.
  • Die Zusammensetzung entspricht am ehesten einer mediterranen Ernährung und enthält reichlich Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe
  • Diese Ernährung unterstützt den Abbau von Entzündungen im Körper und schützt präventiv vor Atherosklerose und der gefährlichen Folge Herzinfarkt.

 

Heilpflanzen (Phytotherapie)

  • Crataegus (Weißdorn) ist eine gut untersuchte und vielfach angewandte Heilpflanze bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Knoblauch (Allium sativum) hemmt die Bildung von Blutgerinnseln durch das Verklumpen der Blutplättchen und senkt den Cholesterinspiegel.
  • Melisse, Baldrian, Lavendel und Hopfen: Wird hoher Blutdruck durch Stress verursacht, können diese Heilpflanzen zur Beruhigung und besserem Schlaf beitragen.

 

Psychotherapie

  • Eine Psychotherapie kann Sie im Umgang mit depressiven Episoden unterstützen.

 

Entspannungstechniken

  • Besonders wichtig nach einem Herzinfarkt ist ein neuer Umgang mit Stress.
  • Viele Entspannungstechniken können Ihnen helfen, Stressabbau zu erlernen, den Bluthochdruck zu senken und einen neuen, gesunden Rhythmus aus Anspannung und Entspannung im Alltag zu finden.

 

Raucherentwöhnung

  • Rauchen ist einer der Hauptrisikofaktoren für einen Herzinfarkt.
  • Versuchen Sie, das Rauchen so weit als möglich zu reduzieren oder am besten ganz aufzugeben. Raucherentwöhnungsprogramme können Ihnen dabei helfen.

 

Physiotherapie

  • Physiotherapie wird Ihnen helfen, wieder mobil zu werden, langsam wieder durch gezieltes Training die Herzfunktion zu verbessern und Ihre Körpersignale (Überbelastung) selbst zu deuten.

 

Sport und Bewegung

  • Beginnen Sie langsam und achten Sie auf Ihre Energieressourcen. Behalten Sie Ihre Kräfte immer im Blick und achten Sie auf Ermüdungserscheinungen.
  • Wählen Sie Ausdauersportarten wie Walken, Radfahren, Skilanglauf und Wandern.
  • Nicht von 0 auf 100: Erst die Häufigkeit und Dauer steigern, dann die Intensität Ihres Trainings. Wie genau und wann Sie mit dem Training beginnen können, ist von der Schwere und Behandlung Ihres Infarkts abhängig.
  • Training in der Herzsportgruppe: Achten Sie, besonders bei Beginn darauf, dass Sie Ihr Training jederzeit unterbrechen können und eine geschulte Aufsicht anwesend ist.

Mikronährstoffe bei Herzinfarkt

Eine wichtige Basis für alle Therapien wird oft bei der Beratung außer Acht gelassen: Eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung. Der Körper muss mit Mikronährstoffen optimal versorgt sein, damit Folgen des Herzinfarkts abgemildert und Nebenwirkungen der Medikamente reduziert werden können.

 

Mikronährstoffe – was ist das?

Zu den Mikronährstoffen gehören in erster Linie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die einen wichtigen Teil dazu beitragen, damit unser Organismus funktioniert. Im weiteren Sinne lassen sich auch essentielle Fettsäuren, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme hinzuzählen. Makronährstoffe wie Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette sind unsere Energielieferanten, während die Mikronährstoffe an Prozessen wie z. B. Blutgerinnung, Immunabwehr und Knochengesundheit beteiligt sind. Einige Mikronährstoffe kann unser Körper selbst herstellen, die meisten jedoch müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

 

Der menschliche Organismus – ein Blick in die Zellen

Der Mensch besteht aus über 70 Billionen Zellen. Diese können alle nur optimal funktionieren, wenn sie mit Vitaminen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen versorgt sind. Es gibt nahezu keinen Stoffwechselschritt, an dem nicht mehrere Mikronährstoffe beteiligt sind. Dazu zählen unter anderem die:

  • Aktivierung von Enzymen und Hormonen (Stoffwechselaktivität)
  • Abwehrleistung des Immunsystems (Immunstoffwechsel)
  • Energieproduktion in den Kraftwerken unserer Zellen, den sogenannten Mitochondrien (Energiestoffwechsel)
  • Leistungsfähigkeit des Herzmuskels (Herzkraft und -rhythmus)
  • Kontraktion der Skelettmuskulatur (Muskelkraft und -koordination)
  • Impulsübertragung und der Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen (Nerven- und Gehirnstoffwechsel)

 

Für alle Stoffwechselreaktionen im Körper sind Enzyme notwendig, sie wirken wie ein Katalysator. Enzyme können ihren Aufgaben jedoch nur mithilfe von Mikronährstoffen nachkommen. Je besser der Körper mit Nährstoffen versorgt ist, desto besser funktioniert der gesamte Organismus. Ein Mikronährstoffmangel kann sich also negativ auf den Stoffwechsel und das Immunsystem auswirken. Um Ihre Gesundheit zu schützen und Ihre weiteren Therapien zu unterstützen, sollten Sie also auf Ihren Mikronährstoffhaushalt achten.

 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen?

Egal ob Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Cholesterinsenker oder die Antibabypille. Schon ein einzelnes Medikament kann unsere optimale Versorgung mit Mikronährstoffen ungünstig beeinflussen. Je mehr Medikamente gleichzeitig eingenommen werden, desto intensiver wird in den Mikronährstoffhaushalt eingegriffen, was Wechselwirkungen der Arzneimittel untereinander sowie das Auftreten von Nebenwirkungen erhöht. Hierdurch kann nicht nur die Wirkung des Medikaments negativ beeinflusst werden, sondern auch die Funktion der Mikronährstoffe. Welche Medikamente welche Nebenwirkungen beim Herzinfarkt haben können, führen wir weiter unten noch genauer aus.

 

Welche Lebensphasen führen noch zu einem erhöhten Mikronährstoff-Bedarf?

Aber nicht nur die regelmäßige Einnahme von Medikamenten führt zu einem erhöhten Mikronährstoffbedarf. Es gibt bestimmte Lebensphasen und Umstände, die ein erhöhtes Risiko für einen Nährstoffmangel aufweisen:

  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangere und Stillende
  • ältere Menschen
  • Menschen mit Magen-Darm-Störungen
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen

 

Diesen erhöhten Bedarf zu decken ist nicht immer einfach. Trotz des reichhaltigen Angebotes an verschiedenen Lebensmitteln verringern verschiedene Faktoren den Mikronährstoffgehalt in Lebensmitteln:

  • nicht ausgereiftes Obst und Gemüse
  • größere Erträge in der Landwirtschaft
  • Einsatz von Pestiziden

 

Es ist wichtig, die Ernährung mit einer breiten und möglichst natürlichen Basis an allen Vitaminen, Spurenelementen sowie sekundären Pflanzenstoffen zu optimieren.

 

Mikronährstoffkonzentrat als Grundlage

Gut versorgt sind Sie mit moderaten Mikronährstoffmischungen – von einzelnen hochdosierten Mikronährstoffen raten wir ohne Absprache mit Ihrem Arzt und vorherigen Untersuchungen ab.

Das Angebot an Mikronährstoffpräparaten ist groß und unübersichtlich. Entscheidend beim präventiven Ansatz ist die natürliche Vielfalt. Das ideale Mikronährstoffpräparat ist auf natürlicher Basis produziert, enthält neben allen klassischen Mikronährstoffen auch sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme, ist flüssig, glutenfrei und vegan. Die Bioverfügbarkeit sollte wissenschaftlich belegt sein und es sollten keine künstlichen Aroma- oder Konservierungsstoffe enthalten.

Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.

 

Homocystein

Ein Verstärker des oxidativen Stresses ist Homocystein: Steigerung der Zellschädigung, Erhöhung der Radikalbildung und Eingriff in die Funktion der Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen).4 Für den Abbau von Homocystein im Blutplasma sind Vitamin B2, B6, B12 und Folsäure nötig. Chronisch erhöhte Homocystein-Werte haben eine Schädigung der Blutgefäße zur Folge und sind mittlerweile ein etablierter Marker der Atherosklerose. Ein weiterer Risikofaktor und Verursacher der Atherosklerose sind chronisch erhöhte Blutfettwerte, besonders oxidiertes LDL-Cholesterin.

Diese beiden Risikofaktoren lassen sich durch eine zusätzliche Zufuhr von B-Vitaminen und Vitamin C eindämmen. Mikronährstoffe senken den Homocystein-Wert deutlich und machen sogar die hochgefährliche Verkalkung durch Ablagerungen in den Arterien rückgängig.

Auch die zusätzliche Einnahme von Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundären Pflanzenstoffen, wie die in Olivenöl enthaltenen Flavonoide, sind wichtige Mikronährstoffe, wenn es darum geht, sich vor einem Infarkt zu schützen. Sie ermöglichen einen effektiven Schutz der höchst empfindlichen Innenwand (Endothel) der Blutgefäße.5

Omega-3-Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen gelten heute als wichtiger kardioprotektiver (das Herz schützend) Bestandteil einer Herzinfarktprävention. Es konnte gezeigt werden, dass eine regelmäßige zusätzliche Einnahme von niedrig-dosierten Omega-3-Fettsäuren den Blutdruck senkt, die oxidativen Schäden am Gewebe reduziert und auch das Cholesterin-Profil im Blut verbessert.6

Doch die Mikronährstoffe arbeiten nicht nur als optimale Präventionsunterstützer. Sie helfen auch bei einem akuten Infarkt. Aus einer weiteren Studie geht hervor, dass durch die rechtzeitige Einnahme von Magnesium, L-Carnitin sowie Vitamin C die infarktbedingten Schäden am Herzmuskel vermindert werden7.

Magnesium spielt für die Muskelentspannung eine wichtige Rolle – auch gesunde Personen kennen Krämpfe, z. B. nach dem Sport. Magnesiummangel ist ein weiter Faktor, der oxidativen Stress zusätzlich steigert.

 

Erhöhter Mikronährstoffbedarf bei Herz-Medikamenten

Viele Medikamente, die dauerhaft eingenommen werden, „verbrauchen“ mehr Mikronährstoffe – dazu gehören einige der Medikamente, die Ihnen typischerweise nach einem Herzinfarkt verschrieben werden (s. o.).

Hier finden Sie eine Übersicht empfohlener Präparate.

MedikamentWirkungMangel an…Folgen des Mikronährstoffmangels
StatineCholesterin senkenCoenzym-Q10Muskelschmerzen, Störungen im Glucose- und Hirnstoffwechsel
ACE-HemmerBlutdruck senkenZinku. a. Müdigkeit, schlechtere Immunabwehr, Haar- und Hautprobleme
ASSBlutverdünnungVitamin C und Eisenu. a. schlechtere Immunabwehr, fehlende Sauerstoffaufnahme, in Folge Blässe, Müdigkeit, Antriebslosigkeit

Ernährung bei Herzinfarkt

Oxidativer Stress

Unser Körper bildet bei vielen Reaktionen freie Radikale (z. B. in der Zellatmung und bei Immunreaktionen), die in normalen Konzentrationen nicht schädlich sind. Erst bei einem Zuviel (chronische Entzündungen) entsteht oxidativer Stress. Hält der oxidative Stress über einen längeren Zeitraum an, steigt das Risiko für eine Vielzahl an Erkrankungen, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Multiple Sklerose, Alzheimer, Krebs und Parkinson.

Eine anti-entzündliche kardioprotektive (das Herz schützende) Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollwertprodukten, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und Omega-3-haltigen Ölen ist.

Die Zusammensetzung entspricht am ehesten einer mediterranen Ernährung und enthält reichlich Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe, unterstützt den Abbau von Entzündungen im Körper und schützt präventiv wohl auch vor zahlreichen anderen Erkrankungen wie z. B. Depressionen und Arthrose. Entzündungsfördernd gelten tierische Lebensmittel mit vielen Omega-6-Fettsäuren in rotem Fleisch und Milchprodukten.

Die Wirksamkeit der mediterranen Ernährung ist durch Studien belegt – präventiv für Herzinfarkt und Schlaganfall. Die Lyon-Diet-Heart-Study konnte besonders die verringerte Mortalität nach dem ersten Herzinfarkt und die reduzierte Herzinfarktrate durch eine mediterrane Diät ermitteln.8

 

Ausflug in die Wissenschaft

Schadet zu viel Salz meinem Herz?

Gefährliches Salz? Zahlreiche Studien untermauern, dass langjähriger großzügiger Salzkonsum den Blutdruck erhöht. Blutdruck wiederum ist einer der Risikofaktoren für Atherosklerose und Herzinfarkt. Doch wie eine kontrovers diskutierte Studie von 2018 zeigte, hat eine sehr salzarme Diät nicht automatisch positive Auswirkungen auf die Entwicklung eines Herzinfarkts. Zuviel Salz erhöht zwar das Risiko für einen Schlaganfall, jedoch nicht für einen Herzinfarkt oder die Gesamtmortalität.9 Eine kaliumreiche Diät (viel Obst, Gemüse und Nüsse) dagegen vermindert das Risiko auch für einen Herzinfarkt und die Gesamtmortalität.

Unsere Empfehlung der „goldenen Mitte“: 5-6 g Salz nicht überschreiten pro Tag innerhalb einer gesunden, ausgewogenen, mikronährstoffreichen Ernährung.

PRO Kardioprotektive Ernährung (mediterran)KONTRA „Westliche“ Diät
Olivenöl, Walnussöl, Leinöl, Hanfölfrittierte Lebensmittel, Margarine, Sonnenblumenöl, Schweineschmalz, Sojaöl, Maiskernöl
Obst (zuckerarme Sorten bevorzugen: Beeren, Zitrusfrüchtw, Äpfel
Gemüse (mindestens „5 am Tag“: grüne Blattgemüse, Brokkoli, Spinat, Kohlsorten, Topinambur, alle Salate, Wildkräuter
Fast Food, Fertigprodukte, Süßigkeiten, industriell gefertigte Snacks
Vollkornprodukte: Getreideprodukte aus dem vollen Korn inklusive aller BallaststoffeProdukte aus Auszugsmehlen („Weiß“), Weizen
Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Tofu, Eier: moderater Konsum (mind. Bio-Freiland-HaltungWurstwaren, viele Milchprodukte
fetter Seefisch: Lachs, Makrele, SardinenSchweinefleisch
frische Kräuter, antientzündliche Gewürze wie Chilli, Kurkuma, Ingwer
Sulfide: Knoblauch, Zwiebeln, Meerettich
sehr salzreich
Getränke und Tee: Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, grüner TeeSoftdrinks, häufiger Alkoholkonsum Milchmixgetränke
Nüsse und Saaten: Walnüsse, Leinsamen, Pinienkerne, Kürbiskerne, MacadamianüsseErdnüsse, gesalzene und aromatisierte „Knabbernüsse“
Probiotika: Kefir, Joghurt, milchsauer eingelegte Gemüse, Misopaste

Integrative Therapie bei Herzinfarkt

Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) bei Herzinfarkt

Bei Herzerkrankungen geht es vor allem darum, die Risikofaktoren zu minimieren und den Körper möglichst nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Stoffe zu belasten. Wir stellen hier die wichtigsten Heilpflanzen vor, die chemische Medikamente nicht ersetzen, sondern vielmehr ergänzen. Viele wirken antioxidativ („Radikalfänger“), die den schädlichen oxidativen Stress abfedern können:

 

Weißdorn (Crataegus)

Weißdorn ist die am besten untersuchte Heilpflanze bei koronarer Herzerkrankung.10, 11 Weißdorn ist voll von herzwirksamen sekundären Pflanzenstoffen (Flavonoide und Procyanidine). Diese steigern Schlagkraft und Schlagvolumen des Herzens und verbessern die Durchblutung des Herzmuskels und der Herzkranzgefäße durch die Stickstoffmonoxid-Produktion (NO) – und das ohne Nebenwirkungen. Crataegus ist vor allem bei Herzschwäche empfehlenswert (nach dem Infarkt) und/oder bei Herzrhythmusstörungen. Wichtig ist die Anwendung: Nur über einen längeren Zeitraum und mit standardisierten Präparaten kann hier eine konstante Wirkung erzielt werden, ab und zu lose Tees sind in diesem Fall nicht effizient. Bitte sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, wenn Sie mit Weißdorn behandeln möchten.

 

Knoblauch (Allium sativum)

hemmt die Thrombozytenaggregation, also die Bildung von Blutgerinnseln durch das Verklumpen der Blutplättchen und senkt den Cholesterinspiegel. Die Wirkung bei koronarer Herzerkrankung und v. a. in der Herzinfarktprävention wurde in zahlreichen Studien untersucht.12, 13 Neben häufiger Verwendung von Knoblauch beim Kochen gibt es naturheilkundliche Präparate.

 

Melisse, Baldrian, Lavendel und Hopfen

Wird hoher Blutdruck durch Stress verursacht, können diese Heilpflanzen zur Beruhigung und besserem Schlaf beitragen.

 

Psychotherapie bei Herzinfarkt

Viele Menschen entwickeln nach dem Herzinfarkt eine Depression. Die Todesangst, die mit einem Infarkt einhergeht, sollte von Ärzten und Therapeuten nicht unterschätzt werden. Auch sollten sie den Betroffenen bei den Schritten „zurück ins Leben“ sensibel begleiten können. Depressive Episoden erhöhen das Risiko für einen erneuten Infarkt laut Studien deutlich. Jeder Mensch sollte ganzheitlich behandelt werden, also nicht nur die Herzfunktion stabilisiert, sondern auch die Psyche so gut als möglich „saniert“ werden. Scheuen Sie sich also nicht davor, mit Ihrem Arzt über Depressionen oder Ängste zu sprechen, dieser wird Sie an das entsprechende Fachpersonal weiterleiten. Auch nach Bypass-Operationen sind Depressionen häufig und müssen behandelt werden.

 

Stressreduktion und Entspannungstechniken bei Herzinfarkt

Stress ist einer der Hauptrisikofaktoren für die Entwicklung eines Herzinfarkts. Viele Menschen, vielleicht auch Sie, haben einen hoch verdichteten Alltag: Arbeit, Familie, Freizeitgestaltung laufen parallel und passen kaum in einen 24-Tag.

Verschiedene Situationen werden von verschiedenen Menschen auch unterschiedlich wahrgenommen: Zu hohe Ansprüche an sich selbst, permanent überquellender Terminkalender, Perfektionismus und Versagensängste lösen viel schneller negativen Stress aus als eine freundliche, geduldige, ja auch vergebende Haltung zu sich selbst und der Welt und ein „weniger ist mehr“ im Alltag mit dem Fokus auf für Sie wirklich wichtigen Elementen.

Wichtig

Vor allem in Kombination mit Bluthochdruck, Übergewicht und Typ-2-Diabetes ist Stress gefährlich– alle Risikofaktoren für Herzerkrankungen verstärken und befeuern einander gegenseitig.

Natürlich ist jeder durch seinen Charakter und individuelle Erfahrungen vorgeprägt, doch bestimmte Techniken können helfen, eine positivere Haltung zu entwickeln und die Stress-Resilienz zu erhöhen. Oft ist auch weniger mehr – die Frage: Tut/tat das Leben mir in der Form wirklich gut, wie ich es lebe? werden sich bestimmt auch Sie nach einem Herzinfarkt verstärkt stellen. Ideale Techniken trainieren Anspannung und Entspannung und oft sind meditative Elemente integriert:

  • Yoga
  • Qi Gong
  • Autogenes Training
  • Feldenkrais
  • Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (Mindful-based stress reduction)
  • Progressive Muskelentspannung
  • Tai Chi

 

Raucherentwöhnung bei Herzinfarkt

Raucher haben ein dreifach erhöhtes Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben als Nichtraucher. Die gute Nachricht: Wenn Sie vor 45 Jahren mit dem Rauchen aufhören, können Sie das Risiko um 90 % wieder verschwinden lassen. Es lohnt sich jedoch in jedem Alter, in 10-15 Jahren kann sich das Herz fast vollständig wieder erholen. Raucherentwöhnungsprogramme sind oft kombiniert mit Verhaltenstherapie, um z. B. dem „Süßigkeiten-statt-Rauchen“ entgegenzuwirken.

Auch eine Ernährungsberatung kann sehr sinnvoll sein, um gleichzeitig mit dem Rauchstopp auf eine gesunde, herzschützende Ernährung umzustellen.

Mehr Infos zur Raucherentwöhnung finden Sie hier.

 

Physiotherapie (Krankengymnastik) bei Herzinfarkt

Physiotherapie will Beweglichkeit erhalten und verbessern, Fehlbelastungen erkennen und ausgleichen und Alltagsbewegungen trainieren. Bewegung beeinflusst unsere körperliche und geistige Gesundheit in großem Ausmaß. Physiotherapeutische Methoden erhalten und unterstützen gezielt Muskelmasse- und kraft, Gleichgewicht, Koordination, Haltung, Selbstbewusstsein und Sturz-Prophylaxe.

Auch nach einem Herzinfarkt ist Physiotherapie sehr wichtig: Die Therapeuten helfen Ihnen, wieder fit für den Alltag zu werden, unterstützen Sie beim Festlegen Ihrer Grenzen, damit Sie Ihr individuelles Maß an Belastung nicht überschreiten. Immer dabei im Fokus ist die Prävention vor einem erneuten Infarkt. Viele Physiotherapeuten arbeiten auch mit Entspannungstechniken für Muskeln und Gewebe.

 

Sport und Bewegung bei Herzinfarkt

Sport und Bewegung fördern die körperliche und geistige Gesundheit: Sport macht im Idealfall Spaß und dient auch als Ventil im Alltag, um Stress abzubauen. Gerade bei Herzerkrankungen ist Sport und Bewegung im richtigen Maß wichtig – durch moderate Bewegung wird die Herzfunktion gestärkt.

Nach einem Herzinfarkt haben viele Betroffene Schwierigkeiten und auch Angst, etwas falsch zu machen und so einen erneuten Herzinfarkt zu fördern. Generell als herzschonend und gleichzeitig herzstärkend zu empfehlen sind 3x/Woche 30 Minuten gemäßigte Ausdauersportarten wie

  • Walking
  • Radfahren (auch Fahrradergometer, kein Extremsport)
  • Wandern
  • Joggen
  • Skilanglauf

 

Wichtig

Wichtig sind das langsame Aufbauen und das Vermeiden von Überbelastung. Hören Sie auf Ihre eigenen Körpersignale! Wenn Sie erschöpft sind, brechen Sie das Training früher ab. Die optimale Intensität erreichen Sie, wenn Ihnen warm wird und Sie tiefer atmen müssen, aber noch zusammenhängend reden können.

Kraftsportarten sind eher zu vermeiden, da sie große Blutdruckunterschiede fördern können. Dies hängt aber auch vom Schweregrad Ihrer Erkrankung ab. Sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt und Physiotherapeuten, inwiefern Ihre körperliche Verfassung Kraftsport zulässt.

Schwimmen gehört auch zu den Ausdauersportarten, unterscheidet sich jedoch in einigen wichtigen Punkten, die für Sie nach einem Herzinfarkt wichtig sein können. Beim Schwimmen wird das Herz durch den Wasserdruck von außen zusätzlich belastet und die körperliche Belastung kann oft schlecht selbst eingeschätzt werden. Meist ist zudem das Wasser deutlich kühler als die Körpertemperatur und die Gefäße verengen sich – wer Schwimmen möchte, sollte also komplett beschwerdefrei und stabil sein und auch am besten erst mal eine gewisse Zeit nach dem Herzinfarkt vergehen lassen.

Allgemein wichtig ist, die Sportart nach Alter, Schwere Ihrer Erkrankung und natürlich Ihrer persönlichen Präferenz auszuwählen; Ärzte und Physiotherapeuten können bei Sie bei der richtigen Auswahl beraten und meist werden schon bei der Rehabilitation Trainingspläne erstellt. Vor allem Herzsportgruppen mit ärztlicher Aufsicht sind eine gute Möglichkeit, in einem sozialen Rahmen fit und beweglich zu bleiben und wieder zu lernen auf den eigenen Körper zu hören.

Medikamentöse Therapie bei Herzinfarkt

Das-Wichtigste-in-Kürze

Therapie in der Übersicht

  • Nach der Erstversorgung durch das Notfallteam ist die erste Therapie der Wahl die Durchführung eines Herzkatheters mit Ballondilatation und Stent-Einsatz, um Ihre blockierten Herzkranzgefäße wieder zu öffnen.
  • Danach werden Sie dauerhaft verschiedene Medikamente zur Blutverdünnung, Senkung des Blutdrucks und Cholesterinwerte einnehmen müssen.
  • Wenn eine Therapie per Herzkatheter nicht durchführbar ist, gibt es die Option der Bypass-Operation, bei der eine „Umgehungsstraße“ um das blockierte Gefäß herum konstruiert wird.

Erstversorgung, Herzkatheter und Stent-Implantation

Bei der Erstversorgung durch den Notarzt können je nach Ihrem Zustand und den vorliegenden Komplikationen (z. B. sehr hoher/niedriger Puls, Angstzustände) Medikamente verabreicht werden wie Nitroglycerinspray, Aspirin, Betablocker, Morphin, und andere. Auch wird das Rettungsteam den Defibrillator bereithalten, wenn z. B. Kammerflimmern auftreten sollte.

 

Ziel ist es bei einem Herzinfarkt verschlossene Gefäße des Herzens wieder zu öffnen und zwar in einem so kurzen Zeitfenster (Time is muscle!), bevor das Herzmuskelgewebe abgestorben ist. Dies passiert zum einen über Medikamente und zum anderen über den Herzkatheter (Koronarangiografie) und einen über die Arterien eingeführten kleinen Ballon, der die Arterien wieder aufdrückt und anschließend ein Stent (Gefäßstütze aus Edelstahl) eingesetzt wird. Diese sogenannte Ballondilatation sollte innerhalb von 60-90 Minuten nach dem Herzinfarkt durchgeführt werden und gilt als derzeitige beste Wahl.

 

Diese Therapie ist jedoch nicht in jeder Klinik möglich. Falls nicht innerhalb von zwei Stunden ein entsprechend ausgerüstetes Krankenhaus angesteuert werden kann, werden die verantwortlichen Ärzte eine Lyse durchführen: Hier werden Ihnen Medikamente verabreicht, die versuchen sollen, das Blutgerinnsel in der betroffenen Arterie aufzulösen – das soll wiederum die Zeit gewinnen, um den Transport in eine Klinik mit Herzkatheter zu ermöglichen.

 

Nach der Ballondilatation und Stentimplantation werden Sie und Ihre Herzfunktion noch einige Tage auf der Intensivstation überwacht und Medikamente angeordnet, und mithilfe von Physiotherapie wieder bei der Rehabilitation unterstützt.

 

Operative Therapie nach einem Herzinfarkt: Bypass-Operation

Wenn keine Ballondilatation und Stentimplantation durchgeführt werden kann (das Gefäß ist z. B. zu beschädigt), kann eine „Umgehungsstraße“ operativ konstruiert werden: Der Bypass. Dabei wird Ihnen ein Gefäß von einer anderen Stelle im Körper entnommen (meist Beinvenen) und das verschlossene, blockierte Herzkranzgefäß so umgangen, der Blutfluss am Herzen kann wieder gewährleistet werden. Mehr zu Bypass-Operationen hier.

 

Medikamentöse Therapie nach einem Herzinfarkt

Um das Risiko eines erneuten Infarkts möglichst gering zu halten, wird der Arzt die dauerhafte Einnahme folgender Medikamente mit Ihnen besprechen:

  • Senkung des Blutdrucks, zu hohen Pulses, gegen Herz-Rhythmusstörungen: Betablocker
  • Senkung des Blutdrucks: ACE-Hemmer und AT1-Antagonisten
  • Blutverdünnung: Azetylsalizylsäure (ASS)
  • Senkung der Blutfettwerte: Cholesterinsenker (Statine)

 

Checkliste

Checkliste

Checkliste und Empfehlungen: Das können Sie selbst tun bei einem Herzinfarkt

  • „Richtige“ Therapeuten: Der Draht zu Ihren Therapeuten (Ärzte, Physiotherapeuten, Ernährungsberater, Psychotherapeuten, Heilpraktiker,…) muss stimmen. Die Beziehung zwischen Patient und Therapeut muss auf Vertrauen und Sympathie aufbauen.
  • Gesunde Ernährung: Versuchen Sie sich gesund, frisch, ausgewogen und kardioprotektiv (das Herz schützend) zu ernähren. Sie können sich hierbei an der mediterranen Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Nüssen, Hülsenfrüchten, Olivenöl, Seefisch orientieren. Eine gesunde Ernährung hilft auch Übergewicht langfristig zu reduzieren.
  • RauchStopp: Rauchen ist einer der Hauptrisikofaktoren für einen Herzinfarkt. Versuchen Sie, das Rauchen so weit als möglich zu reduzieren oder am besten ganz aufzugeben. Raucherentwöhnungsprogramme können Ihnen dabei helfen.
  • Mikronährstoffe: Achten Sie auf Ihren Mikronährstoffhaushalt. Nur wenn alle Mikronährstoffe ausreichend im Organismus vorhanden sind, können lebenswichtige Prozesse optimal ablaufen. Beim Herzinfarkt stehen neben einer optimalen Basisversorgung mit Mikronährstoffen vor allem im Fokus: Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10, B-Vitamine, Vitamin C, Magnesium und sekundäre Pflanzenstoffe. Einige Herz-Medikamente erhöhen den Mikronährstoffbedarf zusätzlich. Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.
  • Stress reduzieren: Stress ist Gift für Ihr Herz und Ihre Gefäße. Versuchen Sie, Ihren Alltag weniger voll zu packen und legen Sie gezielte Pausen ein, Entspannung ist genauso wichtig wie Anspannung.
  • Bewegung: Sport und Bewegung sind generell und gerade nach einem Herzinfarkt essentiell, um Ihre Herzfunktion zu stärken, Gewicht zu verlieren und die Atherosklerose zurückzudrängen. Achten Sie besonders auch auf Ihre körperlichen Signale und Belastungsgrenzen, z. B. in einer Herzsportgruppe.

Alles in Kürze

Das-Wichtigste-in-Kürze

Herzinfarkt in der Übersicht

  • der Herzinfarkt ist medizinisch akut und muss so schnell als möglich behandelt werden – einer von drei Menschen mit einem Herzinfarkt stirbt vor der Einlieferung ins Krankenhaus
  • Akuter Verschluss eines Herzkranzgefäßes nach langjähriger „Arterienverkalkung“ – Herzmuskel stirbt ohne Sauerstoff ab – ohne Behandlung akuter Herztod; in Folge meist Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
  • Neben Vererbung ist vor allem Ihr Lebensstil ausschlaggebend, wie weit eine entzündliche Atherosklerose („Arterienverkalkung“) sich entwickelt und zu den gefürchteten Folgen wie einem Herzinfarkt und/oder plötzlichem Herztod führen kann
  • Besonders ungünstige Faktoren sind ungesunde, typisch „westliche Ernährung“ und in Folge Typ-2-Diabetes, Übergewicht (Wohlstandsbauch) und schlechte Blutfettwerte. Weitere Verstärker der Atherosklerose sind Bluthochdruck, Rauchen und Bewegungsmangel.
  • Auslöser und Verstärker eines ungesunden Lebensstils ist sehr oft Stress.

 

Symptome in der Übersicht

  • Herzinfarkt kann unterschiedlich ablaufen
  • die Mehrzahl der Betroffenen hat sehr plötzliche, starke Beschwerden: ausstrahlende Schmerzen in der Brust, Todesangst, kalter Schweiß, Übelkeit und Erbrechen und Brennen/Engegefühl hinter dem Brustbein
  • manche Menschen spüren vorher Warnsignale, bei anderen läuft der komplette Infarkt „stumm“ ab
  • Das Wichtigste für Angehörige ist: Sofort den Notarzt (112) anrufen! „Time is muscle!“ – Zeit bedeutet (Herz-)Muskel!

 

Prognose in der Übersicht

  • Die ersten zwei Stunden nach einem Herzinfarkt sind entscheidend für die Kurz- und Langzeitprognose bei Menschen mit koronarer Herzerkrankung.
  • Kurzfristig ist besonders eine schnelle Erstbehandlung ausschlaggebend für das Überleben.
  • Langfristig beeinflussen v. a. die Änderung des Lebensstils und das Alter das Fortschreiten der Atherosklerose und die Entwicklung eines erneuten Infarkts.

 

Diagnose in der Übersicht

  • Der Herzinfarkt ist ein Notfall!
  • Der Notarzt und die Rettungssanitäter werden als Erstes einen venösen Zugang legen, Blutdruck und Puls messen, Ihre Krankengeschichte erfragen, ein EKG schreiben und ggfs. Medikamente, verabreichen, die die Bildung von Blutgerinnseln vermeiden sollen.
  • Im Krankenhaus werden Blutparameter (Infarktmarker, Herzenzyme) gemessen, ein Herz-Ultraschall gemacht und ein Herzkatheter durchgeführt, um das verschlossene Gefäß am Herzen lokalisieren und behandeln zu können.

Therapie in der Übersicht

Mikronährstoffe

  •  sind unentbehrliche Mikrohelfer in unserem Organismus.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit allen Mikronährstoffen bei koronarer Herzerkrankung und nach einem Herzinfarkt. Besonders wichtig sind B-Vitamine, Vitamin C, Omega-3-Fettsäuren, Folsäure, Coenzym-Q10 und viele sekundäre Pflanzenstoffe.
  • Einige der typischen Herz-Medikamente erhöhen zusätzlich Ihren Mikronährstoffbedarf. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihren Mikronährstoffbedarf ausreichend über die Ernährung zu decken, können moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischungen sinnvoll sein.
  • Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.

 

Ernährung

  • Eine anti-entzündliche kardioprotektive (das Herz schützende) Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollwertprodukten, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und pflanzlichen Ölen ist.
  • Die Zusammensetzung entspricht am ehesten einer mediterranen Ernährung und enthält reichlich Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe
  • Diese Ernährung unterstützt den Abbau von Entzündungen im Körper und schützt präventiv vor Atherosklerose und der gefährlichen Folge Herzinfarkt.

 

Heilpflanzen (Phytotherapie)

  • Crataegus (Weißdorn) ist eine gut untersuchte und vielfach angewandte Heilpflanze bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Knoblauch (Allium sativum) hemmt die Bildung von Blutgerinnseln durch das Verklumpen der Blutplättchen und senkt den Cholesterinspiegel.
  • Melisse, Baldrian, Lavendel und Hopfen: Wird hoher Blutdruck durch Stress verursacht, können diese Heilpflanzen zur Beruhigung und besserem Schlaf beitragen.

 

Psychotherapie

  • Eine Psychotherapie kann Sie im Umgang mit depressiven Episoden unterstützen.

 

Entspannungstechniken

  • Besonders wichtig nach einem Herzinfarkt ist ein neuer Umgang mit Stress.
  • Viele Entspannungstechniken können Ihnen helfen, Stressabbau zu erlernen, den Bluthochdruck zu senken und einen neuen, gesunden Rhythmus aus Anspannung und Entspannung im Alltag zu finden.

 

Raucherentwöhnung

  • Rauchen ist einer der Hauptrisikofaktoren für einen Herzinfarkt.
  • Versuchen Sie, das Rauchen so weit als möglich zu reduzieren oder am besten ganz aufzugeben. Raucherentwöhnungsprogramme können Ihnen dabei helfen.

 

Physiotherapie

  • Physiotherapie wird Ihnen helfen, wieder mobil zu werden, langsam wieder durch gezieltes Training die Herzfunktion zu verbessern und Ihre Körpersignale (Überbelastung) selbst zu deuten.

 

Sport und Bewegung

  • Beginnen Sie langsam und achten Sie auf Ihre Energieressourcen. Behalten Sie Ihre Kräfte immer im Blick und achten Sie auf Ermüdungserscheinungen.
  • Wählen Sie Ausdauersportarten wie Walken, Radfahren, Skilanglauf und Wandern.
  • Nicht von 0 auf 100: Erst die Häufigkeit und Dauer steigern, dann die Intensität Ihres Trainings. Wie genau und wann Sie mit dem Training beginnen können, ist von der Schwere und Behandlung Ihres Infarkts abhängig.
  • Training in der Herzsportgruppe: Achten Sie, besonders bei Beginn darauf, dass Sie Ihr Training jederzeit unterbrechen können und eine geschulte Aufsicht anwesend ist.

 

Medikamentöse Therapie des Herzinfarkts

  • Nach der Erstversorgung durch das Notfallteam ist die erste Therapie der Wahl die Durchführung eines Herzkatheters mit Ballondilatation und Stent-Einsatz, um Ihre blockierten Herzkranzgefäße wieder zu öffnen.
  • Danach werden Sie dauerhaft verschiedene Medikamente zur Blutverdünnung, Senkung des Blutdrucks und Cholesterinwerte einnehmen müssen.
  • Wenn eine Therapie per Herzkatheter nicht durchführbar ist, gibt es die Option der Bypass-Operation, bei der eine „Umgehungsstraße“ um das blockierte Gefäß herum konstruiert wird.





Quellennachweise

  • 1D.L. Cozlea et al: The Impact of C Reactive Protein on Global Cardiovascular Risk on Patients with Coronary Artery Disease. Curr Health Sci J. 2013 Oct-Dec; 39(4): 225–231.
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  • 12Sanjay K Banerjee et al.: Effect of garlic on cardiovascular disorders: a review. Nutr J. 2002; 1: 4. Published online 2002 Nov 19. doi: 10.1186/1475-2891-1-4
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