Immunschwäche: Ursachen, Symptome und ganzheitliche Behandlung

Unser Immunsystem bildet die Grundlage für die Fähigkeit des menschlichen Organismus, sich an ständig wechselnde Anforderungen anpassen zu können. Es ist kein in sich abgeschlossenes System, sondern steht in ständigem Austausch mit anderen Körpersystemen und reagiert sensibel auf innere und äußere Veränderungen. Ob wir ein stabiles Immunsystem haben oder unter einer Immunschwäche leiden, liegt nicht an den Erregern, mit denen wir pausenlos konfrontiert sind. Vielmehr ausschlaggebend ist ein feines Zusammenspiel zahlreicher Faktoren inklusive unserer psychischen Verfassung.

Im folgenden Artikel lesen Sie, wie das menschliche Abwehrsystem arbeitet, was die Psychoneuroimmunologie erforscht hat und wie Sie selbst Ihr geschwächtes Immunsystem stärken können und damit großen Einfluss auf Ihre Gesundheit haben.

Experte:

Barbara Tayler

Heilpraktikerin und Expertin für Alternativmedizin und Psychosomatik

Letzte Aktualisierung: 13. Januar 2021

Immunschwäche – die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Immunschwäche – was ist das? Der Begriff bezeichnet die verminderte Fähigkeit des Organismus, eingedrungene Krankheitserreger oder schädliche Substanzen abzuwehren oder die Ausbreitung von Infektionen zu verhindern. Immunschwäche kann in seltenen Fällen angeboren sein, bei den meisten Menschen ist sie im Laufe des Lebens erworben.
  • Immunsystem: Das Immunsystem arbeitet in allen Körpergeweben und Körperflüssigkeiten und ist auf intelligente Weise im gesamten Organismus vernetzt. Es passt sich das ganze Leben lang an äußere Einflüsse an und bildet Gedächtniszellen, die bei einem erneuten Kontakt mit demselben Erreger passende Antikörper ausschütten. Ein starkes Immunsystem ist der beste Schutz vor Krankheiten.
  • Ursachen & Risikofaktoren: Die Entstehung einer Immunschwäche ist komplex. Mehrere Faktoren wirken zusammen. Eine ungesunde Ernährung, Mikronährstoffmangel, ein stressiger Lebensstil und ungünstige Lebensgewohnheiten, Medikamente, Umwelteinflüsse und Stoffwechselstörungen können das Immunsystem kurzfristig wie auch dauerhaft schwächen.
  • Symptome: Abgeschlagenheit, Müdigkeit, fahle Haut, Konzentrationsprobleme, Wundheilungsstörungen, Warzen, wiederkehrende Herpesbläschen, Infektanfälligkeit, Pilzerkrankungen, mangelnde Regenerationsfähigkeit, Neigung zu Allergien und Autoimmunerkrankungen
  • Diagnose und Tests: Anamnese, körperliche Untersuchung, Laboruntersuchung, Untersuchung von Abstrichmaterial, Sonographie, CT, MRT
  • Prognose und Verlauf: Chronifizierung von Erkrankungen, Entwicklung von Allergien oder Autoimmunerkrankungen, Gefahr von Superinfektionen, erhöhtes Krebsrisiko
  • Empfohlene Ernährung: Eine anti-entzündliche Ernährung entspricht einer gesunden, vollwertigen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, fettem Fisch, Nüssen, Saaten und pflanzlichen Ölen ist.
  • Therapie: 
    • Mikronährstoffe: Vitamine A, B, C, D, E, Eisen, Selen, Kupfer, Zink, Omega-3-Fettsäuren, Aminosäuren, Senfölglykoside, Polyphenole
    • Lebensstil: Sport und Bewegung, Resilienz, Verzicht auf Rauchen und Alkohol, regelmäßige Zeiten der Erholung und Entspannung sowie ausreichend Trinken sind Voraussetzung für ein starkes Immunsystem.
    • Konventionelle Therapie: symptomatisch mit Medikamenten zur Bekämpfung der Erreger (Antibiotika, Virostatika, Antimykotika) und Parasiten; Schmerzmittel; fiebersenkende Arzneimittel; in schweren Fällen von Autoimmunerkrankungen Immunsuppressiva
    • Ganzheitliche Therapie: Darmsanierung, Sanierung von Zahnherden, Kälte-Wärme-Anwendungen, Entgiftung und Entsäuerung, Vitamin C hochdosiert, Eigenblutbehandlungen, pflanzliche Präparate
  • Checkliste und Empfehlungen bei Immunschwäche: Das können Sie selbst tun.

Was ist eine Immunschwäche?

Das-Wichtigste-in-Kürze

Immunschwäche in der Übersicht

  • Mit Immunschwäche wird die verminderte Fähigkeit des Körpers bezeichnet, sich gegen die Vermehrung und Ausbreitung von Krankheitserregern zu wehren, Schadstoffe zu entfernen und entartete oder kranke Zellen zu vernichten.
  • Immunschwäche kann angeboren oder im Laufe des Lebens erworben sein. Angeborene Immundefekte kommen sehr selten vor.
  • In bestimmten Lebenssituationen oder bei bestimmten Berufsgruppen ist das Immunsystem hoher Belastung ausgesetzt, und dies kann die Infektanfälligkeit erhöhen.
  • Allergien oder Autoimmunerkrankungen treten familiär gehäuft auf. Ihre Entstehung und der Verlauf sind jedoch beeinflussbar.

Differenzierung: Infektanfälligkeit, Autoimmunerkrankungen und Allergien

Unter einer Immunschwäche verstehen wir eine herabgesetzte Fähigkeit des Organismus, eingedrungene Krankheitserreger oder Schadstoffe abzuwehren oder die Vermehrung von Erregern zu verhindern. Sie äußert sich auf verschiedene Arten.

Eine Immunschwäche kann angeboren oder im Laufe des Lebens erworben sein.

 

Betroffene haben eine auffallend hohe Infektanfälligkeit oder neigen dazu, dass an sich harmlose Infekte lange nicht ausheilen oder sich gar verschlimmern. Die Abwehrkräfte des Organismus reichen nicht aus, um die eingedrungenen Krankheitserreger zu bekämpfen.

 

Erkrankungen, wie beispielsweise Leukämie oder T-Zell-Defekte (AIDS), die zu erworbenen Immundefekten führen, sind ursächlich für eine dauerhafte Schwächung des Immunsystems. Die Gefahr besteht darin, dass auch kleine Infektionen für den Patienten lebensbedrohlich sein können.

 

Auch entartete oder kranke Zellen werden von einem geschwächten Immunsystem nicht oder nur unzureichend erkannt und vernichtet, so dass sie sich weiterhin teilen und defektes Erbgut vervielfachen können. Die Folge ist die Entstehung von Tumoren.

 

Autoimmunkrankheiten wie beispielsweise Hashimoto-Thyreoiditis, Rheuma oder Multiple Sklerose stellen eine andere Form der Immunschwäche dar. Sie entstehen aufgrund einer Fehlleitung oder Überaktivität des Immunsystems gegen körpereigenes Gewebe. Wegen des permanenten Entzündungsgeschehens werden unsere Abwehrkräfte allerdings geschwächt. Dennoch kann eine gezielte Stärkung des Immunsystems zu einer Reduzierung der Autoimmunprozesse führen, worauf im Kapitel „Therapie & Prävention“ näher eingegangen wird.

 

Bestimmte Umstände erfordern eine medizinisch erzwungene Unterdrückung der natürlichen Abwehrkräfte, z. B. bei schweren Verläufen von Autoimmunerkrankungen oder nach einer Organtransplantation. Man spricht dann von einer Immunsuppression.

 

In der Schwangerschaft hat das mütterliche Immunsystem eine komplexe Aufgabe. Lange glaubten Wissenschaftler, dass die Leistungsfähigkeit des Immunsystems im Körper der Mutter heruntergefahren wird, da die Abwehrzellen den Fötus aufgrund der väterlichen Gene als Fremdkörper betrachten und bekämpfen bzw. abstoßen würden. Neuere Erkenntnisse zeigen jedoch, dass spezielle Immunzellen in der Gebärmutterschleimhaut sogar aktiv die Einnistung des Embryos fördern und sein gesundes Wachstum unterstützen.

Der mütterliche Organismus bildet eine immunologische Toleranz für das Ungeborene aus.

Dennoch muss das Immunsystem stark genug sein, um Mutter und Kind vor eindringenden Krankheitserregern, Toxinen und anderen schädlichen Einflüssen zu schützen.

Dieses Zusammenspiel ist bei einer geschwächten Immunlage äußerst störanfällig. Deshalb können bestimmte Infektionskrankheiten (z. B. Chlamydien, Toxoplasmose, Röteln) zu Schwangerschaftskomplikationen führen.

 

 

Nestschutz

In den ersten Lebensmonaten haben Babys eine besondere Schutzfunktion gegen bestimmte Erreger. Bereits ab der 12. Gestationswoche bis zur Geburt wird dieser sogenannte Nestschutz, auch Leihimmunität genannt, von der Mutter auf den Fötus übertragen. Dadurch sind die Neugeborenen in den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt vor Infektionen geschützt, damit ihr Organismus sich langsam an die Umwelt anpassen und eine eigene Immunabwehr aufbauen kann. Bei Frühgeborenen ist diese Schutzfunktion nicht so ausgeprägt, weshalb das Infektionsrisiko nach der Geburt höher ist als bei voll ausgetragenen Kindern.

Der Nestschutz wird ab dem 2. bis 3. Lebensmonat zunehmend geringer. Stillen stärkt darüber hinaus das Immunsystem des Babys und fördert den Aufbau der Abwehrkräfte.

Das Immunsystem im Kleinkindalter wird trainiert, indem es den verschiedenen Keimen, die überall vorhanden sind, ausgesetzt ist und eigenständig Abwehrkräfte aufbaut. Daher reagiert das kindliche Immunsystem rascher als Erwachsene mit einer Infektion, die oft auch mit Fieber einhergeht.

Allergien sind eine Folge der Immunschwäche. In diesem Fall greifen keine Krankheitserreger körpereigene Zellen oder Strukturen an. Stattdessen führt der Kontakt mit körperfremden Stoffen, die an sich harmlos sind und keinen Krankheitswert haben wie Pollen, Hausstaub, Äpfel, Zitrusfrüchte, ätherische Öle oder chemische Substanzen, zu einer überschießenden Immunreaktion. In der Folge aktiveren die Abwehrzellen eine Form der Immunabwehr gegen diese Fremdsubstanzen und lösen die Ausschüttung von Histamin aus. Der Körper antwortet mit typischen Allergiesymptomen aufgrund einer überschießenden Abwehrreaktion wie (lokale) Rötung und Entzündung, Juckreiz, Schwellung der Schleimhäute, Niesen, Husten, Fließschnupfen oder tränende Augen.

Gerät die Immunreaktion außer Kontrolle, kann die allergische Reaktion lebensgefährlich werden. Man spricht von der Anaphylaxie (anaphylaktischer Schock). Von anaphylaktischen Reaktionen sind vor allem Menschen betroffen, die allergisch auf Insektengifte oder Nahrungsmittel (Meeresfrüchte!) reagieren.

 

Vorkommen und Auftreten

Im Durchschnitt erkrankt in Deutschland jeder Erwachsene etwa zweimal jährlich an einer Infektion der oberen Atemwege wie Husten, Schnupfen, Mandelentzündung oder Bronchitis. Bei Kindern bis zum 6. Lebensjahr gelten bis zu 10 Infekte als normal, im Schulalter bis zu 5. Manche Menschen neigen stattdessen eher zu (viralen) Magen-Darm-Infekten wie Durchfall und Erbrechen.

Treten solche Infekte häufiger auf und ist keine Ursache erkennbar, liegt der Verdacht einer Abwehrschwäche nahe. Diese im Laufe des Lebens erworbene Immunschwäche hat verschiedene Ursachen und ist nicht vererblich.

AIDS und Leukämie sind Erkrankungen, die zu erworbenen Immundefekten führen und das Immunsystem zunehmend zerstören können.

 

Bestimmte Lebensphasen können mit einer begleitenden Abwehrschwäche einhergehen:

  • Baby- und Kleinkindalter
  • Phasen großer hormoneller Veränderungen wie Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre oder vor bzw. während der Monatsblutung
  • im (hohen) Alter
  • einschneidende Lebensveränderungen und Lebenskrisen
  • schwere Erkrankungen oder Operationen

 

Bestimmte Berufsgruppen, deren Immunsystem hohen Anforderungen ausgesetzt ist, können die Infektanfälligkeit begünstigen:

  • alle Berufe im Erziehungswesen (Lehrkräfte, Erzieher/innen)
  • alle Berufe im Gesundheitswesen (Ärzte, Pflegekräfte)
  • Tierpflege
  • Abfallentsorgung und -verwertung

 

Es gibt erblich bedingte Immundefekte. Derzeit sind rund 300 angeborene Immundefekte bekannt. Sie haben insgesamt eine Häufigkeit von etwa 1 : 10.000, daher treten die einzelnen Erkrankungen sehr selten auf.

 

Von einer oder mehreren Allergien sind in Deutschland schätzungsweise 30 % der Bevölkerung betroffen, Tendenz steigend. Bereits Säuglinge und Kleinkinder können eine Allergie entwickeln. Bei Erwachsenen kann grundsätzlich in jedem Alter eine Allergie auftreten.

Bei der Neigung zu Allergien ist eine familiäre Häufung zu beobachten. Wissenschaftler konnten 10 Gene identifizieren, die für die Entstehung von Allergien verantwortlich sind.18 Warum jedoch nicht alle Menschen im Laufe ihres Lebens Allergiker werden, hat mit der Fähigkeit, diese Gene an- und wieder abzuschalten, zu tun. Diese Zusammenhänge erforscht die Epigenetik.

 

Etwa 80 – 100 Autoimmunerkrankungen sind bekannt, wovon weltweit etwa 5 – 8% der Bevölkerung betroffen sind. Sie stellen nach Herz-Kreislauf- und Tumorerkrankungen die dritthäufigste Gruppe von Krankheiten dar.

Die familiäre Häufung legt nahe, dass Autoimmunerkrankungen vererblich sind. Damit es zum Ausbruch kommt, sind jedoch eine Reihe auslösender Faktoren wie Stress, Mikronährstoffmangel, Umwelteinflüsse etc. erforderlich. Auch hier kann die Epigenetik nähere Antworten geben zur Entstehung und zum weiteren Verlauf einer Autoimmunerkrankung.

Epigenetik

  • Bis zur Entdeckung der Epigenetik ging man davon aus, dass unsere Gene unveränderbar sind und somit Persönlichkeitsmerkmale oder die Veranlagung für bestimmte Krankheiten oder Neigungen von Geburt an feststehen.
  • Die Epigenetik beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit das uns vererbte Genmaterial durch äußere Einflüsse wie Ernährung, Lebensstil, Stress, Umweltgift und Lebenseinstellung veränderbar ist und Gensequenzen schwächer oder stärker abgelesen oder ein- bzw. ausgeschaltet werden können (Methylierung).
  • Erkenntnisse zeigen, dass wir zwar einerseits durch negative Einflüsse die Elemente („Schalter“), die über Generationen weitervererbt werden und unsere Gene steuern, aktiveren bzw. deaktivieren können. Anderseits können wir jedoch auf die gleiche Weise diese „Schalter“ positiv beeinflussen, und Gene aktivieren bzw. deaktivieren, die wir bislang für unveränderbar gehalten haben.
  • Eine ausgewogene Ernährung, eine umfassende Versorgung mit den lebenswichtigen Mikronährstoffen, positive Gedanken und eine optimistische Lebenseinstellung sowie die Vermeidung von Schadstoffen, Chemikalien und Stress sind nach den Erkenntnissen der Epigenetik somit elementar für Gesundheit und Vitalität.
  • Hoffnung besteht, dass mit Hilfe der Forschungsergebnisse zur Epigenetik in der Zukunft auch derzeit als unheilbar betrachtete Erkrankungen heilbar sein werden.

Das menschliche Immunsystem – eine ganzheitliche Betrachtung

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Immunsystem in der Übersicht

  • Zu den Organen des Immunsystems zählen Thymusdrüse, Knochenmark, Lymphknoten, Milz, Haut, Darmschleimhaut sowie die Schleimhäute im Nasen-Rachenraum und im Urogenitaltrakt.
  • Das Immunsystem ist in die zelluläre und humorale Immunabwehr gegliedert.
  • Die Psychoneuroimmunologie sowie die Psychoendokrinologie erforschen den engen Zusammenhang von Emotionen und Stress auf das Immunsystem sowie die Auswirkungen auf Hormone und Immunreaktionen.
  • Erreger und Schadsubstanzen müssen erst die Abwehrbarrieren des Körpers überwinden, bevor sie in das Körperinnere gelangen und dort Infektionen auslösen können.
  • Das unspezifische Abwehrsystem besteht aus Fresszellen und Botenstoffen, die uns von Geburt an zur Verfügung stehen. Das spezifische Abwehrsystem bezeichnet alle Zellen, die im Lauf des Lebens erworben und trainiert werden, um körperfremde Organismen und Substanzen von körpereigenen unterscheiden zu können. Dazu zählen u. a. Gedächtniszellen und Antikörper.
  • Je nach Art der Erreger unterscheidet sich die Immunreaktion. Passend zu den Antigenen von Bakterien und Viren werden im Körper Antikörper gebildet, ihre Form in den Gedächtniszellen gespeichert und bei einem erneuten Befall mit demselben Erreger innerhalb kürzester Zeit ausgeschüttet.
  • Die stille Feiung beschreibt eine symptomlose Infektion mit einem Erreger, gegen den der Organismus Antikörper und eine lebenslange Immunität bildet.
  • Die enge Verflechtung des Immunsystems mit der Psyche lässt erkennen, dass eine Abwehrschwäche von psychischen Problemen wie fehlende Abgrenzung, Ängste oder Gefühle der Überforderung mit der körperlichen Abwehrschwäche korrespondieren – und umgekehrt.

Unser Immunsystem hat sich im Laufe der Evolution entwickelt, um unseren Körper vor eindringenden Krankheitserregern sowie schädlichen körperfremden Substanzen zu schützen. Es ist im gesamten Körper vernetzt und hat intelligente Abwehrmechanismen entwickelt, die es den Zellen ermöglichen, mithilfe von Botenstoffen miteinander zu kommunizieren und Abwehrreaktionen im gesamten Organismus einzuleiten. Es passt sich unaufhörlich den sich verändernden äußeren Einflüssen an. Jeden Tag ist unser Körper mit unzähligen Erregern und Giftstoffen konfrontiert, die er, ohne dass es uns bewusst ist, abwehrt und zerstört. Gedächtniszellen speichern die Informationen und können bei einer erneuten Konfrontation mit demselben Erreger sofort veranlassen, dass Antikörper in großer Anzahl ausgeschüttet werden. Im Folgenden betrachten wir den Aufbau und die Funktionsweise des menschlichen Immunsystems genauer.

 

Aufbau des Immunsystems

Organe des Abwehrsystems

Das menschliche Immunsystem besteht aus den Organen des lymphatischen Systems sowie aus Milliarden von Abwehrzellen. Das lymphatische System steuert die Reaktion unseres Immunsystems auf eingedrungene Erreger oder Fremdstoffe durch biochemische Prozesse und die zelluläre Abwehr.

 

  • Primäre lymphatische Organe

In den primären lymphatischen Organen wie Thymusdrüse und Knochenmark reifen die Immunzellen zu immunkompetenten Zellen heran, d. h. sie sind dann in der Lage, fremde Antigene zu erkennen.

Über Blut und Lymphe gelangen die Immunzellen in die sekundären lymphatischen Organe.

 

  • Sekundäre lymphatische Organe

Dazu zählen: Lymphknoten, lymphatischer Rachenring (Mandeln), Milz, Peyer-Plaques im Dünndarm sowie weitere lymphatische Gewebe auf Schleimhäuten wie im Urogenitaltrakt oder im Nasen-Rachen-Raum.

 

 

Zelluläres und humorales Abwehrsystem

Unter der zellulären Immunabwehr versteht man die Gesamtheit aller Abwehrzellen, die an einer Immunreaktion beteiligt sind, z. B. Killerzellen, Lymphozyten, Granulozyten, Makrophagen und Gedächtniszellen. Sie zählen zu den Leukozyten (weiße Blutkörperchen).

Die humorale Immunabwehr umfasst u. a. das Komplementsystem, die Antikörper und Körpersekrete, die an der Immunreaktion beteiligt sind.

Darüber hinaus gibt es hormonartige Botenstoffe des Abwehrsystems (Zytokine). Sie werden von den Abwehrzellen abgegeben, wenn fremde Substanzen in den Körper eingedrungen sind und sorgen für die Verständigung der Abwehrzellen untereinander.

 

 

Vernetzung des Immunsystems im Organismus

Unser Immunsystem ist ebenso wie alle anderen Organe und Organsysteme kein in sich abgeschlossenes, isoliertes System, sondern es steht in ständigem Austausch und in Wechselwirkung mit dem Hormon- und Nervensystem sowie mit dem Mikrobiom der Haut, des Darmes und den Schleimhäuten. Gerät eines dieser Systeme aus dem Gleichgewicht, wirkt sich dies unmittelbar auf alle anderen Systeme in unserem Organismus aus.

Die Wissenschaftszweige der Psychoendokrinologie und Psychoneuroimmunologie haben die enge Verflechtung unserer Psyche mit dem Immunsystem näher erforscht und konnten nachweisen, dass Stress, Angst, Einsamkeit, Unzufriedenheit oder ungelöste Konflikte die Leistungsfähigkeit unseres Immunsystems drastisch herabsetzen, wodurch die Entstehung von Krankheiten aller Art begünstigt wird.

Dagegen sorgen eine lebensbejahende Haltung dem Leben gegenüber, Gemeinschaft mit Freunden, Stabilität in der Familie, menschliche Nähe und Umarmungen, Lebensfreude, Lachen und positive Gedanken dafür, dass nicht nur unser körperliches Immunsystem flexibel und stark ist, sondern dass wir als Mensch auch psychisch den kleineren und größeren Herausforderungen des Lebens gewachsen sind und aus der Kraft in unserer Mitte schöpfen können.

Betrachtet man das Immunsystem aus dem Blickwinkel dieser relativ jungen Wissenschaftszweige erkennen wir Hintergründe, Wechselwirkungen und Einflüsse auf unseren Organismus, die ganzheitlich orientierten Therapeuten fundierte Antworten auf längst vermutete Zusammenhänge geben.

Wenn wir der Bedeutung dieser Erkenntnisse auf den Grund gehen, können wir erahnen, welche Möglichkeiten sich uns nicht nur in der ganzheitlichen Behandlung von Immunschwäche, Autoimmunerkrankungen, chronischen Erkrankungen und Allergien auftun, sondern auch in der Prävention von Erkrankungen im Allgemeinen, von Krankheiten wie Krebs und entzündlich-degenerativen Erkrankungen im Besonderen.

Ausflug in die Wissenschaft

Ausflug in die Psychoneuroimmunologie und Psychoimmunendokrinologie

Die Psychoneuroimmunologie befasst sich mit dem Zusammenwirken von psychischen Einflüssen auf das Immun- und Nervensystem, die Psychoendokrinologie mit dem Zusammenspiel von Psyche, Hormon- und Immunsystem.

Als im Labor nachweisbar war, dass Emotionen im Körper biochemische Reaktionen auslösen, erlebte die Psychoneuroimmunologie einen Durchbruch. Der Zusammenhang von Stress auf das Immunsystem wurde nachweisbar2. Probanden sollten ihre Gefühls- und Stimmungslage protokollieren und gleichzeitig ihren Urin sammeln. Dabei stellte sich heraus, dass Phasen emotionaler Belastung mit einem Anstieg von Entzündungsmarkern einhergingen.

Die Forschungen haben seither immer mehr nachweisen können, dass Gedanken und Gefühle einen direkten Einfluss auf unser Immunsystem haben3. Insbesondere negative Emotionen wie lange Phasen der Trauer, Angst, Hilflosigkeit oder Groll ebenso wie Stress und andauernde psychische Belastungen schwächen unser Abwehrsystem und begünstigen die Entstehung bzw. Verschlimmerung von Krankheiten. Stress setzt die Anzahl und Funktionsfähigkeit von Abwehrzellen herab und erhöht die Infektanfälligkeit sowie die Auslösung und Chronifizierung von entzündlichen Prozessen.

Abwehrstrategien des Immunsystems

Zunächst versucht der Körper zu verhindern, dass Erreger überhaupt eindringen können. Dazu gibt es verschiedene Barrieren, die es Schadstoffen oder Keimen erschweren, in das Körperinnere zu gelangen. Diese Mechanismen sind angeboren und arbeiten von Geburt an.

 

Abwehrbarrieren

  • Die Haut ist die äußere Schutzschicht, wehrt Krankheitserreger ab und verhindert bzw. bekämpft Entzündungen von Wunden. Die natürliche Besiedelung mit Mikroorganismen erschwert den Erregern die Vermehrung an der Hautoberfläche, bei Hautverletzungen sorgt das Bluten für eine Selbstreinigung der Wunde.
  • Die Schleimhäute sind innere Schutzbarrieren und hindern Krankheitserreger, die nicht über die Haut, sondern durch andere Eintrittspforten in den Körper eingedrungen sind, an der Ausbreitung und Vermehrung sowie am Eindringen in tiefer gelegene Gewebsschichten. Die Schleimproduktion wird angeregt, um die Erreger zu binden und schließlich durch Abwehrzellen, die in der Schleimhaut sitzen, zu zerstören. Bei einer Flut an Erregern, die das Immunsystem nicht mehr bekämpfen kann, kommt es zu den typischen Entzündungszeichen Schwellung, Rötung, Schmerz und Überwärmung des betroffenen Gebiets.
  • Flimmerhärchen, wie sie in der Nase und den Bronchien vorkommen, sitzen auf der Schleimhaut der Atemwege, fangen eingedrungene Fremdsubstanzen und Erreger ab und transportieren sie mithilfe des Schleims in rhythmischen Bewegungen in Richtung Rachen. Dort löst der Schleim den Schluckreflex aus und gelangt in den Magen, wo er von der Magensäure zersetzt wird. Husten und Niesen beschleunigt den Prozess.
  • Unterschiedliche Körpersekrete (Speichel, Tränenflüssigkeit, Schweiß, Schleim und Magensäure) und darin enthaltene Enzyme oder Eiweiße unterstützen die Immunabwehr entweder durch Analyse der eingedrungenen Fremdkörper oder Erreger, Einleitung der Abwehr oder Abtötung, Zersetzung und Abtransport der Fremdsubstanz. Durchfall und Erbrechen sind natürliche Reaktionen des Körpers, um Schadstoffe und Keime in großen Mengen auszuscheiden.
  • Die Darmflora, auch das Darm-Mikrobiom genannt, entwickelt sich bereits im Mutterleib und besteht aus ca. 150 verschiedenen Bakterienstämmen, die in Symbiose mit unserem Organismus leben. Etwa 80% unseres Immunsystems befindet sich im Darm. Eine intakte Darmflora stellt eine natürliche Barriere gegen die Ausbreitung schädlicher Keime auf der Schleimhaut dar. Sie entzieht diesen Keimen die Nahrungsgrundlage und produziert antibakterielle Substanzen, die deren Vermehrung eindämmen. Unsere Darmbakterien trainieren unsere Abwehrzellen, damit sie nützliche und schädliche Substanzen und Mikroorganismen unterscheiden können.

 

Das Mikrobiom

Unter dem Mikrobiom versteht man die Gesamtheit aller Bakterien, die symbiotisch in und auf unserem Körper leben. Eine gesunde Bakterienflora ist auf allen Körperoberflächen wie Haut, Mundraum, Lunge, Blase etc. vorhanden und spielt auch dort eine wesentliche Rolle für das Immunsystem. Die Darmflora ist zwar nur ein Teil des menschlichen Mikrobioms, allerdings ein sehr wichtiger.

Auf der Schleimhautoberfläche des Darms (ca. 400 m2) befinden sich etwa 10 Billionen Mikroorganismen, die insgesamt etwa 1,5 kg unseres Körpergewichts ausmachen.

Die Zusammensetzung der Bakterienstämme in der menschlichen Darmflora ist bei jedem Menschen individuell.

 

Das Mikrobiom im Darm hat viele Funktionen:

  • Aufspaltung der unverdaulichen Ballast- und Faserstoffe
  • Herstellung von Fettsäuren und bestimmten Vitaminen (z. B. Vitamine K, Biotin, Folsäure, B1, B2, B6 und B12)
  • Herstellung von Enzymen und Botenstoffen wie Serotonin und Dopamin
  • Abbau und Neutralisierung von Giftstoffen
  • Erhalt der Barriere-Funktion gegenüber schädlichen Mikroorganismen, Verhinderung des Eindringens und der Ausbreitung in den Organismus
  • Erhalt der Darmschleimhaut
  • wesentlicher Bestandteil der Darm-Hirn-Achse
  • Herstellung von Stoffwechselprodukten als Energiequellen für die Darmzellen
  • wesentlicher Bestandteil des Immunsystems: Kommunikation mit Abwehrzellen, Verdrängung von Krankheitserregern, Training des Immunsystems

 

 

Besonderheit im Abwehrprozess: Das Fieber

Fieber ist eine wichtige Funktion im Abwehrprozess. Durch Erhöhung der Körperkerntemperatur wird der Stoffwechsel und die Vermehrung vieler Krankheitserreger gehemmt. Zugleich werden bestimmte Proteine und Enzyme in unserem Immunsystem aktiviert, die bei einer niedrigeren Körpertemperatur inaktiv bleiben. Somit wird die Abwehrkraft unseres Körpers erhöht, wenn die Anzahl der Erreger allein durch die in Blut und Lymphe patrouillierenden Abwehrzellen nicht mehr bekämpft werden kann.

Wenn das Abwehrsystem Fieber hervorruft, wurde die Leistungsfähigkeit der ersten Abwehrbarrieren überschritten, und der Körper aktiviert andere Teile des Immunsystems, um die sich ausbreitenden Erreger eindämmen zu können.

Ausflug in die Wissenschaft

Fieber ist keine Krankheit, sondern ein Mechanismus zur effektiven Infektbekämpfung

Zahlreiche Untersuchungen wurden zur Entstehung und dem Nutzen des Fiebers durchgeführt. Man geht davon aus, dass die Erhöhung der Körpertemperatur aufgrund von Fieberstoffen (Pyrogene), die Bestandteile von pathogenen Mikroorganismen sind, ausgelöst wird, und zugleich einen vom Immunsystem ausgelösten Abwehrmechanismus darstellt.

Aktuellere Forschungen haben ergeben, dass das Fieber die Produktion eines Hitzeschockproteins in T-Lymphozyten, das Hsp90, anregt, welches bei normaler Körpertemperatur nicht gebildet wird. Andere Untersuchungen beschäftigen sich mit der Funktion der Hitzeschockproteine in der Bekämpfung von Krebszellen oder Autoimmunkrankheiten.

Durch die Aktivierung dieser Proteine wird die Leistungsfähigkeit der Lymphozyten verstärkt, ja vielleicht ihre Abwehrfunktion sogar erst ermöglicht. In einem Versuch mit Mäusen wurde beobachtet, dass die Tiere schneller an Infektionen starben, wenn die Produktion des Hsp90-Proteins unterdrückt wurde.1

Unspezifisches und spezifisches Abwehrsystem

Die unspezifische Abwehr, die auch als angeborene Immunität bezeichnet wird, reagiert sehr schnell auf eingedrungene Erreger und macht diese unabhängig von ihrer Art unschädlich. Dazu zählen die Phagozyten (Fresszellen), die Zytokine (Botenstoffe) und Lysozyme (Zersetzung von eingedrungenen Mikroorganismen) sowie die natürlichen Killerzellen.

Die spezifische Abwehr wird über das ganze Leben hinweg durch Kontakt mit unzähligen Krankheitserregern ausgebildet und braucht länger, um entsprechende Abwehrzellen zu bilden. Dafür kann das spezifische Abwehrsystem aufgrund seines Antigengedächtnisses bei einem erneuten Angriff desselben Erregers schnell reagieren und spezifische Antikörper in großer Anzahl produzieren.

Hierzu gehören die Lymphozyten (z.B. Gedächtniszellen), die T-Zellen sowie die Antikörper (Immunglobuline IgG, IgM, IgA, IgE, IgD).

Ausflug in die Wissenschaft

Immunschwäche, Infektanfälligkeit und trotzdem allergische Überreaktionen – wie passt das zusammen?

Das menschliche Immunsystem kennt verschiedene Wege, um auf eingedrungene, körperfremde Stoffe oder Mikroorganismen zu reagieren, den sogenannten Th1- und Th2-Weg.

Die Th1-Zellen sind notwendig, um virale oder bakterielle Infektionen abzuwehren. Die Th2-Zellen hingegen werden bei parasitären Infektionen oder Allergien aktiv. Der Körper strebt dabei ein Gleichgewicht zwischen den Th1- und Th2-Zellen an.

Bei Störungen des Gleichgewichts, z.B. einem Mangel an Glutathion, durch Schwermetall- und Umweltbelastungen, oxidativen Stress oder Psychostress, Medikamente und Impfungen kommt es zu einem Th1-/ Th2-Switch.

Dieser Switch führt zu einem Überhang der Th2-Zellen in der Abwehr. Aufgrund der Schwächung des Th1-Reaktionswegs versucht der Körper, diese mit einer verstärkten Reaktion des Th2-Weges auszugleichen.

Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit, dass der Körper mit allergischen Reaktionen Fremdstoffe abwehrt anstatt sie mittels einer „normalen“ Immunreaktion unschädlich zu machen, steigt, wenn das Immunsystem geschwächt ist und die verschiedenen Abwehrstrategien nicht mehr flexibel eingesetzt werden können.

 

Autoimmunkrankheiten und Allergien sind zwei Seiten einer Medaille

Umgekehrt bedeutet das, dass ein Überhang an Th1-Zellen bei Kontakt mit Fremdstoffen oder Mikroorganismen zu einer Überreaktion des Th1-Weges führen kann. Die Folge ist die Entwicklung von Autoimmunkrankheiten. Die Abwehrzellen können Fremdstoffe von körpereigenen Zellen und Substanzen nicht unterscheiden und lösen Immunreaktionen gegen eigenes Gewebe oder Zellen aus.

 

In der Schwangerschaft entsteht ein physiologischer Th1-Mangel, um eine Abstoßungsreaktion des Fötus, der ja im Grunde auch ein „Fremdkörper“ ist, zu verhindern. Daher neigen Frauen während der Schwangerschaft und nach der Geburt zu Infektionen, da die Abwehr von Bakterien und Viren herabgesetzt ist. Auch das Kind kommt mit einem Th1-Mangel zur Welt. Aus diesem Grund ist es besonders für (Klein-)Kinder so wichtig in einem Umfeld mit natürlicher Keimbesiedelung aufzuwachsen und übertriebene Hygiene zu vermeiden. Der junge Körper kann sich so mit der Vielzahl an Krankheitserregern auseinandersetzen und Antikörper bilden. Mit je mehr Keimen der Organismus konfrontiert wird, desto widerstandsfähiger ist er und desto größer ist der Schutz vor der Entstehung von Allergien oder Autoimmunerkrankungen.

 

Ablauf einer Immunreaktion

Bei bakteriellen Infektionen werden zunächst die Phagozyten (Fresszellen) aktiv und eliminieren die eingedrungenen Erreger. Wenn diese nicht ausreichen, weil die Anzahl der Erreger zu groß ist oder besonders virulente Erreger den Organismus befallen haben, kommt die spezifische Abwehr zum Zug. Insbesondere die B-Zellen bilden entsprechende Antikörper, die sich an die Bakterienantigene anlagern.

 

Viren haben keinen eigenen Stoffwechsel und benötigen daher eine Wirtszelle, um sich zu vermehren. Wirtszellen können prinzipiell alle Arten von Körperzellen sein. Sie schleusen ihre DNA in die DNA der Wirtszelle ein, verändern die Zellprogrammierung und können sich anfangs unbemerkt vermehren. Von außen erkennen die Abwehrzellen zunächst nicht, dass körpereigene Zellen mit Viren befallen sind. Allerdings können die infizierten Zellen Teile des Virus auf ihrer Zelloberfläche darbieten, woraufhin T- und B-Zellen aktiviert werden und beginnen, entsprechende Antikörper zu produzieren. Botenstoffe wie die Interferone warnen die anderen Zellen vor dem Virus, woraufhin diese ihren Stoffwechsel reduzieren und somit unempfindlicher gegen einen Virusbefall werden.

 

Parasiten wie Würmer, Toxoplasmen, Trichinen etc. werden von Phagozyten und Lymphozyten, Mastzellen, eosinophilen Granulozyten sowie dem Immunglobulin E bekämpft. Die Immunglobuline binden sich an die Antigene der Eindringlinge und lösen die Ausscheidung zellschädigender Substanzen durch die Mastzellen aus, die die Parasiten in ihrer Fortbewegung, ihrem Stoffwechsel oder ihrer Vermehrungsfähigkeit hemmen bzw. sie abtöten.

 

Das sogenannte Komplementsystem wird bei Kontakt mit Antigenen von Erregern selbst aktiv. Damit werden im gesamten Organismus zahlreiche Mechanismen ausgelöst, um die eingedrungenen Mikroorganismen zu vernichten.

Antigene und Antikörper

Antigene sind bestimmte Strukturen, die auf der Oberfläche von Fremdkörpern oder Zellen sitzen, die in den Organismus eingedrungen sind und an die sich die passenden Antikörper binden, die im Blut und Lymphsystem zirkulieren.

 

Antikörper sind Proteine, die unser Körper als Reaktion auf eingedrungene Fremdkörper oder Substanzen bildet. Sie passen in ihrer Form exakt zu den Antigenen, man spricht auch vom Schlüssel-Schloss-Prinzip.

 

Da wir täglich unzähligen Keimen und Schadstoffen ausgesetzt sind, werden entsprechend viele verschiedene Antikörper gebildet. Damit unser Körper nicht laufend alle Arten von Antikörpern in ausreichender Menge produzieren und im Blut zirkulieren lassen muss, bilden sich nach dem ersten Antigenkontakt sogenannte Gedächtniszellen. Diese können im Fall, dass derselbe Erreger erneut in den Körper vordringt, innerhalb weniger Stunden eine Immunreaktion auslösen und ein wiederholtes Ausbrechen einer Infektion somit verhindern.

Besonderheit: Die stille Feiung

Als Infektion bezeichnen wir landläufig die Erkrankungen, die mit Fieber, Entzündungszeichen, Schmerzen und spezifischen Symptomen wie Husten, Schnupfen, Durchfall oder Eiter einhergehen.

Allerdings ist unser Körper jeden Tag unzähligen Krankheitserregern ausgesetzt, die unser Organismus von uns völlig unbemerkt abwehrt.

Manchmal überwindet dennoch eine größere Anzahl an Keimen unsere Immunbarrieren und löst eine Infektion aus, die jedoch symptomlos vonstattengeht. Eventuell treten kurzzeitig Krankheitsanzeichen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Appetitlosigkeit auf.

Auch während einer asymptomatischen Infektion werden alle Erreger abgetötet und Antikörper gebildet. Wir sind dadurch immun gegen eine Erkrankung, von der wir gar nicht wussten, dass wir sie hatten.

 

Wie innen so außen – Außenwelt und Innenleben

Betrachten wir abschließend noch die Symbolik des Immunsystems, so erkennen wir darin die Fähigkeit eines Organismus, sich an die Herausforderungen und Beeinflussungen durch die Umwelt anzupassen.

Dahinter steht besonders die Fähigkeit, alles abzuwehren, was nicht zum eigenen System gehört, was sich dort unkontrolliert Raum verschafft oder schlicht die eigenen Grenzen überschritten hat. Was als fremdes Element erkannt wurde, wird eliminiert oder in Grenzen gehalten, um ein Zusammenleben zu ermöglichen, ohne dominiert zu werden.

Diese Anpassungs- und Abwehrleistung auf der körperlichen Ebene wird vom Organismus auch auf der seelisch-geistigen Ebene gefordert, wenn wir die Herausforderungen im Alltag in Form von Stress, Konflikten, existenziellen Sorgen oder Phasen hoher emotionaler Belastung betrachten.

 

Geht man davon aus, dass der Körper mit Hilfe seiner Immunreaktionen auch auf die äußere Welt reagiert, wird verständlich, dass bei ähnlichen Lebensbedingungen der eine häufiger erkältet ist als der andere, manch einer sogar äußerst selten krank wird.

Die geforderte Anpassungsleistung auf äußere Einflüsse erfordert Flexibilität, nicht nur auf der körperlichen, sondern auch auf der seelisch-geistigen Ebene. Auf der körperlichen Ebene zeigt es sich, dass der Organismus rasch mit den schädlichen Eindringlingen fertig wird, da er ein gut trainiertes Immunsystem hat und zuverlässig Freund von Feind unterscheiden und entsprechend darauf reagieren kann.

 

Auf der seelisch-geistigen Ebene äußert sich die Flexibilität darin, dass die eigenen Grenzen sowohl nach innen wie auch nach außen klar sind und selbst sehr herausfordernde Zeiten den Menschen nicht aus dem Gleichgewicht bringen können.

Wird die Flexibilität auf einer der Ebenen nicht erbracht, wirkt sich dies wiederum wechselseitig auf den gesamten Organismus aus. Konkret bedeutet dies, dass eine geschwächte Immunabwehr, die einer Infektion nicht standhalten kann, nicht nur körperliche Symptome und Schwäche mit sich bringt. Der kranke Mensch fühlt sich auch auf der seelisch-geistigen Ebene schwach, erschöpft und kann nicht auf sein gewohntes Leistungspotential zurückgreifen.

Umgekehrt „erwischt“ es uns immer dann, wenn wir gefühlsmäßig aus dem Gleichgewicht sind, wenn es uns „nicht so gut geht“. Die gestauten Emotionen und Kräfte im seelisch-geistigen Bereich, die sich in Form von Mutlosigkeit, Traurigkeit, Sorgen oder Gedankenkreisen zeigen können, wirken sich unmittelbar auf die Leistungsfähigkeit der körperlichen Abwehr aus.

 

Ursachen und Risikofaktoren

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Ursachen und Risikofaktoren in der Übersicht

  • Ursachen für eine angeborene Immunschwäche liegen in einer gestörten Entwicklung der Stammzellen oder einem Mangel an Abwehrzellen.
  • Ursachen für eine erworbene Immunschwäche können vielfältig sein. Meist wirken mehrere Faktoren zusammen.
  • ungesunder Lebensstil wie Schlafmangel, Rauchen, Alkohol und Drogen, Bewegungsmangel oder Leistungssport, mangelnde oder übertriebene Hygiene
  • psychische Ursachen wie Stress, hohe seelische Belastungen, Trauer, existenzielle Sorgen, Trennung, Ängste, Depressionen
  • körperliche Ursachen wie geschädigte Mitochondrien, Mikronährstoffmangel, chronische Erkrankungen, Störungen des Mikrobioms, silent inflammation, Zahnherde, chronische Virusinfektionen
  • besondere Lebensphasen wie Kleinkindalter, Schwangerschaft, Alter
  • medikamentös bedingte Immunschwäche: medikamentöse Langzeittherapien, Chemotherapie, Strahlentherapie, Immunsuppression

Eine Immunschwäche kann angeboren oder erworben sein. Wenn eine Immunschwäche genetisch bedingt ist, liegt die Ursache meist in einer gestörten Entwicklung der Stammzellen oder einem Mangel spezifischer Abwehrzellen wie Lymphozyten oder Immunglobuline. Diese Form kommt jedoch nur sehr selten vor.

Wesentlich häufiger dagegen wird eine Immunschwäche im Laufe des Lebens erworben. Betroffene haben eine erhöhte Infektanfälligkeit, der Verlauf der Erkrankung ist meist schwerer oder die Rekonvaleszenzzeit ist deutlich verlängert. Dem liegt zugrunde, dass Viren und Bakterien aufgrund der geschwächten Immunbarriere an den Eintrittspforten nicht erfolgreich abgewehrt werden können und somit Primär- und Sekundärinfektionen erleichtert bzw. bereits in den Körper eingedrungene Erreger in ihrer Vermehrung nicht gestoppt werden können.

Ursachen für eine erworbene Immunschwäche sind vielfältig und meist auf mehrere Faktoren zurückzuführen.

 

Ursachen, die im Lebensstil begründet liegen:

  • Schlafmangel und Schlafstörungen, Schichtarbeit
  • einseitige, ungesunde Ernährung, Mikronährstoffmangel
  • Rauchen oder Raucherentwöhnung
  • Alkohol- und Drogenmissbrauch, Alkohol- und Drogenentzug
  • Bewegungsmangel
  • Sauerstoffmangel
  • hohe körperliche Belastungen durch Leistungssport oder körperliche Arbeit
  • mangelnde oder übertriebene Hygiene, übermäßiger Gebrauch von Desinfektionsmitteln
  • Mangel an Sonnenlicht
  • Auskühlung des Körpers

 

Ursachen, die psychisch bedingt sind:

  • Stress, langandauernde ungelöste Konflikte
  • seelische Belastungen, Kummer, Trauer, existenzielle Ängste
  • Depressionen
  • Mobbing
  • Störungen des Essverhaltens wie Magersucht oder Bulimie
  • Trennung, Scheidung, Todesfall

 

Ursachen, die mit besonderen Lebensphasen in Verbindung stehen:

 

Ursachen, die körperlichen Ursprungs sind:

  • Mikronährstoffmangel aufgrund von Fehlernährung, Stress oder Medikamenten
  • gestörte Darmflora
  • gestörte Funktion der Mitochondrien
  • gestörter Säure-Basen-Haushalt
  • Zahnherde, stille Entzündungen (silent inflammation)
  • operative Entfernung der Rachenmandeln, der Milz oder des Blinddarmwurmfortsatzes
  • chronische Erkrankungen wie Diabetes, Gicht, Schilddrüsenerkrankungen, Leukämie, AIDS
  • Darmerkrankungen, Leaky-Gut-Syndrom
  • dialysepflichtige Nierenerkrankungen
  • akute oder chronische Infektionen (v. a. Virusinfektionen, Gangrän) und Verletzungen (großflächige Schürfwunden, Verbrennungen, offener Bruch)
  • längere, schwere Krankheitsverläufe
  • ausgeprägte Dermatitis
  • Tumorerkrankungen

Ausflug in die Wissenschaft

Mitochondrien  

Mitochondrien sind unsere Zellkraftwerke. Sie stellen die Energie für alle Lebensprozesse in unserem Körper her. Aus Zucker, Fett und Eiweiß können die Mitochondrien das Energie-Molekül ATP (Adenosin-Tri-Phosphat) herstellen.

In einem Zwischenschritt wird Sauerstoff verarbeitet. In diesem Schritt werden viele freie Radikale freigesetzt, die sehr aggressiv sind und an allen Zellbestandteilen Schäden verursachen können. Wenn der antioxidative Schutz der Zellkraftwerke durch Mikronährstoffe nicht ausreicht, können Eiweißstrukturen zerstört oder so geschädigt werden, dass sie ihre Aufgaben nicht mehr optimal erfüllen können.

 

Warum wir Mitochondrien schützen sollten

Entstehen während der Herstellung des ATP aufgrund eines Mikronährstoffmangels vermehrt freie Radikale, wird die mitochondriale DNA geschädigt, was zu einem weiteren Anstieg der freien Radikale führt. Dadurch wird der Stoffwechsel der Zellen empfindlich gestört und kann zu unzähligen Krankheiten führen.

Das Immunsystem benötigt optimal funktionierende Mitochondrien, da es für seine Arbeit viel Energie verbraucht.

Entsprechend wichtig ist die optimale Versorgung der Zellen und Zellkraftwerke mit Mikronährstoffen. Nicht nur der antioxidative Schutz muss zu jeder Zeit gewährleistet sein, auch die Energieproduktion selbst benötigt zahlreiche Mikronährstoffe.

Ursachen, die therapiebedingt sind:

  • medikamentöse Langzeittherapien mit kortisonhaltigen Arzneimitteln
  • Impfungen
  • Antibiotika, Virostatika
  • Chemotherapie, Strahlentherapie
  • medikamentöse Immunsuppression aufgrund von Operationen oder Transplantation

 

Ursachen, die umweltbedingt sind:

  • Schadstoffe in der Luft, im Trinkwasser, in der Kleidung, in Lebensmitteln
  • Konservierungsmittel
  • Elektrosmog, Mobilfunkbelastung
  • Lärm
  • Schwermetallbelastung

Symptome bei Immunschwäche

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Symptome in der Übersicht

  • Primär geht eine Immunschwäche mit einer geringen Widerstandskraft gegen krankheitserregende Mikroorganismen einher.
  • Symptome sind eher allgemeine Befindlichkeitsstörungen, Müdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit und Abgeschlagenheit.
  • Wiederkehrende oder chronische Infekte sind Folge einer geschwächten Immunabwehr.
  • Allergien entstehen, da der Organismus auf Fremdsubstanzen, die mit der Haut oder Schleimhaut in Berührung kommen, mit überschießenden Immunreaktionen antwortet.
  • Je nach Ausprägung der Immunschwäche zeigen sich im weiteren Verlauf außerdem Wundheilungsstörungen, hartnäckige Pilzerkrankungen bis hin zu Zellentartungen.

Anzeichen für ein geschwächtes Immunsystem sind:

  • allgemeines Krankheitsgefühl über einen längeren Zeitraum: Abgeschlagenheit, verminderte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit
  • Müdigkeit und Erschöpfung: Der Allgemeinzustand ist reduziert, um Kraft für die Immunabwehr zu mobilisieren.
  • ausbleibendes Fieber: Mit zunehmendem Alter oder bei chronischen Infekten können die fieberauslösenden Stoffe abnehmen und wichtige Stoffwechselvorgänge zur Bekämpfung der Erreger dadurch nicht aktiviert werden.
  • rezidivierende oder chronische Infekte: wiederholt auftretende Harnwegsinfekte, häufig wiederkehrende Infekte der oberen Atemwege, Halsschmerzen oder Mittelohrentzündungen, wochenlang andauernde Genesungsprozesse in der Erkältungszeit bzw. das Gefühl, nicht wirklich gesund zu werden. Die Infektionen verlaufen oft schwerer und dauern länger als gewöhnlich.
  • Allergien: Der Organismus kann aufgrund eines geschwächten Anteils (Th1-Weg) des Immunsystems Fremdsubstanzen, die mit Haut oder Schleimhaut in Berührung kommen, nicht abwehren oder auflösen. Darauf folgt eine überschießende Reaktion des Immunsystems ausgelöst durch Antigen-Antikörper-Reaktionen.
  • Warzen: Warzen werden durch Viren ausgelöst und sind ein Hinweis auf ein geschwächtes Immunsystem, da die mit Viren befallenen Zellen an ihrer Ausbreitung nicht gehindert werden können.
  • Mykosen (z. B. Scheiden- oder Darmpilz): Auf einer gestörten (Schleim-)Hautbarriere können sich Pilzsporen ungehindert verbreiten und eine flächige Mykositis auslösen. Häufig leiden Frauen an einer rezidivierenden Vaginalmykose, deren Ursache nicht selten im Darm sitzt. Der Pilz wiederum verdrängt die physiologische Bakterienbesiedelung auf der Schleimhaut noch weiter, was zu einer zunehmenden Verschlimmerung der Symptome führen kann.
  • Wundheilungsstörung: Bei Hautverletzungen werden Wundsekrete gebildet, die eingedrungene Erreger oder Fremdkörper aus der Wunde schwemmen und die zerstörte Hautbarriere wieder aufbauen. Ein geschwächtes Immunsystem führt nicht nur zu einer verlängerten Wundheilungsphase, sondern birgt auch die Gefahr einer Entzündung der Wunde.
  • rezidivierende Herpesbläschen: Es wird vermutet, dass Herpesviren in den Ganglien der sensiblen Nervenbahnen verbleiben, bei einer herabgesetzten Leistungsfähigkeit des Immunsystems aktiviert werden und eine erneute Entzündungsreaktion der vom entsprechenden Nerv innervierten Region auslösen.
  • Zahnfleischentzündung: In den Mundraum eingedrungene Bakterien können aufgrund einer gestörten Mundflora nicht optimal abgewehrt werden, so dass sie sich in den Zahnfleischtaschen einnisten und dort vermehren können. Die Schleimhautbarriere im Mund ist gestört.
  • Lymphknoten- bzw. Milzschwellung: geschwollene, druckschmerzhafte Lymphknoten weisen darauf hin, dass das Immunsystem aktiv ist und gegen eingedrungene Krankheitserreger kämpft. Mit dem umliegenden Gewebe verwachsene Lymphknoten können auf Tumorbefall hinweisen. Die Milz kann bei bakteriellen oder viralen Infektionen anschwellen, da in der Milz verschiedene Abwehrzellen wie Makrophagen und Lymphozyten gebildet und gespeichert werden und die Milz bei einer ausgeprägten Infektion ihre Leistung erhöht.

 

Diagnose und Test: Immunschwäche feststellen

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Diagnose in der Übersicht

  • Die Anamnese ist bei der Diagnosefindung oft schon wegweisend. Die Symptomatik und das Allgemeinbefinden weisen auf eine Immunschwäche hin.
  • Mittels der körperlichen Untersuchung können ggf. Lymphknoten- oder Milzschwellungen und äußere Entzündungszeichen festgestellt werden.
  • Laborwerte wie Leukozyten, B- und T-Zellen, Immunglobuline, der CRP-Wert oder die Blutsenkungsgeschwindigkeit können Hinweise auf die Aktivität des Immunsystems geben.
  • Wenn die Ermittlung des Erregers für die weitere Behandlung erforderlich ist, werden Erregerkulturen angesetzt.
  • Stuhl-, Urin- oder Abstrichproben können, je nach Lokalisation des Erkrankungsherds zur Diagnostik hinzugezogen werden. Der Darmflorastatus zeigt an, ob eine mögliche Dysbiose für eine Immunschwäche (mit)verantwortlich ist.
  • Zum Ausschluss einer Tumorerkrankung können Sonographie, CT und MRT erforderlich sein.

Da das Immunsystem sehr komplex aufgebaut ist und mit dem ganzen Organismus interagiert sowie sensibel auf psychische Belastungen und äußere Einflussfaktoren reagiert, gibt es keinen Test, der das gesamte Immunsystem abbilden kann.

 

Daher ist eine umfangreiche Anamnese oft schon diagnoseweisend. Je nach Symptomatik können gezielte Tests und Untersuchungen veranlasst werden, um andere Ursachen oder Grunderkrankungen auszuschließen.

 

Eine gründliche körperliche Untersuchung, abhängig von der Art der Beschwerden:

  • Abtasten der regionären Lymphknoten, die in der Nähe des Infektionsortes liegen
  • Abtasten der Milz auf eventuelle Schwellung
  • Abtasten des Bauchraums
  • Messen der Körpertemperatur
  • Inspektion von Zunge, Rachen, Gehörgang
  • Inspektion von offenen Wunden, Schwellungen oder Hautrötungen
  • Durchführung von Abstrichen der Schleimhaut oder des infizierten Gewebes

 

Zur weiteren Diagnostik gehören:

  • Laboruntersuchung: Blutuntersuchung: Leukozyten, Immunglobuline IgG, IgA, IgM, IgE, T-Zellen, B-Zellen, Blutglucose, CRP, BSG, Leber- und Nierenwerte. Erregerkulturen: Vermehrung der Erreger im Abstrichmaterial, anschließend Bestimmung der Erregerart und -zahl, Urin- und Stuhluntersuchung (z. B. Darmflorastatus), Antikörper- oder PCR-Tests
  • Sonographie der Lymphknoten, Milz und anderer Organe zum Ausschluss anderer Erkrankungen oder Tumoren
  • Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) zum Ausschluss von Tumoren

 

Wichtig

Der Nachweis von Krankheitserregern wie Viren oder Bakterien ist nicht gleichbedeutend mit einer Erkrankung daran.

Selbst ein positiver Erregernachweis bei einer bestehenden Infektion heißt nicht, dass der nachgewiesene Erreger auch Auslöser der Erkrankung bzw. Ursache für Fieber ist. Beispielsweise können Bakterien in einer Urinkultur von der Haut um die Harnröhre stammen, das Fieber jedoch andere Ursachen haben.

Prinzipiell beherbergen alle Menschen krank machende Erreger auf der Hautoberfläche oder der Schleimhaut, da wir ständig von allen Arten von Mikroorganismen und Keimen umgeben sind. Ein intaktes Immunsystem behält diese Erreger jedoch unter Kontrolle, gleichzeitig wird es aufgrund der Auseinandersetzung mit den Keimen trainiert und ist bei Infektionen dieser oder ähnlicher Erreger entsprechend vorbereitet.

Aus diesem Grund ist übertriebene Hygiene auch nicht ratsam, da das Mikrobiom auf der Hautoberfläche und den Eintrittspforten in den Körper wie Rachen, Nase, After und Urogenitaltrakt und damit die schützende Barriere zerstört werden kann.

Als Hygienemaßnahmen sind Händewaschen mit Seife und normale Körperpflege ausreichend. Bei immunsuppressiven Patienten, deren Abwehrsystem unterdrückt wird (z. B. schwere Autoimmunerkrankungen, Transplantation) sollte jedoch auf eine strenge Hygiene und Händedesinfektion geachtet werden.

Immunschwäche: Relevante Laborwerte

Das Blutbild, das zur weiteren Diagnostik einer Immunschwäche erstellt wird, ist lediglich eine Momentaufnahme der immunologischen Vorgänge im Körper. Die einzelnen Werte können auch tagesbedingt schwanken.

Ein niedriger Leukozytenwert (weiße Blutkörperchen) beispielsweise bedeutet nicht zwangsläufig, dass generell ein Leukozytenmangel herrscht. Er kann auch anzeigen, dass gerade eine frische Infektion bekämpft wird, die Produktion weiterer Leukozyten jedoch noch nicht abgeschlossen ist und daher ein relativer Mangel zu erkennen ist.

Allein anhand eines Blutbildes kann eine Immunschwäche nicht eindeutig diagnostiziert werden. Ein geschwächtes Abwehrsystem entwickelt sich aufgrund verschiedener Faktoren.

Die einzelnen Infektionserkrankungen hängen mit einer Störung des Zusammenspiels der verschiedenen Abwehrzellen zusammen.

Im Folgenden erhalten Sie eine Übersicht über relevante Laborwerte und deren Interpretation. Im Einzelfall sind die immunologischen Blutwerte mit anderen Befunden in Zusammenhang zu bringen.

 

Laborwerterhöhter Wertverminderter Wert
Immunglobulin A (IgA)
0,7 - 4,0 g/l
chronische Schleimhautentzündung (Magen, Darm, Bronchien), akute und chronische Leberinfektionen, AutoimmunerkrankungenZöliakie (Glutenunverträglichkeit), erblicher IgA-Mangel
Immunglobulin G (IgG)
7 - 16 g/l
nach einer überstandenen Infektion; chronische Infektionen mit demselben Erreger; Autoimmunerkrankungen; Entzündungsschübeentzündliche Darmerkrankungen; Leukämie; erblicher IgG-Mangel
Immunglobulin E (IgE)
12 – 240 µg/l
Infektion mit Parasiten/ Würmern, Allergien vom Soforttyp, allergisches Asthma, Heuschnupfen, Neurodermitis, TumorenIndikator, dass keine Allergie und kein Parasitenbefall vorliegt
Immunglobulin M (IgM)
0,4 – 2,4 g/l
akute Infektionen, akuter Schub chronischer Infektionen/ Entzündungen, Autoimmunerkrankungenangeborener IgM-Mangel
Leukozyten
4.000 – 10.000
Infektionen, Entzündungen, Leukämie, Schwangerschaft, Medikamente (z. B. Kortison)akutes Infektionsgeschehen, Tumoren, Autoimmunerkrankungen, Virusinfektionen, Medikamente
Lymphozyten
1.500 – 4.000 /µl
virale und bakterielle Infektionen, Leukämie, chronische Entzündungenzu Beginn eines Infekts, durch Medikamente (Kortison, Zytostatika), nach Strahlentherapie
C-reaktives Protein (CRP)
Bis 10 mg/dl
virale oder bakterielle Infektion, entzündlich-rheumatische Erkrankung, Tumoren, Gewebeschäden
akute und chronische Entzündungen und Infektionen, Tuberkulose, Tumoren, Leukämie, Schwangerschaft
keine Bedeutung
Blutbildungsstörungen
Blutsenkungsge-schwindigkeit (BSG)
Weniger als 20 mm

akute und chronische Entzündungen und Infektionen, Tuberkulose, Tumoren, Leukämie, SchwangerschaftBlutbildungsstörungen
Eisen
9 – 27 µmol/l

LeberschädenEisenmangel, chronische Entzündungen, Nierenschäden, Tumoren
Ferritin (Speicherprotein für Eisen)
30 – 300 µg/l
Infektionen, Entzündungen, TumorenEisenmangel, entzündliche Darmerkrankungen, Schwangerschaft
Transferrin (Transport-protein für Eisen)
200 – 400 mg/dl
Eisenmangel, LeberentzündungEntzündungen, Nieren-/Lebererkrankungen
Selen
150 – 200 µg/l

Unterstützt das Immunsystem beim Abbau freier Radikale, senkt Virulenz von Erregern, aktiviert die Bildung neuer Abwehrzellen und Antikörper
Vitamin D
40 – 80 ng/ml

Essentiell für das gesamte Immunsystem: Verbessert Kommunikation zwischen Immunzellen, wirkt entzündungshemmend, verdrängt pathogene Keime im Mikrobiom, fördert Bildung von Cathelidin (antibakteriell wirkender Abwehrstoff)
An der Oberfläche unserer Abwehrzellen sitzen spezielle Vitamin-D-Rezeptoren, an die das Vitamin sich anheftet und dadurch weitere Abwehrmechanismen aktiviert.
Zink
780 – 1200 µg/l
Unterstützt Antikörperproduktion, beschleunigt (Wund-)Heilung, aktiviert Makrophagen, verkürzt Infektdauer, fördert Bildung verschiedenster Abwehrzellen, wichtig bei zahlreichen Prozessen der Immunabwehr, Prävention von Infekten

 

 

Möglicher Krankheitsverlauf und Komplikationen

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Krankheitsverlauf in der Übersicht

  • Infektionen können einen schweren Verlauf nehmen oder chronifizieren.
  • Superinfektionen können hinzukommen und das Immunsystem weiter belasten.
  • Allergien sind überschießende Immunreaktionen; Fremdsubstanzen werden nicht rechtzeitig erkannt oder nicht vollständig vernichtet.
  • Autoimmunerkrankungen können aufgrund einer Immunschwäche entstehen, wenn Abwehrzellen körpereigenes von körperfremdem Material nicht unterscheiden können.
  • Entartete Zellen entstehen grundsätzlich in jedem Organismus, werden jedoch zumeist als solche erkannt und vom Immunsystem zerstört. Ein schwaches Immunsystem erkennt diese Zellen oft nicht, so dass das Risiko einer Krebserkrankung erhöht ist.

Infektionen heilen nicht aus und werden chronisch, weitere Erkrankungen kommen hinzu.

Komplikationen der Abwehrschwäche sind:

  • Superinfektionen: Das heißt, dass bakterielle Infekte zu viralen Infekten hinzukommen, oft auch das gleiche Organsystem befallen. Wenn beispielsweise die Eintrittspforten von Erregern im Rachenraum aufgrund einer Entzündung der Mandeln geschwächt sind, kann eine bakterielle Superinfektion in Form einer Bronchitis hinzukommen.
  • Schwere Krankheitsverläufe: Ein sehr schwaches Immunsystem ist nicht mehr in der Lage, die Ausbreitung von Erregern unter Kontrolle zu halten, so dass sich beispielsweise aus einer Bronchitis eine Lungenentzündung, aus einem Harnwegsinfekt eine Nierenbeckenentzündung oder einer eitrigen Angina eine Entzündung des Herzmuskels entwickeln können. Die größte Gefahr besteht in einer lebensbedrohenden Sepsis („Blutvergiftung“).
  • Chronifizierung von Entzündungskrankheiten: Wenn der Auslöser der Entzündung von den Abwehrzellen nicht bekämpft werden kann, entwickelt sich über die Zeit ein schwelender Entzündungsherd mit der Tendenz zu Entzündungsschüben.
  • Entwicklung oder Verschlimmerung von Allergien: Wenn der Körper auf (meist harmlose) Fremdsubstanzen aus der Umwelt überempfindlich reagiert und starke Abwehrreaktionen auslöst, wird dies als Allergie bezeichnet. Ein schwaches oder untrainiertes Immunsystem kann harmlose Substanzen nicht von Krankheitserregern unterscheiden und aktiviert die Abwehr.
  • Entwicklung von Autoimmunerkrankungen: Wenn das Immunsystem körpereigenes Gewebe oder Zellen nicht von fremdem unterscheiden kann, produziert er Antikörper gegen körpereigene Zellen. Schädigung oder Zerstörung ist die Folge. Je nachdem, gegen welche Strukturen die Autoantikörper gerichtet sind, kommt es zu Entzündungen, Gewebeverlust, Funktionseinschränkung bis -verlust von Organfunktionen mit Auswirkungen auf den gesamten Organismus.
  • Erhöhung des Risikos für Tumorerkrankungen: Wenn das Erbgut einer Zelle krankhaft verändert ist und sie sich unkontrolliert teilt, entstehen Tumoren. Unser Immunsystem kann Krebszellen ebenso erkennen wie überalterte oder defekte Zellen und diese beseitigen. Entartete Zellen bilden sich jeden Tag in unserem Organismus, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Bei einer Immunschwäche können sich diese Zellen leichter ausbreiten. Sie verlieren immer mehr die Fähigkeit, dem Immunsystem über Botenstoffe zu signalisieren, dass sie geschädigt sind und werden dadurch vom Immunsystem als gesundes Gewebe erkannt.

 

Ernährung bei Immunschwäche

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Ernährung in der Übersicht

  • Gesunde Ernährung bedeutet, dass wir uns ausgewogen ernähren und die einzelnen Nährstoff-Gruppen sinnvoll in unsere tägliche Ernährung integrieren.
  • Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich. Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Praktisch heißt das: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fetter Fisch, Nüsse, Saaten und kaltgepresste pflanzliche Öle.
  • Beispiele für Lebensmittel, die eine immunstärkende Wirkung haben, sind: Zitrusfrüchte, dunkles Blatt- und Kohlgemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, dunkle Beeren und Trauben, Knoblauch, Ingwer, Chili, Kokosöl, Meerrettich und Radieschen.
  • Fermentierte Lebensmittel sind probiotisch, das heißt, sie enthalten aktive Milchsäurebakterien, die förderlich für eine gesunde Darmflora sind.
  • Wichtig bei einem geschwächten Immunsystem: Reduzieren Sie Kohlenhydrate in Ihrem Speiseplan. Eine Überernährung mit Kohlenhydraten aktiviert das Stress-System im Körper, wodurch das Immunsystem belastet wird

Eine pro-entzündliche Ernährung ist oft Risikofaktor oder Auslöser bei zahlreichen Erkrankungen. Diese chronische Entzündung lässt Arterien verkalken, schwächt unseren Darm und unser Immunsystem, beeinflusst unsere Psyche negativ und lässt letztlich Zellstress entstehen. Wie im Kapitel Ursachen ausführlich dargestellt, sind entzündliche Prozesse auch bei Immunschwäche an der Entstehung beteiligt. Mit einer gesunden, anti-entzündlichen Ernährung können Sie das Krankheitsgeschehen bei einer Immunschwäche in Ihrem Körper selbst mitbeeinflussen:

  • Sie können das Entzündungsgeschehen in Ihrem Körper mildern/nicht zusätzlich durch entzündungsfördernde Lebensmittel befeuern.
  • Sie versorgen Ihren Körper mit lebenswichtigen Mikronährstoffen.
  • Sie schützen sich präventiv vor Begleiterkrankungen, die das Immunsystem noch weiter belasten und schwächen.
  • Sie erreichen und halten langfristig Ihr Normalgewicht.

 

Probleme der heutigen Ernährung

Obwohl in Deutschland kein Mangel an Nahrungsmittelvielfalt herrscht, wird eine naturbelassene Ernährung mit vielen qualitativ hochwertigen und unverarbeiteten Produkten immer seltener. Volle Arbeitstage, Alltagsstress, keine Zeit zu kochen und auch der Mangel an Wissen und Fähigkeiten führen zunehmend zu einer ungesunden Ernährung.

 

Fertigprodukte statt frisch kochen: Western Diet

Diese Art der Ernährung wird oft unter dem Begriff Western Diet zusammengefasst, weil sie vor allem in den westlichen Industrieländern weit verbreitet ist und sich zunehmend auch in Ländern mit traditionell gesunder Ernährung ausbreitet – mit gravierenden Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung.

 

Western Diet

hochkalorisch, zuckerreich, gesättigte Fettsäuren, Transfettsäuren, salzreich, viele Konservierungsstoffe und hochverarbeitete Produkte (Fastfood, Fertigprodukte, „Junkfood“) – dagegen wenig frisches Obst und Gemüse, keine hochwertigen Pflanzenöle, wenig komplexe Kohlenhydrate, wenige Ballaststoffe, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe.

Nährstoffzufuhr aus dem Gleichgewicht

Ob das, was wir täglich essen für uns gesund oder ungesund ist, liegt vor allem an der Ausgewogenheit der einzelnen Nährstoff-Gruppen, die wir essen. Unsere Lebensmittel setzen sich zum einen aus Makronährstoffen zusammen, die uns Energie und Baumaterial liefern: Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße.

Auf der anderen Seite enthalten Lebensmittel auch unzählige Mikronährstoffe, die das Umsetzen der Makronährstoffe im Stoffwechsel erst möglich machen: Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Fettsäuren, Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe.

Ungesund wird eine Ernährung dann, wenn die einzelnen Gruppen nicht mehr im Gleichgewicht zueinander stehen. Arbeit findet z. B. heute sehr oft als sitzende Tätigkeit am Schreibtisch statt, wo keine bis kaum Kalorien verbrannt werden – jedoch dominieren Kohlenhydrate nach wie vor zu einem großen Anteil unsere tägliche Ernährung, was die Entwicklung einer chronischen Entzündung besonders fördert – das ständige Zuviel.

 

Anti-entzündliche Ernährung: Profitieren Sie auf allen Ebenen

Erst gravierende Erkrankungen und Ereignisse wie eine chronische Immunschwäche lassen uns aufhorchen und führen oft zu einem Wendepunkt im Leben: Lassen Sie es gar nicht erst soweit kommen!

Sich gesund zu ernähren heißt nicht sich selbst zu kasteien, zu verzichten oder strikte Pläne einzuhalten. Es bedeutet Neues kennenzulernen, alte Wege zu verlassen und sich jeden Tag fitter, gesünder und leistungsfähiger zu fühlen statt immer müde, abgeschlagen und energielos. Sie können dabei Schritt für Schritt etwas an Ihrer Ernährung ändern, statt zu versuchen, von heute auf morgen alles auf den Kopf zu stellen. Eine gesunde Ernährung ist vor allem anti-entzündlich und abwechslungsreich– das Gegenteil der Western Diet, die pro-entzündlich wirkt.

Was ist antientzündliche Ernährung?

Anti-entzündlich heißt, es sind reichlich Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und viele weitere Mikronährstoffe enthalten. Eine pro-entzündliche Ernährung ist einer der Hauptauslöser für eine chronisch-schwelende Entzündung in unserem Körper, die stille Entzündung (silent inflammation).

Die folgende Tabelle stellt Ihnen wichtige anti- und pro-entzündliche Nahrungsmittelgruppen vor:

 

Anti-entzündliche Nahrungsmittel und pro-entzündliche Nahrungsmittel

 

PRO Anti-entzündliche Ernährung (mediterrane Diät)KONTRA
Pro-entzündliche Ernährung („Westliche“ Diät)
Olivenöl, Walnussöl, Leinöl, Hanfölfrittierte Lebensmittel, Margarine, Sonnenblumenöl, Schweineschmalz, Sojaöl, Maiskernöl
Obst (zuckerarme Sorten bevorzugen: Beeren, Zitrusfrüchtw, Äpfel
Gemüse (mindestens „5 am Tag“: grüne Blattgemüse, Brokkoli, Spinat, Kohlsorten, Topinambur, alle Salate, Wildkräuter
Fast Food, Fertigprodukte, Süßigkeiten, industriell gefertigte Snacks
Vollkornprodukte: Getreideprodukte aus dem vollen Korn inklusive aller BallaststoffeProdukte aus Auszugsmehlen („Weiß“), Weizen
Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Tofu, Eier: moderater Konsum (mind. Bio-Freiland-HaltungWurstwaren, viele Milchprodukte
fetter Seefisch: Lachs, Makrele, SardinenSchweinefleisch
frische Kräuter, antientzündliche Gewürze wie Chilli, Kurkuma, Ingwer
Sulfide: Knoblauch, Zwiebeln, Meerettich
sehr salzreich
Getränke und Tee: Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, grüner TeeSoftdrinks, häufiger Alkoholkonsum Milchmixgetränke
Nüsse und Saaten: Walnüsse, Leinsamen, Pinienkerne, Kürbiskerne, MacadamianüsseErdnüsse, gesalzene und aromatisierte „Knabbernüsse“
Probiotika: Kefir, Joghurt, milchsauer eingelegte Gemüse, Misopaste

Weitere Eckpunkte einer gesunden Ernährung sind:

  • Flexitarismus: Insgesamt sollte Ihre Ernährung vorwiegend pflanzenbasiert ausgerichtet sein – Fleisch, Fisch und Milchprodukte sind in Maßen zu genießen, dafür in hochwertiger Qualität.
  • Mittelmeer-Diät: Gute Orientierung bei einer anti-entzündlichen Ernährung bietet die mediterrane Ernährung – Menschen, die sich traditionell nach der Mittelmeerdiät ernähren, leiden seltener unter der chronischen Entzündung und deren Folgen, z. B. weniger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Regional und saisonal: Produkte aus der Region, die keinen weiten Anreiseweg hatten, sind frischer und oft nährstoffreicher. Viele Superfoods haben einheimische „Verwandte“ wie z. B. Leinsamen (statt Chiasamen) oder Hagebutten (statt Goji-Beeren).
  • Biologisch angebaut sind in den Lebensmitteln wesentlich mehr Mikronährstoffe enthalten als in Gemüse aus Monokulturen und Massenproduktion. Darüber hinaus wird bei der biologischen Landwirtschaft auf schädliche Spritz- und Düngemittel verzichtet.
  • Wenn die Lebensmittel möglichst roh oder schonend gedünstet verzehrt werden, bleiben die hitzeempfindlichen Inhaltsstoffe erhalten und haben eine positive Wirkung auf unseren Organismus.
  • Die verschiedenen Lebensmittelgruppen wie Obst, Gemüse, Kräuter, Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte, Getreide und – wer das möchte – in geringem Maß tierische Produkte (ebenfalls aus biologischer Erzeugung) sollten so wenige Verarbeitungsstufen wie möglich durchlaufen und idealerweise täglich in den Speiseplan integriert werden.
  • Gesunde Fette: Fett reduzieren ist passé, viel wichtiger ist, die richtigen Fette aufzunehmen: Die optimalen Quellen sind kaltgepresste, hochwertige Öle. Dabei sollte der Anteil der Omega-3-Fettsäuren möglichst hoch sein, da sie im Gegensatz zu den Omega-6-Fettsäuren entzündungs- und schmerzhemmend wirken.
  • Kohlenhydrate reduzieren: Essen Sie insgesamt weniger Kohlenhydrate, also weniger weißes Brot, weniger weiße Nudeln und Reis. Zu viele dieser getreidehaltigen Sattmacher fördern Entzündungen und stören das Gleichgewicht der Botenstoffe.
  • Vegetarismus und Veganismus sind Ernährungsformen, die sehr gesund und ausgewogen sein können, aber nicht automatisch sind: Wenn viele oben genannte Nahrungsmittel integriert werden und auf ausreichend Mikronährstoffzufuhr geachtet wird. Auch der vegane Trend hat viele Fertigprodukte auf den Markt gebracht, die oft mit einer gesunden Ernährung nichts mehr gemeinsam haben. Achten Sie also weniger auf ein „Label“, sondern auf Ausgewogenheit.
  • Achtsamkeit beim Essen: Genuss, Freude und Langsamkeit gehören zu einer gesunden Ernährung genauso wie hochwertige Nahrungsmittel.
  • Fastenperioden: Intervallfasten oder Buchinger-Fasten können sinnvoll sein für einen Neustart oder ein jährliches Ritual, hier müssen Sie selbst abwägen, ob es zu Ihnen passt und welche Fastenform Ihnen gut tut.
  • In Bewegung bleiben: Zu einer gesunden Ernährung gehört Bewegung – neben vielen anderen positiven Effekten, wirkt die Verdauung angeregt und die Darmpassage gefördert.

So sollte Ihr Teller aussehen

Mit dieser Telleraufteilung versorgen Sie Ihren Organismus optimal mit wichtigen Mikronährstoffen und ausreichend Energie-Lieferanten (Fette, Kohlenhydrate und Eiweiß). Achten Sie also darauf nicht nur Beilagen und Fleisch/ Fisch zu sich zu nehmen, sondern variieren Sie vor allem mit verschiedenen Gemüse- und Obstkombinationen. So gehen Sie Übergewicht aus dem Weg und bewahren sich vor Speisen mit zu hohen Kalorienwerten.

 

Eine ausgewogene, antientzündliche Ernährung spielt eine sehr wichtige Rolle für ein starkes Immunsystem, so dass ihm mehr Energie für seine wichtigen Aufgaben bleibt.

Einzelne Gemüse- und Obstsorten enthalten vermehrt Stoffe, die entzündungshemmend sind, wieder andere welche, die antibiotisch oder durchblutungsfördernd wirken. Grundsätzlich enthalten unsere Lebensmittel eine Vielzahl von Nährstoffen, die in ihrem Zusammenspiel unserem Organismus all das liefern, was er für die Aufrechterhaltung seiner Funktionen und den Erhalt unserer Gesundheit benötigt. „Du bist, was Du isst“, lautet ein Sprichwort, welches uns die Bedeutung unserer Ernährung vor Augen führt.

 

Achten Sie zudem darauf, probiotische Lebensmittel in Ihren Speiseplan aufzunehmen. Die Milchsäurebakterien im Darm können sich leichter vermehren, aber auch die Ansiedelung von Laktobazillen bei einer gestörten Darmflora wird erleichtert. Gesunde

Beispiele für probiotische (meist fermentierte) Lebensmittel sind:

 

  • Sauerkraut und Sauerkrautsaft
  • Brottrunk
  • Sauerteig
  • Kefir
  • Kombucha

Wissenswertes über Kombucha – unser Buchtipp:

  • Kimchi
  • fermentiertes Gemüse (Karotten, Gurken, Zucchini etc.)

Diese Lebensmittel sollten frisch zubereitet und nicht konserviert sein, denn die Konservierung zerstört den größten Teil der Milchsäurebakterien. Fermentiertes Gemüse, Kefir oder Kombucha lässt sich jedoch auch leicht zuhause herstellen.

Um einen Einstieg in die Fermentation zu finden, gibt es sehr gute Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die es jedem ermöglichen, darmgesunde Lebensmittel selbst herzustellen. Unsere Empfehlung:

Wissenswertes bei einem übermäßigen Verzehr von Kohlenhydraten

Die Überernährung mit Kohlenhydraten löst in unserem Organismus die gleichen Stressreaktionen aus wie mentaler oder physischer Stress.

Die übermäßige Kohlenhydratzufuhr führt zu einem plötzlichen Anstieg des Blutzucker- und Insulinspiegels. Der danach folgende rasche Abfall des Blutzuckerspiegels geht mit einer Ausschüttung von Stresshormonen einher.

Ein begleitender Mikronährstoff- und Bewegungsmangel, eine stressige Lebensweise, Medikamente und industriell verarbeitete Nahrungsmittel lösen weitere Stressreaktionen aus und führen in der Folge zu einer ständigen Überaktivierung des Stress-Systems in unserem Organismus.

Stresshormone reduzieren jedoch die Leistungsfähigkeit unseres Immunsystems und fördern schwelende Entzündungsprozesse sowie die Anfälligkeit für Infekte aller Art. Eine chronische Schwächung des Immunsystems ist die Folge.

Da wir in der Ernährung Kohlenhydrate nicht ganz vermeiden können oder möchten, ist es empfehlenswert, die Kohlenhydrate morgens oder spätestens mittags zu verzehren, um die Zellregeneration nachts nicht durch Zellstress und entzündungsfördernde Stoffwechselprozesse zu stören.

Therapie und Prävention

Jede Behandlung enthält präventive Aspekte und jede Prävention wirkt auch als Therapie. Die Grundpfeiler jeder Vorbeugung und Therapie basieren auf unserem Lebensstil: Wie ernähren Sie sich? Ist Ihr Organismus ausreichend mit Mikronährstoffen versorgt? Wieviel Bewegung ist in Ihren Alltag integriert? Rauchen Sie und wieviel Alkohol konsumieren Sie? Bestimmt Stress Ihr ganzes Leben?

Je nachdem, wie die Antworten ausfallen, können sich diese Basispfeiler positiv auf Ihre Gesundheit auswirken, aber auch jahrelange Risikofaktoren für viele Erkrankungen darstellen.

Gerade bei einer Immunschwäche ist die Änderung des Lebensstiles die wichtigste Therapie.

In diesem Kapitel werden zahlreiche ganzheitliche Methoden vorgestellt, die Ihre Gesundheit und Lebensqualität stärken können – präventiv und / oder auch als Therapie.

 

Mikronährstoffe

Das-Wichtigste-in-Kürze

Mikronährstoffe in der Übersicht

  • Mikronährstoffe sind unentbehrliche Mikrohelfer in unserem Organismus.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit allen Mikronährstoffen bei Immunschwäche. Dazu gehören z. B. die Vitamine A, B, C, D, und E, Mineralstoffe und Spurenelemente wie Zink, Eisen, Selen und Kupfer, Aminosäuren wie Cystein und L-Glutamin, Omega 3-Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole und Senfölglykoside.
  • Einige der typischen Medikamente, die bei wiederholten Infekten oder entzündlichen Krankheiten verordnet werden, wie z. B. Antibiotika oder Cortison, erhöhen zusätzlich Ihren Mikronährstoffbedarf. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihren Mikronährstoffbedarf ausreichend über die Ernährung zu decken, können moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischungen sinnvoll sein.
  • Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.

Eine wichtige Basis für alle Therapien wird oft bei der Beratung außer Acht gelassen: Eine gesunde, ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung. Eine umfassende, tägliche Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundlage zur Aufrechterhaltung sämtlicher Funktionen eines gesunden Organismus und damit Folgen einer chronischen Immunschwäche abgemildert und Nebenwirkungen von erforderlichen Medikamenten reduziert werden können.

 

Die Mikronährstoffe, die besonders wichtig für das Immunsystem sind, sollten bei Bedarf oder bei nachgewiesenem Mangel zusätzlich verabreicht werden.

Gerade in der Mikronährstofftherapie gilt zu beachten: Mikronährstoffe kommen in der Natur niemals isoliert, sondern stets im Verbund mit unzähligen weiteren Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen vor. Gerade letztere sind noch wenig bekannt und wenig erforscht. Am besten können Mikronährstoffe von der Zelle aufgenommen werden, wenn sie in ihrem natürlichen Verbund belassen werden. Die einzelnen Vitalstoffe ergänzen und verstärken einander in ihrer Wirkkraft. Die zusätzliche Gabe von isolierten Mikronährstoffen ist zur Nahrungsergänzung bei einem speziellen Mangel geeignet, sollte jedoch stets mit einer optimalen Ernährung einhergehen.

Ein gesundes, stabiles Immunsystem ist Basis für die Überwindung jeder Erkrankung und für die Wirksamkeit von Therapien.

 

Mikronährstoffe – was ist das?

Zu den Mikronährstoffen gehören in erster Linie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die einen wichtigen Teil dazu beitragen, damit unser Organismus funktioniert. Im weiteren Sinne lassen sich auch essentielle Fettsäuren, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme hinzuzählen. Makronährstoffe wie Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette sind unsere Energielieferanten, während die Mikronährstoffe an Prozessen wie z. B. Blutgerinnung, Immunabwehr und Knochengesundheit beteiligt sind. Einige Mikronährstoffe kann unser Körper selbst herstellen, die meisten jedoch müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

 

Der menschliche Organismus – ein Blick in die Zellen

Der Mensch besteht aus über 70 Billionen Zellen. Diese können alle nur optimal funktionieren, wenn sie mit Vitaminen und Spurenelementen versorgt sind. Es gibt nahezu keinen Stoffwechselschritt, an dem nicht mehrere Mikronährstoffe beteiligt sind. Dazu zählen unter anderem diese:

 

  • Aktivierung von Enzymen und Hormonen (Stoffwechselaktivität)
  • Abwehrleistung des Immunsystems (Immunstoffwechsel)
  • Energieproduktion in den Kraftwerken unserer Zellen, den sogenannten Mitochondrien (Energiestoffwechsel)
  • Leistungsfähigkeit des Herzmuskels (Herzkraft und -rhythmus)
  • Kontraktion der Skelettmuskulatur (Muskelkraft und -koordination)
  • Impulsübertragung in und der Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen (Nerven- und Gehirnstoffwechsel)

Mitochondrien

Mitochondrien sind unsere Zellkraftwerke. Sie stellen die Energie für alle Lebensprozesse in unserem Körper her. Aus Zucker, Fett und Eiweiß können die Mitochondrien das Energie-Molekül ATP (Adenosin-Tri-Phosphat) herstellen.

In einem Zwischenschritt wird Sauerstoff verarbeitet. In diesem Schritt werden viele freie Radikale freigesetzt, die sehr aggressiv sind und an allen Zellbestandteilen Schäden verursachen können. Wenn der antioxidative Schutz der Zellkraftwerke durch Mikronährstoffe nicht ausreicht, können Eiweißstrukturen zerstört oder so geschädigt werden, dass sie ihre Aufgaben nicht mehr optimal erfüllen können.

Warum wir Mitochondrien schützen sollten

Entstehen während der Herstellung des ATP aufgrund eines Mikronährstoffmangels vermehrt freie Radikale, wird die mitochondriale DNA geschädigt, was zu einem weiteren Anstieg der freien Radikale führt. Dadurch wird der Stoffwechsel der Zellen empfindlich gestört und kann zu unzähligen Krankheiten führen.

Das Immunsystem benötigt optimal funktionierende Mitochondrien, da es für seine Arbeit viel Energie verbraucht.

Entsprechend wichtig ist die optimale Versorgung der Zellen und Zellkraftwerke mit Mikronährstoffen. Nicht nur der antioxidative Schutz muss zu jeder Zeit gewährleistet sein, auch die Energieproduktion selbst benötigt zahlreiche Mikronährstoffe.

 

 

 

Für alle Stoffwechselreaktionen im Körper sind Enzyme notwendig, sie wirken wie ein Katalysator. Enzyme können ihren Aufgaben jedoch nur mithilfe von Mikronährstoffen nachkommen. Je besser der Körper mit Nährstoffen versorgt ist, desto besser funktioniert der gesamte Organismus. Ein Mikronährstoffmangel kann sich also negativ auf den Stoffwechsel und das Immunsystem auswirken. Um Ihre Gesundheit zu schützen und Ihre weiteren Therapien zu unterstützen, sollten Sie also auf Ihren Mikronährstoffhaushalt achten.

 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen?

Egal ob Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Cholesterinsenker oder die Antibabypille. Schon ein einzelnes Medikament kann unsere optimale Versorgung mit Mikronährstoffen ungünstig beeinflussen. Je mehr Medikamente gleichzeitig eingenommen werden, desto intensiver wird in den Mikronährstoffhaushalt eingegriffen, was Wechselwirkungen der Arzneimittel untereinander sowie das Auftreten von Nebenwirkungen erhöht. Hierdurch kann nicht nur die Wirkung des Medikaments negativ beeinflusst werden, sondern auch die Funktion der Mikronährstoffe.

 

Welche Lebensphasen führen noch zu einem erhöhten Mikronährstoff-Bedarf?

Aber nicht nur die regelmäßige Einnahme von Medikamenten führt zu einem erhöhten Mikronährstoffbedarf. Es gibt bestimmte Lebensphasen und Umstände, die ein erhöhtes Risiko für einen Nährstoffmangel aufweisen:

 

  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangere und Stillende
  • ältere Menschen
  • Menschen mit Magen-Darm-Störungen
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen

 

Diesen erhöhten Bedarf zu decken, ist nicht immer einfach. Trotz des reichhaltigen Angebotes an verschiedenen Lebensmitteln verringern verschiedene Faktoren den Mikronährstoffgehalt in Lebensmitteln:

 

  • nicht ausgereiftes Obst und Gemüse
  • größere Erträge in der Landwirtschaft
  • Einsatz von Pestiziden

 

Es ist wichtig, die Ernährung mit einer breiten und möglichst natürlichen Basis an allen Vitaminen, Spurenelementen sowie sekundären Pflanzenstoffen zu optimieren.

 

Mikronährstoffkonzentrat als Grundlage

Gut versorgt sind Sie mit moderaten Mikronährstoffmischungen – von einzelnen hochdosierten Mikronährstoffen raten wir ohne Absprache mit Ihrem Arzt und vorherigen Untersuchungen ab.

 

Das Angebot an Mikronährstoffpräparaten ist groß und unübersichtlich. Entscheidend beim präventiven Ansatz ist die natürliche Vielfalt. Das ideale Mikronährstoffpräparat ist auf natürlicher Basis produziert, enthält neben allen klassischen Mikronährstoffen auch sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme, ist flüssig, glutenfrei und vegan. Die Bioverfügbarkeit sollte wissenschaftlich belegt sein und es sollten keine künstlichen Aroma- oder Konservierungsstoffe enthalten.

 

Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.

 

Ein Mikronährstoffkonzentrat sichert auch die Versorgung der bei Immunschwäche wichtigen Mikronährstoffe.

Ausflug in die Wissenschaft

Ein mit allen Mikronährstoffen ausreichend versorgter Organismus ist in der Lage, gesunde Körperzellen herzustellen und mit allen für die reibungslosen Funktionen (Zellstoffwechsel, Auf- und Abbau von Körpermaterial, Sauerstofftransport zu den Zellen, Abtransport von CO2 und Abfallprodukten usw.) Nährstoffen zu versorgen.

Eine optimale Mikronährstoffversorgung sorgt für eine gesunde Haut und Schleimhaut, wodurch sich Krankheitserreger nicht ausbreiten können. Außerdem werden physiologisch wichtig Bakterienstämme angesiedelt und schädliche an der Ausbreitung gehindert.

Darüber hinaus können kontinuierlich gesunde Abwehrzellen produziert sowie überalterte und geschwächte Zellen regelmäßig erneuert werden. Auch die Zellkommunikation wird optimiert, da die Botenstoffe und Enzyme von den essentiellen Vitaminen und anderen Nährstoffen abhängig sind.

Eine intakte Darmschleimhaut verhindert das Eindringen von krankheitsverursachenden Keimen und die Entstehung eines Leaky Gut.

Das Leaky Gut-Syndrom

Leaky gut bedeutet übersetzt „durchlässiger Darm“.

Das Darm-Mikrobiom überzieht die Darmschleimhaut wie ein Teppich und arbeitet symbiotisch mit unserem Organismus zusammen.

Aufgrund von Fehlernährung, Medikamenten und Entzündungen wird einerseits die Schleimhaut dünner, andererseits kommt es zu einer Besiedelung mit schädlichen Darmkeimen. Darüber hinaus werden die Verbindungen der Zellen, die die Darmwand bilden (tight junctions), aufgelöst aufgrund von z. B. geschädigte Mitochondrien, Medikamente, Entzündungsprozesse etc.

In der Folge können Toxine, Stoffwechselprodukte und unverdaute Nahrungsbestandteile, die normalerweise mit dem Stuhl ausgeschieden werden, aufgrund der erhöhten Durchlässigkeit der Darmwand in den Blutkreislauf gelangen und körperliche Beschwerden und Krankheiten auslösen.

 

 

Zusammenhang zwischen Mikronährstoffen und einem gesunden Organismus

Um den Zusammenhang zwischen Mikronährstoffen und dem Organismus, speziell dem Immunsystem, bildlich zu veranschaulichen:

Unterversorgte Zellen „haben Hunger“ und reduzieren ihre Leistungsfähigkeit daher auf das Niveau, das mit der jeweiligen Nährstoffversorgung möglich ist. Auch Abwehrzellen haben eine herabgesetzte Funktion, wodurch die vorhandenen Zellen mit weniger Kraft arbeiten und weniger neue Zellen produziert werden können.

Zudem teilt der Körper die Vitalstoffe im Organismus unterschiedlich auf: Die Zellen der für den Organismus lebenserhaltenden Organe und Funktionen, sowie Bereiche, in denen Abwehr- oder Heilungsprozesse stattfinden, werden so gut als möglich mit Vitalstoffen versorgt, nachrangige Systeme werden weniger gut versorgt (erkennbar an Anzeichen wie z. B. brüchige Nägel, Haarausfall, fahle, trockene Haut, Abgeschlagenheit).

Alte Zellen werden langsamer ersetzt, neue Zellen erhalten einen „rationierten“ Nährstoffanteil.

Die Mitochondrien können aufgrund der Unterversorgung mit Mikronährstoffen nicht in ihrer vollen Leistungsfähigkeit arbeiten, wodurch Stoffwechselprozesse verlangsamt ablaufen und die gesamte Leistungsfähigkeit des Organismus herabgesetzt ist. Müdigkeit und Erschöpfung sind die Folge.31,32

Da der Körper aufgrund der Notfallsituation praktisch alle verfügbaren Mikronährstoffe im Blutkreislauf behält, um diese an die wichtigsten Abnehmer weiterzuverteilen, sind die Blutwerte bei einer Mikronährstoffanalyse noch lange Zeit im „normalen“ Bereich, obwohl in den Zellen schon längst ein erheblicher Mangel herrscht.

Vielleicht ist es so leichter verständlich, dass ein Organismus, der andauernd Hunger hat oder aufgrund einer Unterversorgung mit Nährstoffen geschwächt ist, nicht optimal funktionieren und alle Aufgaben erfüllen kann und, um Energie zu sparen. Er arbeitet nur noch auf einem insgesamt reduzierten Leistungsniveau.

 

Rauchen, Fehlernährung, andauernder Stress – und damit einhergehend ein hoher Pegel an Stresshormonen im Blut – führen im Körper zu einem erhöhten Mikronährstoffverbrauch bzw. einer erhöhten Ausscheidung von beispielsweise Vitamin C über den Urin.

Der mit dem Stress einhergehende erhöhte Homocystein-Spiegel löst Zellstress aus27, wodurch wiederum vermehrt Vitalstoffe zur Bindung der freien Radikale benötigt werden. Bei einem Mikronährstoffmangel können aufgrund des Zellstresses die Mitochondrien geschädigt werden, was zu einem Abfall der Leistungsfähigkeit unserer Abwehrkräfte führt. So entsteht ein Teufelskreis, der uns zunehmend schwächt.

 

 

Gesunde Ernährung für die Darmflora

Die meisten gesundheitsförderlichen Keime benötigen für ihre Entwicklung die Verstoffwechslung von Polyphenolen und präbiotischen Ballaststoffen aus frischen Lebensmitteln. Die unerwünschten Fäulnis- und Entzündungskeime können diese Stoffe nicht verarbeiten und werden somit durch die „gesunden“ Bakterien, denen sie als Nahrung dienen, verdrängt. Zudem scheinen manche Abbauprodukte von Polyphenolen auch direkt das Wachstum einiger Mikroorganismen zu behindern.22,23

Unsere Gesundheit sitzt sprichwörtlich im Darm. Mit einer ausgewogenen und mikronährstoffreichen Ernährung tragen wir selbst erheblich dazu bei, unsere Abwehrkräfte zu stärken und das Darmmikrobiom im Gleichgewicht zu halten.

 

Grundsätzlich benötigt der Organismus alle Mikronährstoffe, um optimal zu funktionieren und die Abwehrfunktion aufrechterhalten zu können.20,21 Einige Mikronährstoffe, die eine besondere Bedeutung für Menschen haben, die unter chronischer Immunschwäche leiden, finden Sie im Folgenden aufgelistet:

MikronährstoffFunktionen im Immunsystem
Vitamin AVitamin A ist an der Bildung neuer Immunzellen und Antikörper beteiligt, stärkt die Immunbarriere von Haut und Schleimhaut, v. a. Hals- und Nasenschleimhäute und erhöht Widerstandsfähigkeit gegen virale Infekte. (28)
Vitamin B6Vitamin B6 ist bedeutsam in der zellulären und humoralen Immunantwort und wirkt entzündungshemmend.
Vitamin B-KomplexDer Vitamin-B-Komplex stärkt die Immunbarriere von Haut und Schleimhaut und baut das entzündungsfördernde Homocystein ab. (24)
Vitamin CVitamin C senkt das Risiko von Infektionskrankheiten, wirkt antioxidativ, verkürzt die Dauer von Infekten, ist essentiell für die Bildung von Leukozyten/Phagozyten und verstärkt die Immunantwort durch Aktivierung der Botenstoffe.29
Vitamin C unterstützt das Immunsystem und verbessert die Aufnahme von Eisen.
Vitamin DVitamin D ist essentiell für das gesamte Immunsystem: verbessert die Kommunikation zwischen Immunzellen, wirkt entzündungshemmend, verdrängt pathogene Keime im Mikrobiom und fördert die Bildung von Cathelicidin (antibakteriell wirkender Abwehrstoff).
An der Oberfläche unserer Abwehrzellen sitzen spezielle Vitamin-D-Rezeptoren, an die das Vitamin sich anheftet und dadurch weitere Abwehrmechanismen aktiviert. (28)
Vitamin EVitamin E fängt freie Radikale, fördert die Erneuerung von Abwehrzellen und stärkt die Haut- und Schleimhautbarriere(25)
ZinkZink unterstützt die Antikörperproduktion, beschleunigt (Wund-)Heilung, aktiviert Makrophagen, verkürzt die Infektdauer, fördert Bildung verschiedenster Abwehrzellen und ist wichtig bei zahlreichen Prozessen der Immunabwehr und Prävention von Infekten. (30)
KupferLymphozyten und Fresszellen benötigen für ihre optimale Funktion das Spurenelement Kupfer.
EisenEisen regt die Bildung von T-Zellen an, die von Viren befallene Zellen erkennen, Antikörper ausschütten und die kranken Zellen eliminieren. Je höher der Eisenwert, desto höher die Anzahl an T-Zellen; Achtung: keine Eisengabe bei akutem Infektionsgeschehen
SelenSelen unterstützt das Immunsystem beim Abbau freier Radikale, senkt Virulenz von Erregern, aktiviert die Bildung neuer Abwehrzellen und Antikörper. (26)
Omega-3-FettsäurenOmega-3-Fettsäuren fördern die Diversität der Darmflora, wirken entzündungshemmend, antioxidativ und fördern Darmbakterien, die entzündungshemmend wirken.
L-GlutaminL-Glutamin ist eine wichtige Energiequelle für Dünn- und Dickdarmschleimhaut und wirkt antioxidativ und antiinflammatorisch.
CysteinCystein verbessert die Zusammensetzung der Darmflora: Lactobacillus und Bifidobakterien nehmen zu.
PolyphenolePolyphenole dienen als Nährstoffgrundlage für gesundheitsförderliche Bakterienstämme.
SenfölglykosideSenfölglykoside haben entgiftende, krebshemmende und entzündungshemmende Eigenschaften und wirken antibiotisch bei bakteriellen Infektionen.

Lebensstil

Das-Wichtigste-in-Kürze

Gesundheitsfördernder Lebensstil in der Übersicht

  • Sport und Bewegung stärken die Immunabwehr, regen Entgiftungsprozesse an und verbessern die Sauerstoffversorgung der Zellen.
  • Verzicht auf Rauchen und Alkohol: Diese Substanzen sind Zellgifte und schwächen nachweislich die Abwehrkräfte und die Zellkommunikation, fördern Entzündungsprozesse und erhöhen die Infektanfälligkeit.
  • Die Erhöhung der Resilienz und die Reduzierung von Stress lässt uns mit Konflikten, Sorgen und in Krisenzeiten besser zurechtkommen, wir bleiben in unserer Mitte und können unser Leben aus verschiedenen Perspektiven betrachten.
  • Entspannungstechniken wie Meditation, Yoga, Qi Gong oder Autogenes Training sowie guter Schlaf senken den Stresspegel, fördern die Zellregeneration und stärken die Abwehrkräfte.
  • Ausreichend Trinken verbessert die Durchblutung sowie Stoffwechsel-, Ausscheidungs- und Entgiftungsprozesse. Wasser ist Hauptbestandteil aller Körperflüssigkeiten und Zellen.

Das Wichtigste, was Sie für Ihren Körper tun können, um Ihr Immunsystem wieder ins Gleichgewicht zu bringen und Ihre Abwehrkräfte zu stärken, haben Sie selbst in der Hand und kostet nichts. Die Basis für einen gesunden Körper und ein starkes Immunsystem bildet neben der gesunden, mikronährstoffreichen Ernährung ein ausgeglichener und gesundheitsfördernder Lebensstil. Forscher haben herausgefunden, dass unser westlicher Lebensstil die Entstehung chronisch entzündlicher Erkrankungen stimuliert und die Regeneration des Körpers verhindert. 19

 

Sport und Bewegung

Sport und Bewegung fördern die körperliche und geistige Gesundheit, verbessern die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung des Körpers, regen Entgiftungsprozesse an und stärken die Immunabwehr.4 Sport macht im Idealfall Spaß und dient auch als Ventil im Alltag, um Stress abzubauen. Für gesunde Personen gilt: Mit einem mäßigen Ausdauertraining von 3×30 Minuten/Woche Schwimmen, Walking, Radfahren oder Skilanglauf tragen Sie erheblich zu Fitness, einem gesunden Organismus und Wohlbefinden bei. Überanstrengung und Hochleistungssport schwächen dagegen das Immunsystem.

Wer sich noch dazu jeden Tag, auch an grauen Wintertagen, an der frischen Luft in der Natur bewegt und Tageslicht aufnimmt, stärkt die Widerstandskräfte zusätzlich. Das Lichtspektrum im natürlichen Sonnenlicht ist selbst bei bedecktem Himmel um ein Vielfaches größer als Kunstlicht. Diese Lichtdusche aktiviert Stoffwechselprozesse und tut der Seele gut. Die vermehrte Einatmung von Sauerstoff und schadstofffreier Luft fördert die Abatmung von Säuren über die Lunge. Zudem verhindert der Sauerstoff in seiner Funktion als natürliches freies Radikal die Vermehrung krankmachender Erreger auf den Schleimhäuten und fördert gleichzeitig die Besiedelung mit den wichtigen aeroben Bakterienstämmen. Frische Luft sorgt für die Befeuchtung der Schleimhäute, wodurch diese widerstandsfähiger gegen das Eindringen von schädlichen Keimen werden, Heizungsluft in geschlossenen Räumen hingegen trocknet unsere Schleimhäute aus, wodurch das Immunsystem wiederum geschwächt wird.

 

 

Verzicht auf Rauchen und Alkohol

Dass Nikotin und Alkohol schädlich für die Gesundheit sind und überall im Körper Störungen anrichten können, ist weitreichend bekannt.

Alkoholmissbrauch ist ein Auslöser für viele Erkrankungen. Unter dem Einfluss von Alkohol wird die Leistungsfähigkeit der Monozyten drastisch herabgesetzt, wodurch eingedrungene Krankheitserreger nur unzureichend eingedämmt werden können.5

Nikotin schwächt ebenso die Abwehrkräfte und macht den Körper anfälliger für Viren und Bakterien. Die Substanz stört die Funktion der Zytokine, das sind Botenstoffe, die für die Zellekommunikation zuständig sind und eine wichtige Aufgabe bei der Bekämpfung von Entzündungsprozessen haben.

 

Stärkung der psychischen Widerstandskräfte: Resilienz

Unser Buch-Tipp, um die Fähigkeit der Resilienz zu trainieren:

Lebensfreude und Humor: Die Fähigkeit, das Leben leicht zu nehmen und von Herzen lachen zu können, kann uns helfen, das Leben weniger grau erscheinen zu lassen und unseren Blick zu weiten, um neue Perspektiven und Lösungsmöglichkeiten zu erkennen.

 

Dankbarkeit: Dankbarkeit lenkt unseren Blick auf die vielen Momente, Menschen und Umstände, die uns gut tun, die positive Gefühle in uns auslösen und stellt wieder ein inneres Gleichgewicht her. Sie macht es uns leichter, das Leben optimistisch zu betrachten, wenn wir uns bewusst machen, wieviel Gutes unseren Tag und unser Leben bereichert.

 

soziale Kontakte: Umarmungen, menschliche Nähe und vertrauensvolle Gespräche sind so wichtig für unser psychisches und körperliches Wohlbefinden. Berührungen und Umarmungen bewirken ein deutliches Absinken des Cortisolspiegels im Blut 9 und fördern das Selbstwertgefühl.10 Ein niedriger Blutspiegel an Stresshormonen ist Voraussetzung für ein gut funktionierendes Immunsystem.

 

Reduzierung von Stress: Stress ist an allen Krankheitsprozessen und degenerativen Prozessen beteiligt. Auch auf das Immunsystem hat Stress schädliche Auswirkungen.7 Untersuchungen haben ergeben, dass Menschen, die andauerndem Stress ausgesetzt sind, signifikant häufiger unter chronischen Entzündungen oder Autoimmunkrankheiten leiden.8

Auch wenn sich Stress im Alltag oft nicht vermeiden lässt, in erster Linie ist er eine Reaktion von uns selbst auf äußere Umstände.

Nehmen Sie sich täglich Auszeiten für sich selbst, um wieder zur Ruhe zu kommen. Das kann eine Tasse Tee sein, ein Spaziergang um den Block oder ein Telefonat mit einem lieben Menschen. Auch bestimmte Atemtechniken helfen uns innerhalb von Minuten, wieder zu innerer Ruhe und Gelassenheit zu finden.

Wenn Sie sich mit Atemtechniken näher beschäftigen und dadurch mehr Gelassenheit und Gesundheit erreichen möchten, empfehlen wir Ihnen dieses Buch:

Versuchen Sie, Ihre Einstellung gegenüber den stressauslösenden Situationen zu verändern, überlegen Sie sich neue Handlungsalternativen. Lesen Sie Bücher über Stressmanagement, besuchen Sie einen Achtsamkeitskurs, trainieren Sie Ihre Schlagfertigkeit mit Hilfe von Rhetoriktechniken – je nachdem, welche Schwachstelle Sie bei sich selbst identifiziert haben, die Sie immer wieder in Stressreaktionen versetzt.

Hier empfiehlt sich, professionelle Hilfe in Form von Psychotherapie oder eines Coachings in Anspruch zu nehmen.

 

In der Psychotherapie ist besonders das Brainspotting herauszustellen.

Brainspotting ist ein relativ neues und noch wenig bekanntes psychotherapeutisches Verfahren, das vor allem in der Traumatherapie eingesetzt wird. Es nutzt die Erkenntnisse, dass als belastend erlebte Erfahrungen mit bestimmten Augenpositionen zusammenhängen und mit Körpergefühlen korrespondieren. Oft jahrelang bestehende Reaktions- und Verhaltensmuster lassen sich umstrukturieren, wodurch die Selbstregulationsfähigkeit des Gehirns reaktiviert wird.

Der Brainspotting-Therapeut leitet den Klienten an, sich auf das derzeit am stärksten belastende Gefühl zu konzentrieren, die entsprechende Augenposition (Blickrichtung) zu finden und über Wahrnehmung und Blick die emotionale Blockade aufzulösen.

Ausflug in die Wissenschaft

Ausflug in die Psychoneuroimmunologie und Psychoendokrinologie

Die Psychoneuroimmunologie befasst sich mit dem Zusammenwirken von psychischen Einflüssen auf das Immun- und Nervensystem, die Psychoendokrinologie mit dem Zusammenspiel von Psyche, Hormon- und Immunsystem.

Als im Labor nachweisbar war, dass Emotionen im Körper biochemische Reaktionen auslösen, erlebte die Psychoneuroimmunologie einen Durchbruch, der Zusammenhang von Stress auf das Immunsystem wurde nachweisbar2. Probanden sollten ihre Gefühls- und Stimmungslage protokollieren und gleichzeitig ihren Urin sammeln. Dabei stellte sich heraus, dass Phasen emotionaler Belastung mit einem Anstieg von Entzündungsmarkern einhergingen.

Die Forschungen haben seither immer mehr nachweisen können, dass Gedanken und Gefühle einen direkten Einfluss auf unser Immunsystem haben3. Insbesondere negative Emotionen wie lange Phasen der Trauer, Angst, Hilflosigkeit oder Groll ebenso wie Stress und andauernde psychische Belastungen schwächen unser Abwehrsystem und begünstigen die Entstehung bzw. Verschlimmerung von Krankheiten. Stress setzt die Anzahl und Funktionsfähigkeit von Abwehrzellen herab und erhöht die Infektanfälligkeit.

Neue Kräfte tanken: Entspannungstechniken und guter Schlaf

Es gibt zahlreiche Methoden die, regelmäßig praktiziert, zu einer nachhaltigen Entspannung auf körperlicher und psychischer Ebene beitragen, den Schlaf verbessern und die Lebensqualität insgesamt erhöhen.

 

  • Meditation (lat. meditari = nachdenken, nachsinnen, die Mitte finden) ist eine spirituelle Praxis, die in vielen Religionen und Kulturen bekannt ist und sich leicht in den Alltag integrieren lässt. Verschiedene Wahrnehmungs-, Achtsamkeits- und Konzentrationsübungen helfen, den Geist zur Ruhe kommen zu lassen, die eigene Mitte wieder zu spüren und Kraftressourcen in sich zu entdecken.

 

  • Autogenes Training verbessert mittels autosuggestiver Übungen die Fähigkeit, sich selbst besser entspannen zu können. Über bewusste Konzentration auf die Wahrnehmung des eigenen Körpers wird ein Zustand tiefer innerer Entspannung, Ruhe und Ausgeglichenheit erzeugt.

 

  • Qi Gong ist eine aus China stammende Meditations-, Konzentrations- und Bewegungsform zum Training von Körper und Geist. Verschiedene Atem-, Bewegungs-, Konzentrations- und Meditationsübungen werden miteinander kombiniert. Die Übungen dienen der Harmonisierung und Regulierung des Qi-Flusses im Körper. In der chinesischen Philosophie dient das regelmäßige Praktizieren des Qi Gong sowohl der Gesundheitsvorsorge als auch durch die Förderung und Stabilisierung des Energiehaushaltes der Behandlung von Krankheiten.

 

  • Yoga: Der Begriff Yoga stammt aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie „Vereinigung, Integration“ als auch „Anspannen“. Der Ursprung des Yoga liegt in Indien und ist eine philosophische Lehre, die eine Vielzahl geistiger und körperlicher Übungen bzw. Praktiken, Atemübungen und Meditationstechniken umfasst. Ziel ist es Körper und Seele auf dem Weg der Selbsterkenntnis wieder in Einklang zu bringen. Yoga hat bei uns im Westen weite Verbreitung gefunden, da das regelmäßige Praktizieren nachweislich einige positive Effekte sowohl auf die körperliche als auch auf die psychische Gesundheit hat.

 

  • Schlaf & Schlafhygiene: Im Schlaf erholt und regeneriert sich der Körper, die Zellerneuerung läuft auf Hochtouren, der Geist kommt zur Ruhe, und wir verarbeiten die Erlebnisse des Tages. Ein chronischer Schlafmangel verursacht im Körper ähnliche Beschwerden wie langanhaltender Stress, da der Körper vermehrt Stresshormone ausschüttet. Ausreichend Schlaf hat daher auch wesentlich Einfluss auf die Zellregeneration und unsere Abwehrkräfte. Unser Immunsystem ist in der Nacht besonders aktiv. Förderlich für einen gesunden Schlaf sind der Verzicht auf koffeinhaltige Getränke, leicht verdauliche Kost am Abend, ein Spaziergang am Abend, Lesen oder Musikhören am Abend, statt die Zeit am Computer oder Fernseher zu verbringen (das blaue Licht stört die Bildung des Schlafhormons Melatonin), störende Gedanken aufschreiben, um den Geist zur Ruhe zu bringen und vor dem Schlafengehen für gedimmtes Licht und eine angenehm kühle Temperatur im Schlafzimmer sorgen.

 

  • Ausreichend Trinken: Die Empfehlung, täglich ausreichend stilles Wasser zu trinken, ist grundsätzlich für jeden Menschen bedeutsam, da Wasser mehr als zwei Drittel unseres Körpers ausmacht. Wasser ermöglicht unseren Stoffwechsel und ist Lösungs- und Transportmittel für Nährstoffe und andere Substanzen und Hauptbestandteil des Blutserums und der Lymphflüssigkeit, die es unseren Abwehrzellen ermöglichen, im gesamten Organismus zu zirkulieren. Zudem werden die Schleimhäute befeuchtet, wodurch die Barriere gegen das Eindringen von Krankheitserregern verstärkt wird. Wasser führt den Zellen Nährstoffe und Salze zu, sorgt für die Ausscheidung von Stoffwechselabfällen und Giftstoffen und reguliert die Körpertemperatur über die Schweißproduktion. Eine ausreichende Trinkmenge fördert die gesunde Nierenfunktion, stabilisiert den Kreislauf und verbessert die Durchblutung. Als Faustregel gilt für Erwachsene eine tägliche Trinkmenge von ca. 40 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht. Softdrinks, Kaffee und Fruchtsaftkonzentrate sind nicht geeignet.

 

 

Konventionelle Therapie

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Konventionelle Therapie in der Übersicht

  • Bakterielle Infekte werden mit Antibiotika behandelt. Breitbandantibiotika werden eingesetzt, wenn mehrere Bakterienarten an einer Infektion beteiligt sind, oder um eine Superinfektion zu vermeiden.
  • Bei viralen Erkrankungen werden Medikamente zur Linderung der Symptome verordnet. Antivirale Wirkstoffe kommen meist nur bei schweren Verlaufsformen zum Einsatz.
  • Autoimmunerkrankungen werden u.a. mit entzündungshemmenden Medikamenten behandelt, in schweren Fällen mit Wirkstoffen, die immunologische Prozesse unterdrücken.
  • Bei Mykosen (z. B. Hautpilz, Fußpilz, Scheidenpilz, Soor) werden fungizide Arzneimittel meist lokal verabreicht.
  • Gegen Parasiten, wie beispielsweise Bandwürmer, werden Medikamente eingesetzt, die die Parasiten in den verschiedenen Entwicklungsstadien abtöten.
  • Menschen mit angeborenen Immundefekten können mit künstlichen Antikörpern behandelt werden, um Komplikationen zu verhindern.
  • Nutzen und Risiko sollten vor der Durchführung einer Schutzimpfung sorgfältig abgeklärt werden.

Der konventionelle Therapieansatz ist meist symptomatisch ausgerichtet. Das heißt, dass (Begleit-)Symptome von Immunschwächekrankheiten gelindert oder Medikamente mit Wirkstoffen gegen spezielle Krankheitserreger verabreicht werden.

 

Um ein geschwächtes Immunsystem erfolgreich zu behandeln, ist ein Ziel der Therapie, akutes oder chronisches Infektionsgeschehen zu stoppen oder zumindest ein weiteres Ausbreiten zu verhindern. Ein anderes Ziel ist, nach Möglichkeit die zugrunde liegende Erkrankung auszuheilen.

 

Bei bakteriellen Infekten werden Antibiotika verordnet. Diese können gezielt mit einem engen Wirkspektrum gegen den jeweiligen Bakterienstamm eingesetzt werden. Ein Breitbandantibiotikum kommt zum Einsatz, wenn mehrere Bakterienarten ursächlich sind, oder um bei einer viralen Erkrankung eine bakterielle Superinfektion zu vermeiden.

 

Wenn Viren die Ursache der Infektion sind, sind Antibiotika wirkungslos. Wenn die Symptome, meist Kopf- und Gliederschmerzen und hohes Fieber, besonders ausgeprägt sind, kommen Schmerzmittel oder fiebersenkende Medikamente zum Einsatz. Lokale Virusinfekte, wie sie vor allem bei Herpes simplex-Viren oder Varizella-Zoster-Viren auftreten, können mit Cremes, bei schwererer Ausprägung mit Tabletten, behandelt werden.

Bei besonders schweren Verlaufsformen viraler Erkrankungen, wie bei HIV-Infektionen oder Leberentzündungen (Hepatitiden), können antivirale Arzneimittel (Virostatika) eingesetzt werden.

 

Bei schweren Fällen von Autoimmunerkrankungen werden Immunsuppressiva, Antiphlogistika (entzündungshemmende Wirkstoffe) oder Cortison verabreicht, um Entzündungsprozesse und autoaggressive, immunologische Prozesse zu unterdrücken.

 

Mykosen (Pilzinfektionen mit Candida oder Aspergillus niger) werden mit Antimykotika wie z. B. Nystatinen therapiert. Zusätzlich muss der Patient strenge Hygiene einhalten, Unterwäsche, Handtücher und Kleidung, die direkt auf der Haut bzw. über den befallenen Stellen getragen wird, nach Möglichkeit bei 90°C waschen, um vorhandene Pilzsporen abzutöten.

 

Parasiten wie z. B. Bandwürmer werden mit speziellen Medikamenten (Anthelminthika, Antiwurmmittel) bekämpft. Auch bei diesen Erkrankungen hat strenge Hygiene oberste Priorität. Außerdem sollen die Kleidung, Bettwäsche und Handtücher möglichst täglich gewechselt und bei 90°C gewaschen werden, da die Würmer meist nachts am After Eier ablegen, die durch unbewusste Berührung an andere Körperstellen übertragen werden, auf Textilien einige Zeit überleben bzw. auf andere Menschen übertragen werden.

 

All diese Medikamente sollten nach Möglichkeit nur über einen kurzen Zeitraum eingenommen werden, da sie oft erhebliche Nebenwirkungen haben, zu Leberschädigungen führen können und die Darmflora stören.

 

Menschen, die an einem angeborenen Immundefekt leiden und bereits von Kindheit an oft an schweren Infektionen erkranken, erhalten bei sehr schweren Infektionsverläufen künstliche Antikörper, um die weitere Ausbreitung der Erreger einzudämmen und Komplikationen zu verhindern.

 

Zur Prävention von Infektionskrankheiten werden Schutzimpfungen angeboten. Aufgrund der darin enthaltenen Adjuvantien, die im Verdacht stehen, Allergien auszulösen und zum Teil schwere Nebenwirkungen verursachen können (teils erst Jahre später) sollte eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung jeder Impfung vorangehen. Das setzt eine umfangreiche Anamnese und Abklärung von Vorerkrankungen, Allergieneigung bzw. familiärer Vorbelastung sowie eine Aufklärung über mögliche Nebenwirkungen voraus. Lesen Sie den Beipackzettel wie vor der Einnahme jedes anderen Arzneimittels.

Ganzheitliche Therapie

Das-Wichtigste-in-Kürze

Ganzheitliche Therapie in der Übersicht

  • Eine Darmsanierung steht am Anfang jeder immunstärkenden Therapie, da sich 80% unserer Immunzellen im Darm befinden.
  • Zahnherde stellen einen schwelenden Infektionsherd dar, der das Immunsystem mit der Zeit schwächt, und sollten daher fachgerecht saniert werden.
  • Natürliche Wirkstoffe wie Extrakte von Vitamin C-reichen Früchten, Präparate mit Echinacea, Mistel oder Zistrose, Propolis, Manuka-Honig oder Heilpilze können mit ihren Wirkstoffen die Abwehrkräfte stärken und aufgrund ihrer antientzündlichen und antibakteriellen Wirkung Heilungsprozesse unterstützen.
  • Sauna und Kneipp-Anwendungen haben zahlreiche positive Auswirkungen auf den gesamten Organismus und beeinflussen die Immunabwehr positiv.
  • Hochdosiertes Vitamin C wirkt am besten in Kombination mit Zink und als Infusion verabreicht. Erkältungen und Entzündungsprozesse klingen schneller ab, die Abwehrbarrieren werden gegen das Eindringen von Krankheitserregern gestärkt.
  • Eigenblutbehandlungen können als unspezifische Reiztherapie das Immunsystem anregen, indem das Blut als Fremdkörperreiz dient und im Serum enthaltene Schadsubstanzen und Erreger als solche erkannt und die Immunabwehr aktiviert wird.
  • Entsäuerung und Entgiftung entlastet den Stoffwechsel und die Ausscheidungsorgane. Die Befreiung von Giftstoffen und Stoffwechselabfällen, die meist in schlecht durchbluteten Geweben und Körperteilen abgelagert werden, verbessert die Gesundheit ganzheitlich und stellt einen wesentlichen Bestandteil zur Stärkung des Immunsystems dar.

 

Darmsanierung 

Da etwa 80% des Immunsystems im Darm sitzen, ist eine gesunde Darmschleimhaut und eine intakte Darmflora Grundlage jeder Therapie einer Immunschwäche. Eine Darmsanierung kann das Mikrobiom wieder in die Balance bringen. Die Darmsanierung besteht aus einer Darmreinigung und dem Wiederaufbau der Darmflora.  Durch die Sanierung der Darmflora wird die Darmbarriere gestärkt, ihre Schutzfunktion reaktiviert sowie das Immunsystem mobilisiert. Außerdem ist eine gesunde Darmflora wichtig für die optimale Aufspaltung und Verwertung der Nährstoffe.

Ausflug in die Wissenschaft

Ausflug in die Forschung: Psychobiotika und ihre Wirkung auf Körper, Geist und Seele

Der Begriff Psychobiotika ist eine wissenschaftliche Definition für bestimmte Darmbakterien, die eine positive Wirkung auf unsere Psyche haben. In der Psychoneuroimmunologieforschung ebenso wie in der Mikrobiologieforschung haben die Wissenschaftler immer mehr Erkenntnisse darüber, wie eng Bauch und Gehirn miteinander vernetzt sind – man spricht ja nicht umsonst vom Bauchhirn – und welche Auswirkungen die Darmgesundheit auf unser psychisches Wohlbefinden hat.

 

Der Darm sendet über Nervenimpulse Informationen ans Gehirn wie zum Beispiel Hungergefühle und die Auslösung von Verdauungsprozessen, aber auch Unbehagen oder Übelkeit. Darüber hinaus jedoch fanden die Forscher heraus, dass es Bakterienstämme in unserer Darmflora gibt, die Neurotransmitter (= Botenstoffe, durch die Nervenimpulse weitergeleitet werden) wie Serotonin oder Dopamin, umgangssprachlich auch „Glückshormone“ genannt, produzieren und darüber mit dem Gehirn kommunizieren. Ist unsere Darmflora geschädigt, z. B. aufgrund von einer Antibiotikatherapie, dauerhaftem Stress, Fehlernährung oder einer entzündlichen Darmerkrankung, nimmt die Anzahl der „guten“ Darmbakterien ab, was zu verschiedenen Verdauungsbeschwerden, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien führen kann. Darüber hinaus sinkt auch die Produktion des Serotonins und Dopamins, was Stimmungslabilität, Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit oder nachlassende Leistungsfähigkeit mit sich bringt.

 

Inzwischen gehen die Wissenschaftler davon aus, dass selbst ernsthafte psychische Erkrankungen wie Depressionen teilweise ihren Ursprung im Darm haben. Das Sprichwort „Du bist, was Du isst“ zeigt ganz deutlich den Zusammenhang zwischen Psyche und Darm bzw. Ernährung auf. Um unsere Darmflora zu pflegen, können wir selbst vieles tun, um die „guten“ Bakterien zu nähren und ein Milieu zu schaffen, wo diese sich vermehren und ein dichtes Netz aufbauen können. Neben einer ballaststoffreichen Ernährung mit einem großen Anteil an Frischkost freuen sich unsere Darmbakterien über fermentierte bzw. milchsauer vergorene Lebensmittel wie Sauerkraut oder Gemüsesäfte sowie eine bunte Mischung aus Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen, wie wir sie in biologisch angebautem Obst und Gemüse finden.

Da sich ein Großteil unserer Immunzellen im darmassoziierten lymphatischen Gewebe befindet, besteht eine enge Symbiose zwischen unserer körpereigenen Abwehr und den Darmbakterien: Nützliche Darmbakterien verhindern, dass sich schädliche Keime ausbreiten können und trainieren pausenlos unser Immunsystem, damit dieses körpereigene von körperfremden Strukturen unterscheiden kann.

Entscheidend für einen erfolgreichen Aufbau der Darmflora ist die Qualität der verwendeten Bakterienstämme, deren Vermehrung im Darm und die Resistenz gegen die Magensäure sowie den Gallensaft. Eine gezielte Zufuhr von Probiotika (Darmbakterien) wirkt sich positiv auf das Darmmilieu aus. Begleitende Maßnahmen wie eine darmgesunde Ernährung unterstützen die Darmsanierung zusätzlich.

Unser Buch-Tipp für ein starkes Immunsystem:

 

Besprechen Sie mit Ihrem Therapeuten nach einer Stuhlanalyse, welche Probiotika in Ihrem Fall substituiert werden sollten. Probiotische Lebensmittel unterstützen die Darmsanierung und pflegen Ihre Darmflora.

 

Mikrobiologische Therapie

Eine Störung in der Zusammensetzung des Mikrobioms (Dysbiose) ist eine der Hauptursachen für geschwächte Abwehrkräfte.
Eine mikrobiologische Therapie (Symbioselenkung) setzt lebende oder abgetötete Bakterien ein, die keine krankheitserregenden Eigenschaften besitzen. Diese sollen einerseits immunstimulierend wirken, indem sie verschiedene Abwehrmechanismen aktivieren und somit zunehmend zu einer Normalisierung der natürlichen Abwehrkräfte beitragen. Auch überschießende Immunreaktionen sollen dadurch eingedämmt werden. Andererseits soll die Verabreichung lebender Bakterienkulturen bestehende Defizite in der Darmflora ausgleichen. Häufig sind die Milchsäurebakterien, die vorrangig im Dünndarm angesiedelt sind, in zu geringer Anzahl vorhanden.

Zahnherde sanieren

Oft werden Zahnherde die das Immunsystem schwächen nicht entdeckt. Eine schwelende Entzündung der Zahnwurzel oder wurzelbehandelten Zähne können einerseits das Immunsystem aufgrund der andauernden Entzündung überlasten, andererseits über die Fernwirkung auch andere Organe schwächen.

Die Traditionelle Chinesische Medizin sieht Zusammenhänge zwischen Störungen im Energiefluss der Meridiane aufgrund von chronischen Entzündungsherden und Funktionsstörungen bzw. Erkrankungen von Organen oder Organsystemen, die mit dem Meridian in Verbindung stehen.

Naturheilkundlich ausgebildete Zahnärzte oder Zahnärzte mit einer Zusatzausbildung in der Traditionellen Chinesischen Medizin können Sie hier beraten.

 

Immunsystem mit natürlichen Mitteln stärken

  • Pflanzliche Wirkstoffe

Vitamin C-reiche Pflanzen wie Hagebutten, Cranberries oder die CamuCamuBeere werden oft als Pulver oder Saft im Handel angeboten, um in konzentrierter Form natürliches Vitamin C in Verbindung mit zahlreichen sekundären Pflanzenstoffen dem Körper zuzuführen.

Pflanzliche Extrakte aus Echinacea (Sonnenhut) wirken stärkend auf das Immunsystem, indem vermutlich die Produktion weißer Blutkörperchen stimuliert wird.

Die Zistrose (Cistus incanus) hat eine antiinfektiöse, antibakterielle und antivirale Wirkung und hindert Krankheitserreger an der Vermehrung und am Eindringen in Zellen.

Bei lokalen Hautinfektionen wie beispielsweise Herpes können Salben mit dem Wirkstoff der Melisse wohltuend und entzündungshemmend wirken.

Auch die Wirkstoffe der Mistel werden effektiv zur Stimulierung der Abwehrzellen eingesetzt. Vor allem in der alternativen Krebstherapie und in der Stärkung der Mitochondrien, den Energiekraftwerken der Zelle, wurde die Wirkung nachgewiesen.16

 

  • Bienenprodukte

Propolis ist ein Bienenprodukt, eine Mischung aus Bienenwachs, Harz und Blütenstaub und enthält zahlreiche Spurenelemente und Vitamine. Seine Wirkung ist antiseptisch, antibakteriell, antiviral und antiinfektiös und unterstützt somit das körpereigene Abwehrsystem.

ManukaHonig stammt aus Neuseeland und wurde hinsichtlich seiner gesundheitsfördernden Wirkung schon mehrfach untersucht. Vorbeugend eingenommen, kann Manuka-Honig die Abwehrkräfte stärken. Therapeutisch wurden antimikrobielle Eigenschaften nachgewiesen, die antientzündlich wirken und auch Bakterien bekämpfen, die gegen Antibiotika bereits Resistenzen entwickelt haben.11

 

  • Heilpilze

Die Mykotherapie hat ihren Ursprung in Asien. Durch die Traditionelle Chinesische Medizin hat sie auch bei uns Bekanntheit erlangt. Vitalpilze verfügen über ein breites Anwendungsspektrum, deren Bioaktivstoffe und Polysaccharide zum Großteil wissenschaftlich bereits analysiert und belegt wurden. Hervorzuheben ist die stimulierende und regulierende Auswirkung auf das Immunsystem sowie ihre entzündungshemmenden, antibakteriellen und antiviralen Eigenschaften. Sie erhöhen die körperliche Belastbarkeit und haben zugleich einen Stabilisierungseffekt auf die Psyche.

Die wichtigsten Pilze zur Stärkung des Immunsystems sind Agaricus, Cordyceps12 und Coriolus.

 

Sauna, Wechselduschen und Kneipp-Anwendungen

Der Kälte-Wärme-Reiz bei Wechselduschen und Saunagängen wirken sich positiv auf die Abwehrkräfte aus. Durch die Temperaturwechsel und das vermehrte Schwitzen werden Giftstoffe ausgeschieden, Stoffwechselprozesse angeregt und die Durchblutung verstärkt.

Die verbesserte Durchblutung der Schleimhäute erhöht die Sekretabsonderung, womit die Ausscheidung von Krankheitserregern verstärkt wird. Der Wechsel zwischen kalten und warmen Temperaturen hat noch weitere gesundheitsfördernde Auswirkungen wie Senkung von Bluthochdruck, Senkung des Risikos, an Alzheimer oder Demenz zu erkranken und einen positiven Einfluss auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Am Anfang ist es empfehlenswert, mit Sauna-Arten zu beginnen, deren Temperatur 70°C nicht übersteigt oder bei höheren Temperaturen den Saunagang kurz zu halten. Bei bereits bestehenden Blutdruck- oder Venenerkrankungen sollten Sie Ihren Arzt konsultieren und eventuelle Vorsichtsmaßnahmen erfragen.

Bei beginnendem Infekt oder Fieber sollten Sie das Saunieren unterlassen, um den Organismus nicht noch mehr zu belasten.17

Eine weitere Möglichkeit sind Kneipp-Anwendungen, die der bayerische Pfarrer Sebastian Kneipp vor über 170 Jahren als Kaltwassertherapie entdeckt und bekannt gemacht hat.

Wenn Sie keine Kneipp-Anlage, einen geeigneten Bach oder ein knietiefes Wasserbecken in ihrer Nähe haben, gibt es einige Möglichkeiten, Kneipp-Anwendungen auch zuhause durchzuführen.

Für alle Anwendungen gilt: Sie sollten sowohl während der Anwendung als auch danach nicht frieren.

Wer sich noch eingehender mit den Erkenntnissen des Pfarrers Sebastian Kneipp und den gesundheitlichen Nutzen beschäftigen möchte, empfehlen wir dieses Buch:

  • Kalte Güsse am Morgen: Duschen Sie zunächst etwa 3 Minuten warm. Halten Sie die Brause dann weg von Ihrem Körper und brausen Sie die Beine und Arme von herzfern nach herznah mit kaltem Wasser ab: Zuerst das rechte Bein auf der Außenseite von unten nach oben bis zur Hüfte abbrausen, danach den Strahl auf der Innenseite wieder nach unten führen. Dann das linke Bein auf die gleiche Weise kalt abduschen. Alternativ können Sie – bei Zeitmangel – auch nur Armgüsse durchführen: Beginnen Sie mit der Außenseite des rechten Arms, führen Sie den kalten Wasserstrahl nach oben bis zur Schulter und danach an der Innenseite des rechten Arms wieder nach unten bis zur Hand. Wiederholen Sie den Vorgang auf der linken Seite.
  • Kalte Fußbäder: Füllen Sie einen Eimer oder eine Wanne maximal kniehoch mit kaltem Wasser und tauchen Sie abwechselnd die Füße bis zu den Unterschenkeln in das kalte Wasser. Wiederholen Sie den Vorgang auf beiden Seiten 5 – 10 mal. Wenn Sie möchten, können Sie zwischendurch die Beine auch warm abbrausen, um den Wärmereiz zu verstärken. Trocknen Sie zum Abschluss die Beine ab und ziehen Sie warme Socken an.
  • Wechselduschen: Beginnen Sie mit einer angenehm warmen Temperatur und duschen sie Ihren ganzen Körper damit ab. Stellen Sie danach die Wassertemperatur auf kühl bis kalt und beginnen Sie, die Brause vom rechten Fuß aufsteigend an der Außenseite des Beins bis zur Hüfte hinaufzuführen, an der Innenseite des Oberschenkels dann wieder hinab bis zum Fuß. Danach folgt das linke Bein, dann der rechte Arm und schließlich der linke Arm. Wem das noch nicht ausreicht, kann zum Abschluss den kalten Wasserstrahl langsam von den Beinen aufwärts über die Vorderseite und die Rückseite des Oberkörpers führen.

 

 

Vitamin C-Infusionen

Hochdosierte Vitamin C-Infusionen können bei immungeschwächten Patienten die Abwehrbarrieren stärken, die Zahl und Aktivität von Fresszellen erhöhen, Entzündungsprozesse rascher bekämpfen und oxidativen Zellstress signifikant reduzieren.13

In einer Studie wurde beobachtet, dass die Verabreichung von hochdosiertem Vitamin C in Kombination mit Zink die Dauer von Erkältung gegenüber einer Placebogruppe signifikant kürzer war.14 Vitamin C ist eines der stärksten Antioxidantien und tötet in hohen Konzentrationen, die nur bei einer parenteralen Verabreichung erzielt werden, sogar Viren ab.15

 

 

Eigenbluttherapie

Aus einer Vene wird Blut entnommen und in einen Muskel injiziert. An und um die Injektionsstelle entsteht eine Entzündung, die verschiedene Immunreaktionen auslöst. Alternativ kann es zusammen mit einer Infusionslösung wieder in den Körper gebracht werden.

Der therapeutische Ansatz ist, dass das injizierte Blut als fremd erkannt und von den Abwehrzellen analysiert wird, die Immuntätigkeit wird also aktiviert. Zugleich werden auch Erreger, die tatsächlich den Körper schwächen, von den Abwehrzellen erkannt. Diese „Reinfektion“ kann dazu beitragen, eine chronische Infektion in einen akuten Zustand zu überführen und durch die Anregung der Abwehrkräfte die Krankheitserreger nun endgültig zu vernichten.

Diese Aktivierung des Immunsystems regt langanhaltend die Selbstheilungskräfte an, es werden vermehrt Leukozyten gebildet. Dieses Verfahren regt den Heilungsprozess der bestehenden Erkrankung(en) an. Auch Allergien lassen sich mit dieser Therapie gut behandeln.

 

 

Entsäuerung & Entgiftung

Unser Körper verstoffwechselt alles, was wir essen und trinken, je nach Zusammensetzung der Lebensmittel, zu Säuren oder Basen. Für die Gesundheit wichtig ist eine basenüberschüssige Ernährung.

Stress in Zusammenhang mit einem übersäuerten Organismus führt zu einer Überstimulation des Sympathikus und der erhöhten Ausschüttung von Stresshormonen, wodurch die Neubildung von Abwehrzellen vermindert wird. Zudem führt ein Säureüberschuss im Körper zum Abbau von Eiweißen und somit zu einer Reduzierung von Antikörpern und Immunglobulinen. Ein übersäuerter Organismus ist nicht mehr in der Lage adäquat auf Infektionen zu reagieren. Zudem führen Säuren zu Gewebsschädigungen und Mikroentzündungen, zur Pufferung verbraucht der Körper Mineralstoffe aus der Nahrung und greift auch körpereigene Mineralstoffspeicher an, welche beispielsweise den Zähnen entzogen werden und diese anfälliger machen für Karies. Langfristig führt Übersäuerung zu zahlreichen Erkrankungen, allen voran Entzündungen, Stoffwechselkrankheiten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose.

 

Wer sich eingehender mit den Auswirkungen von Säuren und Basen auf unseren Organismus beschäftigen möchte, empfehlen wir dieses Buch:

 

Unser Tipp für Basensalz:

 

Ebenso werden die enzymatischen Prozesse geschwächt, da Enzyme vor allem ein neutrales bis leicht basisches Milieu benötigen, um reibungslos zu funktionieren. Im übersäuerten Milieu können ihre vielfältigen Funktionen im Stoffwechsel, zur Zersetzung von eingedrungenen Fremdkörpern oder Keimen, als Botenstoffe oder intrazelluläre Transportmittel nicht mehr reibungslos erfüllen.

Basenbildende Kost, eine Zufuhr basenbildender Nährstoffe, Reduzierung säurebildender Nahrungsmittel, Durchführung von Basenbädern, Stressreduktion und ein ausgeglichener Mikronährstoffhaushalt sorgen langfristig für eine Harmonisierung des Säure-Basen-Haushalts und damit für eine optimale Funktion des Immunsystems.

 

Ursachen für einen übersäuerten Organismus sind:

  • Ernährungsgewohnheiten, die viele Säurebildner enthalten wie Fleisch, Wurst-, und Milchprodukte, Auszugsmehl, Zucker, Süßigkeiten, alle industriell gefertigten Nahrungsmittel, Alkohol und Kaffee
  • Medikamente
  • wenig Bewegung
  • fehlende Erholungszeiten
  • psychische Belastung, Sorgen und Konflikte, Stress
  • Sauerstoffmangel durch flache Atmung und wenig frische Luft

 

Um das Säure-Basen-Gleichgewicht wiederherzustellen und damit die Immunabwehr zu stärken, gibt es einige Grundsätze, die zu festen Lebensgewohnheiten werden sollten und gleichzeitig Therapie eines geschwächten Immunsystems darstellen:

 

  • basenüberschüssige, mikronährstoffreiche Ernährung mit viel Rohkost oder schonend gedünstetem Gemüse, Zitrusfrüchten, Kartoffeln, Mandeln, Samen, Hirse, Quinoa, Amaranth, Buchweizen, frischen Kräutern und Gewürzen
  • Sport und Bewegung, die zu einer vermehrten Atmung und damit Säureausscheidung über die Lungen führt; außerdem baut Sport Stresshormone ab, die wiederum die Säureproduktion im Organismus anregen
  • basische Körperpflege wie Bäder oder tägliche Körperwaschungen mit Wasser, dem Basensalz hinzugefügt wurde
  • Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation, Qi Gong etc., die ebenfalls Stresshormone reduzieren
  • trinken von Wasser oder Kräutertees, um Säuren über die Nieren auszuscheiden
  • ausreichend Schlaf und Ruhezeiten

 

 

Die Aktivität und Leistungsfähigkeit unseres Immunsystem liegt zu einem wesentlichen Teil in unserer Macht. „Tue Gutes, vermeide Schädliches“ ist der Leitsatz für eine ganzheitliche Gesundheit. Hier finden Sie nochmals eine Übersicht über Faktoren, die Ihr Immunsystem belasten und Maßnahmen, wie Sie es stärken können:

immunbelastende Ernährungsgewohnheitenimmunstärkende Ernährungsgewohnheiten
Übersäuerung des Organismus„basische“ Lebensweise und basenbildende Kost
Alkohol, Nikotin, Drogen, KaffeeKräutertees, grüner Tee, Quellwasser
Milch und MilchprodukteVermeidung von Kuhmilchprodukten; Verwendung hochwertiger pflanzlicher Alternativen aus Mandel, Reis oder Hafer oder kleine Mengen Bio-Milchprodukte von Kühen aus natürlicher Haltung
Vitamin- und Nährstoffmangelvitaminreiche, nährstoffreiche Lebensmittel und ggf. Nahrungsergänzung mit natürlichen Mikronährstoffen
Mangel- oder Überernährungan die eigenen Bedürfnisse angepasste Ernährung
Western DietMittelmeerküche
ZuckerVerwendung von natürlichen Alternativen wie Trockenfrüchte, Honig, Ahornsirup in kleinen Mengen
immunbelastender Lebensstilimmunstärkender Lebensstil
StressEntspannungstechniken, Lachen, Hobbys nachgehen
EinsamkeitBerührung, Nähe, Gemeinschaftsgefühl
BewegungsmangelBewegung, vor allem an der frischen Luft
Extremsport/ SpitzensportBewegung ohne Überanstrengung
LärmStille, Natur, Musik, die der Seele gut tut
Sauerstoffmangel, schlecht gelüftete Räumeausreichend Sauerstoff, Frischluft
LichtmangelSonnenlichtbaden, auch an grauen Tagen ins Freie gehen
Schlafmangel oder unregelmäßiger Schlafrhythmus, Nacht- und WechselschichtAusreichend Schlaf, feste Schlafenszeiten
ungeregelter Tagesablauf, Schichtarbeitfeste Tagesstruktur mit Phasen von Aktivität und Erholung
StoffwechselschwächeFastenkuren, Entgiftungs- und Entschlackungstage, Intervallfasten
gestörte Darmfloradarmfreundliche Ernährung mit fermentier-ten/milchsauer vergorenen Lebensmitteln, Ballaststoffen, Frischkost
immunbelastende Umwelteinflüsseimmunstärkende Umwelteinflüsse
Auskühlen des KörpersWärme-Kälte-Reize wie Sauna, Wechselduschen
Schadstoffe in Lebensmitteln, in der Raumluft, AbgaseBiolebensmittel, regionale Lebensmittel
Schadstoffe in KleidungKleidung, die schadstoffgeprüft ist
Schadstoffe in der Raumluftschadstoffgeprüfte Möbel, Bodenbeläge, regelmäßig und ausgiebig Lüften, Zimmerpflanzen wie Ficus und Efeutute
ElektrosmogVermeidung von WLAN und anderen Funktechnologien, vor allem während der Schlafenszeit
metallische Substanzen (Zahnersatzmetall, Aluminium, Blei)Entgiftung und Zahnsanierung
Umweltgifte in Großstätten, von Industrieanlagenviel Zeit in der Natur verbringen, im Wald, an Flüssen oder am Meer
Medikamente (Antibiotika, Cortison, Grippemittel, Impfstoffe)natürliche und immunfördernde Heilmittel

Checkliste

Checkliste

Checkliste und Empfehlungen: Das können Sie selbst tun bei Immunschwäche

  • Gut informiert sein: Informieren Sie sich und Ihre Angehörigen zu gut wie möglich über Ihre Erkrankung
  • „Richtige“ Therapeuten: Der Draht zu Ihren Therapeuten (Ärzte, Ernährungsberater, Heilpraktiker…) muss stimmen. Die Beziehung zwischen Patienten und Therapeut muss auf Vertrauen und Sympathie aufbauen.
  • Gesunde Ernährung: anti-entzündlich, überwiegend pflanzlich, viel „Bio“, weniger Kohlenhydrate, gesunde Fette (Seefisch und pflanzliche Öle), viele Kräuter und Gewürze
  • Mikronährstoffe: Achten Sie auf Ihren Mikronährstoffhaushalt. Nur wenn alle Mikronährstoffe ausreichend im Organismus vorhanden sind, können lebenswichtige Prozesse optimal ablaufen. Bei einem schwachen Immunsystem stehen alle Mikronährstoffe im Fokus – eine Breitbandversorgung ist daher unerlässlich. Wir haben mehrere Mikronährstoffkonzentrate getestet und auf wichtige Kriterien unabhängig und neutral geprüft. Das Testergebnis finden Sie hier.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, Nüssen, (pflanzlichen) Eiweißquellen, hochwertigen Ölen und Vollkornprodukten versorgen Ihren Körper mit allen wichtigen Mikro- und Makronährstoffen.
  • Lebensstil: Verzichten Sie auf Rauchen und Alkohol, trinken Sie ausreichend und achten Sie auf guten Schlaf und ausreichend Zeiten der Entspannung und Erholung. Außerdem sind Sport und Bewegung und frische Luft wichtig, um das Immunsystem aktiv zu halten.
  • Darmsanierung: Eine gesunde Darmflora ist wichtige Voraussetzung für eine intakte Immunabwehr. Ein Aufbau des Mikrobioms sowie eine darmgesunde Ernährung verbessern rasch Ihr Wohlbefinden und lassen Infekte schneller abklingen.
  • Ganzheitliche Therapieansätze: Eine Kombination aus Kälte-Wärme-Anwendungen, Entsäuerung und Entgiftung sowie die Verwendung natürlicher, abwehrsteigernder Mittel unterstützt die Regeration der Immunabwehr. Zusätzlich können Eigenblutbehandlungen oder Vitamin C hochdosiert rasch zu einer Verbesserung der Immunlage führen.

Quellenangaben

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